Termine

Freitag, 01.03.2024

Freitag, 1. März 2024: AAB-Solitresen zur Demo GET ORGANIZED! Gegen Rechtsruck, Ausbeutung und Vereinzelung!

Stadtteilladen Schwarze Katze, Untere Seitenstr. 1, Nürnberg Geöffnet ab 19 Uhr, Vortrag 20 Uhr

Mobilisierungsveranstaltung mit Vortrag zur Demo am 2. März - 14 Uhr - Nelson-Mandela-Platz. Massenweise gehen Menschen gegen die AfD und den gesellschaftlichen Rechtsruck auf die Straße. Parteien und Mainstreammedien behaupten, die DemonstrantInnen würden Demokratie und die herrschenden Verhältnisse verteidigen. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass die AfD vom Staat des Kapitals lediglich in Reserve gehalten wird, um im Falle einer weiteren Zuspitzung der ökonomischen und sozialen Krise von der Leine gelassen zu werden. Bis dahin dürfen die etablierten Parteien die kapitalistische Agenda von gesellschaftlicher Faschisierung (inkl. §129-Verfahren gegen Nürnberger Antifas), Militarisierung, Aufrüstung, Krieg, rassistischer Abschottungspolitik und sozialem Kahlschlag umsetzen. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Solitresens des Antifaschistischen Aktionsbündnisses statt. Alle Getränke kosten deshalb 1 Euro mehr. Der Erlös fließt in die antifaschistische Solidaritätsarbeit.
Samstag, 02.03.2024

GET ORGANZIED: Gegen Rechtsruck, Ausbeutung und Vereinzelung!

Für den 2. März 2024 rufen linke und antifaschistische Gruppen aus dem Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen (darunter auch wir) zu einer Demonstration unter dem Motto: "GET ORGANZIED: Gegen Rechtsruck, Ausbeutung und Vereinzelung!" auf. Sa., 2.3.2024, 14:00 Uhr | Nelson-Mandela-Platz (das ist hinter dem Hauptbahnhof) | Nürnberg Achtet auf Ankündigungen hier, da sich an den Daten oben noch etwas ändern kann. AUFRUF zur Demonstration: Anfang Januar enthüllte die Rechercheplattform Correctiv ein Treffen von Werteunion, Großindustriellen, AfD und Neonazis. Bei diesem Treffen wurden massenhaft Deportationen von Menschen aus Deutschland geplant. Seitdem gehen deutschlandweit Millionen auf die Straße. Endlich gibt es wieder große Proteste gegen Rechts!Und trotzdem können wir es nicht dabei belassen, ab und an gegen Nazis auf die Straße zu gehen. In einer Gesellschaft, in der rassistische und antisemitische Angriffe Alltag sind, reicht es nicht, einmal auf eine Großdemonstration zu gehen: Während wir die Deportationsphantasien der AfD kritisieren, werden Menschen aus Europa abgeschoben oder sterben gar an den Außengrenzen. Auch bei Hetze und Kürzungen gegen Erwerbslose und ärmere Menschen steht die Regierung der AfD kaum nach. Jeden Tag werden Menschen aus ihren Wohnungen geworfen, weil sie sich die Miete nicht leisten können. All das ist für viele von uns bittere Realität. All das macht uns traurig, ohnmächtig und wütend. All das passiert in einer gesellschaftlichen Stimmung, in der Antifaschismus kriminalisiert und linke Proteste angegriffen werden. Die Holocaust-Überlebende Esther Bejerano sagte bereits: „Wer gegen Nazis kämpft, kann sich auf den Staat nicht verlassen“, und sie hatte recht.Während Nazis auf der Straße Brandanschläge begehen und queere Jugendliche verprügeln, setzen Parlament und Regierung extrem rechte Forderungen um. Doch was tun deutsche Behörden? Sie stecken ihre Energie in den Kampf gegen linke Bewegungen. Ein lokales Beispiel sind die Razzien in Nürnberg im vergangenen Oktober: Wegen ein paar angeblicher Graffittis wurden die Wohnungen von sechs jungen Menschen durchsucht und ein Ermittlungsverfahren wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung eröffnet. Vorgeworfen wird ihnen unter anderem die „Verherrlichung der Antifa“. Es bleibt an uns, all dem etwas entgegenzusetzen! Lassen wir der AfD und anderen Rechten keine Ruhe, keinen Sitz im Parlament und keinen Fußbreit auf der Straße! Treten wir der Unterdrückung und Ausbeutung in dieser Gesellschaft gemeinsam entgegen – Auf allen Ebenen und mit allen Mitteln. Gemeinsam als von Rassismus Betroffene, als Queers, als Juden*Jüdinnen, als Antifaschist*innen und viele mehr. Nur gemeinsam können wir einen Umgang mit all der Trauer, der Ohnmacht und der Wut finden.Lasst uns füreinander einstehen und uns gegenseitig unterstützen. Lasst uns nicht zuschauen, wenn unsere Nachbar*innen aus ihren Wohnungen geworfen oder abgeschoben werden. Lasst uns Schluss machen mit der Vereinzelung und uns zusammenschließen. Lasst uns Räume für Solidarität und Freundi*nnenschaft schaffen und die klassenlose Gesellschaft als Antwort auf Rechtsruck, Ausbeutung und Unterdrückung aufbauen. Lasst uns nicht aufhören zu kämpfen: Für eine Welt, in der wir alle ohne Angst leben können!Kommt am 02. März mit uns auf die Straße! Gegen Rechtsruck, Ausbeutung und Vereinzelung! – Für die befreite Gesellschaft!
Samstag, 02.03.2024

Isa-Kneipe mit dem Film "Lip oder die Macht der Phantasie"

Im Rahmen unserer Isa-Kneipe im Vorfeld des Internationalen Frauenkampftags 2024 sehen wir uns gemeinsam einen Fim an von Chris Marker über den Kampf bei der französischen Uhrenfabrik LIP. Dieser Kampf spielt eine wichtige Rolle im Gedächtnis der französischen Lohnabhängigen. Die Frauen standen hier wie so oft, wenn es ernst wird, in vorderster Reihe. Die dokumentarische Film vermittelt die erregende Atmosphäre, die entstehen kann, wenn Utopien greifbar werden.
Stadtteilladen Schwarze Katze Untere Seitenstr. 1, Nürnberg 19-20 Uhr: Anlaufstelle gegen Arbeitsunrecht ab 20 Uhr: ISA-Kneipe
Die Handlung: "Seit Mitte April 1973 bedrohen Massenentlassungen die Lip-Belegschaft, es kommt zu ersten Demonstrationen. Als am 12. Juni verkündet wird, es gebe keinen Lohn mehr, kommt es zum Bossnapping und zum ersten Einsatz der Sicherheitskräfte - und es kommt zur Beschlagnahme des Uhrenlagers durch die Belegschaft. Auf die riesige Demonstration am 15. Juni folgt am 18. Juni die Besetzung der Fabrik: die Produktion in Eigenregie beginnt. Am 14. August wird die Besetzung von der Polizei gewaltsam beendet, der Kampf ist damit aber noch lange nicht vorbei...
Freitag, 08.03.2024

Frauen kämpfen international gegen Krise, Krieg und Kapital! - Raus zum 8.März!

