Ungehorsam jetzt – Zusammen kämpfen gegen Krieg, Sozialabbau und Rechtsentwicklung

Die neue Bundesregierung hält, was sie versprochen hat: rechte Politik und Milliarden für Krieg – während sie uns im Alltag den Boden unter den Füßen wegzieht. Sie führt damit den Kurs der vergangenen Regierung nur konsequenter weiter und setzt unter anderem den großangelegten Angriff auf unsere Lebensverhältnisse fort (siehe dazu «Eine neue Epoche?»).

Dem wollen wir unseren gemeinsamen Widerstand entgegensetzen. «Ungehorsam jetzt!» als Kampagne der organisierten autonomie ist ein Aufruf an euch alle: Beteiligt euch an Protest und Widerstand und werdet aktiv. Es ist an der Zeit, die verschiedenen Kämpfe zu verbinden: gegen steigende Preise, rechte Politik, schlechte Arbeitsbedingungen und gegen die Militarisierung der Gesellschaft. Was uns aufgedrückt wird – Krieg, Sozialabbau und Rechtsentwicklung – gehört zusammen.
Genau hier setzt die Kampagne „Ungehorsam jetzt“ an – als verbindende Kraft für unsere Kämpfe, rückt sie den Kapitalismus als Ursache der Misere in den Mittelpunkt, mit der Perspektive einer solidarischen Gesellschaft jenseits von Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg. „Ungehorsam jetzt“ führt die Angriffe der Herrschenden und die Kämpfe dagegen – soziale Kämpfe, Antimilitarismus und Antifaschismus – zusammen.

Und dann heißt es im Ungehorsam und im Widerstand vereint

Wenn die Polizei Schlagstöcke und Pfefferspray gegen Antifaschist*innen einsetzt und so versucht, Gehorsam zu erzwingen, gibt es keine andere Antwort darauf als Ungehorsam.

Wenn mit der sogenannten Bezahlkarte, die zunächst für Geflüchtete eingeführt wurde, ein repressiver und diskriminierender Kurs gefahren wird, ist die solidarische Antwort darauf der von unten organisierte Tausch mit Bargeld.

Wenn die Bundeswehr sich auf Berufsmessen präsentiert, um die Jugend als Kanonenfutter für ihre kommenden Kriege einzuspannen, ist Verweigerung angesagt – und es gilt, ihre Rekrutierungsversuche zu stören.

Wenn Nazibanden und Parteien zunehmend den Alltag beeinträchtigen, den medialen Diskurs bestimmen und damit verächtliche Stimmungen verbreiten, ist es an der lohnabhängigen Klasse, Gegenmacht auf- und auszubauen.

Wenn die Herrschenden Gehorsam verlangen und einen Ordnungsstaat errichten wollen, wenn die Gesellschaft auf Kriegskurs gebracht werden soll und wenn das Gesundheits- und Bildungssystem ebenso wie die gesellschaftliche Stimmung fit gemacht werden sollen für die kommenden Kriege – dann ist es an der Zeit, jetzt ungehorsam zu sein.

Vom Ungehorsam zur Gegenmacht

Setzen wir dem organisierten Klassenkampf von oben den organisierten Klassenkampf von unten entgegen. Es gilt, widerständig zu sein, sich zu verweigern – überall – im Stadtteil, in der Schule, im Betrieb – eben im Alltag, an der Basis der Gesellschaft. Es gilt, um die Herzen und Köpfe der Menschen zu ringen und radikale Perspektiven sichtbar zu machen. Im Alltag bauen wir Gegenmacht auf.
Wir organisieren solidarische Strukturen im Stadtteil, schaffen Anlaufpunkte, betreiben Gegenöffentlichkeit und sprechen mit den Menschen – an Infotischen und vielen weiteren Gelegenheiten.

Aber es geht auch um öffentliche Wahrnehmung, darum unsere Positionen und unseren Protest sicht- und hörbar auf die Straße zu tragen. Wie das aussehen kann zeigten über 1000 Menschen im antikapitalistischen Block auf der Stuttgarter Friedensdemonstration am 3. Oktober 2025 oder die Demo «Nazidreck wegmachen» am 8. November 2025 in Nürnberg.

Und genau daran knüpfen auch unsere nächsten Schritte an:

Am 21. Februar geht es in Nürnberg gegen die Waffenmesse «Enforce Tac» auf die Straße (dazu auch S. 3). Wir tragen unseren Widerstand gegen die Militarisierung und Kriegsvorbereitungen dorthin, wo sich die Waffenhändler*innen treffen, wo mit tödlichem Kriegsgerät Profit gemacht wird. Wir setzen dem menschenverachtenden Wahnsinn, Krieg, Sozialabbau und Rechtsentwicklung unseren Protest entgegen.

In diesem Sinne gilt – heute, am 21. Februar, und darüber hinaus: Ungehorsam jetzt.

Gegen die autoritären Krisenlösungsstrategien – für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung.