Die Krise beenden: Kapitalismus abschaffen!

Die Interessen der Mehrheit durchsetzen!
Den vorhandenen Reichtum vergesellschaften!

Bubble-Demo04Ein Jahr nach dem Ausbruch der großen Krise des kapitalistischen Wirtschaftssystems, zeigen sich die Verantwortlichen aus der Politik und den Chefetagen der Banken und Konzerne heute öffentlich zufrieden und optimistisch. Das Finanzsystem scheint vorerst gerettet und ein Aufschwung, der mehr Profit in die Kassen des Kapitals spülen wird, scheint greifbar.
Während nicht wenige der Propaganda auf den Leim gehen, aufatmen und hoffen ihr Auskommen und ihre geringen Ersparnisse seien damit nun wieder sicher, hat die Krise für uns alle gerade erst begonnen.
500 Milliarden Euro sind von der Bundesregierung im Zuge des Krisenmanagements, allein für den Banken-Rettungsfond bereitgestellt worden, hinzu kommen hunderte Milliarden Euro an Finanzspritzen für Konzerne und vieles mehr, was aus von uns erwirtschafteten Steuergeldern und auf Pump finanziert wurde. Binnen eines Jahres versechsfachte sich damit laut der Tageszeitung „Die Welt“ das Defizit in den öffentlichen Haushalten der BRD.

Die Kosten der Krise sollen wir bezahlen!
Die staatlich finanzierte Kurzarbeit mit entsprechenden Lohneinbußen und das vorerst moderate Ansteigen der Arbeitslosenzahlen sind dabei erst der Anfang.
Die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in ihrer Neujahresansprache die Deutschen auf wirtschaftlich harte Zeiten im neuen Jahr eingestimmt und in der Koalitionsregierung wird öffentlich über weitere „Reformen“ nachgedacht.
Bubble-Alles_fuer_AlleDas altbekannte Spiel hat von Neuem begonnen: Es werden offen asoziale Vorschläge gemacht, diskutiert und verworfen, es wird gestritten und am Ende steht der einigende Kompromiss auf unsere Kosten. Wie zu Zeiten der SPD/Grünen Bundesregierung, die uns die Gesundheitsreform, Hartz IV und all die anderen Reformen genannten Schweinereien in Scheibchen verabreichte, soll uns nun die Rechnung für die Kosten der Krise möglichst vorsichtig präsentiert werden.
Eine Rechnung über staatliche Ausgaben von Hunderten Milliarden Euro, die durch weiteren Sozialabbau auf unsere Kosten gegenfinanziert und beglichen werden soll. In den nächsten Monaten und Jahren werden Staat und Kommunen weitere Sparprogramme beschließen, um den eigenen Konkurs abzuwenden. Sie werden kürzen und streichen, Gebühren und Sozialabgaben erhöhen, die sozialen Leistungen zurückfahren und die Ausgaben für Gesundheit, Bildung und Kultur für die breite Masse senken.
In vielen Betrieben werden 2010 die Lichter ausgehen. Auf die Kurzarbeit wird für viele die Erwerbslosigkeit und der Absturz in Hartz IV folgen. WirtschaftsforscherInnen rechnen laut „Nürnberger Nachrichten“ mit fünfhunderttausend weiteren Arbeitslosen in diesem Jahr. Die Bosse der Banken und Konzerne fordern einmal mehr so genannte Nullrunden bei den Lohnverhandlungen um den Aufschwung nicht zu gefährden und von realen Rentenerhöhungen spricht eh längst niemand mehr.
Die soziale Unsicherheit, in der wir leben, wird bedrohlicher und die Zahl derer die ihr Dasein unter der offiziellen Armutsgrenze führen müssen, wird ansteigen.

Wir müssen der ausschließlich an den Interessen der KapitalistInnen orientierten Politik gemeinsam aktiv entgegentreten. Es ist notwendig, sich gegen all die sozialen Zumutungen, den von Oben betriebenen Klassenkampf aktiv zur Wehr zu setzen. Wir müssen für die eigenen Interessen, die Interessen der Mehrheit kämpfen und dabei, sowohl lokal, als auch überregional, an zahlreiche Basiskämpfe anknüpfen.

Bildung für alle! – Für ein Bildungssystem nach unseren Bedürfnissen
In den zwei größten Bildungsstreiks seit Jahren haben 2009 in der BRD Hunderttausende SchülerInnen, Auszubildende Bubble-Bildungund StudentInnen für ihre Interessen und gegen das bestehende Bildungssystem protestiert. Zum ersten Bildungsstreik in diesem Jahr, waren am 17. Juni mehr als 250.000 Menschen auf der Straße. Am 17. November, inspiriert von den streikenden StudentInnen in Österreich, wurden in der BRD zahlreiche Hörsäle in den Hochschulen und auch Schulen besetzt. Während der in vielen Städten, z.B. auch in Nürnberg, über einen Monat andauernden Besetzungen diskutierten Studierende, SchülerInnen und Auszubildende konkrete Forderungen zur Verbesserung ihrer Situation, forderten, die zunehmende Selektion zu beenden, den kostenfreien Zugang zur Bildung für alle Menschen und dass Bildung keine Ware sein soll. Schnell stellte sich hierbei die Frage, wie das in einem Wirtschaftssystem, in dem alles warenförmig, also nach Profitinteressen produziert wird, möglich sein soll. Für die reaktionären Anhänger der Systemparteien an den Schulen und Hochschulen war die Antwort einfach. Sie forderten während des Streikes immer wieder eine Beschränkung der Forderungen auf „realistische“ Reformen und stellten damit klar, dass die Menschen ihre Zukunftsperspektiven gefälligst den kapitalistischen Sachzwängen unterzuordnen haben. Für viele der streikenden AktivistInnen ist jedoch klar geworden: Ein Bildungssystem nach ihren Interessen kann es nur jenseits des Kapitalismus geben. Eine grundsätzliche Wende ist erforderlich.