8.März Demo || Internationaler Frauenkampftag || 17:00 Uhr || Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt || 16:30 Uhr || Jamnitzer Platz, Gostenhof
Auf die eine oder andere Art kennen wir es doch alle: wir kochen, putzen, waschen die Wäsche und gehen einkaufen. Wir gießen die Blumen und räumen die Spülmaschine im Büro aus. Wir erziehen die Kinder, bringen sie zum Sport oder zu Freund*innen und helfen ihnen bei den Hausaufgaben. Wir pflegen die Eltern oder andere Angehörige und helfen dort im Haushalt. Wir denken über die Geschenke von Bekannten und Verwandten nach und planen den nächsten Ausflug für die Familie oder Freund*innen und und und.
Und das alles meist zusätzlich zu einem Job, zu den Sorgen über immer teureren Wohnraum, mehr Lebenshaltungskosten, wieder steigende Strom- und Heizungskosten und mehr.
Wenn wir mal durchatmen können, stellt sich die Frage: Wo bleibt da eigentlich noch Zeit für mehr? Wie sollen Bildung, Engagement und Hobbies neben Care-Arbeit und Mental Load noch Platz haben?
Dies geht eigentlich nur, wenn einem jemand den Rücken freihält. Aus unseren Erfahrungen, aber auch statistisch gesehen, sind die, die diese Arbeiten ausführen zum überwiegenden Teil immer noch Frauen. In mehr als 2/3 der Familien werden sie allein von Frauen übernommen und in nur etwa 5% der Haushalte kümmert sich der Mann zum überwiegenden Teil.
Deshalb stellt sich uns die Frage: Wie können wir unser Zusammenleben, unsere Gesellschaft und die Politik verändern, dass eine gleiche Aufteilung der Erziehungs- und Pflegearbeit möglich wird? Damit wir alle Zeit haben und trotzdem die Kinder nicht verhungern, die Oma versorgt und das Zuhause kein Saustall ist.
Hinzu kommt, dass wir in einer Zeit leben, in der vieles im Umbruch ist.Kriege treten vor unsere Haustür und bringen neben menschlichem Leid auch Tod, eine Energie- und Wirtschaftskrise folgt nach der anderen. Rechte Akteure, wie jüngst mal wieder an der AfD zu sehen ist, versuchen einen Rollback in vergangene vermeintlich „gute alte Zeiten“ und schüren Hass, Rassismus und engstirniges Denken. Gerade haben wir die Corona-Pandemie überstanden, die uns Frauen im wahrsten Sinne des Wortes zurück an den Herd katapultierte und die Gewalt in Familien explodieren ließ und nun heißt es wieder einmal den Gürtel enger schnallen. Für „Sozialklimbim“ sei laut dem FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler kein Platz. Was das für uns in der Konsequenz heißt: ein Sparzwang, der eine der größten Kürzungen im sozialen Bereich seit den 1990er Jahren mitbringt.
Es werden massiv Mittel im Sozialhaushalt gekürzt und die schlechtere Bezahlung und schlechten Arbeitsbedingungen imSozial-, Pflege- und Erziehungsbereich wird weitergehen. Es wird bei denen gespart, die sowieso nicht viel haben und weiter von unten nach oben verteilt. Als Beispiel sei hier die Kindergrundsicherung genannt, die alle Leistungen für armutsgefährdete Kinder in einer Stelle vereinen sollte und nun nur noch mit einem Rest-Budget von 2,4 statt 12 Mrd € eingeführt wird, sowie für Alleinerziehende weniger Unterstützung bedeuten kann. Einen Kindergartenplatz zu erhalten ist trotz gesetzlichem Anspruch immer noch Glücksache und eine gute Schulbildung oder ein Studium können sich nur die leisten, die viel Kohle haben; wird der Bildungsbereich doch seit vielen Jahren ebenfalls kaputtgespart.
Durch Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen sind vor allem Frauen dazu gezwungen, in Teilzeit zu arbeiten und prekäre Arbeitsplätze anzunehmen. Ganz zu schweigen von einer immer noch vorhandenen ungleichen Bezahlung zu den männlichen Kollegen, lag doch der sog. Gender Pay Gap im letzten Jahr im Südwesten immer noch bei 22%. Gerade für Alleinerziehende bedeutet dies eine Spirale, die überproportional oft für Frauen in der Altersarmut endet oder sie dazu drängt in Familienstrukturen zu bleiben und vermehrt Abhängigkeiten fördert. Zudem reicht der Lohn einer Arbeitsstelle für Alleinerziehende oder Alleinstehende oft gerade so zum Überleben, große Sprünge oder unvorhergesehene Ausgaben sind nicht möglich. Viele müssen sich mit einem Nebenjob oder zwei Arbeitsstellen über Wasser halten. Frauen werden durch gesetzliche Regelungen, wie das Ehegattensplitting, in traditionelle Familienmodelle gedrängt oder dort festgehalten. Sie erleben eine Verdichtung der Arbeit durch einen Job und die zusätzlich hauptsächlich durch sie zu verrichtende Haus- und Care-Arbeit. 
Wie kommen wir heraus aus solchen Teufelskreisen? Von Ratgebern oder in klugen Sprüchen hören wir dann oft, du musst nur an dir arbeiten und dich verändern, noch flexibler werden, mehr Yoga als Ausgleich machen oder dir einen reiche(re)n Partner suchen. Doch alles „Selfcare“ dieser Welt kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in einer Gesellschaft und in einem Staat leben, der die ökonomischen Interessen über die der Menschen stellt. Uns wird immer wieder gesagt, dass wir in einem Sozialstaat leben und es uns doch gut geht. Doch da wo Menschen in Zahlen berechnet werden und der Aufwand, den „es lohnt“ in einen Menschen zu stecken, ebenfalls kalkuliert wird, da ist von Sozial im Staat nicht viel übrig, sondern die wirtschaftlichen Interessen und Ausbeutung durch Arbeit dominieren. Ist das das gute Leben nach dem wir alle streben? Muss unsere Gesellschaft nicht eigentlich genau anders herum funktionieren, indem der Mensch und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt gestellt wird? Doch das wird es im Kapitalismus nicht geben. 
Wir wollen eine Gesellschaft, in der nicht 100 Mrd€ in die Rüstung und das Militär gesteckt und damit Kriege gefördert werden, die uns und unseren Planeten zerstören.Wir müssen selbst kämpfen, z.B. für ein gut funktionierendes Bildungssystem mit einer geschlechtergerechten Erziehung oder für kostenlose Kinderbetreuung, die kollektiv organisiert wird und nicht als profitorientiertes Unternehmen. Oder auch für Wohnungen, die wir uns noch leisten können und für ein Stadtviertel, das an den Bedürfnissen der sie Bewohnenden orientiert ist und nicht nur öffentlichen Raum kennt, der kommerziell genutzt wird. Einen öffentlichen Raum, der für alle zugänglich ist und nicht von Frauen mit einem Pfefferspray zur Verteidigung in der Tasche durchquert wird.
Diese Aufzählung ließe sich noch lange weiterführen und kann doch noch nicht abschließend beendet werden. Denn wir sind es, die diese Gesellschaft gemeinsam verändern können, es wird kein Retter kommen, der für uns die patriarchalen Strukturen abschafft. Deshalb lasst uns zusammenkommen, diskutieren, die Vereinzelung unserer Gesellschaft durchbrechen, uns als Frauen solidarisch zusammenschließen und Ideen für die dringend notwendige Veränderung unserer Gesellschaft, des kapitalistischen Wirtschaftssystems und unseres Miteinanders zusammen ausgestalten. Gemeinsam als Frauen unserer Klasse wollen wir die Vorstellung eines guten Lebens für uns alle entwerfen, an vorhandenen Ideen anknüpfen und diese weiterentwickeln. Z.B. wie (un)bezahlte Care-Arbeit verkollektiviert werden kann, also wie Kindererziehung außerhalb der Kleinfamilie im Haus, in der Straße oder im Viertel organisiert werden kann oder wir mit gemeinsamen Versorgungseinrichtungen, wie einer Stadtteilmensa,die Haus-Arbeit gleichberechtigt auf mehrere Schultern verteilen. Wie wir Kämpfe um unsere Zeit lostreten und weiterentwickeln können, damit neben Arbeit und Haushalt noch Luft für Bildung, Kultur und soziales/politisches Engagement bleibt. Oder wie wir z.B. durch Streiks oder öffentliche Lohnlisten dem Gender Pay Gap und niedriger Bezahlung in sog. weiblich konnotierten Berufssparten entgegenwirken können und vieles mehr. Lasst uns das zusammen angehen!
Lasst uns die Unzumutbarkeiten nicht länger schweigend und unwidersprochen hinnehmen. Kommt zur Kundgebung am 8. März am Plärrer und lasst uns gemeinsam bei Veranstaltungen Ideen entwickeln wie wir vorankommen. Denn wir wollen ein Leben, in dem wir nicht bestimmte Rollen aufgrund unseres Geschlechtes erfüllen müssen, in dem wir nicht nach unserem Aussehen oder unserer Herkunft beurteilt werden, in dem es keine soziale Ungleichheit gibt, wir den gleichen Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen teilen und ein solidarisches Miteinander leben. 
Lasst uns am 8. März und darüber hinaus ein starkes und kämpferisches Zeichen setzen für eine Welt jenseits von kapitalistischer Ausbeutung und patriarchaler Unterdrückung!
Demonstration am 8.März um 17 Uhr Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt um 16.30 am Jamnitzer Platz
Freitag, 08.03.2024

