„The person you have called is not available at pressent …“

Einige nützliche Informationen zum Umgang mit Mobiltelefonen

GSM TelefonDas von TraditionsdogmatikerInnen unter den Autonomen lange Zeit verteufelte Handy hat mittlerweile nicht nur bei hippen Pop-Antifas Einzug gehalten, es ist für nahezu jede/n Polit-Aktivist/in zum unverzichtbaren Bestandteil der Kommunikation geworden. Oft mischen sich der private, persönliche Gebrauch mit Polit-Kontakten. Das ist praktisch und eröffnet viele neue Möglichkeiten, etwa bei Nazi-Aufmärschen politische Aktionen zu koordinieren. Na und um die soll es an dieser Stelle gehen. Wir wollen dabei nicht grundsätzlich über die Zwiespältigkeit der Technik diskutieren. In erster Linie wollen wir einen Praxis-Leitfaden an die Hand geben, der Euch im Umgang mit Handys sensibilisieren und Euch aufzeigen soll, was die dunkle Seite der Technik mittlerweile alles kann. Die Überwachung von Telefonen ist für die Bullen zum meisten genutzten Repressionsmittel überhaupt geworden. Es ermöglicht (mit einer richterlichen Anordnung) Gespräche zu belauschen, und versetzt die Bullen auch in die Lage, Euch zu orten, wenn Ihr ein eingeschaltetes Handy dabei habt. Zum Standardprogramm bei Festnahmen gehört klar auch die Auswertung Eurer eingespeicherten Nummern, die ein mehr oder weniger vollständiges Kontaktbild Eures Umfeldes liefern. Damit ist das Handy für den staatlichen Repressionsapparat viel interessanter, als es früher ein normales Telefon in einer Wohnung war. In der Szene werden die Gefahren, die von der unbedachten Benutzung von Mobiltelefonen ausgehen, unserer Meinung nach deutlich unterschätzt. Viele PolitaktivistInnen sprechen beispielsweise grundsätzlich kein Wort über klandestine Fragen in den eigenen vier Wänden (was sicherlich sinnvoll ist!). Dabei wird der große Lauschangriff, also das Verwanzen von Poli-WG’s, jedes Jahr nur ein paar Mal angewandt (meistens bei Mordermittlungen und bei Drogenprozessen). Telefone wurden 2005 dagegen in fast 49.230 Fällen abgehört, die Ortung über Handys dabei nicht mitgezählt. Fast alle abgehörten Telefone waren Handys. Das Telefon ist also das Einfallstor Nummer 1, um Erkenntnisse über Kontakte, Aufenthaltsorte und Gespräche von AktivistInnen zu erhalten. Das solltet Ihr Euch immer bewusst machen. Wir unterstellen dabei, dass Ihr nichts am Telefon selbst besprecht, was irgendwelche Polit-Referenz hat – dass sensible politische Sachen nichts am Telefon zu suchen haben, ist ja wohl eh klar! Prinzipiell ist es auch möglich, bei Telefonen über die Software das Mikrofon unbemerkt zu aktivieren und damit unbemerkt Gespräche zu lauschen. Ebenso kann eine Hardwaremanipulation nach längeren Nichtauffindens des Mobiltelefons sowie beim Kauf über dubiosen Quellen (z.B. Onlineauktionen) nicht ausgeschlossen werden. Allerdings spielen diese Methoden in der Praxis nach unserem Wissen keine große Rolle. Dennoch solltet Ihr Euer Handy nicht angeschaltet lassen, und vorsichtshalber den Akku entfernen, wenn Ihr sensible Gespräche führt.

WIE FUNKTIONIERT EIN HANDY?

Grundsätzlich hinterlässt dein Handy bei der Benutzung zwei digitale „Fingerabdrücke“: Die IMSI-Nummer und die IMEI-Nummer. Die IMSI-Nummer (IMSI steht für International Mobile Subscriber Identiy) ist der individuelle Code Deiner SIM-Karte, die meines 15-stellig ist. Mit der IMSI-Kennung lässt sich anhand der ersten 3 Ziffern feststellen, aus welchem Land Deine Karte ist. Die nächsten beiden Zahlen sagen, welche Mobilfunkfirma Deine Karte ausgegeben hat (T-Mobile, Vodafone, E-Plus, …). Danach kommt eine individuelle Seriennummer. Der Verkaufsweg der IMSI-Nummer ist relativ simpel über die Register der Mobilfunkfirmen nachvollziehbar. Die IMSI wird bei jedem Gespräch übermittelt. Die IMEI-Nummer (IMEI steht für International Mobil Equipment Identity) ist immer 15-stellig und findet sich innen im Gerät. Sie identifiziert Dein individuelles Telefon. Anhand der IMEI läßt sich auch zurückverfolgen, aus welchem Land Dein Telefon stammt. Die ersten beiden Stellen geben Aufschluss über das Land, deutsche IMEI’s beginnen dann mit 49. Die drei Zahlen, die dann kommen, bezeichnen den Hersteller (also Siemens, Nokia, …). Die nächsten beiden Ziffern sagen, in welchem Land das Gerät produziert wurde. Erst dann kommt die aktuelle Seriennummer. Der Verkaufsweg der IMEI-Nummer ist nachvollziehbar, was aber fr die Bullen zeitaufwendig und mühselig ist. Auch die IMEI wird bei Nutzung des Telefons übermittelt. Wenn Du also in Deinem Gerät die Karte wechselst, benutzt Du eine neue IMSI, aber weiter die alte IMEI.
Wegen des mehr werdenden Diebstahls von Handys haben die Mobilfunkhersteller auf Druck des Staates in England mittlerweile ein zentrales IMEI-Register angelegt, in dem sämtliche Geräte mit ihrer IMEI registriert sind. Das Ziel ist, bei Diebstahl nicht nur die Karte (also die IMSI-Nummer) sperren zu können, sonder auch das Gerät selbst (über die IMEI). Damit würde ein gestohlenes Handy wertlos – ganz nebenbei eröffnen sich aber auch neue Überwachungsmöglichkeiten, weil die Identifizierung eines Gerätes, des Kaufortes und -datums etc. sehr unproblematisch wird. In Deutschland sind die Bullen noch nicht so weit, nach unserem letzten Stand hat allerdings Vodafone freiwillig mit dem Aufbau eines solchen Registers begonnen. Übrigens gibt es auch dagegen Gegenmittel: Im Internet gibt es Programme, mit denen sich elektronisch die IMEI eines Programms manipulieren lässt. Weil das auch die Bullen wissen, steht die Manipulation der Gerätenummer in England mittlerweile unter Strafe. Soweit unser kleiner Ausflug in die Welt der IMEI.