Mobilität für Alle! – Für ein Verkehrssystem nach unseren Bedürfnissen
In vielen Städten der BRD wird seit Jahren der Kampf um Mobilität für Alle geführt. Seit März 2009 kämpft auch in der Metropolregion Nürnberg-Fürth-Erlangen ein breites Bündnis für die Einführung eines Sozialtickets. Die Forderung des „Bündnis Sozialticket“, in dem SchülerInnen, GewerkschafterInnen, StudentInnen, radikale Linke und andere Bubble_Sozialticketmitarbeiten, ist es, kurzfristig und unbürokratisch ein Monats-Ticket zum Preis von 11,23 Euro für Bus und Bahn einzuführen. ?Durch die Einführung des Sozialtickets soll dem Ausschluss von immer mehr Menschen von Mobilität ein Ende bereitet werden. Das Sozialticket soll für ALG-II EmpfängerInnen, für Menschen mit sogenannten Niedriglohn-Jobs, für arme SchülerInnen, StudentInnen und arme RentnerInnen, für Flüchtlinge und andere gelten. Mittelfristig fordert das Bündnis aus sozialen und ökologischen Gründen den Nulltarif für Bus und Bahn. Der Kampf um Mobilität als Grundrecht ist ein realistischer Kampf, der gewonnen werden kann. Er steht beispielhaft für das, was einer breiten sozialen Bewegung möglich wäre, wenn die Mehrheit für ihre Interessen aktiv eintreten würde. Noch gehen die, die ein Sozialticket dringend brauchen nicht massenhaft auf die Straße. Doch zeigt die große öffentliche Sympathie für den Kampf, die sich auch durch die 12000 in der Region bislang für das Sozialticket gesammelten Unterschriften ausdrückt, dass die politisch Verantwortlichen für ihre Blockadehaltung keine Mehrheit in der Bevölkerung finden. Während für Prestigeprojekte, wie den Ausbau des Frankenschnellwegs oder die führerlose U-Bahn trotz Protesten hunderte Millionen ausgegeben werden, fehlt der Stadt angeblich für ein breit gefordertes Sozialticket das Geld. Wenn das die Prioritäten im herrschenden System sind, dann ist das System nicht in unserem Interesse. Eine grundsätzliche Wende ist erforderlich.

Bubble-revolutionaerer_1MaiEs ist unsere Stadt! – Für einen Stadthaushalt nach unseren Bedürfnissen
In der Krise werden verantwortungslos wirtschaftende Banken und Konzerne gerettet, soziale und kulturelle Projekte vor Ort müssen jedoch bluten, wenn den Kommunen nun das Geld knapp wird. So wurde vom Nürnberger Stadtrat 2009 eine pauschale Kürzung der Zuschüsse beschlossen. Darüber hinaus sollten vor allem Projekte, die die besondere Situation von Frauen und MigrantInnen berücksichtigen, in Nürnberg von Kürzungen besonders betroffen sein. Doch die Projekte wehrten sich. Während der Haushaltsberatungen demonstrierten aufgebrachte MitarbeiterInnen und NutzerInnen der Einrichtungen vor dem Rathaus gegen die unsozialen Kürzungen. Auch das Kulturzentrum Kunstverein konnte sich, gestützt auf breite Solidarität und Protest, erfolgreich gegen seine Schließung zur Wehr setzen. Doch auch wenn einige der betroffenen Projekte für das nächste Jahr ihre Existenz sichern konnten, bleibt immer noch das Problem, dass sich in den gegenwärtigen Verhältnissen das soziale Miteinander immer der Haushaltslage unterzuordnen hat. Deutlich wird dies am Beispiel der Bewegung für ein autonomes Jugendzentrum, die seit Jahren von der Stadt vergeblich ein Haus für ihr Projekt fordert. Mit den von der Bundesregierung geplanten Steuergeschenken an die Reichen z.B. in Form des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes wird sich die Haushaltslage der Kommunen noch weiter verschärfen. Das herrschende System kann nicht im Interesse derer sein, denen etwas an tatsächlicher Gleichstellung, sozialer Integration und kultureller Vielfalt liegt. Eine grundsätzliche Wende ist erforderlich.

Keinen Fußbreit den FaschistInnen! – Für eine starke, antifaschistische soziale Bewegung!
Trotz aller Versuche des Staates, der Polizei, der Gerichte, der Verwaltungsämter, den FaschistInnen ein Recht auf nationalsozialistische Propaganda einzuräumen: Nazis haben es im Großraum Nürnberg schwer, ungestört öffentlich Bubble-Tonsberg_dichtmachenaufzutreten. Breite Bündnisse stellen sich den FaschistInnen entgegen. In Nürnberg riegelten am 1. Mai 2008 Stadt und Polizei drei Nürnberger Stadtteile ab, damit die NPD ungestört aufmarschieren konnte. Über 4000 entschlossene AntifaschistInnen wurden mit exzessiver Polizeigewalt daran gehindert, sich den Nazis in den Weg zu stellen. In Fürth konnte eine rassistische Kundgebung „Freier Nationalisten“ nur stattfinden, weil die Nürnberger Verkehrsbetriebe wieder einmal einen Bus bereitwillig für die Nazis zur Verfügung stellten. Dieser wurde mit der Hilfe von Polizei-Sondereinheiten an einer antifaschistischen Blockade, an der sich insgesamt über 800 Menschen beteiligten, vorbei geleitet. Auch in München demonstrierten am 14. November über 3000 Menschen gegen einen Nazi-Aufmarsch. Obwohl die Nazis im Vorfeld mit den Worten mobilisiert hatten „insbesondere das USK knüppelt jeden Gegendemonstranten weg, der uns auch nur zu nahe kommt“ kam es zu direkten Angriffen auf die FaschistInnen. Doch warum schützt der Staat die Nazis? Die Geschichte hat gezeigt, dass der Faschismus gerade in Krisenzeiten eine Option darstellt, ein Rettungsanker für die Klasse der KapitalistInnen ist, wenn es darum geht die herrschenden Verhältnisse mit Gewalt aufrecht zu erhalten. Klar ist, dass die Nazis damals wie heute nie gegen den Kapitalismus standen. Sie haben die Ausbeutung, rassistische, antisemitische und andere Konstrukte der Ungleichheit, die Definition des Menschen nach seiner ökonomischen Verwertbarkeit auf grausamste und menschenverachtendste Weise umgesetzt. Ihr Versuch sich als die wahren VertreterInnen der Interessen der ArbeiterInnen darzustellen ist und bleibt bewusste und geplante Irreführung. Der Faschismus ist die extremste Form kapitalistischer Herrschaft. Die Spaltung der Bevölkerung nach Herkunft, Geschlecht, Aussehen oder sexueller Ausrichtung gehört dagegen zum Alltag kapitalistischen Herrschens. Sie soll die Mehrheit davon abhalten, gemeinsame Interessen zu erkennen und zusammen durchzusetzen. Tatsächliche Befreiung kann es nur geben, wenn die gesellschaftliche Mehrheit für ihre Interessen eintritt, jede Spaltung zurückweist und kompromisslos gegen Rassismus, Antisemitismus und Sexismus vorgeht. Eine grundsätzliche Wende ist erforderlich.