Frauen kämpfen international gegen Krise, Krieg und Kapital! - Raus zum 8.März!

8.März Demo || Internationaler Frauenkampftag || 17:00 Uhr || Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt || 16:30 Uhr || Jamnitzer Platz, Gostenhof
Auf die eine oder andere Art kennen wir es doch alle: wir kochen, putzen, waschen die Wäsche und gehen einkaufen. Wir gießen die Blumen und räumen die Spülmaschine im Büro aus. Wir erziehen die Kinder, bringen sie zum Sport oder zu Freund*innen und helfen ihnen bei den Hausaufgaben. Wir pflegen die Eltern oder andere Angehörige und helfen dort im Haushalt. Wir denken über die Geschenke von Bekannten und Verwandten nach und planen den nächsten Ausflug für die Familie oder Freund*innen und und und.
Und das alles meist zusätzlich zu einem Job, zu den Sorgen über immer teureren Wohnraum, mehr Lebenshaltungskosten, wieder steigende Strom- und Heizungskosten und mehr.
Wenn wir mal durchatmen können, stellt sich die Frage: Wo bleibt da eigentlich noch Zeit für mehr? Wie sollen Bildung, Engagement und Hobbies neben Care-Arbeit und Mental Load noch Platz haben?
Dies geht eigentlich nur, wenn einem jemand den Rücken freihält. Aus unseren Erfahrungen, aber auch statistisch gesehen, sind die, die diese Arbeiten ausführen zum überwiegenden Teil immer noch Frauen. In mehr als 2/3 der Familien werden sie allein von Frauen übernommen und in nur etwa 5% der Haushalte kümmert sich der Mann zum überwiegenden Teil.
Deshalb stellt sich uns die Frage: Wie können wir unser Zusammenleben, unsere Gesellschaft und die Politik verändern, dass eine gleiche Aufteilung der Erziehungs- und Pflegearbeit möglich wird? Damit wir alle Zeit haben und trotzdem die Kinder nicht verhungern, die Oma versorgt und das Zuhause kein Saustall ist.
Hinzu kommt, dass wir in einer Zeit leben, in der vieles im Umbruch ist.Kriege treten vor unsere Haustür und bringen neben menschlichem Leid auch Tod, eine Energie- und Wirtschaftskrise folgt nach der anderen. Rechte Akteure, wie jüngst mal wieder an der AfD zu sehen ist, versuchen einen Rollback in vergangene vermeintlich „gute alte Zeiten“ und schüren Hass, Rassismus und engstirniges Denken. Gerade haben wir die Corona-Pandemie überstanden, die uns Frauen im wahrsten Sinne des Wortes zurück an den Herd katapultierte und die Gewalt in Familien explodieren ließ und nun heißt es wieder einmal den Gürtel enger schnallen. Für „Sozialklimbim“ sei laut dem FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler kein Platz. Was das für uns in der Konsequenz heißt: ein Sparzwang, der eine der größten Kürzungen im sozialen Bereich seit den 1990er Jahren mitbringt.
Es werden massiv Mittel im Sozialhaushalt gekürzt und die schlechtere Bezahlung und schlechten Arbeitsbedingungen imSozial-, Pflege- und Erziehungsbereich wird weitergehen. Es wird bei denen gespart, die sowieso nicht viel haben und weiter von unten nach oben verteilt. Als Beispiel sei hier die Kindergrundsicherung genannt, die alle Leistungen für armutsgefährdete Kinder in einer Stelle vereinen sollte und nun nur noch mit einem Rest-Budget von 2,4 statt 12 Mrd € eingeführt wird, sowie für Alleinerziehende weniger Unterstützung bedeuten kann. Einen Kindergartenplatz zu erhalten ist trotz gesetzlichem Anspruch immer noch Glücksache und eine gute Schulbildung oder ein Studium können sich nur die leisten, die viel Kohle haben; wird der Bildungsbereich doch seit vielen Jahren ebenfalls kaputtgespart.
Durch Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen sind vor allem Frauen dazu gezwungen, in Teilzeit zu arbeiten und prekäre Arbeitsplätze anzunehmen. Ganz zu schweigen von einer immer noch vorhandenen ungleichen Bezahlung zu den männlichen Kollegen, lag doch der sog. Gender Pay Gap im letzten Jahr im Südwesten immer noch bei 22%. Gerade für Alleinerziehende bedeutet dies eine Spirale, die überproportional oft für Frauen in der Altersarmut endet oder sie dazu drängt in Familienstrukturen zu bleiben und vermehrt Abhängigkeiten fördert. Zudem reicht der Lohn einer Arbeitsstelle für Alleinerziehende oder Alleinstehende oft gerade so zum Überleben, große Sprünge oder unvorhergesehene Ausgaben sind nicht möglich. Viele müssen sich mit einem Nebenjob oder zwei Arbeitsstellen über Wasser halten. Frauen werden durch gesetzliche Regelungen, wie das Ehegattensplitting, in traditionelle Familienmodelle gedrängt oder dort festgehalten. Sie erleben eine Verdichtung der Arbeit durch einen Job und die zusätzlich hauptsächlich durch sie zu verrichtende Haus- und Care-Arbeit. 
