8. März 2013

Seit über 100 Jahren gehen Frauen am 8. März, dem internationalen Frauenkampftag, auf die Straßen. Dieser Tag wurde von der Kommunistin und Frauenrechtlerin Clara Zetkin initiiert. Bei den ersten Frauentagen wurde um Frauenwahlrecht, Arbeitsschutzgesetze, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Festsetzung von Mindestlöhnen, Mutter- und Kinderschutz gekämpft und gegen imperialistische Kriege. Einige der Forderungen sind von 1911 immer noch brandaktuell. Deswegen protestieren am 8. März weiterhin jedes Jahr Millionen Frauen gegen Gewalt, Sexismus und Patriarchat.

Armut ist weiblich – Widerstand auch

1% des globalen Gesamtvermögens gehört Frauen. Weltweit leben zwei Drittel aller Frauen von weniger als 1 Dollar pro Tag. Auch in Deutschland ist Armut weiblich, hier ist etwa jede sechste Frau betroffen.

Der internationale Frauenkampftag

steht weltweit für rechtliche, politische und wirtschaftliche Gleichstellung, für das Recht auf körperliche Unversehrtheit und ein selbstbestimmtes Leben. Wir nehmen den 8. März 2013 zum Anlass, gegen jede Form von Gewalt und Diskriminierung gegen Frauen zu protestieren. Angesichts der sich zuspitzenden Wirtschaftskrise und der sich zuspitzenden sozialen Ungleichheit in der Welt und sagen wir dieses Jahr besonders der ökonomischen Gewalt gegen Frauen den Kampf an. Gewalt gegen Frauen ist nicht nur, wenn Frauen geschlagen werden. Auch wenn Frauen nicht genug zu Essen haben, gezwungen sind sich in Lohnarbeit und Familie krumm und buckelig zu arbeiten oder sich Medikamente oder ein würdiges Leben nicht leisten können, ist das ökonomische und strukturelle Gewalt gegen Frauen.

Armut wächst weltweit. Kein Zufall!

Die Möglichkeiten für einen allgemeinen Wohlstand für alle Menschen auf der Welt sind längst vorhanden. Doch wird dieser gesellschaftlich Wohlstand nicht so verteilt, dass alle Menschen gut leben könnten. In Deutschland besitzen die reichsten 10% der Bevölkerung einen Anteil von mehr als 60% am Gesamtvermögen. Die ärmeren 70 Prozent besitzen hingegen zusammen nur 9% des gesamten Vermögens. Weltweit ist das Gefälle noch größer.

Das ist kein Zufall.

Denn das bestehende Wirtschaftssystem ist so strukturiert, dass die Menschen, die viel besitzen, die, denen große Fabriken und Unternehmen gehören, durch die Ausbeutung der Arbeitskraft ihrer Angestellten immer reicher werden können. An jeder Stunde, die die ArbeiterInnen und Angestellten für sie arbeiten, verdienen die Unternehmen Mehrwert für sich und erwirtschaften so unvorstellbare Gewinne. Die Mehrheit der Menschen, die den gesellschaftlichen Reichtum schaffen, ist davon ausgeschlossen. Wenn wir diese ungerechte Verteilung der Güter auf der Welt verändern wollen, müssen wir diesem ausbeuterischen System den Kampf ansagen.
In Zeiten von Finanz- und Wirtschaftskrise sollen nun die Kosten der Krise auf den Schultern der Bevölkerung, abgewälzt werden. Als Folge sollen wir Kürzungen der Sozialleistungen, Einschnitte im Bildungssystem, sowie die Ausweitung der Arbeitszeit oder Senkung der Löhne und damit die Verschlechterung unsere Lebens- und Arbeitsbedingungen hinnehmen. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse werden zur Regel. Die Einschnitte bei den Sozialleistungen und den Verschlechterung der Arbeitsbedingungen treffen Frauen sehr stark.

2/3 aller Arbeit weltweit erledigen Frauen, sie erhalten aber nur 10 % der Einnahmen.