Gemeinsam kämpfen gegen Krieg und Repression!
Während deutsche Soldaten in aller Welt für Kapitalinteressen töten und getötet werden, regt sich an der Heimatfront Widerstand. Gelöbnisse der Bundeswehr können in kaum einer größeren Stadt ohne massiven Polizeischutz durchgeführt werden. Über zwei Drittel der BRD-Bevölkerung sind nach Umfragen gegen den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Jedes Jahr protestieren tausende Menschen gegen die „Münchner Sicherheitskonferenz“.
Bubble-Kriesgreiber_angreifenEs gibt militante Aktionen gegen Bundeswehrfahrzeuge. In Schulen und Jobcenter werden Menschen gegen Bundeswehrpropaganda aktiv und sorgen dafür, dass immer weniger auf die angeblich interessanten „Karriereangebote“ der Werber hereinfallen. Der Protest gegen die Kriegspolitik der Bundesregierung ist aber leider noch zu klein und der breiten Ablehnung von Kriegseinsätzen in der Bevölkerung nicht angemessen. Während die Bundeswehr weltweit auf unsere Kosten agiert (über 31 Milliarden Euro hat der Kriegsetat der Bundesregierung 2009 verschlungen) rüstet der Staat gleichzeitig nach Innen auf, für einen Krieg gegen unsere Interessen. Seit Jahrzehnten hat sich der Staat auf eine Niederschlagung sozialer Proteste vorbereitet. Der Polizeiapparat wurde kontinuierlich ausgebaut, es wurden Sondergesetze und Sondereinheiten geschaffen, die gegen GegnerInnen der herrschenden Ordnung eingesetzt werden. Bürgerrechte werden immer weiter eingeschränkt wie etwa durch die Neuregelung der Versammlungsrechte in den einzelnen Bundesländern, die Kontrolle und Überwachung wird bis ins Privateste ausgebaut, wie sich unter anderem an der Vorratsdatenspeicherung zeigt. Die verfassungswidrige Zentralisierung von Polizei und Geheimdiensten, Einsatz der Bundeswehr im Inland, sowie die Militarisierung der Gesellschaft, sind nur ein paar weitere Beispiele der letzten Zeit. Für die Aufrüstung des Militär- und Repressionsapparates wird ein großer Teil des Staatshaushaltes aufgewendet. Die Kriegspolitik der Herrschenden, ob nach Innen oder Außen, ist gegen uns gerichtet. Um Krieg und Staatsterror zu beenden ist eine grundsätzliche Wende erforderlich.

Klasse gegen Klasse! – Für die Interessen der Lohnabhängigen und Erwerbslosen
Vom Kita-Streik, über Kampagnen für die Rechte von LeiharbeiterInnen, bis zum alltäglichen Kampf gegen die Diskriminierung in den Jobcenter: Die Menschen kämpfen um ihre Existenz. Sie wehren sich gegen stagnierende Löhne bei steigenden Lebenshaltungskosten und gegen ihre Entlassung, wenn sich der Standort ihres Betriebes nicht mehr lohnt. Die, die als Gering-VerdienerInnen Bubble-AEGoder als Erwerbslose bereits auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, kämpfen gegen willkürliche Leistungskürzungen und diskriminierende Maßnahmen. Doch beziehen sich diese Kämpfe der Lohnabhängigen wenig aufeinander und selbst gut organisierte gewerkschaftliche Kämpfe, wie viele Streiks der letzten Jahre, beginnen, wenn überhaupt, oft zu spät! Gestreikt wird dann nur noch um sogenannte Sozialpläne, die das Herabsinken auf Hartz IV-Niveau herauszögern. Die Einführung von Hartz IV hat die Lohnabhängigen erpressbarer gemacht, als sie es jemals zuvor in der BRD waren. Deshalb sind viele Lohnabhängige fast froh, wenn sie in Kurzarbeit müssen: „Hauptsache nicht Hartz IV“, lautet die Parole. Die DGB-Gewerkschaften haben den Fehler gemacht, die durch und durch gegen die Lohnabhängigen gerichteten „Reformen“ der Regierung aus SPD und Grünen unter Schröder nicht zu verhindern. Die Hartz-Gesetze sind ein Angriff der KapitalistInnenklasse auf die Lohnabhängigen und müssen bekämpft werden. Um im Kapitalismus nicht vor die Hunde zu gehen, müssen wir als Lohnabhängige ständig für unsere Interessen kämpfen, uns vernetzen und nicht erst streiken, wenn es um die nackte Existenz geht. Der Klassenkampf kennt keinen Waffenstillstand und im Kapitalismus wird es niemals Frieden mit den KapitalistInnen geben. Das System der Profitmaximierung zwingt die KapitalistInnen, jede Möglichkeit Lohnkosten zu drücken, zu nutzen. Jeder Verzicht, jeder faule Kompromiss auf Kosten anderer Lohnabhängiger schadet der Klasse der Lohnabhängigen als ganzes. Klassenkampf ist notwendig: Gewerkschaften und Erwerbsloseninitiativen sind dabei wichtige Organisationsformen der Klasse, jedoch überflüssig bis kontraproduktiv, wenn sie nicht kämpfen. Wollen wir den Klassenkampf beenden, den ständigen Kampf nicht mehr führen müssen, dann ist eine grundsätzliche Wende, die Überwindung der kapitalistischen Verhältnisse, der Ausbeutung und Unterdrückung, erforderlich.

„Die Probleme, die es in der Welt gibt, sind nicht mit der gleichen Denkweise zu lösen, die sie erzeugt hat“ – Albert Einstein
Wir müssen deshalb aufhören die ständig wachsende soziale Unsicherheit, die der Kapitalismus für uns alle bedeutet als Gegeben anzuerkennen. Veränderung beginnt damit, dass wir nicht länger bereit sind die Sachzwänge der bestehenden Wirtschaftsweise als die unseren zu akzeptieren. Wir müssen Schluss damit machen die wachsende Ausbeutung, die sinkenden Löhne, die mit Niedriglohnjobs und Erwerbslosigkeit einhergehende Armut, das schlechte Bildungssystem und die immer schlechter werdende Gesundheitsversorgung als unveränderbares Schicksal hinzunehmen.Bubble-Solidaritaet
Es ist notwendig, richtig und wichtig, dass wir uns der Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach oben gemeinsam entgegenstellen. Wir müssen uns an der Basis organisieren und uns gegen die Absenkung unseres Lebensstandards, gegen sinkende Löhne, die Bildungsmisere, die Zumutungen durch Hartz IV wehren. Es ist wichtig das wir uns der Einschränkung unserer Rechte entgegenstellen, gegen faschistische Propaganda und Übergriffe, gegen Rassismus und arbeiterInnenfeindliche NationalsozialistInnen aktiv werden und auch der brutalen Kriegspolitik eine eindeutige Absage erteilen. Stehen bleiben können und dürfen wir dabei nicht.