Wie kommen wir heraus aus solchen Teufelskreisen? Von Ratgebern oder in klugen Sprüchen hören wir dann oft, du musst nur an dir arbeiten und dich verändern, noch flexibler werden, mehr Yoga als Ausgleich machen oder dir einen reiche(re)n Partner suchen. Doch alles „Selfcare“ dieser Welt kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in einer Gesellschaft und in einem Staat leben, der die ökonomischen Interessen über die der Menschen stellt. Uns wird immer wieder gesagt, dass wir in einem Sozialstaat leben und es uns doch gut geht. Doch da wo Menschen in Zahlen berechnet werden und der Aufwand, den „es lohnt“ in einen Menschen zu stecken, ebenfalls kalkuliert wird, da ist von Sozial im Staat nicht viel übrig, sondern die wirtschaftlichen Interessen und Ausbeutung durch Arbeit dominieren. Ist das das gute Leben nach dem wir alle streben? Muss unsere Gesellschaft nicht eigentlich genau anders herum funktionieren, indem der Mensch und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt gestellt wird? Doch das wird es im Kapitalismus nicht geben. 
Wir wollen eine Gesellschaft, in der nicht 100 Mrd€ in die Rüstung und das Militär gesteckt und damit Kriege gefördert werden, die uns und unseren Planeten zerstören.Wir müssen selbst kämpfen, z.B. für ein gut funktionierendes Bildungssystem mit einer geschlechtergerechten Erziehung oder für kostenlose Kinderbetreuung, die kollektiv organisiert wird und nicht als profitorientiertes Unternehmen. Oder auch für Wohnungen, die wir uns noch leisten können und für ein Stadtviertel, das an den Bedürfnissen der sie Bewohnenden orientiert ist und nicht nur öffentlichen Raum kennt, der kommerziell genutzt wird. Einen öffentlichen Raum, der für alle zugänglich ist und nicht von Frauen mit einem Pfefferspray zur Verteidigung in der Tasche durchquert wird.
Diese Aufzählung ließe sich noch lange weiterführen und kann doch noch nicht abschließend beendet werden. Denn wir sind es, die diese Gesellschaft gemeinsam verändern können, es wird kein Retter kommen, der für uns die patriarchalen Strukturen abschafft. Deshalb lasst uns zusammenkommen, diskutieren, die Vereinzelung unserer Gesellschaft durchbrechen, uns als Frauen solidarisch zusammenschließen und Ideen für die dringend notwendige Veränderung unserer Gesellschaft, des kapitalistischen Wirtschaftssystems und unseres Miteinanders zusammen ausgestalten. Gemeinsam als Frauen unserer Klasse wollen wir die Vorstellung eines guten Lebens für uns alle entwerfen, an vorhandenen Ideen anknüpfen und diese weiterentwickeln. Z.B. wie (un)bezahlte Care-Arbeit verkollektiviert werden kann, also wie Kindererziehung außerhalb der Kleinfamilie im Haus, in der Straße oder im Viertel organisiert werden kann oder wir mit gemeinsamen Versorgungseinrichtungen, wie einer Stadtteilmensa,die Haus-Arbeit gleichberechtigt auf mehrere Schultern verteilen. Wie wir Kämpfe um unsere Zeit lostreten und weiterentwickeln können, damit neben Arbeit und Haushalt noch Luft für Bildung, Kultur und soziales/politisches Engagement bleibt. Oder wie wir z.B. durch Streiks oder öffentliche Lohnlisten dem Gender Pay Gap und niedriger Bezahlung in sog. weiblich konnotierten Berufssparten entgegenwirken können und vieles mehr. Lasst uns das zusammen angehen!
Lasst uns die Unzumutbarkeiten nicht länger schweigend und unwidersprochen hinnehmen. Kommt zur Kundgebung am 8. März am Plärrer und lasst uns gemeinsam bei Veranstaltungen Ideen entwickeln wie wir vorankommen. Denn wir wollen ein Leben, in dem wir nicht bestimmte Rollen aufgrund unseres Geschlechtes erfüllen müssen, in dem wir nicht nach unserem Aussehen oder unserer Herkunft beurteilt werden, in dem es keine soziale Ungleichheit gibt, wir den gleichen Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen teilen und ein solidarisches Miteinander leben. 
Lasst uns am 8. März und darüber hinaus ein starkes und kämpferisches Zeichen setzen für eine Welt jenseits von kapitalistischer Ausbeutung und patriarchaler Unterdrückung!
Demonstration am 8.März um 17 Uhr Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt um 16.30 am Jamnitzer Platz
Samstag, 09.03.2024

Grundlagenvortrag Kritik am liberalen Feminismus am 9.03.24 um 18:00 Uhr Youth Connect Öffnung der RZN

  Wir laden euch herzlich zu unserer Youth Connect Öffnung in die Schwarze Katze ein. Anlässlich des internationalen Frauenkampftags hören wir gemeinsam einen Vortrag zur Kritik des liberalen Feminismus und wieso wir die lohnabhängige Klasse für zentral im Kampf gegen das Patriarchat betrachten. Im Anschluss ist Raum für Diskussion. Kommt gerne vorbei und lernt uns kennen. Für Essen uns Getränke ist gesorgt.   Geöffnet ab 18:00 Uhr im Stadtteilladen Schwarze Katze, untere Seitenstraße 1, 90429 Nürnberg
Freitag, 15.03.2024

Antifa-Aktionskneipe im März

Freitag, 15.3. | Stadtteilladen Schwarze Katze (untere Seitenstrasse 1, NBG) | Workshop 20:00 Uhr | Offenes Antifatreffen 19:00 Uhr