Frauen verdienen und besitzen unglaublich viel weniger als Männer, weil sie andere Arbeiten übernehmen als Männer und diese Arbeiten in der Regel entweder unbezahlt oder schlecht bezahlt sind.
Grundlage für menschliche Existenz ist, dass sich die Menschheit sich auch reproduziert. Also dass Kinder auf die Welt gebracht, gepflegt und erzogen werden, dass Menschen Essen erhalten, sich ausruhen können und dass sie im Krankheitsfall oder im Alter versorgt werden. Das Alles macht viel Arbeit. Diese Arbeit erledigen in aller Regel Frauen – meist unbezahlt und ohne Anerkennung. Von dieser wichtigen und sinnvollen Arbeit profitieren Männer, wenn sie eine geputzte Wohnung, ein gekochtes Essen oder ein versorgtes Kind vorfinden. Von dieser unsichtbaren, unbezahlten Arbeit profitiert auch das kapitalistische System, denn die benötigten Arbeitskräfte werden so geboren, erzogen und gesund und leistungsfähig erhalten.
Frauen werden in einer modernisierten kapitalistischen Gesellschaft doppelt ausgebeutet – durch Lohnarbeit und unbezahlte Reproduktionsarbeit. Obwohl heute viele Frauen außer Haus arbeiten, sind sie es weiterhin, die hauptsächlich die Haus-, Erziehungs-, und Pflegearbeiten erledigen – denn an der Arbeitsteilung in Familien und in Partnerschaften ändert sich nichts, wenn die Frauen arbeiten gehen. Statistiken zeigen, dass Männer heute im Vergleich zu 1990 nicht mehr an unbezahlter Arbeit leisten. Um ihre Erwerbsarbeiten mit den zu verrichtenden Haus- und Betreuungsarbeiten in Einklang bringen zu können, arbeiten Frauen meist in Teilzeit oder in so genannten Minijobs – häufig im Niedriglohnbereich. Diese Tendenz verstärkt sich mit der Finanz- und Wirtschaftskrise aktuell sogar: Es gehen in Deutschland zwar immer mehr Frauen einer Lohnarbeit nach, aber jeweils mit immer weniger Stunden und folglich immer weniger Lohn.

Die Natur der Frauen…

Die meisten Frauen arbeiten in sogenannten „typische Frauenberufen“. Diese liegen oft im sozialen oder im prekären Dienstleistungs-Sektor, also z.B. im Verkauf, oder in der Pflege. Auf technischen Gebieten und in gut bezahlten Leitungspositionen finden wir Frauen selten.
Haben Frauen von Natur aus eine soziale Ader, keine Begabung im technischen Bereich und mangelndes Konkurrenzverhalten, oder warum wählen sie solche Berufe?

Rollenerwartungen an Männer und Frauen haben sich geschichtlich entwickelt und immer wieder verändert.

Kinder werden in unserer Gesellschaft immer noch sehr unterschiedlich behandelt und erzogen, je nachdem, ob sie als Junge oder als Mädchen eingeordnet werden – auch wenn viele Eltern behaupten, sie würden ihre Kinder gleich behandeln. Trotzdem sehen die Kinder in den meisten Fällen, dass es Frauen sind, die sich um Hausarbeit und Kindererziehung kümmern und orientieren sich daran. So lernen die Mädchen sich empathiefähig, treu, zurückhaltend und unterwürfig zu zeigen. Mädchen sollen mit Puppen spielen und in der Kochecke des Kindergartens ihr Vergnügen treiben. Jungen werden dagegen in Rangeleien und Wettbewerbsdenken gestärkt und darin mit Autos und Actionfiguren zu spielen – und wehe ein Junge will sich lieber schminken und mit Puppen spielen. Wer sich nicht an die Rollenvorgaben hält, wird diskriminiert und ausgegrenzt. So entwickeln sich „typisch“ männliche und weibliche Rollen und Vorstellungen von der heterosexuellen Kleinfamilie als Norm. Auch wenn Frauen und Männer formal gleichberechtigt sind, setzen sich durch die unterschiedliche Sozialisation von Jungen und Mädchen patriarchale Muster gesellschaftlich fort. Die Sozialisation hat einen starken Einfluss auf die spätere Berufswahl.

23% weniger Lohn – 950 € weniger Rente

Frauenberufe erhalten gesellschaftlich wenig Anerkennung und sind extrem schlecht bezahlt. In der Folge erhalten Frauen in Deutschland nach wie vor im Durchschnitt 23 % weniger Stundenlohn als Männer. Doch selbst wenn sie mit gleicher Qualifikation einer vergleichbaren Arbeit nachgehen, verdienen sie noch 8 % weniger als ihre männlichen Kollegen.
Die Folgen der schlecht bezahlten Arbeit und unbezahlten Reproduktionsarbeit bekommen Frauen im Rentenalter besonders deutlich zu spüren. Die heutige durchschnittliche gesetzliche Rente von Frauen beträgt 645 Euro im Monat, für Männer hingegen 1.595 Euro – das sind 950 Euro Unterschied! Auf Millionen Frauen wartet damit spätestens im Alter die Armut – nach lebenslanger doppelter Ausbeutung durch Lohnarbeit, Kinderbetreuung und Hausarbeit. Aber warum sollte eine Gesellschaft auch für alte Frauen sorgen? Sie lassen sich nicht mehr in der Lohnarbeit ausbeuten und sie sind vielleicht schon zu alt und zu schwach für die unbezahlte Reproduktionsarbeit – sprich: Sie sind für den Kapitalismus nicht mehr verwertbar und brauchen am Ende vielleicht sogar Pflege.

