Heraus zum internationalen Frauenkampftag!

Keine Befreiung ohne Revolution – keine Revolution ohne Befreiung!
Heraus zum internationalen Frauenkampftag!
Nieder mit Patriarchat und Kapitalismus!

8.März 2014 – 15.30 Uhr – Weißer Turm, Nürnberg | Demo des Bündnis 8.März

frauenkampftagDer 8.März, der internationale Frauenkampftag, steht weltweit als symbolischer Tag für die Gleichstellung von Frauen und für den Kampf gegen patriarchale Unterdrückung, Ausbeutung und ungleiche Behandlung.
An diesem Tag tragen wir, gemeinsam mit hunderttausenden Menschen weltweit unsere Forderung auf die Straße, endgültig Schluss zu machen mit struktureller Unterdrückung und sexualisierter Gewalt, Schluss zu machen mit ökonomischer Ausbeutung und patriarchalen Rollenbildern und aufzubrechen, hin zu einer Welt, in der alle Menschen frei über ihr Leben, ihre Arbeit und ihren Körper entscheiden können.

Doch der Kampf um die Befreiung der Frau steht nicht nur am 8.März, nicht nur an einem Tag im Jahr auf der Tagesordnung. Der Kampf um die Befreiung aller Frauen ist ein alltäglicher, egal ob an Arbeitststelle, zu Hause oder im gesellschaftlichen Zusammenleben. Frauen sind ständig offener und verdeckter Gewalt ausgesetzt, vom Alltagssexismus über sexuelle Belästigung bis hin zu sexualisierter oder häuslicher Gewalt. Häufig findet diese Gewalt verdeckt und unsichtbar statt – Fälle wie die unlängst bekannt gewordenen Massenvergewaltigungen in Indien zeigen aber deutlich, dass sexualisierte Gewalt alles andere als Einzelfälle und Ausnahmen sind. Die massiven Proteste brachten den Staat übrigens nicht zum Eingreifen – erst nachdem die Tourismuszahlen einbrachen sahen sich indische staatlich Stellen genötigt, eine Kampagne gegen Gewalt an Frauen zu starten, um das Image Indiens in der Welt wiederherzustellen.
Auch eine ökonomische Gleichstellung existiert faktisch nicht, Rollenbilder bestimmen den Lebensweg (nicht nur) von Frauen von Anfang bis Ende und von einer Selbstbestimmung über den eigenen Körper kann bei weitem keine Rede sein. Durch alltägliche patriarchale Gewalt ebenso wie durch staatliche Gesetze und Programme, bestehende Hierarchien und Ungleichbehandlung am Arbeitsplatz wird Frauen systematisch ein Platz in der Gesellschaft zugewiesen. Bei allen Erfolgen, die die Frauenbewegungen bislang erkämpft haben, bei allen Fortschritten, die es gab und gibt – das Ende der strukturellen Unterdrückung in den Grenzen einer auf Ausbeutung und Unterdrückung basierenden Gesellschaft herbeizuhoffen bleibt weiterhin eine Illusion.