Diskussionsworkshop zu Feminismus aus materialistischer Perspektive
Der inhaltliche Part des Abends beginnt um 20:00 Uhr mit dem kurzen Versuch von einer materialistische Perspektive auf das Thema Feminismus zu blicken. Darauf aufbauend wollen wir uns während einer Workshopphase in Kleingruppen z.B. mit den Themen Reproduktionsarbeit, Hass auf queere Menschen, oder Rollenzuschreibungen die die Zweigeschlechtlichkeit mit sich bringt, auseinandersetzen.
Schon um 19:00 Uhr beginnt der Abend mit dem offenen Antifatreffen. Wenn ihr antifaschistisch aktiv werden wollt, könnt ihr hier einen ersten Eindruck von unserer Arbeit bekommen und mitmachen.
Für Essen und Trinken gegen eine Spende ist wie immer gesorgt!
+++ AM 8.MÄRZ AUF DIE STRASSE! +++
Infos über die Antifa-Aktionskneipe Youtube | Instagram | antifaak161 (äääät) riseup.net
Was macht die Antifa Aktionskneipe?
Beispiele: Mobivideo zum 8.März ’23 / Jahresrückblick 2021 / Satire zur Bundestagswahl / Podcast zum Tag gegen Gewalt an Frauen / Antifa-Stadtrundgang / Aktion gegen AfD Landtagswahlstand / Demo „Keine rechte Hetze in unserem Viertel!“ / Gemeinsamer Treffpunkt für revolutionäre 1.Mai-Demo / Aktion zum TagX NSU-Prozess / Aktion gegen CSU Parteitag / Aktion gegen AfD-Infostand / Fahrt zur Demo: Memmingen sieht rot / Alle Aktionen chronologisch auf der Redside Was ist die Antifa Aktionskneipe: Der rechte Vormarsch in der BRD geht weiter voran. Am offensten zeigt sich diese Entwicklung an den Wahlerfolgen der AfD und Gesetzesverschärfungen, wie die neuen Polizeiaufgabengesetze. Die Bundesregierung schaffte das Asylrecht quasi ab, sperrt Geflüchtete in Lager und schiebt in Kriegsgebiete ab. Parallel dazu werden täglich Menschen von Nazis und RassistInnen angegriffen. Überall formieren sich rechte Bürgerwehren und rechter Terror wird zu einer immer größeren Bedrohung. Deswegen gewinnt antifaschistischer Widerstand gegen diese Zustände an enormer Bedeutung. Wir wollen deutlich zeigen und klar machen, dass wir diese reaktionäre Offensive nicht unbeantwortet lassen. Wir lassen uns nicht durch Rassismus und Sexismus spalten, sondern müssen gemeinsam als unterdrückte Klasse für eine befreite Welt kämpfen. Wir müssen uns entscheiden, ob wir in einer Welt des Faschismus und Unterdrückung leben wollen oder in einer Welt der Solidarität und Gerechtigkeit. Wenn auch du die Schnauze voll hast und aktiv gegen Nazis und FaschistInnen werden willst, dann komm zur Antifa-Aktionskneipe! Jeden dritten Freitag im Monat ab 19:00 Uhr veranstalten wir ein offenes Treffen, mit dem Ziel, uns gemeinsam zu informieren, auszutauschen und aktiv zu werden. Lernen wir uns kennen, schließen wir uns zusammen und machen wir uns gemeinsam stark gegen Rassismus, Faschismus, Patriarchat und Kapitalismus.
Montag, 18.03.2024

Raus zum Tag der politischen Gefangenen!

Der weltweite Kampf der kapitalistischen Staaten um Absatzmärkte, Einflusszonen und Investitionsmöglichkeiten wird schärfer und es entstehen im Zuge dessen schon länger immer offenere Konflikte, die immer mehr Eskalationspotential bieten. Unzweifelhaft dämmert die Neuaufteilung der Welt. Der von der NATO angeheizte und von der Russischen Föderation zum militärischen Gefecht eskalierte Konflikt um die Ukraine ist dabei nur ein Beispiel. Weitere sind das Ringen der USA und China um Taiwan, wie auch Versuche verschiedener Akteure, mehr Einfluss auf dem afrikanischen Kontinent zu gewinnen.

Hinzu kommt, dass im vergangenen Oktober Israel durch militante palästinensische Gruppen, unter Führung der Hamas, militärisch angegriffen wurde. Das israelische Militär begann daraufhin den Gazastreifen zu bombardieren. Dieser vorläufige Höhepunkt des seit Jahrzehnten bestehenden Konflikts hält seitdem an.

In dieser brandgefährlichen Gemengelage vertritt auch die BRD ihre Interessen bzw. die des deutschen Kapitals. Und damit das möglichst ungestört von statten geht, sollen wir Werktätige möglichst wenig sagen und tun, was dem im Weg steht. Deshalb findet in allen Fragen, die diese Interessen betreffen, ein besonders krasser Kampf um die Meinungen der Menschen statt. Deshalb tritt der Staat zunehmend repressiver auf – generell, aber auch im Besonderen:

Gegen Menschen, die sich Versuchen, die Gesellschaft immer weiter nach rechts zu drängen, entgegenstellen oder gegen Menschen, die Kriegsrhetorik etwas entgegensetzen. Gegen Menschen, die soziale Proteste organisieren oder solche, die den Kapitalismus ankreiden. Hier sollen nur ein paar Beispiele genannt sein.

So kommt es, dass die kurdische Freiheitsbewegung kriminalisiert wird - im Januar startete der Prozess gegen Tahir Köcer, der im vergangenen Jahr in Nürnberg festgenommen wurde. Ihm wird nach §129b StGB die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland vorgeworfen. So kommt es, dass die, die zum Nahostkonflikt eine Meinung vertreten, die nicht der deutschen Staatsräson entspricht, eingeschüchtert werden. Das passiert bspw. über Verbote palästinasolidarischer Demonstrationen, Razzien gegen die migrantische Selbstorganisation ZORA und medial erhobene Forderungen nach Einschränkungen der Demonstrationsfreiheit für Nicht-staatsbürger und schnellerer Abschiebungen von vermeintlichen Antisemiten. So erklären sich ebenfalls die Angriffe der Polizei auf die Luxemburg und Liebknecht Demonstration in Berlin oder, dass mehrere Dutzend KlimaaktivistInnen bereits vor Beginn der Internationalen Automobil Ausstellung 2023 in München in Präventivhaft genommen worden sind. Nicht zuletzt ist das wohl der Grund, wegen dem in Nürnberg gegen mehrere AntifaschistInnen nach §129 ermittelt wird, weil sie Graffiti gesprüht haben sollen.

Umso wichtiger ist es in diesen Zeiten, dass wir uns bemühen, es der Repression nicht unnötig einfach zu machen. Dass wir uns umeinander kümmern und für alle von Repression Betroffenen da sind. Dass wir den vielen Gefangenen Briefe schreiben und sie nicht vergessen. Dass wir solidarisch zusammenstehen.

In diesem Sinne wollen wir den Tag der politischen Gefangenen, den 18.03.2024 mit einer Kundgebung begehen.

18 Uhr Kundgebung am Jamnitzerplatz. Anschließend wird es Gefangenen schreiben in der Vokü ab 19 Uhr geben.

Verbreitet unseren Aufruf gerne weiter und nutzt unsere Sharepics (1414x2000, 500x707).

Mittwoch, 27.03.2024

Gesiebte Luft - 27 Jahre Freiheitsentzug

Gesiebte Luft – 27 Jahre Freiheitsentzug

Ein Gespräch mit Thomas Meyer-Falk

Mittwoch, 27.03

19 Uhr

Stadtteilladen Schwarze Katze

Untere Seitenstraße 1 Gostenhof

 

Für viele ist die Vorstellung für ihr politisches Handeln ein paar Jahre im Knast verbringen zu müssen schwer vorstellbar. Thomas verbrachte fast drei Jahrzehnte seines Lebens in verschiedenen Gefängnissen. Seit Ende August 2023 ist er wieder auf freien Fuß und muss sich nun in einer völlig anderen Welt zurechtfinden. Gemeinsam wollen wir mit ihm über seine Zeit im Knast und danach sprechen.