Es ist längst Zeit für eine grundlegende gesellschaftliche Wende
Zeit für eine Bewegung die das kapitalistische Wirtschaftssystem als ganzes in Frage stellt. Eine Bewegung die sich gemeinsam und solidarisch auf den Weg macht die Interessen der Mehrheit nachhaltig gesellschaftlich durchzusetzen. Eine revolutionäre Bewegung, die nicht länger bereit ist, zu akzeptieren, dass sich eine Minderheit den größten Teil des Bubble-Make_Capitalism_Historyvon uns erwirtschafteten gesellschaftlichen Reichtums als Privatbesitz aneignet. Eine gesellschaftliche Kraft die nicht länger bereit ist die Herrschaft einer Minderheit von Kapitalistinnen zu akzeptieren, die gestützt auf ihr Milliardeneinkommen alle gesellschaftlichen Entscheidungen nach ihren Profitinteressen trifft und durchsetzt. Eine revolutionäre Massenbewegung die für ihre eigenen Interessen eintritt, und dem längst überholten kapitalistischen Wirtschaftssystem seinen Platz auf dem Müllhaufen der Geschichte zuweist. Eine Bewegung die an Stelle des Kapitalismus eine Wirtschaftsweise setzt, in der die Produktion dafür da ist, die Bedürfnisse Aller zu befriedigen.
Gesellschaftssysteme verändern sich jedoch nicht von alleine und jede Veränderung in der Geschichte begann mit Unzufriedenheit und einem veränderten Denken in den Köpfen. Eine andere Welt ist jedoch nicht nur denkbar. sie ist notwendig und möglich wenn wir uns gemeinsam aufmachen, sie zu erkämpfen. Es gab und gibt in der Geschichte und Gegenwart der menschlichen Gesellschaft nichts, was nicht durch breite gesellschaftliche Bewegung, durch den Kampf der Mehrheit, verändert werden konnte oder verändert werden kann. Wir müssen uns nur gemeinsam daran machen, es tun. Ich, Du, Er, Sie, Wir alle müssen aktiv werden!

Mit der Demonstration wollen wir genau hier ansetzen. Wir fordern euch deshalb auf:
Beteiligt Euch am antikapitalistischen Block! Bringt eure FreundInnen, KollegInnen und NachbarInnen mit!

Baden wir ihre Krise nicht aus – Verteidigen wir unsere Interessen – Organisieren wir uns in den Betrieben, Schulen, Stadtteilen und Bildungseinrichtungen – Klassenkampf jetzt!
Akzeptieren wir nicht länger die Sachzwänge der kapitalistischen Wirtschaftsweise – Ihre Interessen sind nicht unsere – Kämpft mit uns für eine gesellschaftliche Wende – Kämpft mit uns für die Überwindung der unsozialen kapitalistischen Ordnung. Es lebe die soziale Revolution!

Es rufen auf:
organisierte autonomie (OA), Karawane für die Rechte von Flüchtlingen und MigrantInnen, Antifaschistische Linke Fürth (ALF), FAU Nürnberg, Autonome Jugendantifa (AJA), Libertad! Nürnberg, Ultras Gostenhof, MC Kuhle Wampe, „armer Teufel“ freier Kunstverein und Galerie, Radikale Linke (RL), SchülerInnenbündnis Nürnberg, Pension Ost (PO), Revolutionär Organisierte Jugendaktion (ROJA), feministische Gruppe,  kurzer prozess,AK Internationalismus München, DKP Nürnberg, AGIF Nürnberg, [solid] Weißenburg, linke-T-Shirts.de, Assoziation autonomer Umtriebe Dachau, Autonome Antifa Weilheim

drucken | 10. Februar 2010 | organisierte autonomie (OA) Nürnberg

Terminkalender

Samstag, 24.02.2024

Reclaim am 24. Februar: Ob Kinder oder keine, entscheiden wir alleine!?

Bald steht der 8. März und damit der internationale Frauenkampftag an. Die Parole wird auch dann wieder gerufen und wendet sich vor allem gegen die aktuelle Regelung des Schwangerschaftsabbruchs in Deutschland. Doch auch darüber hinaus nimmt der bürgerliche Staat massiven Einfluss auf unsere Lebens-und Familiengestaltung. Nicht immer ist das so offensichtlich und unmittelbar wie beim Abbruch. Ökonomische Gegebenheiten spielen in der kapitalistischen Gesellschaft ebenso eine Rolle wie politische Instrumente zur Regulierung von Kinderwunsch oder Verhütung.

Neben einem Input zu diesem breiten Themenfeld, habt ihr die Möglichkeit, ganz konkrete Fragen zu Schwangerschaftsabbruch, Kinderwunsch und Co zu stellen.

Wie immer gibt es leckeres Essen und von 19 bis 20 Uhr die Möglichkeit, sich über aktuelle Stadtteil-Themen auszutauschen. Wir freuen uns auf euch.

Mittwoch, 28.02.2024

Frauen in der roten Hilfe Deutschlands

Die roten Helferinnen

Vortrag zu Frauen in der roten Hilfe Deutschlands

Mittwoch, 28.02

19 Uhr

Stadtteilladen Schwarze Katze

Untere Seitenstraße 1

Die 1924 gegründete Rote Hilfe Deutschlands (RHD) war eine KPD-nahe Solidaritätsorganisation, die politische Gefangene und ihre Familien materiell unterstützte und sich mit Kampagnen gegen staatliche Repression einsetzte. Von Anfang an spielten Frauen eine wichtige Rolle in der RHD - trotz der Mehrfachbelastungen durch Lohn- und Reproduktionsarbeit. Durch frauenspezifische Werbekampagnen und die Proteste gegen den §218 gewann die RHD immer mehr weibliche Mitglieder. Wer waren diese Frauen, und was motivierte sie? In welchen Bereichen waren sie engagiert? Wie veränderte sich das Geschlechterbild der RHD im Lauf der Jahre? Ein Vortrag der roten Hilfe Nürnberg - Fürth - Erlangen mit Silke Makowski (Hans-Litten-Archiv) und freundlicher Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung Sharepic in größer und Flyer zum selber Drucken.
Samstag, 02.03.2024

GET ORGANZIED: Gegen Rechtsruck, Ausbeutung und Vereinzelung!