Prinzipiell funktionieren Handys so: Wenn Du Dein Gerät einschaltest, meldet es sich im Telefonnetz mit seiner IMSI-Nummer und der IMEI an, wobei für die Firmen nur die IMSI wichtig ist. Der Mobilfunkbetreiber, bei dem Du Dich eingeloggt hast (also beispielsweise E-Plus) registriert Deine Daten in einem Besucherregister und fragt anschließend bei Deiner Mobilfunkfirma nach, ob Deine Daten korrekt sind. Anschließend ist Deine Anmeldung gespeichert und Du darfst telefonieren. Allerdings ist damit noch nicht Dein Aufenthaltsort bekannt – jedenfalls nicht genau. Die Mobilfunknetze sind nach dem Schachtelprinzip aufgebaut: Die kleinste Einheit sind die Antennen, die meinst auf Dächern aufgebaut sind. Um die Antennen verwalten zu können, sind mehrere Antennen zu einer größeren Einheit zusammengefasst, der sogenannten BSS (Base Station Subsystem). Mehrere dieser BSS ergeben wiederum eine Local Area, kurz LA genannt. Was wie technisch uninteressantes Kauderwelsch klingt, hat praktische Folgen. Denn die Mobilfunkfirmen wissen nicht automatisch, wo ihr Euch befindet. Angemeldet seid Ihr erst einmal nur in einer Local Area, die je nach Netzabdeckung ganz schön groß sein können – bis zu einigen hundert Quadratkilometern. Auf diese Weise reduzieren die Mobilfunkfirmen die Datenmengen. Es ist ja schließlich nicht entscheidend, mehr über Euch zu wissen, als dass Ihr Euch in der oder dieser Region eingeloggt habt. Auch, wenn ein Handy innerhalb einer Local Area den Ort wechselt, ohne dass das Telefon benutzt wird, findet ein Update in der Regel nicht statt. Erst, wenn Du Dein Handy aktiv benutzt, wird präzise der genaue Standort gespeichert (also von welcher Antenne aus welcher BSS Dein Signal komm). Das gleiche geschieht nach einer längeren Phase der Inaktivität (zwischen einer halben Stunde und mehreren Stunden). Die Ortung von Handys schwankt also zwischen vielen Quadratkilometern, wenn Du inaktiv in einer LA registriert bist, und einmal um einem bis unter 50 Meter genauem Ort, wenn Du telefonierst. Die genauen Entfernungen hängen von der Dichte der Antennen ab. Logischerweise ist das in einer Großstadt präziser als auf dem Land.

STILLE SMS

SpitzelWeil Dein genauer Aufenthaltsort gar nicht bekannt ist, wenn Du das Telefon zwar an hast, aber nicht telefonierst (jedenfalls nicht so genau, dass ein Observationsteam Dich in einer Großstadt findet,) haben die Bullen ein trick reiches Mittel erfunden: die stille SMS. Sie wird gerne eingesetzt, um Dich zur orten, wenn Dein Handy eine zeit lang inaktiv war und Du dich nicht in eine spezielle Funkzelle, sondern nur allgemein in die „Local Area“ eingeloggt bist. Die Bullen machen sich dabei eine Technik zunutze, die eigentlich von den Mobilfunkfirmen entwickelt wurde, um die Funktionsfähigkeit von Geräten zu testen, ohne dass dabei „offizielle“ Kommunikation entsteht, denn die „stille SMS“ wird von Handys nicht angezeigt. Mit eigens dafür entwickelten Programmen wie „Stealth Ping“ oder „SMS Blast“ schicken die Bullen dabei eine SMS auf Dein Handy, die so programmiert ist, dass dein Handy zwar ein kurzes Antwortsignal sendet, den ganzen Vorgang aber nicht anzeigt. Dieses Antwortsignal erzeugt die nötigen Daten: wann Du Dich wo befunden hast. Rechtlich betrachtet gilt das als Telefonverkehr, bei dem die Mobilfunkfirmen verpflichtet sind, sie der Polizei mitzuteilen. Auf diese Weise erhalten die Bullen genaue Angaben über Deinen Aufenthaltsort, selbst, wenn Du denkst, dass Du Dein Handy gar nicht benutzt hast. Allerdings funktioniert die stille SMS natürlich nur, wenn Du das Telefon eingeschaltet hast. Für die Bullen ist die stille SMS nicht nur eine gute Fahndungsmöglichkeit, sonder auch ein Trick, um die rechtlichen Hürden zu umgehen. Das Abhören von Handys ist nur bei schweren Straftaten möglich, wo für die Bullen eine richterliche Anordnung brauchen. Die Verbindungsdaten dürfen die Bullen aber seit einiger Zeit bereits bei Straftaten von „erheblicher Bedeutung“ nutzen – also bei einer niedrigeren Schwelle. Die „stille SMS“ ist so mittlerweile zu einem Standardwerkzeug der Bullen geworden.

IMSI – CATCHER

Seit einigen Jahren gibt es den so genannten IMSI-Catcher, ein neuartiges Instrument, das den Bullen hilft, im Handy-Zeitalter durchzublicken und das ein effektives Werkzeug zum Identifizieren von anonymen Handys ist. Der IMSI-Catcher ist ein kofferraumgroßes Spielzeug, das die Bullen bei Observationen dabei haben, wenn sie wissen wollen, mit welchen Handys Du so telefonierst. Handys, die auf Deinen Namen angemeldet sind, sind schnell identifiziert, indem die Bullen in die Kundendateien der Telefonfirmen schauen. Anschließend beantragen sie beim Richter eine Abhörgenehmigung und sind ab da in der Leitung. Aber was tun bei anonymen Handys oder von FreundInnen geliehenen? In diesen Fällen observieren die Bullen Dich mit einem IMSI-Catcher ein paar Tage lang, um herauszufinden, wie Du kommunizierst. Immer, wenn sie Dich telefonieren sehen, schalten sie den IMSI-Catcher ein. Technisch funktioniert das Gerät so, dass es eine Funkzelle der Handy-Betreiber simuliert. Das heißt, Dein Telefon loggt sich nicht beim nächsten Telekom-Funkmast ein, sondern beim IMSI-Catcher – ohne es zu merken! Der IMSI-Catcher zieht sozusagen magnetisch die Signale aller Telefone im Umkreis von einigen 100 Metern an. Weil die Handys denken, sie würden mit einem normalen Funkmast kommunizieren, identifizieren sie sich artig mit ihrer IMSI und ihrer IMEI – und schon wissen die Bullen, mit welchen Geräten Ihr telefoniert. Zum IMSI-Catcher gehört ein Computerbildschirm, auf dem alle Telefonnummern im Umkreis erscheinen. Das können in der Einkaufspassage schon mal ein paar Dutzend oder Hundert Handys sein. Deshalb folgen Euch die Bullen eine Weile und machen an verschiedensten Orten den Catcher an. So reduziert sich der Kreis der möglichen Handys, die an allen Orten eingeloggt sind, immer weiter, bis nur noch Eure Nummer über bleibt. Rechtlich ist es so, dass der IMSI-Catcher schon seit Jahren eingesetzt wird, aber erst seit 2002 erlaubt ist. Allerdings dürfen die Bullen auf diese Weise nur Deine Nummer herausfinden und Dich noch nicht abhören. Deshalb gehen sie, wenn sie dein Handy identifiziert haben, anschließend zum Richter und beantragen eine Abhörgenehmigung, um möglichst bald in der Leitung zu sein. Technisch ist es heute allerdings bereits möglich, mit dem IMSI-Catcher nicht nur die Nummer zu erkennen, sondern auch mit zuhören. Entscheide selbst, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass die Observateuere nicht ab und zu mal rein hören, was da so gesprochen wird ….