 

Wie steht man so etwas durch, ohne Mitgefühl und Verstand zu verlieren? Was bedeutet Freiheitsentzug eigentlich? Und welchen Wert haben Solidarität und Zusammenhalt in einer scheinbar aussichtslosen Situation?

Eine Veranstaltungsreihe der Roten Hilfe e.V. und Thomas Meyer-Falk

Publikationen

Was war los

29.02.1980
Stra?enschlachten in Amsterdam zwischen Kraakern und Bullen, die sich ?ber mehrere Tage hinwegziehen. Ausgangspunkt war die Besetzung eines Hauses in der Vondelstraat. Der Versuch der Bullen, das Geb?ude zu r?umen, scheitert am Widerstand der BesetzerInnen.

Das Konstrukt Intelligenz

Anansi, die trickreiche Spinne, beschloss einst, das klügste Wesen der Welt zu werden. Also zog Anansi aus, um die Weisheit aller Wesen zu sammeln. Die einen betrog er, um an ihr Wissen zu gelangen, von manchen stahl er ihre Klugheit, doch die meisten beschenkten Anansi bereitwillig – schließlich war er eine beeindruckende Spinne, der man gern einen Gefallen tat. Anansi verwahrte die gesammelte Weisheit sicher in einer großen Kalebasse. Als es nichts mehr zu sammeln gab, kehrte er nach Hause zurück und überlegte, wo das klügste Wesen der Welt seine Kalebasse sicher verstecken könnte, damit niemand das Wissen fände und er für immer der Klügste bleiben würde. Unter dem Sofa war kein Platz mehr, also entschied Anansi, dass der Wipfel eines hohen Baumes der sicherste Platz für die Weisheit der Welt sei. Er schnallte sich die Kalebasse vor den Bauch, denn es war klar, dass er alle acht Beine brauchen würde,um den Baum zu erklettern. Höher als bis zur Hälfte kam er nicht. Anansi rutschte immer wieder ab, denn die Kalebasse war ihm im Weg. Ntikuma, der kleine Sohn Anansis, hatte die fruchtlosen Bemühungen der Spinne beobachtet und rief schließlich: „He, warum schnallst du dir die Kalebasse nicht einfach auf den Rücken, dann hast du besseren Halt.“ Anansi versuchte es und gelangte auf diese Weise tatsächlich bis zur Spitze des Baumes. Da ging Anansi ein Licht auf. Er nahm die Kalebasse und schüttete den Inhalt, den er so emsig gesammelt hatte, über die ganze Welt aus. Den vorlauten Ntikuma allerdings verdrosch er ganz fürchterlich, denn Traditionen sind fordernd.

Ein Teil der LeserInnen hat uns an dieser Stelle bereits verlassen. Wir sind jetzt unter uns und können beginnen: Intelligenz ist eine feine Sache. Man kann gar nicht genug davon haben und schätzt sie hoch. Mangelt es einem Menschen an dieser magischen Substanz, darf man ihn verachten (auch als Linke/r). Bei anderen Mängeln und Gebrechen ist dies bekanntlich nicht der Fall. Wie Langzeitstudien ergeben haben, ist der sicherste Weg, ein Gespräch abzubrechen und jeden zukünftigen Kontakt zu verhindern nicht etwa, seinem Gegenüber ins Gesicht zu spucken, sondern ihm Intelligenz abzusprechen. Das Intelligenzkonzept ist selten Gegenstand einer radikalen Kritik, obwohl es zentraler Bestandteil der Selektion nach den Maßgaben des kapitalistischen Wirtschaftens ist, zu vielerlei Diskriminierungen führt und eine der wissenschaftlichen Rechtfertigungen der gesellschaftlichen Ungleichheit darstellt. Die zahlreichen Diskussionen um den Begriff Intelligenz und die gängigen Intelligenzmodelle drehen sich häufig um die Aktualisierung und Verfeinerung des Konzeptes. Linke zielen in ihrer Kritik oft auf einen „gerechteren“ und umfassenderen Intelligenzbegriff ab. Ihre Argumentation deckt sich dabei teilweise mit der einiger BildungspolitikerInnen und WissenschaftlerInnen, die objektiv dem Interesse der Wirtschaft nach fortwährender und verbesserter Feinabstimmung der Selektion gerecht werden. Wir stellen eine andere Herangehensweise zur Diskussion: Die Ablehnung des Intelligenzkonzeptes.

Intelligenz – Was soll das sein?

Man könnte annehmen, dass es für ein allseits anerkanntes Konzept eine halbwegs einheitliche Definition gibt. Dies ist beim Intelligenzbegriff nicht der Fall. Die allgemeine Handhabung des Begriffs funktioniert aber offenbar, trotz stark divergierender Definitionen. Irgendwie hat selbstverständlich jede Beschreibung von „Intelligenz“ etwas mit einem Teil der Hirntätigkeit zu tun, nämlich mit Verstandesleistungen. Wir bieten einige der derzeit gehandelten Definitionen zur Auswahl an: „Zielgerichtetes adaptives Verhalten“; „Die globale Kapazität eines Individuums, zweckmäßig und rational zu handeln und effektiv mit seiner Umwelt umzugehen“; „Die Fähigkeit, mit kognitiver Komplexität umzugehen“; „Die Neigung menschlicher Wesen, die Struktur ihres kognitiven Arbeitens zu modifizieren, um sie den sich verändernden Anforderungen einer Lebenssituation anzupassen“, „Die allgemeine kognitive Leistungsfähigkeit eines Menschen“; „Die Fähigkeit der Einsicht“; „Allgemeine geistige Anpassungsfähigkeit an neue Aufgaben und Lebensbedingungen“. Natürlich gibt es längere und detailliertere Definitionen, doch konkreter werden auch diese nicht. Im wesentlichen scheint die Intelligenz eine irgendwie am Hirn festzumachende Größe zu sein, die bestimmten Funktionen zugrundeliegt. Ein Potential, das zu kognitiven Leistungen befähigt – und durch seine notwendige Beschränktheit die Befähigung zu anderen Leistungen ausschließt.
Eine witzige Informationsbroschüre des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, „Begabte Kinder finden und fördern – Ein Ratgeber für Elternhaus und Schule.“ belehrt uns:
„Allgemeine intellektuelle Begabung (oder kurz: Intelligenz) ist kein physikalisches Merkmal wie Größe oder Gewicht, das man sehen oder tasten und mit einem Meßinstrument, wie einem Zollstock oder einer Waage, direkt erfassen kann. Intelligenz ist ein Konstrukt, d. h. ein von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen geprägter Begriff zur Beschreibung kognitiver Fähigkeiten. Diese Fähigkeiten sind nicht direkt beobachtbar, sondern können nur aus bestimmten Anzeichen (z. B. aus der richtigen oder falschen Bearbeitung der Aufgaben eines Intelligenztests) erschlossen werden. Es gibt viele unterschiedliche Definitionen von Intelligenz. Gemeinsam ist den meisten Definitionen, daß sie mit Intelligenz die Fähigkeit bezeichnen, sich in neuen Situationen auf Grund von Einsichten zurechtzufinden oder Aufgaben mit Hilfe des Denkens zu lösen, ohne daß hierfür die Erfahrung, sondern vielmehr das Erkennen von Beziehungen das Wesentliche ist.“
Freerk Huisken hat in seinem Buch „Die Wissenschaft von der Erziehung. Einführung in die Grundlügen der Pädagogik“ darauf hingewiesen, dass der Vorstellung von Begabung und Intelligenz ein tautologischer Rückschluss zu Grunde liegt: Aus dem Erbringen einer Leistung wird geschlossen auf das Vermögen, diese Leistung zu erbringen. Das ist eigentlich überflüssig, da die Möglichkeit mit dem Erbringen bereits verwirklicht ist. Dass es den LeserInnen möglich ist, diesen Artikel zu lesen, ist in dem Fakt, dass sie ihn lesen eben eingeschlossen. „Sinnlos“, so Huisken, „ist diese theoretische Übung dennoch nicht. Sie ziehen diesen ‚Schluß‘ nur, um die Möglichkeit einer Leistung als selbständiges Ding neben die Leistung zu stellen und als verursachende Kraft ins Spiel zu bringen…“ Durch diesen Kniff soll freilich nicht geleugnet werden, dass man sich Wissen und Können erst aneignen muss, sondern die Grundlage und ideologische Rechtfertigung geschaffen werden für Diskriminierung und Auslese. Lassen wir noch einmal Huisken zu Wort kommen: „…kaum ist [ein Stück Wissen] erarbeitet, soll die neue Kenntnis nicht auf diese Tätigkeit des Geistes zurückgehen. Unterschiede im Wissen und Können gelten nämlich nicht als Hinweis darauf, daß die Individuen offenbar recht unterschiedlichen Gebrauch von der Tatsache machen, daß sie allesamt über einen Geist verfügen. Diese rationelle Feststellung würde die ganze Absicht konterkarieren, den Individuen mit dem Verweis auf die Intelligenz eine ihren Verstandesgebrauch beschränkende Kraft anzudichten. Also muß für jedes angeeignete Wissen ein anderer Grund her: Man weiß, was man weiß, weil dem Geist die Erarbeitung dieser Einsichten durch eine Kraft namens Intelligenz ermöglicht wurde.“