Für den 2. März 2024 rufen linke und antifaschistische Gruppen aus dem Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen (darunter auch wir) zu einer Demonstration unter dem Motto: "GET ORGANZIED: Gegen Rechtsruck, Ausbeutung und Vereinzelung!" auf. Sa., 2.3.2024, 14:00 Uhr | Nelson-Mandela-Platz (das ist hinter dem Hauptbahnhof) | Nürnberg Achtet auf Ankündigungen hier, da sich an den Daten oben noch etwas ändern kann. AUFRUF zur Demonstration: Anfang Januar enthüllte die Rechercheplattform Correctiv ein Treffen von Werteunion, Großindustriellen, AfD und Neonazis. Bei diesem Treffen wurden massenhaft Deportationen von Menschen aus Deutschland geplant. Seitdem gehen deutschlandweit Millionen auf die Straße. Endlich gibt es wieder große Proteste gegen Rechts!Und trotzdem können wir es nicht dabei belassen, ab und an gegen Nazis auf die Straße zu gehen. In einer Gesellschaft, in der rassistische und antisemitische Angriffe Alltag sind, reicht es nicht, einmal auf eine Großdemonstration zu gehen: Während wir die Deportationsphantasien der AfD kritisieren, werden Menschen aus Europa abgeschoben oder sterben gar an den Außengrenzen. Auch bei Hetze und Kürzungen gegen Erwerbslose und ärmere Menschen steht die Regierung der AfD kaum nach. Jeden Tag werden Menschen aus ihren Wohnungen geworfen, weil sie sich die Miete nicht leisten können. All das ist für viele von uns bittere Realität. All das macht uns traurig, ohnmächtig und wütend. All das passiert in einer gesellschaftlichen Stimmung, in der Antifaschismus kriminalisiert und linke Proteste angegriffen werden. Die Holocaust-Überlebende Esther Bejerano sagte bereits: „Wer gegen Nazis kämpft, kann sich auf den Staat nicht verlassen“, und sie hatte recht.Während Nazis auf der Straße Brandanschläge begehen und queere Jugendliche verprügeln, setzen Parlament und Regierung extrem rechte Forderungen um. Doch was tun deutsche Behörden? Sie stecken ihre Energie in den Kampf gegen linke Bewegungen. Ein lokales Beispiel sind die Razzien in Nürnberg im vergangenen Oktober: Wegen ein paar angeblicher Graffittis wurden die Wohnungen von sechs jungen Menschen durchsucht und ein Ermittlungsverfahren wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung eröffnet. Vorgeworfen wird ihnen unter anderem die „Verherrlichung der Antifa“. Es bleibt an uns, all dem etwas entgegenzusetzen! Lassen wir der AfD und anderen Rechten keine Ruhe, keinen Sitz im Parlament und keinen Fußbreit auf der Straße! Treten wir der Unterdrückung und Ausbeutung in dieser Gesellschaft gemeinsam entgegen – Auf allen Ebenen und mit allen Mitteln. Gemeinsam als von Rassismus Betroffene, als Queers, als Juden*Jüdinnen, als Antifaschist*innen und viele mehr. Nur gemeinsam können wir einen Umgang mit all der Trauer, der Ohnmacht und der Wut finden.Lasst uns füreinander einstehen und uns gegenseitig unterstützen. Lasst uns nicht zuschauen, wenn unsere Nachbar*innen aus ihren Wohnungen geworfen oder abgeschoben werden. Lasst uns Schluss machen mit der Vereinzelung und uns zusammenschließen. Lasst uns Räume für Solidarität und Freundi*nnenschaft schaffen und die klassenlose Gesellschaft als Antwort auf Rechtsruck, Ausbeutung und Unterdrückung aufbauen. Lasst uns nicht aufhören zu kämpfen: Für eine Welt, in der wir alle ohne Angst leben können!Kommt am 02. März mit uns auf die Straße! Gegen Rechtsruck, Ausbeutung und Vereinzelung! – Für die befreite Gesellschaft!
Samstag, 02.03.2024

Isa-Kneipe mit dem Film "Lip oder die Macht der Phantasie"

Im Rahmen unserer Isa-Kneipe im Vorfeld des Internationalen Frauenkampftags 2024 sehen wir uns gemeinsam einen Fim an von Chris Marker über den Kampf bei der französischen Uhrenfabrik LIP. Dieser Kampf spielt eine wichtige Rolle im Gedächtnis der französischen Lohnabhängigen. Die Frauen standen hier wie so oft, wenn es ernst wird, in vorderster Reihe. Die dokumentarische Film vermittelt die erregende Atmosphäre, die entstehen kann, wenn Utopien greifbar werden.
Stadtteilladen Schwarze Katze Untere Seitenstr. 1, Nürnberg 19-20 Uhr: Anlaufstelle gegen Arbeitsunrecht ab 20 Uhr: ISA-Kneipe
Die Handlung: "Seit Mitte April 1973 bedrohen Massenentlassungen die Lip-Belegschaft, es kommt zu ersten Demonstrationen. Als am 12. Juni verkündet wird, es gebe keinen Lohn mehr, kommt es zum Bossnapping und zum ersten Einsatz der Sicherheitskräfte - und es kommt zur Beschlagnahme des Uhrenlagers durch die Belegschaft. Auf die riesige Demonstration am 15. Juni folgt am 18. Juni die Besetzung der Fabrik: die Produktion in Eigenregie beginnt. Am 14. August wird die Besetzung von der Polizei gewaltsam beendet, der Kampf ist damit aber noch lange nicht vorbei...
Freitag, 08.03.2024

Frauen kämpfen international gegen Krise, Krieg und Kapital! - Raus zum 8.März!

