Termine

Samstag, 24.02.2024

Reclaim am 24. Februar: Ob Kinder oder keine, entscheiden wir alleine!?

Bald steht der 8. März und damit der internationale Frauenkampftag an. Die Parole wird auch dann wieder gerufen und wendet sich vor allem gegen die aktuelle Regelung des Schwangerschaftsabbruchs in Deutschland. Doch auch darüber hinaus nimmt der bürgerliche Staat massiven Einfluss auf unsere Lebens-und Familiengestaltung. Nicht immer ist das so offensichtlich und unmittelbar wie beim Abbruch. Ökonomische Gegebenheiten spielen in der kapitalistischen Gesellschaft ebenso eine Rolle wie politische Instrumente zur Regulierung von Kinderwunsch oder Verhütung.

Neben einem Input zu diesem breiten Themenfeld, habt ihr die Möglichkeit, ganz konkrete Fragen zu Schwangerschaftsabbruch, Kinderwunsch und Co zu stellen.

Wie immer gibt es leckeres Essen und von 19 bis 20 Uhr die Möglichkeit, sich über aktuelle Stadtteil-Themen auszutauschen. Wir freuen uns auf euch.

Mittwoch, 28.02.2024

Frauen in der roten Hilfe Deutschlands

Die roten Helferinnen

Vortrag zu Frauen in der roten Hilfe Deutschlands

Mittwoch, 28.02

19 Uhr

Stadtteilladen Schwarze Katze

Untere Seitenstraße 1

Die 1924 gegründete Rote Hilfe Deutschlands (RHD) war eine KPD-nahe Solidaritätsorganisation, die politische Gefangene und ihre Familien materiell unterstützte und sich mit Kampagnen gegen staatliche Repression einsetzte. Von Anfang an spielten Frauen eine wichtige Rolle in der RHD - trotz der Mehrfachbelastungen durch Lohn- und Reproduktionsarbeit. Durch frauenspezifische Werbekampagnen und die Proteste gegen den §218 gewann die RHD immer mehr weibliche Mitglieder. Wer waren diese Frauen, und was motivierte sie? In welchen Bereichen waren sie engagiert? Wie veränderte sich das Geschlechterbild der RHD im Lauf der Jahre? Ein Vortrag der roten Hilfe Nürnberg - Fürth - Erlangen mit Silke Makowski (Hans-Litten-Archiv) und freundlicher Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung Sharepic in größer und Flyer zum selber Drucken.
Samstag, 02.03.2024

GET ORGANZIED: Gegen Rechtsruck, Ausbeutung und Vereinzelung!