Intelligenztests – Wer braucht sowas?

Die so konstruierte Intelligenz ist natürlich eine Größe, die gemessen werden soll und kann. Daraus ergibt sich die Frage, welche kognitiven Aufgaben für diese Messung herangezogen werden sollen. Auch bei hierarchischen Intelligenzmodellen, die einen übergeordneten Generalfaktor kennen, der auf alle einzelnen Leistungsbereiche einwirkt, müssen die konkreten Testaufgaben notwendigerweise aus bestimmten Gebieten der kognitiven Leistung stammen. Rechnerisches Denken, Sprachverständnis, Kurzzeitgedächtnis, Abstraktionsfähigkeit, logisches Denken, aber manchmal auch Allgemeinwissen und Wortschatz werden, unter anderem, herangezogen, um Tests zu konstruieren. Auswahl und Gewichtung der Aufgabengebiete hängen mit den Fähigkeiten zusammen, die in der Wirtschaft (aber auch beim Militär) als wünschenswert gelten. Selbstverständlich sind auch die Bildungseinrichtungen von der KiTa bis zur Hochschule darauf ausgerichtet, der Wirtschaft passende Arbeitskräfte zuzuführen und der herrschenden Klasse einen Nachschub an politischem und administrativem Personal und neuen IdeologieproduzentInnen usw.. (Weil nicht nur Manager, Bundeskanzler und UniprofessorInnen gebraucht werden, funktionieren diese Einrichtungen gleich noch als Selektionsmaschinen, die den größten Teil der lieben Kleinen von weiterer Bildung auschließt). Tatsächlich stellt die Korrelation des ermittelten Intelligenzquotienten mit den Schulnoten der Testpersonen ein wichtiges Außenkriterium für die Validität von Intelligenztests dar. Ein weiteres Außenkriterium ist, wie stark die spätere berufliche Karriere mit dem korrelliert, was der ermittelte IQ erwarten ließ.
Die Broschüre „Begabte Kinder finden und fördern“ meint in diesem Zusammenhang:
„Bei der Entwicklung eines Intelligenztests gilt es nun zu prüfen, ob er das mißt, was seine Entwickler als Intelligenz definiert haben. Zum einen untersucht man deshalb, inwieweit die Ergebnisse des neu entwickelten Tests mit bereits bestehenden IQ-Tests, die auf ähnlichen Definitionen beruhen, übereinstimmen. Zum anderen sucht man nach sogenannten ‚Außenkriterien‘, wie z. B. Lehrerurteile und Schulnoten, und überprüft deren Übereinstimmung mit den Testergebnissen.“ Aus Kindern, denen Intelligenz zugesprochen werden kann, macht die kapitalistische Gesellschaft eher etwas als aus dem Rest. Dass dies an ihren recht stabilen Fähigkeiten (Intelligenz) liegt, die von Tests richtig gemessen wurden, wird dadurch bewiesen, dass die Gesellschaft eher etwas aus ihnen macht.
Natürlich sind die gängigen Intelligenztests auch innerhalb ihrer durch die Verwertungslogik bestimmten Funktion ungerecht. Tatsächlich sind sie Gegenstand von Klassenauseinandersetzungen (wie auch die berühmte Frage „Vererbung oder Umwelt?“, die für hochideologisierte und lähmend fruchtlose Vorträge in Hörsälen und auf Parties sorgt). Individuen, die aus den berüchtigten „bildungsfernen Schichten“ stammen, auf die das Kleinbürgertum und Teile des Proletariats so herzlich gerne herabblicken, sind mit beispielsweise sprachlichen Analogien eher nicht vertraut, ihnen fehlen unter Umständen einfach die Sprachkenntnisse. Je mehr Bildung ein Mensch genossen hat, umso besser wird er bei Intelligenztests abschneiden (wiederum dieser Zirkel). Je erfahrener er allgemein im Umgang mit Tests ist und je geübter in den geforderten Denkweisen, umso leichter erreicht er einen hohen IQ. Für „Unfairness“ sorgt außerdem der Umstand, dass ein Intelligenztest nicht allein die richtige Lösung der gestellten Aufgaben fordert, sondern ihre Bewältigung in einer bestimmten Mindestgeschwindigkeit. Auch diese Übereinstimmung mit der Schule ist natürlich nicht zufällig. Auch hier geht es um die Bedürfnisse der Wirtschaft – Zeit ist Geld! Die Liste der „Ungerechtigkeiten“ ließe sich lange fortsetzen. Wir kürzen ab: Intelligenztests benachteiligen die selben Personengruppen, denen auch die Bildungseinrichtungen übel mitspielen. Sie bevorzugen Individuen, die aus der selben Kultur und der selben Klasse stammen wie die Testkonstrukteure. VertreterInnen der etablierten Bourgeoisie dürften diesem Umstand im Durchschnitt weniger kritisch gegenüberstehen als diejenigen, die aufgrund ihrer Klassenzugehörigkeit oder –herkunft eher eine zweckmäßigen Erhöhung der gesellschaftlichen Durchlässigkeit befürworten. Versuche, über verschiedene Maßnahmen größere soziale und interkulturelle Fairness herzustellen, stellen keinesfalls die Selektion und Einstufung in Frage, sie wollen sie aber zum besseren Nutzen der Wirtschaft sachgerechter gestalten.
Dem kapitalistischen Wirtschaftsbetrieb kommt eine Erweiterung und Modifizierung des Intelligenzbegriffs durchaus entgegen. Die Theorien der multiplen Intelligenzen oder der emotionalen Intelligenz sorgen für eine Einbeziehung dessen, was in einer modernen kapitalistischen Gesellschaft als kompetentes Sozialverhalten gilt. Das Konstrukt der sozialen oder emotionalen Intelligenz stellt also nicht in erster Linie ein Trostpflaster für die Doofen dar. Ein IQ von 130 ist zum Beispiel im Sozialmanagement oder in der Teamarbeit nicht immer ein Nachteil, aber eben auch kein Hinweis auf ausreichende Kompetenz in diesen Bereichen. Außerdem geraten in das Blickfeld der Wissenschaft vermehrt die Kosten, die durch das alltägliche Gegeneinander im Management oder durch Soziopathen (bekanntlich sitzen nur die erfolglosen Soziopathen in Knästen und anderen Anstalten, die erfolgreichen hingegen in den Chefetagen) verursacht werden.
Wozu das Konstrukt Intelligenz dient, wieso es sich wandelt und mit ihm natürlich die Tests, dürfte nun ausreichend dargelegt sein. Was die Intelligenztests (wie auch immer ihr jeweiliges Design sein mag) messen, gilt per Konvention als Intelligenz. In diesem Sinne gibt es also eine Intelligenz, und ihre korrekte Definition liefert uns der Experimentalpsychologe Edwin G. Boring, der vor knapp hundert Jahren selbst an der Entwicklung von Intelligenztests für das amerikanische Militär beteiligt war: „Intelligenz ist, was die Tests testen.“