Bereits von frühester Kindheit an werden Männer und Frauen in eine Rolle gezwungen, sei es über die Wahl des richtigen Spielzeugs, jungen- und mädchenspezifische Fächer in der Schule oder Auswahlkriterien bei Ausbildungsplatz und Job. Diesen Rollenbildern entsprechen auch die typischen „Frauen- und Männerberufe“. Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt 22% weniger als Männer und arbeiten darüber hinaus häufig in extrem unsicheren Arbeitsverhältnissen. Ein Großteil der Frauen arbeitet in schlecht bezahlten Verhältnissen wie etwa in der Pflege, in sozialen Berufen oder im Verkauf – alles Jobs im Niedriglohnbereich. Und gerade diese Berufe sind es, in denen häufig in Teilzeit gearbeitet wird und die immer wieder in besonderem Maße von Kürzungsmaßnahmen und vermeintlichen „Krisenbewältigungsstrategien“ betroffen sind. Die Umstrukturierung des Arbeitsmarktes im Rahmen der Agenda 2010 und späterer Konjunkturprogramme, mit denen das Kapital die Lasten kapitalistischer Krisen bereits im Vorfeld auf die Schultern der Lohnabhängigen verteilt hat, Teilzeit-, Mini- und 1-Eurojobs ebenso wie der Zwang für jeden Lohn zu arbeiten erhöhen die Konkurrenz und verschärfen die Lohnarbeitsverhältnisse von Frauen.
Das Kapital freuts – wird doch genau dieses Modell in ganz Europa mit aller Macht durchgesetzt, auch im europäischen Ausland natürlich im besonderen Maße zum Nachteil von Frauen.
Gleichzeitig wird Frauen der Zugang zu traditionell als Männerberuf geltenden Berufen erschwert. Für Unternehmen spielt dabei häufig die „Gefahr“ einer Schwangerschaft eine nicht unwesentliche Rolle. Potentielle Ausfälle machen das Geschäft mit der Ware Arbeitskraft weniger profitabel und damit für das Kapital unattraktiv. Mehrheitlich ist es aber eben die Aufgabe von Frauen, Elternzeit zu nehmen oder in Teilzeit zu wechseln, wenn Nachwuchs da ist. Neben Schwierigkeiten bei der Einstellung führt das wiederum zu geringeren Einzahlungen in die Sozialkassen und zu niedrigerem Anspruch etwa auf ALGI oder Rente. Ohne verdienenden Ehemann – und damit ökonomische Abhängigkeit – häufig der vorprogrammierte Weg in die Altersarmut.

Das Kapital macht sich die Spaltung in Mann und Frau bewusst zu nutze und fördert sie, um optimale Ausbeutungsbedingungen zu erhalten. Die strukturelle Ungleichbehandlung von Frauen drückt das Lohnniveau in ganzen Branchen nach unten. Das, und das reaktionäre Frauenbild führen zu einer vermeintlichen Konkurrenz unter Männern und Frauen. Gleichzeitig werden Frauen durch Staat und Wirtschaft vermehrt in den Bereich der häuslichen, der so genannten Reproduktionsarbeit gedrängt. Auch hier leisten mehrheitlich Frauen die unbezahlte Arbeit, die zur Erholung und Wiedererlangung der Leistungsfähigkeit in der Lohnarbeit nötig ist – waschen, kochen, putzen, Kinder versorgen und am besten noch liebende Ehefrau mit ehelichen Pflichten sein. Der Kapitalismus profitiert von diesen unbezahlten Tätigkeiten – sind sie doch notwendiger Bestandteil der Ausbeutung der Ware Arbeitskraft. Diese doppelte oder mehrfache Ausbeutung und Diskriminierung steigert sich für migrantische Frauen nochmals zusätzlich. Rassistische Migrationspolitik in Deutschland, Alltagsrassismus, sowie ein hochgerüstetes Grenz- und Abschiebungsregime lassen bereits die Erlangung von Asyl oder einem Aufenthaltsrecht zu einem zehrenden Kampf werden. Schaffen es Frauen trotz der rassistischen Grenz- und Abschottungspolitik einen Aufenthalt zu erkämpfen, stehen sie wiederum vor einer Mehrfachdiskriminierung und -ausbeutung. In westeuropäischen Ländern erledigen oft Migrantinnen die anfallende Haushalts-, Pflege- und Sorgearbeit, sie müssen in prekären Verhältnissen arbeiten, sind vielfach illegalisiert und in besonderem Maße von Rassismus und Sexismus betroffen. Menschen mit Migrationshintergrund werden bei der Lohnarbeit systematisch schlechter bezahlt und in unsichere Arbeitsverhältnisse gedrängt. Auch hier herrschen natürlich extreme Konkurrenz, Niedriglohndruck und verschärfte Ausbeutungsbedingungen – und auch hier in besonderem Maße für Frauen.