Für den 2. März 2024 rufen linke und antifaschistische Gruppen aus dem Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen (darunter auch wir) zu einer Demonstration unter dem Motto: "GET ORGANZIED: Gegen Rechtsruck, Ausbeutung und Vereinzelung!" auf. Sa., 2.3.2024, 14:00 Uhr | Nelson-Mandela-Platz (das ist hinter dem Hauptbahnhof) | Nürnberg Achtet auf Ankündigungen hier, da sich an den Daten oben noch etwas ändern kann. AUFRUF zur Demonstration: Anfang Januar enthüllte die Rechercheplattform Correctiv ein Treffen von Werteunion, Großindustriellen, AfD und Neonazis. Bei diesem Treffen wurden massenhaft Deportationen von Menschen aus Deutschland geplant. Seitdem gehen deutschlandweit Millionen auf die Straße. Endlich gibt es wieder große Proteste gegen Rechts!Und trotzdem können wir es nicht dabei belassen, ab und an gegen Nazis auf die Straße zu gehen. In einer Gesellschaft, in der rassistische und antisemitische Angriffe Alltag sind, reicht es nicht, einmal auf eine Großdemonstration zu gehen: Während wir die Deportationsphantasien der AfD kritisieren, werden Menschen aus Europa abgeschoben oder sterben gar an den Außengrenzen. Auch bei Hetze und Kürzungen gegen Erwerbslose und ärmere Menschen steht die Regierung der AfD kaum nach. Jeden Tag werden Menschen aus ihren Wohnungen geworfen, weil sie sich die Miete nicht leisten können. All das ist für viele von uns bittere Realität. All das macht uns traurig, ohnmächtig und wütend. All das passiert in einer gesellschaftlichen Stimmung, in der Antifaschismus kriminalisiert und linke Proteste angegriffen werden. Die Holocaust-Überlebende Esther Bejerano sagte bereits: „Wer gegen Nazis kämpft, kann sich auf den Staat nicht verlassen“, und sie hatte recht.Während Nazis auf der Straße Brandanschläge begehen und queere Jugendliche verprügeln, setzen Parlament und Regierung extrem rechte Forderungen um. Doch was tun deutsche Behörden? Sie stecken ihre Energie in den Kampf gegen linke Bewegungen. Ein lokales Beispiel sind die Razzien in Nürnberg im vergangenen Oktober: Wegen ein paar angeblicher Graffittis wurden die Wohnungen von sechs jungen Menschen durchsucht und ein Ermittlungsverfahren wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung eröffnet. Vorgeworfen wird ihnen unter anderem die „Verherrlichung der Antifa“. Es bleibt an uns, all dem etwas entgegenzusetzen! Lassen wir der AfD und anderen Rechten keine Ruhe, keinen Sitz im Parlament und keinen Fußbreit auf der Straße! Treten wir der Unterdrückung und Ausbeutung in dieser Gesellschaft gemeinsam entgegen – Auf allen Ebenen und mit allen Mitteln. Gemeinsam als von Rassismus Betroffene, als Queers, als Juden*Jüdinnen, als Antifaschist*innen und viele mehr. Nur gemeinsam können wir einen Umgang mit all der Trauer, der Ohnmacht und der Wut finden.Lasst uns füreinander einstehen und uns gegenseitig unterstützen. Lasst uns nicht zuschauen, wenn unsere Nachbar*innen aus ihren Wohnungen geworfen oder abgeschoben werden. Lasst uns Schluss machen mit der Vereinzelung und uns zusammenschließen. Lasst uns Räume für Solidarität und Freundi*nnenschaft schaffen und die klassenlose Gesellschaft als Antwort auf Rechtsruck, Ausbeutung und Unterdrückung aufbauen. Lasst uns nicht aufhören zu kämpfen: Für eine Welt, in der wir alle ohne Angst leben können!Kommt am 02. März mit uns auf die Straße! Gegen Rechtsruck, Ausbeutung und Vereinzelung! – Für die befreite Gesellschaft!
Samstag, 09.03.2024

Grundlagenvortrag Kritik am liberalen Feminismus am 9.03.24 um 18:00 Uhr Youth Connect Öffnung der RZN

  Wir laden euch herzlich zu unserer Youth Connect Öffnung in die Schwarze Katze ein. Anlässlich des internationalen Frauenkampftags hören wir gemeinsam einen Vortrag zur Kritik des liberalen Feminismus und wieso wir die lohnabhängige Klasse für zentral im Kampf gegen das Patriarchat betrachten. Im Anschluss ist Raum für Diskussion. Kommt gerne vorbei und lernt uns kennen. Für Essen uns Getränke ist gesorgt.   Geöffnet ab 18:00 Uhr im Stadtteilladen Schwarze Katze, untere Seitenstraße 1, 90429 Nürnberg
Mittwoch, 27.03.2024

Gesiebte Luft - 27 Jahre Freiheitsentzug

Gesiebte Luft – 27 Jahre Freiheitsentzug

Ein Gespräch mit Thomas Meyer-Falk

Mittwoch, 27.03

19 Uhr

Stadtteilladen Schwarze Katze

Untere Seitenstraße 1 Gostenhof

 

Für viele ist die Vorstellung für ihr politisches Handeln ein paar Jahre im Knast verbringen zu müssen schwer vorstellbar. Thomas verbrachte fast drei Jahrzehnte seines Lebens in verschiedenen Gefängnissen. Seit Ende August 2023 ist er wieder auf freien Fuß und muss sich nun in einer völlig anderen Welt zurechtfinden. Gemeinsam wollen wir mit ihm über seine Zeit im Knast und danach sprechen.