WAS HEISST DAS? EIN BEISPIEL:

Wie ausgeführt, sind über das Handy verschiedenste Dinge möglich, nicht nur dasFoto Belauschen von Gesprächen. Die eigentlichen Telefonate haben heute gar keine so große Bedeutung mehr. Viel wichtiger sind die Abfalldaten: Wer telefoniert mit welcher? Welche Bewegungsprofile entstehen? Welche benutzt welche, nicht auf sie angemeldete Handys? Und welche Namen und Nummern sind im Adressbuch gespeichert? Ihr solltet Euch vor allem verdeutlichen, dass Eure Geräte fette Datenabdrücke hinterlassen, die im Zeitalter des Computers natürlich noch lange danach nachzuverfolgen sind. Anhand eines fiktiven Szenarios wollen wir mal verdeutlichen, was das Handy so alles anrichten kann, wenn Ihr es unachtsam gebraucht.
Der Polit-Aktivist Arthur (der in diesem Beispiel zwar das Maul am Telefon hält, aber leider unvorsichtig mit seinem Gerät umgeht), ist ins Visier der Bullen geraten. Er war einigermaßen clever und hat ein Telefon, das auf seine Mutter angemeldet ist. Deshalb läuft eine Anfrage der Bullen bei T-Mobile, 02, E-Plus und Vodafone ins Leere. Weil Arthur aber als Kontaktperson einer untergetauchten Freundin unter Beobachtung steht, folgt ihm ein paar Tage lang ein Oberservationsteam des Staatsschutzes, um herauszufinden, wie interessant Arthur ist. Die Bullen haben einen IMSI-Catcher dabei, den sie einmal vor der Flora, einmal an der Alster und einmal am Hafen anmachen. Zwei Nummern erscheinen bei allen drei IMSI-Attacken auf dem Bildschirm: die von Arthurs Mutter, die ab sofort abgehört wird, und eine zweite, unbekannte, die als Prepaid-Karte noch nicht registriert ist. Auch sie wird von diesem Zeitpunkt an abgehört. Am Telefon selbst ist Arthur sehr vorsichtig und bespricht nichts politisch Relevantes. So kommen die Bullen also nicht weiter. Weil die Bullen aber überprüfen wollen, ob Arthur an der Aktion einer militanten Gruppe teilgenommen hat, wegen der seine Freundin gesucht wird, beantragen sie rückwirkend die Verbindungsdaten des Gerätes: Mit wem ist von diesem Handy aus gesprochen worden? Die Mobilfunkfirma liefert jetzt nicht nur die Verbindungsdaten, sondern auch die Logfiles, mit denen sich mit einiger Mühe ein ziemlich genaues Bewegungsprofil erstellen lässt. Ganz nebenbei (siehe oben) können die Bullen anhand der IMEI auch ablesen, ob Arthur sein Telefon aus Holland hat. Die Bullen waren gründlich und haben (über Anfragen bei den Mobilfunkfirmen und den IMSI-Catcher) nicht nur raus gefunden, welche Handys Arthur benutzt. Sie haben auch rückwirkend bei der Mobilfunkfirma die Daten einer bestimmten BSS und der zugehörigen Antennen beantragt, die ganz in der Nähe eines vor einem Jahr abgefackelten Autos einer Schweinefirma liegen. Da die Aktion nachts um 4 Uhr stattfand, sind kaum Daten gespeichert. Allerdings war zum Zeitpunkt der Aktion das Prepaid-Handy von Arthur eingeloggt, das nicht registriert war und zu dem die Bullen deshalb keinen Nutzer zuordnen können. Dank des IMSI-Catchers wissen sie jetzt, dass das Handy von Arthur benutzt wird. Aus den Daten der Mobilfunkfirma wissen die Bullen auch, dass das Gerät in der betreffenden Nacht nur zwei Mal kurz genutzt wurde, ohne dass ein Gespräch zustande kam. Da aber auch Anwahlversuche gespeichert werden, wissen die Bullen immerhin, mit welcher anderen Nummer Arthur nachts telefonieren wollte. Sie vermuten, dass die zweite Person ebenfalls an der Aktion beteiligt war und das Anklingeln ohne zu reden ein verabredetes Signal war. Durch die rückwirkend gelieferten Daten sehen die Bullen auch, dass das auf Arthurs Mutter registriertes Handy an einem Samstagabend vor vier Wochen in Berlin in Nähe eines Szenecafès eingeloggt war. Dort fand eine Veranstaltung zu den Castortransporten statt, an der Arthur offenbar teilgenommen hat. Erst am Montag drauf war er wieder in Hamburg. Auf Grund der neu gewonnenen Erkenntnisse wird Arthur observiert. Arthur bemerkt die unauffälligen Herren in ebenfalls so unauffälligen Opel Astras und schlägt ein paar Haken in der U-Bahn und bei Saturn, bis er sicher ist, alleine zu sein. Die Observateure schicken, nachdem sie Arthur verloren haben, eine stille SMS an die Nummer,. Siehe da: Arthur hat das Handy seiner Mutter angeschaltet gelassen! Auf dem Display sehen die Observateure deshalb, in welcher Funkzelle das Handy eingeloggt ist. Ein paar Minuten später haben sie Arthur wiedergefunden. Um nicht erneut aufzufallen, bleiben die Observateure ab sofort außer Sichtkontakt, überprüfen aber regelmäßig mittels stiller SMS den Aufenthaltsort des Handys. Bei einer Antifa-Aktion gegen einen NPD-Stand, an der Arthur teilnimmt, nehmen die Bullen ihn schließlich im Umfeld hoch. Arthur ist nichts nachzuweisen, weil er (natürlich!) vermummt war. Weil die Bullen aber bei der anschließenden Hausdurchsuchung die PIN-Nummer seines Telefons finden, kopieren sie als erstes das gesamte Handy-Adressbuch und werden es anschließend aus. Auf diese Weise haben sie nicht nur ein umfassendes Bewegungsprofil von Arthur erhalten, sonder können auch präzise sehen, mit wem Arthur wie oft Kontakt hält. Theoretisch könnten sie das gleiche jetzt mit allen so erlangten Nummern machen – was in der Praxis natürlich nur in ausgewählten Fällen gemacht wird.
Fingerabdruck Das Beispiel ist konstruiert und klingt krass. Es soll aber vor Augen führen, was theoretisch alles geht (und praktisch oft auch gemacht wird). Haltet Euch immer vor Augen, dass neben dem Inhalt von abgehörten Gesprächen auch ein breites Bewegungsprofil von Euch entsteht, wenn ihr Handys nutzt – aktuell, aber auch rückwirkend!


ZUSAMMENGEFASST GILT:

  • Bei heiklen Polit-Aktionen solltet Ihr generell kein Handy dabei haben.
  • Macht das Telefon bei sensiblen Gesprächen aus und entfernt den Akku!
  • Rückt nie freiwillig die PIN raus!
  • Verwendet vorhandene Sicherheitsmechanismen (z.B. Kennwortschutz, Verschlüsselung des Adressbuches)
  • Macht Eure Handys nicht nur während eines Polit-Treffens aus, sondern deutlich vorher und nachher, so dass Euer Aufenthaltsort nicht rekonstruierbar wird!
  • Wenn ihr Handys bei heiklen Polit-Aktionen einsetzten wollt, bleibt nur ein sicherer Weg: Ganz neue Mobiltelefone und SIM-Karten zu nehmen, die weder vorher noch nachher benutzt wurden oder werden.
  • Gerät vor Verlust schützen ;-)

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drucken | 23. November 2006 | Clarisse McClellan

Terminkalender

Freitag, 01.03.2024

Freitag, 1. März 2024: AAB-Solitresen zur Demo GET ORGANIZED! Gegen Rechtsruck, Ausbeutung und Vereinzelung!