Die bürgerliche Frauenbewegung hat der Verquickung von Kapital, Rassismus und Patriarchat nichts entgegenzusetzen gewusst. Formal gibt es eine Gleichstellung – faktisch haben sich viele Erfolge bei genauerem Hinsehen zu Nachteilen entwickelt. Durch die vermeintliche Gleichstellung sind Frauen, die Karriere, Kinder und Haushalt optimal miteinander bewältigen, die sich in der „Männerwelt“ durchsetzen und dabei nichts von ihrer weiblichen Rolle einbüßen, heute das Vorzeigemodell der bürgerlichen Gesellschaft. Machbar ist das – wenn überhaupt – für bürgerliche Frauen, die sich eine Haushaltshilfe, Nanny, Yogastudio und so weiter leisten können – für die Mehrheit der lohnabhängigen Frauen baut dieses Rollenbild nur mehr Druck auf und bleibt unerreichbar. Es vermittelt vor allem eines – welche es nicht schafft, scheitert nicht an gesellschaftlichen Hürden, der Klassenlage oder struktureller Unterdrückung – sondern ist schlichtweg selber schuld. Neben der Verschärfung der Doppel- und Mehrfachausbeutung von Frauen im kapitalistischen Alltag, führt dies vor allem auch zu einer Individualisierung und Entkollektivierung des Problems. Sich selbst zu ermächtigen, gegen strukturelle Unterdrückung, gegen alltäglichen Sexismus sowie männliches und weibliches Rollenverhalten ist ein notwendiger und essentieller Bestandteil des Frauenkampfes heute. Ebenso wie sich in die Lage zu versetzen, die eigenen Interessen individuell zu erkennen und zu vertreten. Doch dabei stehenzubleiben reicht nicht aus..

Das Patriarchat ist im Kapitalismus verwurzelt und erhält diesen aufrecht, insofern müssen wir sowohl mit der Illusion einer feministischen Revolution unter kapitalistischen Vorzeichen Schluss machen wie mit der Annahme, das Patriarchat würde von selbst verschwinden, wenn nur der Kapitalismus erst mal auf dem Müllhaufen der Geschichte landet. Das Patriarchat hat alle bisherigen Klassengesellschaften geprägt und wurde sich von den jeweils herrschenden Klassen zu nutze gemacht, um ihre Herrschaft zu zementieren – so auch im Kapitalismus. Es existiert lange bevor und unabhängig von kapitalistischer Ausbeutung und Unterdrückung und wird auch über diese hinweg Bestand haben, wenn wir nicht für sein Ende sorgen. Die Konkurrenz zwischen Männern und Frauen spaltet uns und zieht Grenzen wo es keine geben dürfte. Das Kapital nutzt diese Spaltung. Ohne ein kollektives Bewusstsein über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der jeweiligen Unterdrückung, ohne eine Erkenntnis über die Notwendigkeit der Überwindung dieser Spaltung und ohne den gemeinsamen Kampf gegen jede Form der Ausbeutung und Unterdrückung wird auf längere Sicht alles so bleiben wie es ist – oder sich tendentiell verschlimmern. Nur im gemeinsamen Kampf um Gleichstellung kann ein kollektives Bewusstsein über die eigene Stärke erlangt werden und ein Schritt in Richtung sozialer Revolution gegangen werden! Für uns gilt es, die Spaltung zwischen Geschlechtern und die Zurichtung auf spezifische Rollen zu durchbrechen und kollektiv und organisiert für eine Gesellschaft frei von jeder Ausbeutung und Unterdrückung zu kämpfen. Der Kampf gegen das Patriarchat und der Kampf gegen den Kapitalismus sind untrennbar miteinander verwoben und um diese Kämpfe entschlossen und fortschrittlich führen zu können ist es notwendig sich kollektiv zu organisieren und den Schritt aus der Vereinzelung zu wagen!

Machen wir Schluss mit sexistischer Zurichtung und profitorientierter
Ausbeutung!
Gemeinsam, solidarisch und entschlossen gegen Kapitalismus und Patriarchat!
Für die soziale Revolution!

Aufruf der Revolutionär organisierten Jugendaktion (ROJA) und der organisierte autonomie (OA)

drucken | 9. Februar 2014 | organisierte autonomie (OA) Nürnberg

6 Comments

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Terminkalender

Freitag, 08.03.2024

Frauen kämpfen international gegen Krise, Krieg und Kapital! - Raus zum 8.März!