8.März Demo || Internationaler Frauenkampftag || 17:00 Uhr || Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt || 16:30 Uhr || Jamnitzer Platz, Gostenhof
Auf die eine oder andere Art kennen wir es doch alle: wir kochen, putzen, waschen die Wäsche und gehen einkaufen. Wir gießen die Blumen und räumen die Spülmaschine im Büro aus. Wir erziehen die Kinder, bringen sie zum Sport oder zu Freund*innen und helfen ihnen bei den Hausaufgaben. Wir pflegen die Eltern oder andere Angehörige und helfen dort im Haushalt. Wir denken über die Geschenke von Bekannten und Verwandten nach und planen den nächsten Ausflug für die Familie oder Freund*innen und und und.
Und das alles meist zusätzlich zu einem Job, zu den Sorgen über immer teureren Wohnraum, mehr Lebenshaltungskosten, wieder steigende Strom- und Heizungskosten und mehr.
Wenn wir mal durchatmen können, stellt sich die Frage: Wo bleibt da eigentlich noch Zeit für mehr? Wie sollen Bildung, Engagement und Hobbies neben Care-Arbeit und Mental Load noch Platz haben?
Dies geht eigentlich nur, wenn einem jemand den Rücken freihält. Aus unseren Erfahrungen, aber auch statistisch gesehen, sind die, die diese Arbeiten ausführen zum überwiegenden Teil immer noch Frauen. In mehr als 2/3 der Familien werden sie allein von Frauen übernommen und in nur etwa 5% der Haushalte kümmert sich der Mann zum überwiegenden Teil.
Deshalb stellt sich uns die Frage: Wie können wir unser Zusammenleben, unsere Gesellschaft und die Politik verändern, dass eine gleiche Aufteilung der Erziehungs- und Pflegearbeit möglich wird? Damit wir alle Zeit haben und trotzdem die Kinder nicht verhungern, die Oma versorgt und das Zuhause kein Saustall ist.
Hinzu kommt, dass wir in einer Zeit leben, in der vieles im Umbruch ist.Kriege treten vor unsere Haustür und bringen neben menschlichem Leid auch Tod, eine Energie- und Wirtschaftskrise folgt nach der anderen. Rechte Akteure, wie jüngst mal wieder an der AfD zu sehen ist, versuchen einen Rollback in vergangene vermeintlich „gute alte Zeiten“ und schüren Hass, Rassismus und engstirniges Denken. Gerade haben wir die Corona-Pandemie überstanden, die uns Frauen im wahrsten Sinne des Wortes zurück an den Herd katapultierte und die Gewalt in Familien explodieren ließ und nun heißt es wieder einmal den Gürtel enger schnallen. Für „Sozialklimbim“ sei laut dem FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler kein Platz. Was das für uns in der Konsequenz heißt: ein Sparzwang, der eine der größten Kürzungen im sozialen Bereich seit den 1990er Jahren mitbringt.
Es werden massiv Mittel imSozialhaushalt gekürzt und die schlechtere Bezahlung und schlechten Arbeitsbedingungen imSozial-, Pflege- und Erziehungsbereich wird weitergehen. Es wird bei denen gespart, die sowieso nicht viel haben und weiter von unten nach oben verteilt. Als Beispiel sei hier die Kindergrundsicherung genannt, die alle Leistungen für armutsgefährdete Kinder in einer Stelle vereinen sollte und nun nur noch mit einem Rest-Budget von 2,4 statt 12 Mrd € eingeführt wird, sowie für Alleinerziehende weniger Unterstützung bedeuten kann. Einen Kindergartenplatz zu erhalten ist trotz gesetzlichem Anspruch immer noch Glücksache und eine gute Schulbildung oder ein Studium können sich nur die leisten, die viel Kohle haben; wird der Bildungsbereich doch seit vielen Jahren ebenfalls kaputtgespart.
Durch Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen sind vor allem Frauen dazu gezwungen, in Teilzeit zu arbeiten und prekäre Arbeitsplätze anzunehmen. Ganz zu schweigen von einer immer noch vorhandenen ungleichen Bezahlung zu den männlichen Kollegen, lag doch der sog. Gender Pay Gap im letzten Jahr im Südwesten immer noch bei 22%. Gerade für Alleinerziehende bedeutet dies eine Spirale, die überproportional oft für Frauen in der Altersarmut endet oder sie dazu drängt in Familienstrukturen zu bleiben und vermehrt Abhängigkeiten fördert. Zudem reicht der Lohn einer Arbeitsstelle für Alleinerziehende oder Alleinstehende oft gerade so zum Überleben, große Sprünge oder unvorhergesehene Ausgaben sind nicht möglich. Viele müssen sich mit einem Nebenjob oder zwei Arbeitsstellen über Wasser halten. Frauen werden durch gesetzliche Regelungen, wie das Ehegattensplitting, in traditionelle Familienmodelle gedrängt oder dort festgehalten. Sie erleben eine Verdichtung der Arbeit durch einen Job und die zusätzlich hauptsächlich durch sie zu verrichtende Haus- und Care-Arbeit. 
Wie kommen wir heraus aus solchen Teufelskreisen? Von Ratgebern oder in klugen Sprüchen hören wir dann oft, du musst nur an dir arbeiten und dich verändern, noch flexibler werden, mehr Yoga als Ausgleich machen oder dir einen reiche(re)n Partner suchen. Doch alles „Selfcare“ dieser Welt kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in einer Gesellschaft und in einem Staat leben, der die ökonomischen Interessen über die der Menschen stellt. Uns wird immer wieder gesagt, dass wir in einem Sozialstaat leben und es uns doch gut geht. Doch da wo Menschen in Zahlen berechnet werden und der Aufwand, den „es lohnt“ in einen Menschen zu stecken, ebenfalls kalkuliert wird, da ist von Sozial im Staat nicht viel übrig, sondern die wirtschaftlichen Interessen und Ausbeutung durch Arbeit dominieren. Ist das das gute Leben nach dem wir alle streben? Muss unsere Gesellschaft nicht eigentlich genau anders herum funktionieren, indem der Mensch und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt gestellt wird? Doch das wird es im Kapitalismus nicht geben. 
Wir wollen eine Gesellschaft, in der nicht 100 Mrd€ in die Rüstung und das Militär gesteckt und damit Kriege gefördert werden, die uns und unseren Planeten zerstören.Wir müssen selbst kämpfen, z.B. für ein gut funktionierendes Bildungssystem mit einer geschlechtergerechten Erziehung oder für kostenlose Kinderbetreuung, die kollektiv organisiert wird und nicht als profitorientiertes Unternehmen. Oder auch für Wohnungen, die wir uns noch leisten können und für ein Stadtviertel, das an den Bedürfnissen der sie Bewohnenden orientiert ist und nicht nur öffentlichen Raum kennt, der kommerziell genutzt wird. Einen öffentlichen Raum, der für alle zugänglich ist und nicht von Frauen mit einem Pfefferspray zur Verteidigung in der Tasche durchquert wird.
Diese Aufzählung ließe sich noch lange weiterführen und kann doch noch nicht abschließend beendet werden. Denn wir sind es, die diese Gesellschaft gemeinsam verändern können, es wird kein Retter kommen, der für uns die patriarchalen Strukturen abschafft. Deshalb lasst uns zusammenkommen, diskutieren, die Vereinzelung unserer Gesellschaft durchbrechen, uns als Frauen solidarisch zusammenschließen und Ideen für die dringend notwendige Veränderung unserer Gesellschaft, des kapitalistischen Wirtschaftssystems und unseres Miteinanders zusammen ausgestalten. Gemeinsam als Frauen unserer Klasse wollen wir die Vorstellung eines guten Lebens für uns alle entwerfen, an vorhandenen Ideen anknüpfen und diese weiterentwickeln. Z.B. wie (un)bezahlte Care-Arbeit verkollektiviert werden kann, also wie Kindererziehung außerhalb der Kleinfamilie im Haus, in der Straße oder im Viertel organisiert werden kann oder wir mit gemeinsamen Versorgungseinrichtungen, wie einer Stadtteilmensa,die Haus-Arbeit gleichberechtigt auf mehrere Schultern verteilen. Wie wir Kämpfe um unsere Zeit lostreten und weiterentwickeln können, damit neben Arbeit und Haushalt noch Luft für Bildung, Kultur und soziales/politisches Engagement bleibt. Oder wie wir z.B. durch Streiks oder öffentliche Lohnlisten dem Gender Pay Gap und niedriger Bezahlung in sog. weiblich konnotierten Berufssparten entgegenwirken können und vieles mehr. Lasst uns das zusammen angehen!
Lasst uns die Unzumutbarkeiten nicht länger schweigend und unwidersprochen hinnehmen. Kommt zur Kundgebung am 8. März am Plärrer und lasst uns gemeinsam bei Veranstaltungen Ideen entwickeln wie wir vorankommen. Denn wir wollen ein Leben, in dem wir nicht bestimmte Rollen aufgrund unseres Geschlechtes erfüllen müssen, in dem wir nicht nach unserem Aussehen oder unserer Herkunft beurteilt werden, in dem es keine soziale Ungleichheit gibt, wir den gleichen Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen teilen und ein solidarisches Miteinander leben. 
Lasst uns am 8. März und darüber hinaus ein starkes und kämpferisches Zeichen setzen für eine Welt jenseits von kapitalistischer Ausbeutung und patriarchaler Unterdrückung!
Demonstration am 8.März um 17 Uhr Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt um 16.30 am Jamnitzer Platz
Freitag, 08.03.2024