Stadtteilladen Schwarze Katze, Untere Seitenstr. 1, Nürnberg Geöffnet ab 19 Uhr, Vortrag 20 Uhr

Mobilisierungsveranstaltung mit Vortrag zur Demo am 2. März - 14 Uhr - Nelson-Mandela-Platz. Massenweise gehen Menschen gegen die AfD und den gesellschaftlichen Rechtsruck auf die Straße. Parteien und Mainstreammedien behaupten, die DemonstrantInnen würden Demokratie und die herrschenden Verhältnisse verteidigen. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass die AfD vom Staat des Kapitals lediglich in Reserve gehalten wird, um im Falle einer weiteren Zuspitzung der ökonomischen und sozialen Krise von der Leine gelassen zu werden. Bis dahin dürfen die etablierten Parteien die kapitalistische Agenda von gesellschaftlicher Faschisierung (inkl. §129-Verfahren gegen Nürnberger Antifas), Militarisierung, Aufrüstung, Krieg, rassistischer Abschottungspolitik und sozialem Kahlschlag umsetzen. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Solitresens des Antifaschistischen Aktionsbündnisses statt. Alle Getränke kosten deshalb 1 Euro mehr. Der Erlös fließt in die antifaschistische Solidaritätsarbeit.
Samstag, 02.03.2024

GET ORGANZIED: Gegen Rechtsruck, Ausbeutung und Vereinzelung!

Für den 2. März 2024 rufen linke und antifaschistische Gruppen aus dem Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen (darunter auch wir) zu einer Demonstration unter dem Motto: "GET ORGANZIED: Gegen Rechtsruck, Ausbeutung und Vereinzelung!" auf. Sa., 2.3.2024, 14:00 Uhr | Nelson-Mandela-Platz (das ist hinter dem Hauptbahnhof) | Nürnberg Achtet auf Ankündigungen hier, da sich an den Daten oben noch etwas ändern kann. AUFRUF zur Demonstration: Anfang Januar enthüllte die Rechercheplattform Correctiv ein Treffen von Werteunion, Großindustriellen, AfD und Neonazis. Bei diesem Treffen wurden massenhaft Deportationen von Menschen aus Deutschland geplant. Seitdem gehen deutschlandweit Millionen auf die Straße. Endlich gibt es wieder große Proteste gegen Rechts!Und trotzdem können wir es nicht dabei belassen, ab und an gegen Nazis auf die Straße zu gehen. In einer Gesellschaft, in der rassistische und antisemitische Angriffe Alltag sind, reicht es nicht, einmal auf eine Großdemonstration zu gehen: Während wir die Deportationsphantasien der AfD kritisieren, werden Menschen aus Europa abgeschoben oder sterben gar an den Außengrenzen. Auch bei Hetze und Kürzungen gegen Erwerbslose und ärmere Menschen steht die Regierung der AfD kaum nach. Jeden Tag werden Menschen aus ihren Wohnungen geworfen, weil sie sich die Miete nicht leisten können. All das ist für viele von uns bittere Realität. All das macht uns traurig, ohnmächtig und wütend. All das passiert in einer gesellschaftlichen Stimmung, in der Antifaschismus kriminalisiert und linke Proteste angegriffen werden. Die Holocaust-Überlebende Esther Bejerano sagte bereits: „Wer gegen Nazis kämpft, kann sich auf den Staat nicht verlassen“, und sie hatte recht.Während Nazis auf der Straße Brandanschläge begehen und queere Jugendliche verprügeln, setzen Parlament und Regierung extrem rechte Forderungen um. Doch was tun deutsche Behörden? Sie stecken ihre Energie in den Kampf gegen linke Bewegungen. Ein lokales Beispiel sind die Razzien in Nürnberg im vergangenen Oktober: Wegen ein paar angeblicher Graffittis wurden die Wohnungen von sechs jungen Menschen durchsucht und ein Ermittlungsverfahren wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung eröffnet. Vorgeworfen wird ihnen unter anderem die „Verherrlichung der Antifa“. Es bleibt an uns, all dem etwas entgegenzusetzen! Lassen wir der AfD und anderen Rechten keine Ruhe, keinen Sitz im Parlament und keinen Fußbreit auf der Straße! Treten wir der Unterdrückung und Ausbeutung in dieser Gesellschaft gemeinsam entgegen – Auf allen Ebenen und mit allen Mitteln. Gemeinsam als von Rassismus Betroffene, als Queers, als Juden*Jüdinnen, als Antifaschist*innen und viele mehr. Nur gemeinsam können wir einen Umgang mit all der Trauer, der Ohnmacht und der Wut finden.Lasst uns füreinander einstehen und uns gegenseitig unterstützen. Lasst uns nicht zuschauen, wenn unsere Nachbar*innen aus ihren Wohnungen geworfen oder abgeschoben werden. Lasst uns Schluss machen mit der Vereinzelung und uns zusammenschließen. Lasst uns Räume für Solidarität und Freundi*nnenschaft schaffen und die klassenlose Gesellschaft als Antwort auf Rechtsruck, Ausbeutung und Unterdrückung aufbauen. Lasst uns nicht aufhören zu kämpfen: Für eine Welt, in der wir alle ohne Angst leben können!Kommt am 02. März mit uns auf die Straße! Gegen Rechtsruck, Ausbeutung und Vereinzelung! – Für die befreite Gesellschaft!
Samstag, 02.03.2024

Isa-Kneipe mit dem Film "Lip oder die Macht der Phantasie"

Im Rahmen unserer Isa-Kneipe im Vorfeld des Internationalen Frauenkampftags 2024 sehen wir uns gemeinsam einen Fim an von Chris Marker über den Kampf bei der französischen Uhrenfabrik LIP. Dieser Kampf spielt eine wichtige Rolle im Gedächtnis der französischen Lohnabhängigen. Die Frauen standen hier wie so oft, wenn es ernst wird, in vorderster Reihe. Die dokumentarische Film vermittelt die erregende Atmosphäre, die entstehen kann, wenn Utopien greifbar werden.
Stadtteilladen Schwarze Katze Untere Seitenstr. 1, Nürnberg 19-20 Uhr: Anlaufstelle gegen Arbeitsunrecht ab 20 Uhr: ISA-Kneipe
Die Handlung: "Seit Mitte April 1973 bedrohen Massenentlassungen die Lip-Belegschaft, es kommt zu ersten Demonstrationen. Als am 12. Juni verkündet wird, es gebe keinen Lohn mehr, kommt es zum Bossnapping und zum ersten Einsatz der Sicherheitskräfte - und es kommt zur Beschlagnahme des Uhrenlagers durch die Belegschaft. Auf die riesige Demonstration am 15. Juni folgt am 18. Juni die Besetzung der Fabrik: die Produktion in Eigenregie beginnt. Am 14. August wird die Besetzung von der Polizei gewaltsam beendet, der Kampf ist damit aber noch lange nicht vorbei...
Freitag, 08.03.2024

Frauen kämpfen international gegen Krise, Krieg und Kapital! - Raus zum 8.März!