8.März Demo || Internationaler Frauenkampftag || 17:00 Uhr || Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt || 16:30 Uhr || Jamnitzer Platz, Gostenhof
Auf die eine oder andere Art kennen wir es doch alle: wir kochen, putzen, waschen die Wäsche und gehen einkaufen. Wir gießen die Blumen und räumen die Spülmaschine im Büro aus. Wir erziehen die Kinder, bringen sie zum Sport oder zu Freund*innen und helfen ihnen bei den Hausaufgaben. Wir pflegen die Eltern oder andere Angehörige und helfen dort im Haushalt. Wir denken über die Geschenke von Bekannten und Verwandten nach und planen den nächsten Ausflug für die Familie oder Freund*innen und und und.
Und das alles meist zusätzlich zu einem Job, zu den Sorgen über immer teureren Wohnraum, mehr Lebenshaltungskosten, wieder steigende Strom- und Heizungskosten und mehr.
Wenn wir mal durchatmen können, stellt sich die Frage: Wo bleibt da eigentlich noch Zeit für mehr? Wie sollen Bildung, Engagement und Hobbies neben Care-Arbeit und Mental Load noch Platz haben?
Dies geht eigentlich nur, wenn einem jemand den Rücken freihält. Aus unseren Erfahrungen, aber auch statistisch gesehen, sind die, die diese Arbeiten ausführen zum überwiegenden Teil immer noch Frauen. In mehr als 2/3 der Familien werden sie allein von Frauen übernommen und in nur etwa 5% der Haushalte kümmert sich der Mann zum überwiegenden Teil.
Deshalb stellt sich uns die Frage: Wie können wir unser Zusammenleben, unsere Gesellschaft und die Politik verändern, dass eine gleiche Aufteilung der Erziehungs- und Pflegearbeit möglich wird? Damit wir alle Zeit haben und trotzdem die Kinder nicht verhungern, die Oma versorgt und das Zuhause kein Saustall ist.
Hinzu kommt, dass wir in einer Zeit leben, in der vieles im Umbruch ist.Kriege treten vor unsere Haustür und bringen neben menschlichem Leid auch Tod, eine Energie- und Wirtschaftskrise folgt nach der anderen. Rechte Akteure, wie jüngst mal wieder an der AfD zu sehen ist, versuchen einen Rollback in vergangene vermeintlich „gute alte Zeiten“ und schüren Hass, Rassismus und engstirniges Denken. Gerade haben wir die Corona-Pandemie überstanden, die uns Frauen im wahrsten Sinne des Wortes zurück an den Herd katapultierte und die Gewalt in Familien explodieren ließ und nun heißt es wieder einmal den Gürtel enger schnallen. Für „Sozialklimbim“ sei laut dem FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler kein Platz. Was das für uns in der Konsequenz heißt: ein Sparzwang, der eine der größten Kürzungen im sozialen Bereich seit den 1990er Jahren mitbringt.
Es werden massiv Mittel im Sozialhaushalt gekürzt und die schlechtere Bezahlung und schlechten Arbeitsbedingungen imSozial-, Pflege- und Erziehungsbereich wird weitergehen. Es wird bei denen gespart, die sowieso nicht viel haben und weiter von unten nach oben verteilt. Als Beispiel sei hier die Kindergrundsicherung genannt, die alle Leistungen für armutsgefährdete Kinder in einer Stelle vereinen sollte und nun nur noch mit einem Rest-Budget von 2,4 statt 12 Mrd € eingeführt wird, sowie für Alleinerziehende weniger Unterstützung bedeuten kann. Einen Kindergartenplatz zu erhalten ist trotz gesetzlichem Anspruch immer noch Glücksache und eine gute Schulbildung oder ein Studium können sich nur die leisten, die viel Kohle haben; wird der Bildungsbereich doch seit vielen Jahren ebenfalls kaputtgespart.
Durch Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen sind vor allem Frauen dazu gezwungen, in Teilzeit zu arbeiten und prekäre Arbeitsplätze anzunehmen. Ganz zu schweigen von einer immer noch vorhandenen ungleichen Bezahlung zu den männlichen Kollegen, lag doch der sog. Gender Pay Gap im letzten Jahr im Südwesten immer noch bei 22%. Gerade für Alleinerziehende bedeutet dies eine Spirale, die überproportional oft für Frauen in der Altersarmut endet oder sie dazu drängt in Familienstrukturen zu bleiben und vermehrt Abhängigkeiten fördert. Zudem reicht der Lohn einer Arbeitsstelle für Alleinerziehende oder Alleinstehende oft gerade so zum Überleben, große Sprünge oder unvorhergesehene Ausgaben sind nicht möglich. Viele müssen sich mit einem Nebenjob oder zwei Arbeitsstellen über Wasser halten. Frauen werden durch gesetzliche Regelungen, wie das Ehegattensplitting, in traditionelle Familienmodelle gedrängt oder dort festgehalten. Sie erleben eine Verdichtung der Arbeit durch einen Job und die zusätzlich hauptsächlich durch sie zu verrichtende Haus- und Care-Arbeit. 