Frauen kämpfen international gegen Krise, Krieg und Kapital! - Raus zum 8.März!

8.März Demo || Internationaler Frauenkampftag || 17:00 Uhr || Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt || 16:30 Uhr || Jamnitzer Platz, Gostenhof
Auf die eine oder andere Art kennen wir es doch alle: wir kochen, putzen, waschen die Wäsche und gehen einkaufen. Wir gießen die Blumen und räumen die Spülmaschine im Büro aus. Wir erziehen die Kinder, bringen sie zum Sport oder zu Freund*innen und helfen ihnen bei den Hausaufgaben. Wir pflegen die Eltern oder andere Angehörige und helfen dort im Haushalt. Wir denken über die Geschenke von Bekannten und Verwandten nach und planen den nächsten Ausflug für die Familie oder Freund*innen und und und.
Und das alles meist zusätzlich zu einem Job, zu den Sorgen über immer teureren Wohnraum, mehr Lebenshaltungskosten, wieder steigende Strom- und Heizungskosten und mehr.
Wenn wir mal durchatmen können, stellt sich die Frage: Wo bleibt da eigentlich noch Zeit für mehr? Wie sollen Bildung, Engagement und Hobbies neben Care-Arbeit und Mental Load noch Platz haben?
Dies geht eigentlich nur, wenn einem jemand den Rücken freihält. Aus unseren Erfahrungen, aber auch statistisch gesehen, sind die, die diese Arbeiten ausführen zum überwiegenden Teil immer noch Frauen. In mehr als 2/3 der Familien werden sie allein von Frauen übernommen und in nur etwa 5% der Haushalte kümmert sich der Mann zum überwiegenden Teil.
Deshalb stellt sich uns die Frage: Wie können wir unser Zusammenleben, unsere Gesellschaft und die Politik verändern, dass eine gleiche Aufteilung der Erziehungs- und Pflegearbeit möglich wird? Damit wir alle Zeit haben und trotzdem die Kinder nicht verhungern, die Oma versorgt und das Zuhause kein Saustall ist.
Hinzu kommt, dass wir in einer Zeit leben, in der vieles im Umbruch ist.Kriege treten vor unsere Haustür und bringen neben menschlichem Leid auch Tod, eine Energie- und Wirtschaftskrise folgt nach der anderen. Rechte Akteure, wie jüngst mal wieder an der AfD zu sehen ist, versuchen einen Rollback in vergangene vermeintlich „gute alte Zeiten“ und schüren Hass, Rassismus und engstirniges Denken. Gerade haben wir die Corona-Pandemie überstanden, die uns Frauen im wahrsten Sinne des Wortes zurück an den Herd katapultierte und die Gewalt in Familien explodieren ließ und nun heißt es wieder einmal den Gürtel enger schnallen. Für „Sozialklimbim“ sei laut dem FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler kein Platz. Was das für uns in der Konsequenz heißt: ein Sparzwang, der eine der größten Kürzungen im sozialen Bereich seit den 1990er Jahren mitbringt.
Es werden massiv Mittel imSozialhaushalt gekürzt und die schlechtere Bezahlung und schlechten Arbeitsbedingungen imSozial-, Pflege- und Erziehungsbereich wird weitergehen. Es wird bei denen gespart, die sowieso nicht viel haben und weiter von unten nach oben verteilt. Als Beispiel sei hier die Kindergrundsicherung genannt, die alle Leistungen für armutsgefährdete Kinder in einer Stelle vereinen sollte und nun nur noch mit einem Rest-Budget von 2,4 statt 12 Mrd € eingeführt wird, sowie für Alleinerziehende weniger Unterstützung bedeuten kann. Einen Kindergartenplatz zu erhalten ist trotz gesetzlichem Anspruch immer noch Glücksache und eine gute Schulbildung oder ein Studium können sich nur die leisten, die viel Kohle haben; wird der Bildungsbereich doch seit vielen Jahren ebenfalls kaputtgespart.
Durch Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen sind vor allem Frauen dazu gezwungen, in Teilzeit zu arbeiten und prekäre Arbeitsplätze anzunehmen. Ganz zu schweigen von einer immer noch vorhandenen ungleichen Bezahlung zu den männlichen Kollegen, lag doch der sog. Gender Pay Gap im letzten Jahr im Südwesten immer noch bei 22%. Gerade für Alleinerziehende bedeutet dies eine Spirale, die überproportional oft für Frauen in der Altersarmut endet oder sie dazu drängt in Familienstrukturen zu bleiben und vermehrt Abhängigkeiten fördert. Zudem reicht der Lohn einer Arbeitsstelle für Alleinerziehende oder Alleinstehende oft gerade so zum Überleben, große Sprünge oder unvorhergesehene Ausgaben sind nicht möglich. Viele müssen sich mit einem Nebenjob oder zwei Arbeitsstellen über Wasser halten. Frauen werden durch gesetzliche Regelungen, wie das Ehegattensplitting, in traditionelle Familienmodelle gedrängt oder dort festgehalten. Sie erleben eine Verdichtung der Arbeit durch einen Job und die zusätzlich hauptsächlich durch sie zu verrichtende Haus- und Care-Arbeit. 
Wie kommen wir heraus aus solchen Teufelskreisen? Von Ratgebern oder in klugen Sprüchen hören wir dann oft, du musst nur an dir arbeiten und dich verändern, noch flexibler werden, mehr Yoga als Ausgleich machen oder dir einen reiche(re)n Partner suchen. Doch alles „Selfcare“ dieser Welt kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in einer Gesellschaft und in einem Staat leben, der die ökonomischen Interessen über die der Menschen stellt. Uns wird immer wieder gesagt, dass wir in einem Sozialstaat leben und es uns doch gut geht. Doch da wo Menschen in Zahlen berechnet werden und der Aufwand, den „es lohnt“ in einen Menschen zu stecken, ebenfalls kalkuliert wird, da ist von Sozial im Staat nicht viel übrig, sondern die wirtschaftlichen Interessen und Ausbeutung durch Arbeit dominieren. Ist das das gute Leben nach dem wir alle streben? Muss unsere Gesellschaft nicht eigentlich genau anders herum funktionieren, indem der Mensch und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt gestellt wird? Doch das wird es im Kapitalismus nicht geben. 
Wir wollen eine Gesellschaft, in der nicht 100 Mrd€ in die Rüstung und das Militär gesteckt und damit Kriege gefördert werden, die uns und unseren Planeten zerstören.Wir müssen selbst kämpfen, z.B. für ein gut funktionierendes Bildungssystem mit einer geschlechtergerechten Erziehung oder für kostenlose Kinderbetreuung, die kollektiv organisiert wird und nicht als profitorientiertes Unternehmen. Oder auch für Wohnungen, die wir uns noch leisten können und für ein Stadtviertel, das an den Bedürfnissen der sie Bewohnenden orientiert ist und nicht nur öffentlichen Raum kennt, der kommerziell genutzt wird. Einen öffentlichen Raum, der für alle zugänglich ist und nicht von Frauen mit einem Pfefferspray zur Verteidigung in der Tasche durchquert wird.
Diese Aufzählung ließe sich noch lange weiterführen und kann doch noch nicht abschließend beendet werden. Denn wir sind es, die diese Gesellschaft gemeinsam verändern können, es wird kein Retter kommen, der für uns die patriarchalen Strukturen abschafft. Deshalb lasst uns zusammenkommen, diskutieren, die Vereinzelung unserer Gesellschaft durchbrechen, uns als Frauen solidarisch zusammenschließen und Ideen für die dringend notwendige Veränderung unserer Gesellschaft, des kapitalistischen Wirtschaftssystems und unseres Miteinanders zusammen ausgestalten. Gemeinsam als Frauen unserer Klasse wollen wir die Vorstellung eines guten Lebens für uns alle entwerfen, an vorhandenen Ideen anknüpfen und diese weiterentwickeln. Z.B. wie (un)bezahlte Care-Arbeit verkollektiviert werden kann, also wie Kindererziehung außerhalb der Kleinfamilie im Haus, in der Straße oder im Viertel organisiert werden kann oder wir mit gemeinsamen Versorgungseinrichtungen, wie einer Stadtteilmensa,die Haus-Arbeit gleichberechtigt auf mehrere Schultern verteilen. Wie wir Kämpfe um unsere Zeit lostreten und weiterentwickeln können, damit neben Arbeit und Haushalt noch Luft für Bildung, Kultur und soziales/politisches Engagement bleibt. Oder wie wir z.B. durch Streiks oder öffentliche Lohnlisten dem Gender Pay Gap und niedriger Bezahlung in sog. weiblich konnotierten Berufssparten entgegenwirken können und vieles mehr. Lasst uns das zusammen angehen!
Lasst uns die Unzumutbarkeiten nicht länger schweigend und unwidersprochen hinnehmen. Kommt zur Kundgebung am 8. März am Plärrer und lasst uns gemeinsam bei Veranstaltungen Ideen entwickeln wie wir vorankommen. Denn wir wollen ein Leben, in dem wir nicht bestimmte Rollen aufgrund unseres Geschlechtes erfüllen müssen, in dem wir nicht nach unserem Aussehen oder unserer Herkunft beurteilt werden, in dem es keine soziale Ungleichheit gibt, wir den gleichen Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen teilen und ein solidarisches Miteinander leben. 
Lasst uns am 8. März und darüber hinaus ein starkes und kämpferisches Zeichen setzen für eine Welt jenseits von kapitalistischer Ausbeutung und patriarchaler Unterdrückung!
Demonstration am 8.März um 17 Uhr Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt um 16.30 am Jamnitzer Platz
Samstag, 09.03.2024