8.März Demo || Internationaler Frauenkampftag || 17:00 Uhr || Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt || 16:30 Uhr || Jamnitzer Platz, Gostenhof
Auf die eine oder andere Art kennen wir es doch alle: wir kochen, putzen, waschen die Wäsche und gehen einkaufen. Wir gießen die Blumen und räumen die Spülmaschine im Büro aus. Wir erziehen die Kinder, bringen sie zum Sport oder zu Freund*innen und helfen ihnen bei den Hausaufgaben. Wir pflegen die Eltern oder andere Angehörige und helfen dort im Haushalt. Wir denken über die Geschenke von Bekannten und Verwandten nach und planen den nächsten Ausflug für die Familie oder Freund*innen und und und.
Und das alles meist zusätzlich zu einem Job, zu den Sorgen über immer teureren Wohnraum, mehr Lebenshaltungskosten, wieder steigende Strom- und Heizungskosten und mehr.
Wenn wir mal durchatmen können, stellt sich die Frage: Wo bleibt da eigentlich noch Zeit für mehr? Wie sollen Bildung, Engagement und Hobbies neben Care-Arbeit und Mental Load noch Platz haben?
Dies geht eigentlich nur, wenn einem jemand den Rücken freihält. Aus unseren Erfahrungen, aber auch statistisch gesehen, sind die, die diese Arbeiten ausführen zum überwiegenden Teil immer noch Frauen. In mehr als 2/3 der Familien werden sie allein von Frauen übernommen und in nur etwa 5% der Haushalte kümmert sich der Mann zum überwiegenden Teil.
Deshalb stellt sich uns die Frage: Wie können wir unser Zusammenleben, unsere Gesellschaft und die Politik verändern, dass eine gleiche Aufteilung der Erziehungs- und Pflegearbeit möglich wird? Damit wir alle Zeit haben und trotzdem die Kinder nicht verhungern, die Oma versorgt und das Zuhause kein Saustall ist.
Hinzu kommt, dass wir in einer Zeit leben, in der vieles im Umbruch ist.Kriege treten vor unsere Haustür und bringen neben menschlichem Leid auch Tod, eine Energie- und Wirtschaftskrise folgt nach der anderen. Rechte Akteure, wie jüngst mal wieder an der AfD zu sehen ist, versuchen einen Rollback in vergangene vermeintlich „gute alte Zeiten“ und schüren Hass, Rassismus und engstirniges Denken. Gerade haben wir die Corona-Pandemie überstanden, die uns Frauen im wahrsten Sinne des Wortes zurück an den Herd katapultierte und die Gewalt in Familien explodieren ließ und nun heißt es wieder einmal den Gürtel enger schnallen. Für „Sozialklimbim“ sei laut dem FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler kein Platz. Was das für uns in der Konsequenz heißt: ein Sparzwang, der eine der größten Kürzungen im sozialen Bereich seit den 1990er Jahren mitbringt.
Es werden massiv Mittel im Sozialhaushalt gekürzt und die schlechtere Bezahlung und schlechten Arbeitsbedingungen imSozial-, Pflege- und Erziehungsbereich wird weitergehen. Es wird bei denen gespart, die sowieso nicht viel haben und weiter von unten nach oben verteilt. Als Beispiel sei hier die Kindergrundsicherung genannt, die alle Leistungen für armutsgefährdete Kinder in einer Stelle vereinen sollte und nun nur noch mit einem Rest-Budget von 2,4 statt 12 Mrd € eingeführt wird, sowie für Alleinerziehende weniger Unterstützung bedeuten kann. Einen Kindergartenplatz zu erhalten ist trotz gesetzlichem Anspruch immer noch Glücksache und eine gute Schulbildung oder ein Studium können sich nur die leisten, die viel Kohle haben; wird der Bildungsbereich doch seit vielen Jahren ebenfalls kaputtgespart.
Durch Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen sind vor allem Frauen dazu gezwungen, in Teilzeit zu arbeiten und prekäre Arbeitsplätze anzunehmen. Ganz zu schweigen von einer immer noch vorhandenen ungleichen Bezahlung zu den männlichen Kollegen, lag doch der sog. Gender Pay Gap im letzten Jahr im Südwesten immer noch bei 22%. Gerade für Alleinerziehende bedeutet dies eine Spirale, die überproportional oft für Frauen in der Altersarmut endet oder sie dazu drängt in Familienstrukturen zu bleiben und vermehrt Abhängigkeiten fördert. Zudem reicht der Lohn einer Arbeitsstelle für Alleinerziehende oder Alleinstehende oft gerade so zum Überleben, große Sprünge oder unvorhergesehene Ausgaben sind nicht möglich. Viele müssen sich mit einem Nebenjob oder zwei Arbeitsstellen über Wasser halten. Frauen werden durch gesetzliche Regelungen, wie das Ehegattensplitting, in traditionelle Familienmodelle gedrängt oder dort festgehalten. Sie erleben eine Verdichtung der Arbeit durch einen Job und die zusätzlich hauptsächlich durch sie zu verrichtende Haus- und Care-Arbeit. 
Wie kommen wir heraus aus solchen Teufelskreisen? Von Ratgebern oder in klugen Sprüchen hören wir dann oft, du musst nur an dir arbeiten und dich verändern, noch flexibler werden, mehr Yoga als Ausgleich machen oder dir einen reiche(re)n Partner suchen. Doch alles „Selfcare“ dieser Welt kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in einer Gesellschaft und in einem Staat leben, der die ökonomischen Interessen über die der Menschen stellt. Uns wird immer wieder gesagt, dass wir in einem Sozialstaat leben und es uns doch gut geht. Doch da wo Menschen in Zahlen berechnet werden und der Aufwand, den „es lohnt“ in einen Menschen zu stecken, ebenfalls kalkuliert wird, da ist von Sozial im Staat nicht viel übrig, sondern die wirtschaftlichen Interessen und Ausbeutung durch Arbeit dominieren. Ist das das gute Leben nach dem wir alle streben? Muss unsere Gesellschaft nicht eigentlich genau anders herum funktionieren, indem der Mensch und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt gestellt wird? Doch das wird es im Kapitalismus nicht geben. 
Wir wollen eine Gesellschaft, in der nicht 100 Mrd€ in die Rüstung und das Militär gesteckt und damit Kriege gefördert werden, die uns und unseren Planeten zerstören.Wir müssen selbst kämpfen, z.B. für ein gut funktionierendes Bildungssystem mit einer geschlechtergerechten Erziehung oder für kostenlose Kinderbetreuung, die kollektiv organisiert wird und nicht als profitorientiertes Unternehmen. Oder auch für Wohnungen, die wir uns noch leisten können und für ein Stadtviertel, das an den Bedürfnissen der sie Bewohnenden orientiert ist und nicht nur öffentlichen Raum kennt, der kommerziell genutzt wird. Einen öffentlichen Raum, der für alle zugänglich ist und nicht von Frauen mit einem Pfefferspray zur Verteidigung in der Tasche durchquert wird.
Diese Aufzählung ließe sich noch lange weiterführen und kann doch noch nicht abschließend beendet werden. Denn wir sind es, die diese Gesellschaft gemeinsam verändern können, es wird kein Retter kommen, der für uns die patriarchalen Strukturen abschafft. Deshalb lasst uns zusammenkommen, diskutieren, die Vereinzelung unserer Gesellschaft durchbrechen, uns als Frauen solidarisch zusammenschließen und Ideen für die dringend notwendige Veränderung unserer Gesellschaft, des kapitalistischen Wirtschaftssystems und unseres Miteinanders zusammen ausgestalten. Gemeinsam als Frauen unserer Klasse wollen wir die Vorstellung eines guten Lebens für uns alle entwerfen, an vorhandenen Ideen anknüpfen und diese weiterentwickeln. Z.B. wie (un)bezahlte Care-Arbeit verkollektiviert werden kann, also wie Kindererziehung außerhalb der Kleinfamilie im Haus, in der Straße oder im Viertel organisiert werden kann oder wir mit gemeinsamen Versorgungseinrichtungen, wie einer Stadtteilmensa,die Haus-Arbeit gleichberechtigt auf mehrere Schultern verteilen. Wie wir Kämpfe um unsere Zeit lostreten und weiterentwickeln können, damit neben Arbeit und Haushalt noch Luft für Bildung, Kultur und soziales/politisches Engagement bleibt. Oder wie wir z.B. durch Streiks oder öffentliche Lohnlisten dem Gender Pay Gap und niedriger Bezahlung in sog. weiblich konnotierten Berufssparten entgegenwirken können und vieles mehr. Lasst uns das zusammen angehen!
Lasst uns die Unzumutbarkeiten nicht länger schweigend und unwidersprochen hinnehmen. Kommt zur Kundgebung am 8. März am Plärrer und lasst uns gemeinsam bei Veranstaltungen Ideen entwickeln wie wir vorankommen. Denn wir wollen ein Leben, in dem wir nicht bestimmte Rollen aufgrund unseres Geschlechtes erfüllen müssen, in dem wir nicht nach unserem Aussehen oder unserer Herkunft beurteilt werden, in dem es keine soziale Ungleichheit gibt, wir den gleichen Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen teilen und ein solidarisches Miteinander leben. 
Lasst uns am 8. März und darüber hinaus ein starkes und kämpferisches Zeichen setzen für eine Welt jenseits von kapitalistischer Ausbeutung und patriarchaler Unterdrückung!
Demonstration am 8.März um 17 Uhr Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt um 16.30 am Jamnitzer Platz
Freitag, 08.03.2024