Wie kommen wir heraus aus solchen Teufelskreisen? Von Ratgebern oder in klugen Sprüchen hören wir dann oft, du musst nur an dir arbeiten und dich verändern, noch flexibler werden, mehr Yoga als Ausgleich machen oder dir einen reiche(re)n Partner suchen. Doch alles „Selfcare“ dieser Welt kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in einer Gesellschaft und in einem Staat leben, der die ökonomischen Interessen über die der Menschen stellt. Uns wird immer wieder gesagt, dass wir in einem Sozialstaat leben und es uns doch gut geht. Doch da wo Menschen in Zahlen berechnet werden und der Aufwand, den „es lohnt“ in einen Menschen zu stecken, ebenfalls kalkuliert wird, da ist von Sozial im Staat nicht viel übrig, sondern die wirtschaftlichen Interessen und Ausbeutung durch Arbeit dominieren. Ist das das gute Leben nach dem wir alle streben? Muss unsere Gesellschaft nicht eigentlich genau anders herum funktionieren, indem der Mensch und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt gestellt wird? Doch das wird es im Kapitalismus nicht geben. 
Wir wollen eine Gesellschaft, in der nicht 100 Mrd€ in die Rüstung und das Militär gesteckt und damit Kriege gefördert werden, die uns und unseren Planeten zerstören.Wir müssen selbst kämpfen, z.B. für ein gut funktionierendes Bildungssystem mit einer geschlechtergerechten Erziehung oder für kostenlose Kinderbetreuung, die kollektiv organisiert wird und nicht als profitorientiertes Unternehmen. Oder auch für Wohnungen, die wir uns noch leisten können und für ein Stadtviertel, das an den Bedürfnissen der sie Bewohnenden orientiert ist und nicht nur öffentlichen Raum kennt, der kommerziell genutzt wird. Einen öffentlichen Raum, der für alle zugänglich ist und nicht von Frauen mit einem Pfefferspray zur Verteidigung in der Tasche durchquert wird.
Diese Aufzählung ließe sich noch lange weiterführen und kann doch noch nicht abschließend beendet werden. Denn wir sind es, die diese Gesellschaft gemeinsam verändern können, es wird kein Retter kommen, der für uns die patriarchalen Strukturen abschafft. Deshalb lasst uns zusammenkommen, diskutieren, die Vereinzelung unserer Gesellschaft durchbrechen, uns als Frauen solidarisch zusammenschließen und Ideen für die dringend notwendige Veränderung unserer Gesellschaft, des kapitalistischen Wirtschaftssystems und unseres Miteinanders zusammen ausgestalten. Gemeinsam als Frauen unserer Klasse wollen wir die Vorstellung eines guten Lebens für uns alle entwerfen, an vorhandenen Ideen anknüpfen und diese weiterentwickeln. Z.B. wie (un)bezahlte Care-Arbeit verkollektiviert werden kann, also wie Kindererziehung außerhalb der Kleinfamilie im Haus, in der Straße oder im Viertel organisiert werden kann oder wir mit gemeinsamen Versorgungseinrichtungen, wie einer Stadtteilmensa,die Haus-Arbeit gleichberechtigt auf mehrere Schultern verteilen. Wie wir Kämpfe um unsere Zeit lostreten und weiterentwickeln können, damit neben Arbeit und Haushalt noch Luft für Bildung, Kultur und soziales/politisches Engagement bleibt. Oder wie wir z.B. durch Streiks oder öffentliche Lohnlisten dem Gender Pay Gap und niedriger Bezahlung in sog. weiblich konnotierten Berufssparten entgegenwirken können und vieles mehr. Lasst uns das zusammen angehen!
Lasst uns die Unzumutbarkeiten nicht länger schweigend und unwidersprochen hinnehmen. Kommt zur Kundgebung am 8. März am Plärrer und lasst uns gemeinsam bei Veranstaltungen Ideen entwickeln wie wir vorankommen. Denn wir wollen ein Leben, in dem wir nicht bestimmte Rollen aufgrund unseres Geschlechtes erfüllen müssen, in dem wir nicht nach unserem Aussehen oder unserer Herkunft beurteilt werden, in dem es keine soziale Ungleichheit gibt, wir den gleichen Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen teilen und ein solidarisches Miteinander leben. 
Lasst uns am 8. März und darüber hinaus ein starkes und kämpferisches Zeichen setzen für eine Welt jenseits von kapitalistischer Ausbeutung und patriarchaler Unterdrückung!
Demonstration am 8.März um 17 Uhr Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt um 16.30 am Jamnitzer Platz
Freitag, 08.03.2024

