Am Freitag, den 07. März folgten rund 50 Menschen dem Aufruf von Reclaim Gostenhof und der organisierten autonomie, um vor dem Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) gegen die von Söders CSU geplanten Kürzungen zu protestieren. Ein Ziel der Aktion war auch, die Familien und Pflegebedürftigen über die Kürzungen zu informieren, da diese Pläne bisher weitgehend unbekannt sind. Faktisch gelten sie jedoch schon seit dem 1.1.2025, sind aber noch im parlamentarischen Prozess. Zustande kommen kann das nur, weil die Leistungen erst im nächsten Jahr bzw. Ende diesen Jahres fällig sind.
Daher war es für die Veranstalter besonders wichtig, jetzt aktiv zu werden. Verschiedene Redner*innen sprachen aus ihrer jeweiligen Perspektive über die Kürzungen. So kamen Eltern zu Wort, denen die Leistungen zumindest etwas bei der Bewältigung des Alltags helfen konnten – sei es bei der Finanzierung der Krankenversicherung oder des teuren Krippenplatzes. Andere prangerten die Familienpolitik vor allem hinsichtlich des internationalen Frauenkampftages an, weil diese die Reproduktionsarbeit wieder vermehrt zu Lasten der Frauen verschieben. Ein Redner von ver.di schlug die Brücke zu den aktuellen Streikaktionen im TVöD und Erzieher*innen beleuchteten zudem aus fachlicher sowie persönlicher Perspektive den Arbeitsalltag im Zusammenspiel mit der Sparpolitik. In allen Beiträgen wurden die Milliardenausgaben für Wettrüsten und Militarisierung als ausschlaggebende Ursache für die zunehmende Umverteilung von unten nach oben mit ausgemacht und sich klar dagegen ausgesprochen.
Zum Schluss wurde noch einmal zusammengefasst, worum es eigentlich geht: „Die Umverteilung von unten nach oben wird ohne unseren Widerstand ungebremst weitergehen. Wir wissen, dass das Familiengeld nicht die Lösung unserer Probleme ist. All diese Leistungen sind nur notwendig, um zu bewältigen, dass Mieten nicht radikal gesengt und gedeckelt werden oder Wohnraum vergesellschaftet wird. Sie sind notwendig weil es keinen gesetzlichen Preisstopp für Lebensmittel oder Energiepreise gibt. Sie sind nötig, weil wir von unseren real sinkenden Löhnen immer weniger Leben bezahlen können. Und deswegen stehen wir heute hier. Doch letztendlich geht es um mehr, als um diese Leistungen. Es geht darum, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen. Es geht darum, unsere Bedürfnisse als Menschen in den Mittelpunkt allen gesellschaftlichen Denkens und Handelns zu stellen und nicht den Profit. Es geht darum, an einer Welt zu bauen, in der wir die Sorgearbeit genauso verkollektivieren wie die Produktion, den Wohnraum, ja die komplette soziale Infrastruktur. Wir haben viel vor, also warten wir keine Sekunde länger und organisieren uns, in den Kitas als Eltern, in den Nachbarschaften, den Miethäusern, der Stammkneipe, dem Betrieb und an der Schule.“