Frauen kämpfen international gegen Krise, Krieg und Kapital! - Raus zum 8.März!

8.März Demo || Internationaler Frauenkampftag || 17:00 Uhr || Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt || 16:30 Uhr || Jamnitzer Platz, Gostenhof
Auf die eine oder andere Art kennen wir es doch alle: wir kochen, putzen, waschen die Wäsche und gehen einkaufen. Wir gießen die Blumen und räumen die Spülmaschine im Büro aus. Wir erziehen die Kinder, bringen sie zum Sport oder zu Freund*innen und helfen ihnen bei den Hausaufgaben. Wir pflegen die Eltern oder andere Angehörige und helfen dort im Haushalt. Wir denken über die Geschenke von Bekannten und Verwandten nach und planen den nächsten Ausflug für die Familie oder Freund*innen und und und.
Und das alles meist zusätzlich zu einem Job, zu den Sorgen über immer teureren Wohnraum, mehr Lebenshaltungskosten, wieder steigende Strom- und Heizungskosten und mehr.
Wenn wir mal durchatmen können, stellt sich die Frage: Wo bleibt da eigentlich noch Zeit für mehr? Wie sollen Bildung, Engagement und Hobbies neben Care-Arbeit und Mental Load noch Platz haben?
Dies geht eigentlich nur, wenn einem jemand den Rücken freihält. Aus unseren Erfahrungen, aber auch statistisch gesehen, sind die, die diese Arbeiten ausführen zum überwiegenden Teil immer noch Frauen. In mehr als 2/3 der Familien werden sie allein von Frauen übernommen und in nur etwa 5% der Haushalte kümmert sich der Mann zum überwiegenden Teil.
Deshalb stellt sich uns die Frage: Wie können wir unser Zusammenleben, unsere Gesellschaft und die Politik verändern, dass eine gleiche Aufteilung der Erziehungs- und Pflegearbeit möglich wird? Damit wir alle Zeit haben und trotzdem die Kinder nicht verhungern, die Oma versorgt und das Zuhause kein Saustall ist.
Hinzu kommt, dass wir in einer Zeit leben, in der vieles im Umbruch ist.Kriege treten vor unsere Haustür und bringen neben menschlichem Leid auch Tod, eine Energie- und Wirtschaftskrise folgt nach der anderen. Rechte Akteure, wie jüngst mal wieder an der AfD zu sehen ist, versuchen einen Rollback in vergangene vermeintlich „gute alte Zeiten“ und schüren Hass, Rassismus und engstirniges Denken. Gerade haben wir die Corona-Pandemie überstanden, die uns Frauen im wahrsten Sinne des Wortes zurück an den Herd katapultierte und die Gewalt in Familien explodieren ließ und nun heißt es wieder einmal den Gürtel enger schnallen. Für „Sozialklimbim“ sei laut dem FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler kein Platz. Was das für uns in der Konsequenz heißt: ein Sparzwang, der eine der größten Kürzungen im sozialen Bereich seit den 1990er Jahren mitbringt.
Es werden massiv Mittel im Sozialhaushalt gekürzt und die schlechtere Bezahlung und schlechten Arbeitsbedingungen imSozial-, Pflege- und Erziehungsbereich wird weitergehen. Es wird bei denen gespart, die sowieso nicht viel haben und weiter von unten nach oben verteilt. Als Beispiel sei hier die Kindergrundsicherung genannt, die alle Leistungen für armutsgefährdete Kinder in einer Stelle vereinen sollte und nun nur noch mit einem Rest-Budget von 2,4 statt 12 Mrd € eingeführt wird, sowie für Alleinerziehende weniger Unterstützung bedeuten kann. Einen Kindergartenplatz zu erhalten ist trotz gesetzlichem Anspruch immer noch Glücksache und eine gute Schulbildung oder ein Studium können sich nur die leisten, die viel Kohle haben; wird der Bildungsbereich doch seit vielen Jahren ebenfalls kaputtgespart.
Durch Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen sind vor allem Frauen dazu gezwungen, in Teilzeit zu arbeiten und prekäre Arbeitsplätze anzunehmen. Ganz zu schweigen von einer immer noch vorhandenen ungleichen Bezahlung zu den männlichen Kollegen, lag doch der sog. Gender Pay Gap im letzten Jahr im Südwesten immer noch bei 22%. Gerade für Alleinerziehende bedeutet dies eine Spirale, die überproportional oft für Frauen in der Altersarmut endet oder sie dazu drängt in Familienstrukturen zu bleiben und vermehrt Abhängigkeiten fördert. Zudem reicht der Lohn einer Arbeitsstelle für Alleinerziehende oder Alleinstehende oft gerade so zum Überleben, große Sprünge oder unvorhergesehene Ausgaben sind nicht möglich. Viele müssen sich mit einem Nebenjob oder zwei Arbeitsstellen über Wasser halten. Frauen werden durch gesetzliche Regelungen, wie das Ehegattensplitting, in traditionelle Familienmodelle gedrängt oder dort festgehalten. Sie erleben eine Verdichtung der Arbeit durch einen Job und die zusätzlich hauptsächlich durch sie zu verrichtende Haus- und Care-Arbeit. 