Frauen kämpfen international gegen Krise, Krieg und Kapital! - Raus zum 8.März!

8.März Demo || Internationaler Frauenkampftag || 17:00 Uhr || Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt || 16:30 Uhr || Jamnitzer Platz, Gostenhof
Auf die eine oder andere Art kennen wir es doch alle: wir kochen, putzen, waschen die Wäsche und gehen einkaufen. Wir gießen die Blumen und räumen die Spülmaschine im Büro aus. Wir erziehen die Kinder, bringen sie zum Sport oder zu Freund*innen und helfen ihnen bei den Hausaufgaben. Wir pflegen die Eltern oder andere Angehörige und helfen dort im Haushalt. Wir denken über die Geschenke von Bekannten und Verwandten nach und planen den nächsten Ausflug für die Familie oder Freund*innen und und und.
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Lasst uns am 8. März und darüber hinaus ein starkes und kämpferisches Zeichen setzen für eine Welt jenseits von kapitalistischer Ausbeutung und patriarchaler Unterdrückung!
Demonstration am 8.März um 17 Uhr Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt um 16.30 am Jamnitzer Platz
Samstag, 09.03.2024

Grundlagenvortrag Kritik am liberalen Feminismus am 9.03.24 um 18:00 Uhr Youth Connect Öffnung der RZN

  Wir laden euch herzlich zu unserer Youth Connect Öffnung in die Schwarze Katze ein. Anlässlich des internationalen Frauenkampftags hören wir gemeinsam einen Vortrag zur Kritik des liberalen Feminismus und wieso wir die lohnabhängige Klasse für zentral im Kampf gegen das Patriarchat betrachten. Im Anschluss ist Raum für Diskussion. Kommt gerne vorbei und lernt uns kennen. Für Essen uns Getränke ist gesorgt.   Geöffnet ab 18:00 Uhr im Stadtteilladen Schwarze Katze, untere Seitenstraße 1, 90429 Nürnberg
Freitag, 15.03.2024

Antifa-Aktionskneipe im März

Freitag, 15.3. | Stadtteilladen Schwarze Katze (untere Seitenstrasse 1, NBG) | Workshop 20:00 Uhr | Offenes Antifatreffen 19:00 Uhr