 

Wie steht man so etwas durch, ohne Mitgefühl und Verstand zu verlieren? Was bedeutet Freiheitsentzug eigentlich? Und welchen Wert haben Solidarität und Zusammenhalt in einer scheinbar aussichtslosen Situation?

Eine Veranstaltungsreihe der Roten Hilfe e.V. und Thomas Meyer-Falk

Publikationen

Was war los

23.02.1983
Anschlag der Roten Zora auf Lindemann, Chefarzt am ElisabethKrankenhaus in Hamburg, der sich mit Sterilisationsversuchen an Frauen und als internationale ?Fachkraft in Sterilisationsfragen in der Dritten Welt? hervorgetan hat.

one struggle one fight

AZ muss her & KV bleibt

Knapp 2000 Menschen beteiligten sich am 28. Februar an einer Demonstration für den Erhalt des Kunstvereins (KV), forderten die Stadt Nürnberg auf die Finger von den eh schon wenigen subkulturellen Einrichtungen zu lassen und nach jahrelangen Verhandlungen endlich ein Haus für ein Autonomes Zentrum (AZ) zur Verfügung zu stellen.
Eine bunte Mischung hatte sich am Samstag um 14 Uhr vor dem von einer Allparteienkoalition 1997 geschlossenen Gebäude des selbstverwalteten KOMM am Königstor zur Auftaktkundgebung der Demo eingefunden: Veteranen der Subkultur, Punks, KommunistInnen, Hippies und die FAU, ex KOMMlerInnen, Skinheads, FabrikarbeiterInnen und DesimitarbeiterInnen, autonome Linke von Banda Sinistra, der organisierten autonomie, aus der Jugend Antifa, der radikalen Linken und anderen Gruppen, Rockabilies, Normalos, Angehörige zahlreicher lokaler Combos, die SdAJ und Solid, Hip Hop Crews, Mitglieder  der Gewerkschaft und Emos, KöchInnen aus der VAPCA und der Schwarzen Katze, Linksparteiler, Erwerbslose und AktivistInnen Soziokultureller Einrichtungen, DKP- und Musikvereinmitglieder und viele mehr die auf die schnelle nicht zu verorten sind. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden, Statistiker wären hier gefragt, dürfte sich so in etwa irgendwo zwischen 11 und 67 Jahren bewegt haben.

Demostration mit Power
Als sich der Zug, begleitet von einem angesichts der Masse an Personen sichtlich überaschten und zurückhaltend agierenden Polizeiaufgebot, in Bewegung setzte, war die Aufmerksamkeit von PassantInnen gesichert. „Halli Galli Drecksauparty“ war auf einem der zahlreichen Schilder zu lesen und das entsprach auch der Stimmung, die im gesamten Demozug herrschte. Von einer Trommelgruppe angeführt und durch Sound aus mehreren Lautsprecherwägen begleitet zog der Zug lautstark durch die Innenstadt. Auf mehreren Zwischenkundgebungen forderten RednerInnen projektübergreifende Solidarität, riefen zum gemeinsamen Kampf für den Erhalt des KV und anderer bestehender subkultureller Einrichtungen, zur Sebstverteidigung gegen staatlichen und städtischen Kürzungswahn und zur Unterstützung der Forderung für ein Autonomes Zentrum auf. Live acts vom Nürnberger Barden Gymmick, von Renitenz und anderen sorgten auf den Zwischenkundgebungen für Stimmung, unterwegs sorgten alle dafür und die Parole „KV bleibt AZ jetzt“ hallte durch die Straßen. Ganz vorn im Zug sorgte ein Block, laufender bemalter Häuser, die Freunde der Initiative für ein AZ gebaut hatten, dafür ihrer Forderung Aufmerksamkeit zu verschaffen und den städtischen Verantwortlichen zu signalisieren so soll es aussehen das AZ.