Wie kommen wir heraus aus solchen Teufelskreisen? Von Ratgebern oder in klugen Sprüchen hören wir dann oft, du musst nur an dir arbeiten und dich verändern, noch flexibler werden, mehr Yoga als Ausgleich machen oder dir einen reiche(re)n Partner suchen. Doch alles „Selfcare“ dieser Welt kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in einer Gesellschaft und in einem Staat leben, der die ökonomischen Interessen über die der Menschen stellt. Uns wird immer wieder gesagt, dass wir in einem Sozialstaat leben und es uns doch gut geht. Doch da wo Menschen in Zahlen berechnet werden und der Aufwand, den „es lohnt“ in einen Menschen zu stecken, ebenfalls kalkuliert wird, da ist von Sozial im Staat nicht viel übrig, sondern die wirtschaftlichen Interessen und Ausbeutung durch Arbeit dominieren. Ist das das gute Leben nach dem wir alle streben? Muss unsere Gesellschaft nicht eigentlich genau anders herum funktionieren, indem der Mensch und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt gestellt wird? Doch das wird es im Kapitalismus nicht geben. 
Wir wollen eine Gesellschaft, in der nicht 100 Mrd€ in die Rüstung und das Militär gesteckt und damit Kriege gefördert werden, die uns und unseren Planeten zerstören.Wir müssen selbst kämpfen, z.B. für ein gut funktionierendes Bildungssystem mit einer geschlechtergerechten Erziehung oder für kostenlose Kinderbetreuung, die kollektiv organisiert wird und nicht als profitorientiertes Unternehmen. Oder auch für Wohnungen, die wir uns noch leisten können und für ein Stadtviertel, das an den Bedürfnissen der sie Bewohnenden orientiert ist und nicht nur öffentlichen Raum kennt, der kommerziell genutzt wird. Einen öffentlichen Raum, der für alle zugänglich ist und nicht von Frauen mit einem Pfefferspray zur Verteidigung in der Tasche durchquert wird.
Diese Aufzählung ließe sich noch lange weiterführen und kann doch noch nicht abschließend beendet werden. Denn wir sind es, die diese Gesellschaft gemeinsam verändern können, es wird kein Retter kommen, der für uns die patriarchalen Strukturen abschafft. Deshalb lasst uns zusammenkommen, diskutieren, die Vereinzelung unserer Gesellschaft durchbrechen, uns als Frauen solidarisch zusammenschließen und Ideen für die dringend notwendige Veränderung unserer Gesellschaft, des kapitalistischen Wirtschaftssystems und unseres Miteinanders zusammen ausgestalten. Gemeinsam als Frauen unserer Klasse wollen wir die Vorstellung eines guten Lebens für uns alle entwerfen, an vorhandenen Ideen anknüpfen und diese weiterentwickeln. Z.B. wie (un)bezahlte Care-Arbeit verkollektiviert werden kann, also wie Kindererziehung außerhalb der Kleinfamilie im Haus, in der Straße oder im Viertel organisiert werden kann oder wir mit gemeinsamen Versorgungseinrichtungen, wie einer Stadtteilmensa,die Haus-Arbeit gleichberechtigt auf mehrere Schultern verteilen. Wie wir Kämpfe um unsere Zeit lostreten und weiterentwickeln können, damit neben Arbeit und Haushalt noch Luft für Bildung, Kultur und soziales/politisches Engagement bleibt. Oder wie wir z.B. durch Streiks oder öffentliche Lohnlisten dem Gender Pay Gap und niedriger Bezahlung in sog. weiblich konnotierten Berufssparten entgegenwirken können und vieles mehr. Lasst uns das zusammen angehen!
Lasst uns die Unzumutbarkeiten nicht länger schweigend und unwidersprochen hinnehmen. Kommt zur Kundgebung am 8. März am Plärrer und lasst uns gemeinsam bei Veranstaltungen Ideen entwickeln wie wir vorankommen. Denn wir wollen ein Leben, in dem wir nicht bestimmte Rollen aufgrund unseres Geschlechtes erfüllen müssen, in dem wir nicht nach unserem Aussehen oder unserer Herkunft beurteilt werden, in dem es keine soziale Ungleichheit gibt, wir den gleichen Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen teilen und ein solidarisches Miteinander leben. 
Lasst uns am 8. März und darüber hinaus ein starkes und kämpferisches Zeichen setzen für eine Welt jenseits von kapitalistischer Ausbeutung und patriarchaler Unterdrückung!
Demonstration am 8.März um 17 Uhr Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt um 16.30 am Jamnitzer Platz
Samstag, 09.03.2024

Grundlagenvortrag Kritik am liberalen Feminismus am 9.03.24 um 18:00 Uhr Youth Connect Öffnung der RZN

  Wir laden euch herzlich zu unserer Youth Connect Öffnung in die Schwarze Katze ein. Anlässlich des internationalen Frauenkampftags hören wir gemeinsam einen Vortrag zur Kritik des liberalen Feminismus und wieso wir die lohnabhängige Klasse für zentral im Kampf gegen das Patriarchat betrachten. Im Anschluss ist Raum für Diskussion. Kommt gerne vorbei und lernt uns kennen. Für Essen uns Getränke ist gesorgt.   Geöffnet ab 18:00 Uhr im Stadtteilladen Schwarze Katze, untere Seitenstraße 1, 90429 Nürnberg
Freitag, 15.03.2024

Antifa-Aktionskneipe im März

Freitag, 15.3. | Stadtteilladen Schwarze Katze (untere Seitenstrasse 1, NBG) | Workshop 20:00 Uhr | Offenes Antifatreffen 19:00 Uhr