Diskussionsworkshop zu Feminismus aus materialistischer Perspektive
Der inhaltliche Part des Abends beginnt um 20:00 Uhr mit dem kurzen Versuch von einer materialistische Perspektive auf das Thema Feminismus zu blicken. Darauf aufbauend wollen wir uns während einer Workshopphase in Kleingruppen z.B. mit den Themen Reproduktionsarbeit, Hass auf queere Menschen, oder Rollenzuschreibungen die die Zweigeschlechtlichkeit mit sich bringt, auseinandersetzen.
Schon um 19:00 Uhr beginnt der Abend mit dem offenen Antifatreffen. Wenn ihr antifaschistisch aktiv werden wollt, könnt ihr hier einen ersten Eindruck von unserer Arbeit bekommen und mitmachen.
Für Essen und Trinken gegen eine Spende ist wie immer gesorgt!
+++ AM 8.MÄRZ AUF DIE STRASSE! +++
Infos über die Antifa-Aktionskneipe Youtube | Instagram | antifaak161 (äääät) riseup.net
Was macht die Antifa Aktionskneipe?
Beispiele: Mobivideo zum 8.März ’23 / Jahresrückblick 2021 / Satire zur Bundestagswahl / Podcast zum Tag gegen Gewalt an Frauen / Antifa-Stadtrundgang / Aktion gegen AfD Landtagswahlstand / Demo „Keine rechte Hetze in unserem Viertel!“ / Gemeinsamer Treffpunkt für revolutionäre 1.Mai-Demo / Aktion zum TagX NSU-Prozess / Aktion gegen CSU Parteitag / Aktion gegen AfD-Infostand / Fahrt zur Demo: Memmingen sieht rot / Alle Aktionen chronologisch auf der Redside Was ist die Antifa Aktionskneipe: Der rechte Vormarsch in der BRD geht weiter voran. Am offensten zeigt sich diese Entwicklung an den Wahlerfolgen der AfD und Gesetzesverschärfungen, wie die neuen Polizeiaufgabengesetze. Die Bundesregierung schaffte das Asylrecht quasi ab, sperrt Geflüchtete in Lager und schiebt in Kriegsgebiete ab. Parallel dazu werden täglich Menschen von Nazis und RassistInnen angegriffen. Überall formieren sich rechte Bürgerwehren und rechter Terror wird zu einer immer größeren Bedrohung. Deswegen gewinnt antifaschistischer Widerstand gegen diese Zustände an enormer Bedeutung. Wir wollen deutlich zeigen und klar machen, dass wir diese reaktionäre Offensive nicht unbeantwortet lassen. Wir lassen uns nicht durch Rassismus und Sexismus spalten, sondern müssen gemeinsam als unterdrückte Klasse für eine befreite Welt kämpfen. Wir müssen uns entscheiden, ob wir in einer Welt des Faschismus und Unterdrückung leben wollen oder in einer Welt der Solidarität und Gerechtigkeit. Wenn auch du die Schnauze voll hast und aktiv gegen Nazis und FaschistInnen werden willst, dann komm zur Antifa-Aktionskneipe! Jeden dritten Freitag im Monat ab 19:00 Uhr veranstalten wir ein offenes Treffen, mit dem Ziel, uns gemeinsam zu informieren, auszutauschen und aktiv zu werden. Lernen wir uns kennen, schließen wir uns zusammen und machen wir uns gemeinsam stark gegen Rassismus, Faschismus, Patriarchat und Kapitalismus.
Montag, 18.03.2024

Raus zum Tag der politischen Gefangenen!

Der weltweite Kampf der kapitalistischen Staaten um Absatzmärkte, Einflusszonen und Investitionsmöglichkeiten wird schärfer und es entstehen im Zuge dessen schon länger immer offenere Konflikte, die immer mehr Eskalationspotential bieten. Unzweifelhaft dämmert die Neuaufteilung der Welt. Der von der NATO angeheizte und von der Russischen Föderation zum militärischen Gefecht eskalierte Konflikt um die Ukraine ist dabei nur ein Beispiel. Weitere sind das Ringen der USA und China um Taiwan, wie auch Versuche verschiedener Akteure, mehr Einfluss auf dem afrikanischen Kontinent zu gewinnen.

Hinzu kommt, dass im vergangenen Oktober Israel durch militante palästinensische Gruppen, unter Führung der Hamas, militärisch angegriffen wurde. Das israelische Militär begann daraufhin den Gazastreifen zu bombardieren. Dieser vorläufige Höhepunkt des seit Jahrzehnten bestehenden Konflikts hält seitdem an.