Und die Dummheit?

Ach, die Dummheit! Lassen wir in diesem Zusammenhang gleich den notorischen Thilo Sarrazin zu Wort kommen, der sich wie alle Eugeniker sehr für Intelligenz interessiert: „Intelligenz ist aber zu 50 bis 80 Prozent erblich. Deshalb bedeutet ein schichtabhängig unterschiedliches generatives Verhalten leider auch, dass sich das vererbte intellektuelle Potential der Bevölkerung kontinuierlich verdünnt.“ Letzteres stimmt weder, noch ist es das, was er meint, aber: Geschenkt! Das wesentliche ist: Dumm fickt viel und verhütet weniger als die Intelligenten, und da Blödheit erblich ist, wird die Gesellschaft insgesamt dümmer. Mit der Behauptung der Erblichkeit werden nicht nur die stigmatisiert, die gegenwärtig bei Intelligenztests schlecht abschneiden, sondern gleich ihre ganze Nachkommenschaft. Die Armen insgesamt bleiben arm, weil sie dumm sind. Ganze Gesellschaften bleiben arm, weil es ihnen an Intelligenz mangelt.
Sarrazin hat mit einiger Wahrscheinlichkeit einen IQ, der über dem Mittelwert (100) liegt, und das bringt uns zurück zur „Dummheit“. Müssten wir, wenn wir auf den Begriff „Intelligenz“ verzichten, auch den Begriff „Dummheit“ fallen lassen? Wo doch die Dummheit allgegenwärtig ist, punktuell oder andauernd bei Menschen (mit einem Intelligenzquotienten von 140 oder von 60, egal) ganz augenfällig vorhanden ist? Eher nicht! Wir schlagen vorläufig eine negative Definition von Dummheit vor: Das Gegenteil von Dummheit ist nicht „Intelligenz“, sondern der Verzicht auf Ignoranz, der Verzicht darauf, den Gebrauch der eigenen Birne (deren Vorhandensein zu 100% genetisch bedingt ist) zu unterlassen.

Ein Plädoyer

Seriöse und interessante Aussagen über kognitive Leistungen (und ihre neurophysiologischen Grundlagen) sind von anderen Disziplinen als der Psychologie zu erwarten. Der barricada-Redaktion mangelt es zur Zeit aber an HirnforscherInnen. Daher sollte klar sein, dass der vorgeschlagene Verzicht auf das Konstrukt „Intelligenz“ keine konstruktive Kritik darstellt und von manchen als Zumutung empfunden werden muss. Der Kapitalismus braucht dieses Konstrukt. Brauchen wir es auch? Müssen wir den gesellschaftlichen Rassismus, der am ungeniertesten auftritt, reproduzieren? Wie betrachten wir „Intelligenzunterschiede“ unter dem Gesichtspunkt der Perspektive des Kommunismus? Sollten diejenigen mit überdurchschnittlichem IQ (per definitionem 50% der Bevölkerung, nach Selbsteinschätzung aber deutlich mehr) über eine „Critical brightness“ gönnerhaft die „Minderbegabten“ emporheben?
Es ist anzunehmen, dass eine von Kapitalismus, Rassismus und Patriarchat befreite Gesellschaft Unterschiede in dem, was heute von Intelligenztests gemessen wird, weitgehend nivellieren wird. Etwaige noch bestehende Divergenz dürfte dann irrelevant sein hinsichtlich einer gesellschaftlichen Wertung. Alle Beiträge der Einzelnen zu kollektiven Lösungsprozessen besitzen in einer sich wirksam zum Besten entwickelnden Gesellschaft Wert. Wir leben aber nicht in einer solchen Gesellschaft, sind jedoch als revolutionäre Linke darauf angewiesen, möglichst clever vorzugehen.
Eine Lösung könnte für uns in dem liegen, was auch in einer Gesellschaft ohne soziale Ungleichheit der zentrale Punkt sein dürfte: In der Kollektivität. Bekanntlich können auch Kollektive dumm sein. Sie bergen durch bestimmte Mechanismen und den Umstand, dass Einzelne in dem Maße, in dem sie in einer Frage inkompetent sind dazu neigen, ihre Kompetenz zu überschätzen, die Gefahr, ins dumpfe Mittelmaß zu führen. Es gilt also, die Wege der gemeinsamen Theoriebildung und der kollektiven Verstandestätigkeit zu optimieren.
Wir sind als revolutionäre Linke geradezu gezwungen, unsere Birnen so gut und so kritisch und selbstkritisch wie möglich zu gebrauchen und Organisationen hervorzubringen, die möglichst auf kollektive Dummheit verzichten. Diese Gruppierungen sollten schließlich auch als kollektive Intellektuelle fungieren, die bürgerliche und keinbürgerliche Weltbilder, Konzepte und Vorstellungen nicht einfach akzeptieren. Sehr vieles von dem, was uns heute als universell gültig verkauft wird und von erschreckend vielen Linken unhinterfragt hingenommen und gar übernommen wird, wird das Ende des Kapitalismus nicht lange überleben.

Erschienen in barricada – Januar 2013

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