Grundlagenvortrag Kritik am liberalen Feminismus am 9.03.24 um 18:00 Uhr Youth Connect Öffnung der RZN

  Wir laden euch herzlich zu unserer Youth Connect Öffnung in die Schwarze Katze ein. Anlässlich des internationalen Frauenkampftags hören wir gemeinsam einen Vortrag zur Kritik des liberalen Feminismus und wieso wir die lohnabhängige Klasse für zentral im Kampf gegen das Patriarchat betrachten. Im Anschluss ist Raum für Diskussion. Kommt gerne vorbei und lernt uns kennen. Für Essen uns Getränke ist gesorgt.   Geöffnet ab 18:00 Uhr im Stadtteilladen Schwarze Katze, untere Seitenstraße 1, 90429 Nürnberg
Mittwoch, 27.03.2024

Gesiebte Luft - 27 Jahre Freiheitsentzug

Gesiebte Luft – 27 Jahre Freiheitsentzug

Ein Gespräch mit Thomas Meyer-Falk

Mittwoch, 27.03

19 Uhr

Stadtteilladen Schwarze Katze

Untere Seitenstraße 1 Gostenhof

 

Für viele ist die Vorstellung für ihr politisches Handeln ein paar Jahre im Knast verbringen zu müssen schwer vorstellbar. Thomas verbrachte fast drei Jahrzehnte seines Lebens in verschiedenen Gefängnissen. Seit Ende August 2023 ist er wieder auf freien Fuß und muss sich nun in einer völlig anderen Welt zurechtfinden. Gemeinsam wollen wir mit ihm über seine Zeit im Knast und danach sprechen.

 

Wie steht man so etwas durch, ohne Mitgefühl und Verstand zu verlieren? Was bedeutet Freiheitsentzug eigentlich? Und welchen Wert haben Solidarität und Zusammenhalt in einer scheinbar aussichtslosen Situation?

Eine Veranstaltungsreihe der Roten Hilfe e.V. und Thomas Meyer-Falk