Solidarität und Einheit in der Vielfalt

Auf der Demonstration zusammengeführt, hat das breite Spektrum an Teilnehmenden sicher die Tatsache das die Spielräume für alternative, nicht kommerzielle Kultur aufgrund der neoliberalen Politik der SPD-Stadtspitze auch in Nürnberg immer enger werden und die Unzufriedenheit bei vielen wächst. Den Ausschlag für eine Mobilisierung dieser Breite, dürfte jedoch das asoziale Sanierungskonzept der Z-Bau Betreibergesellschaft gegeben haben, welches auf Initiative des Stadtrates Grosse-Grollmann der Wählergemeinschaft „Die Guten“ und ihrem ersten Vorsitzenden entstanden ist und von der SPD aufgegriffen wurde. Das Konzept der mit den „Guten“ verflochtenen Z-Bau-BetreiberInnen sieht vor, dem KV die Räume zu entziehen. Im Tonfall neoliberaler Politik führen die ex-Alternativen als Argument für den geplanten Rausschmiss an: „Sicherheit und Sauberkeit seien nicht lösbare Konfliktpunkte“ und sind damit auf lokaler Ebene wohl endgültig dort angekommen, wo die Grünen bereits vor Jahren gelandet sind.
Mit dem Kunstverein soll aufgrund dieses Sanierungsplanes eine seit über 30 Jahren bestehende Einrichtung, die Generationen Konzerte zu erschwinglichen Preisen, eine Kneipe ohne Konsumzwang, Kultur, Volxküche und vieles mehr geboten hat und bietet, rausgeworfen werden.
Für viele brachte das wohl das Fass zum überlaufen und es entstand die Solidarität und Einheit in der Vielfalt, die uns – die große Mehrheit in diesem Land, einzig immer wieder in die Lage versetzten kann, unsere Interessen gegen die Profitgier, den reaktionären Sicherheits- und Sauberkeitswahn und all die andere Kacke, die das Leben im Kapitalismus so mit sich bringt, durchzusetzen.

Sturm im Wasserglas oder die Ruhe vor dem Sturm

Vorerst hat die Stadt Nürnberg sowohl dem KV als auch der AZ Initiative im Zuge der Mobilisierung Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Angesichts der allgemein gegenüber dem städttischen Filz aus Politik und Verwaltung angebrachten Skepsis tun jedoch beide Initiativen sicherlich gut daran, wenn sie ihre Aktivitäten nun nicht zurückschrauben, sondern weiterhin Druck auf die Verantwortlichen ausüben. Vor dem Hintergrund der immer weiter um sich greifenden Krise des kapitalistischen Wirtschaftens, die sicherlich früher oder später auch auf der lokalen Ebene mit weiteren Kürzungen durchschlagen wird, erscheint dies um so mehr angebracht.
Die Demonstration am letzten Samstag mit ihrer hohen TeilnehmerInnenzahl war sicher ein Schuss vor den Bug der städtischen Kürzungs- und Streichungsfanatiker und damit ein Erfolg.
Wenn sie kein Sturm im Wasserglas gewesen sein soll, müssen alle, die daran teilgenommen haben, allerdings weiterhin solidarisch dafür sorgen, dass denen da oben klar bleibt, dass wir nicht bereit sind, die Kosten ihres krisenhaften, am Profitstreben einer Minderheit ausgerichteten Wirtschaftssystems zu bezahlen, und bereit sind unser Recht auf Räume und Kultur mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln durchzusetzen.

Quelle:
barricada – Zeitung für autonome Politik und Kultur – Ausgabe März 2009

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