Diskussionsworkshop zu Feminismus aus materialistischer Perspektive
Der inhaltliche Part des Abends beginnt um 20:00 Uhr mit dem kurzen Versuch von einer materialistische Perspektive auf das Thema Feminismus zu blicken. Darauf aufbauend wollen wir uns während einer Workshopphase in Kleingruppen z.B. mit den Themen Reproduktionsarbeit, Hass auf queere Menschen, oder Rollenzuschreibungen die die Zweigeschlechtlichkeit mit sich bringt, auseinandersetzen.
Schon um 19:00 Uhr beginnt der Abend mit dem offenen Antifatreffen. Wenn ihr antifaschistisch aktiv werden wollt, könnt ihr hier einen ersten Eindruck von unserer Arbeit bekommen und mitmachen.
Für Essen und Trinken gegen eine Spende ist wie immer gesorgt!
+++ AM 8.MÄRZ AUF DIE STRASSE! +++
Infos über die Antifa-Aktionskneipe Youtube | Instagram | antifaak161 (äääät) riseup.net
Was macht die Antifa Aktionskneipe?
Beispiele: Mobivideo zum 8.März ’23 / Jahresrückblick 2021 / Satire zur Bundestagswahl / Podcast zum Tag gegen Gewalt an Frauen / Antifa-Stadtrundgang / Aktion gegen AfD Landtagswahlstand / Demo „Keine rechte Hetze in unserem Viertel!“ / Gemeinsamer Treffpunkt für revolutionäre 1.Mai-Demo / Aktion zum TagX NSU-Prozess / Aktion gegen CSU Parteitag / Aktion gegen AfD-Infostand / Fahrt zur Demo: Memmingen sieht rot / Alle Aktionen chronologisch auf der Redside Was ist die Antifa Aktionskneipe: Der rechte Vormarsch in der BRD geht weiter voran. Am offensten zeigt sich diese Entwicklung an den Wahlerfolgen der AfD und Gesetzesverschärfungen, wie die neuen Polizeiaufgabengesetze. Die Bundesregierung schaffte das Asylrecht quasi ab, sperrt Geflüchtete in Lager und schiebt in Kriegsgebiete ab. Parallel dazu werden täglich Menschen von Nazis und RassistInnen angegriffen. Überall formieren sich rechte Bürgerwehren und rechter Terror wird zu einer immer größeren Bedrohung. Deswegen gewinnt antifaschistischer Widerstand gegen diese Zustände an enormer Bedeutung. Wir wollen deutlich zeigen und klar machen, dass wir diese reaktionäre Offensive nicht unbeantwortet lassen. Wir lassen uns nicht durch Rassismus und Sexismus spalten, sondern müssen gemeinsam als unterdrückte Klasse für eine befreite Welt kämpfen. Wir müssen uns entscheiden, ob wir in einer Welt des Faschismus und Unterdrückung leben wollen oder in einer Welt der Solidarität und Gerechtigkeit. Wenn auch du die Schnauze voll hast und aktiv gegen Nazis und FaschistInnen werden willst, dann komm zur Antifa-Aktionskneipe! Jeden dritten Freitag im Monat ab 19:00 Uhr veranstalten wir ein offenes Treffen, mit dem Ziel, uns gemeinsam zu informieren, auszutauschen und aktiv zu werden. Lernen wir uns kennen, schließen wir uns zusammen und machen wir uns gemeinsam stark gegen Rassismus, Faschismus, Patriarchat und Kapitalismus.
Montag, 18.03.2024

Raus zum Tag der politischen Gefangenen!

Der weltweite Kampf der kapitalistischen Staaten um Absatzmärkte, Einflusszonen und Investitionsmöglichkeiten wird schärfer und es entstehen im Zuge dessen schon länger immer offenere Konflikte, die immer mehr Eskalationspotential bieten. Unzweifelhaft dämmert die Neuaufteilung der Welt. Der von der NATO angeheizte und von der Russischen Föderation zum militärischen Gefecht eskalierte Konflikt um die Ukraine ist dabei nur ein Beispiel. Weitere sind das Ringen der USA und China um Taiwan, wie auch Versuche verschiedener Akteure, mehr Einfluss auf dem afrikanischen Kontinent zu gewinnen.

Hinzu kommt, dass im vergangenen Oktober Israel durch militante palästinensische Gruppen, unter Führung der Hamas, militärisch angegriffen wurde. Das israelische Militär begann daraufhin den Gazastreifen zu bombardieren. Dieser vorläufige Höhepunkt des seit Jahrzehnten bestehenden Konflikts hält seitdem an.

In dieser brandgefährlichen Gemengelage vertritt auch die BRD ihre Interessen bzw. die des deutschen Kapitals. Und damit das möglichst ungestört von statten geht, sollen wir Werktätige möglichst wenig sagen und tun, was dem im Weg steht. Deshalb findet in allen Fragen, die diese Interessen betreffen, ein besonders krasser Kampf um die Meinungen der Menschen statt. Deshalb tritt der Staat zunehmend repressiver auf – generell, aber auch im Besonderen:

Gegen Menschen, die sich Versuchen, die Gesellschaft immer weiter nach rechts zu drängen, entgegenstellen oder gegen Menschen, die Kriegsrhetorik etwas entgegensetzen. Gegen Menschen, die soziale Proteste organisieren oder solche, die den Kapitalismus ankreiden. Hier sollen nur ein paar Beispiele genannt sein.

So kommt es, dass die kurdische Freiheitsbewegung kriminalisiert wird - im Januar startete der Prozess gegen Tahir Köcer, der im vergangenen Jahr in Nürnberg festgenommen wurde. Ihm wird nach §129b StGB die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland vorgeworfen. So kommt es, dass die, die zum Nahostkonflikt eine Meinung vertreten, die nicht der deutschen Staatsräson entspricht, eingeschüchtert werden. Das passiert bspw. über Verbote palästinasolidarischer Demonstrationen, Razzien gegen die migrantische Selbstorganisation ZORA und medial erhobene Forderungen nach Einschränkungen der Demonstrationsfreiheit für Nicht-staatsbürger und schnellerer Abschiebungen von vermeintlichen Antisemiten. So erklären sich ebenfalls die Angriffe der Polizei auf die Luxemburg und Liebknecht Demonstration in Berlin oder, dass mehrere Dutzend KlimaaktivistInnen bereits vor Beginn der Internationalen Automobil Ausstellung 2023 in München in Präventivhaft genommen worden sind. Nicht zuletzt ist das wohl der Grund, wegen dem in Nürnberg gegen mehrere AntifaschistInnen nach §129 ermittelt wird, weil sie Graffiti gesprüht haben sollen.

Umso wichtiger ist es in diesen Zeiten, dass wir uns bemühen, es der Repression nicht unnötig einfach zu machen. Dass wir uns umeinander kümmern und für alle von Repression Betroffenen da sind. Dass wir den vielen Gefangenen Briefe schreiben und sie nicht vergessen. Dass wir solidarisch zusammenstehen.

In diesem Sinne wollen wir den Tag der politischen Gefangenen, den 18.03.2024 mit einer Kundgebung begehen.

18 Uhr Kundgebung am Jamnitzerplatz. Anschließend wird es Gefangenen schreiben in der Vokü ab 19 Uhr geben.

Verbreitet unseren Aufruf gerne weiter und nutzt unsere Sharepics (1414x2000, 500x707).

Mittwoch, 27.03.2024

Gesiebte Luft - 27 Jahre Freiheitsentzug

Gesiebte Luft – 27 Jahre Freiheitsentzug

Ein Gespräch mit Thomas Meyer-Falk

Mittwoch, 27.03

19 Uhr

Stadtteilladen Schwarze Katze

Untere Seitenstraße 1 Gostenhof

 

Für viele ist die Vorstellung für ihr politisches Handeln ein paar Jahre im Knast verbringen zu müssen schwer vorstellbar. Thomas verbrachte fast drei Jahrzehnte seines Lebens in verschiedenen Gefängnissen. Seit Ende August 2023 ist er wieder auf freien Fuß und muss sich nun in einer völlig anderen Welt zurechtfinden. Gemeinsam wollen wir mit ihm über seine Zeit im Knast und danach sprechen.

 

Wie steht man so etwas durch, ohne Mitgefühl und Verstand zu verlieren? Was bedeutet Freiheitsentzug eigentlich? Und welchen Wert haben Solidarität und Zusammenhalt in einer scheinbar aussichtslosen Situation?

Eine Veranstaltungsreihe der Roten Hilfe e.V. und Thomas Meyer-Falk