In dieser brandgefährlichen Gemengelage vertritt auch die BRD ihre Interessen bzw. die des deutschen Kapitals. Und damit das möglichst ungestört von statten geht, sollen wir Werktätige möglichst wenig sagen und tun, was dem im Weg steht. Deshalb findet in allen Fragen, die diese Interessen betreffen, ein besonders krasser Kampf um die Meinungen der Menschen statt. Deshalb tritt der Staat zunehmend repressiver auf – generell, aber auch im Besonderen:

Gegen Menschen, die sich Versuchen, die Gesellschaft immer weiter nach rechts zu drängen, entgegenstellen oder gegen Menschen, die Kriegsrhetorik etwas entgegensetzen. Gegen Menschen, die soziale Proteste organisieren oder solche, die den Kapitalismus ankreiden. Hier sollen nur ein paar Beispiele genannt sein.

So kommt es, dass die kurdische Freiheitsbewegung kriminalisiert wird - im Januar startete der Prozess gegen Tahir Köcer, der im vergangenen Jahr in Nürnberg festgenommen wurde. Ihm wird nach §129b StGB die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland vorgeworfen. So kommt es, dass die, die zum Nahostkonflikt eine Meinung vertreten, die nicht der deutschen Staatsräson entspricht, eingeschüchtert werden. Das passiert bspw. über Verbote palästinasolidarischer Demonstrationen, Razzien gegen die migrantische Selbstorganisation ZORA und medial erhobene Forderungen nach Einschränkungen der Demonstrationsfreiheit für Nicht-staatsbürger und schnellerer Abschiebungen von vermeintlichen Antisemiten. So erklären sich ebenfalls die Angriffe der Polizei auf die Luxemburg und Liebknecht Demonstration in Berlin oder, dass mehrere Dutzend KlimaaktivistInnen bereits vor Beginn der Internationalen Automobil Ausstellung 2023 in München in Präventivhaft genommen worden sind. Nicht zuletzt ist das wohl der Grund, wegen dem in Nürnberg gegen mehrere AntifaschistInnen nach §129 ermittelt wird, weil sie Graffiti gesprüht haben sollen.

Umso wichtiger ist es in diesen Zeiten, dass wir uns bemühen, es der Repression nicht unnötig einfach zu machen. Dass wir uns umeinander kümmern und für alle von Repression Betroffenen da sind. Dass wir den vielen Gefangenen Briefe schreiben und sie nicht vergessen. Dass wir solidarisch zusammenstehen.

In diesem Sinne wollen wir den Tag der politischen Gefangenen, den 18.03.2024 mit einer Kundgebung begehen.

18 Uhr Kundgebung am Jamnitzerplatz. Anschließend wird es Gefangenen schreiben in der Vokü ab 19 Uhr geben.

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Mittwoch, 27.03.2024

Gesiebte Luft - 27 Jahre Freiheitsentzug

Gesiebte Luft – 27 Jahre Freiheitsentzug

Ein Gespräch mit Thomas Meyer-Falk

Mittwoch, 27.03

19 Uhr

Stadtteilladen Schwarze Katze

Untere Seitenstraße 1 Gostenhof

 

Für viele ist die Vorstellung für ihr politisches Handeln ein paar Jahre im Knast verbringen zu müssen schwer vorstellbar. Thomas verbrachte fast drei Jahrzehnte seines Lebens in verschiedenen Gefängnissen. Seit Ende August 2023 ist er wieder auf freien Fuß und muss sich nun in einer völlig anderen Welt zurechtfinden. Gemeinsam wollen wir mit ihm über seine Zeit im Knast und danach sprechen.

 

Wie steht man so etwas durch, ohne Mitgefühl und Verstand zu verlieren? Was bedeutet Freiheitsentzug eigentlich? Und welchen Wert haben Solidarität und Zusammenhalt in einer scheinbar aussichtslosen Situation?

Eine Veranstaltungsreihe der Roten Hilfe e.V. und Thomas Meyer-Falk