Krieg gegen Frauen – Frauen gegen Krieg

Krieg bedeutet immer auch Krieg gegen Frauen. Oft sind Frauen besonders stark von kriegerischer Gewalt betroffen. In Eritrea werden Frauen zum Kriegsdienst gezwungen. Sie werden zwangsrekrutiert und damit gezwungen sich an einem Krieg zu beteiligen, der nicht ihr Kampf ist, und erfahren in den Kasernen häufig sexualisierte Gewalt. In Afghanistan mussten Frauenrechte herhalten um einen Krieg zu rechtfertigen, bei dem es in Wirklichkeit um geostrategische und wirtschaftliche Interessen ging, nicht um Frauen. Krieg führt immer wieder dazu, dass Frauen vertrieben werden oder fliehen müssen, sei es im Irak, in Syrien oder in Afghanistan. Sexualisierte Gewalt gegen Frauen wird in Kriegen systematisch eingesetzt, denn die patriarchale und nationalistische Logik besagt, dass sexualisierte Gewalt gegen Frauen, die der gegenerischen Kriegspartei zugeordnet werden, auch immer einen Angriff auf die gegnerischen Nation darstellt. Für Frauenrechte zu kämpfen, heißt deshalb immer auch gegen Kriege, gegen die Rüstungsindustrie und gegen Waffenlieferungen zu kämpfen.

Migrantinnen und geflüchtete Frauen

Für Migrantinnen und geflüchtete Frauen ist die Situation häufig noch prekärer, da sie zusätzlich von rassistischen Strukturen betroffen sind. Ihre Schul- oder Ausbildungsabschlüsse werden in der BRD zumeist nicht anerkannt und es ist für sie noch schwieriger einen Job zu finden. Geflüchtete Frauen werden in Bayern gezwungen in einer Gemeinschaftsunterkunft zu leben, wo sie der Gefahr von sexualisierten Übergriffen durch Personal und Mitbewohner ausgesetzt sind. Je nach Aufenthaltsstatus haben Migrantinnen und geflüchtete Frauen oft keine oder nur eine eingeschränkte Arbeitserlaubnis. So haben sie – wenn sie überhaupt arbeiten dürfen – oft keine andere Wahl als unterbezahlt im Reinigungs- oder Pflegesektor zu arbeiten – immer mehr auch in Haushalten deutscher Frauen, damit diese ihrer Karriere nachgehen können. Die Ausbeutung wird damit an andere Frauen weitergegeben, das System bleibt erhalten, ohne dass es zu einer Umgestaltung der geschlechtlichen Arbeitsverteilung kommt.

Kämpfe von Frauen weltweit

Immer wieder kämpfen Frauen für bessere Lebensbedingungen, für Anerkennung ihrer Arbeit und gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Immer wieder werden Proteste maßgeblich von Frauen getragen: In Deutschland streikten 2009 ErzieherInnen für gesellschaftliche Anerkennung ihrer Arbeit und mehr Lohn. 2011 protestierten Frauen und solidarische Männer zuerst in Kanada – später in den USA, Nicaragua, Honduras, Brasilien und verschiedenen europäischen Ländern – mit Slutwalks dagegen, dass Frauen, die Opfer von sexualisierter Gewalt geworden waren, selbst die Schuld für das Erlebte zugeschoben wurde. In Guatemala gründete sich 2011 die erste Gewerkschaft für Hausarbeiterinnen, in der sich besonders Frauen, die ungeschützt als Wäscherinnen, Straßenverkäuferinnen oder Vertreterinnen arbeiten, gewerkschaftlich organisieren können. Das ganze Jahr 2012 über protestierten TextilarbeiterInnen in Bangladesch – trotz gewaltsamer Repression und Unterdrückung, bis hin zu Mord – mit Demonstrationen und Fabrikblockaden für bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen. Nach einem Brand in einer Textilfabrik im November 2012, bei dem mehr als 100 ArbeiterInnen getötet wurden, gingen die schlechten Arbeitsbedingungen in Textilfabriken Bangladeschs und die Verstrickung der westlichen Kleidungsindustrie durch die internationale Presse. In Indien kam es im Dezember 2012, nachdem die Vergewaltigung einer Studentin bekannt wurden, zu massiven Protesten und zu einer medialen Debatte um sexualisierte Gewalt – auch wenn hier nicht nur fortschrittliche Positionen vertreten wurden. Die Vergewaltigung und die anschließenden Proteste waren an vielen Orten der Welt Anlass für Solidaritätsaktionen.

Doch Widerstand gegen patriarchale Macht und Unterdrückung beginnt schon viel früher.

Überall dort wo Frauen sich vorgegebenen Rollenerwartungen widersetzen und ihr Leben selbst gestalten – im Beruf, in Partnerschaften, in der Sexualität und in Lebensentwürfen.
Die Unterdrückung und Ausbeutung von Frauen muss ein Ende haben. Wir können dieses System nur abschaffen, wenn wir unsere Kämpfe dagegen gemeinsam fortführen und in der Gesellschaft verankern. Es ist Zeit die gesellschaftliche Arbeitsteilung grundlegend neu zu gestalten – Unabhängig vom Geschlecht! Reproduktion ist wertvolle und wichtige Arbeit, an denen sich Alle beteiligen sollen! Produktion von Gütern muss sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren – nicht an Profit und die Güter müssen so aufgeteilt werden, dass jeder Mensch ein gutes Leben haben kann.
Frauen müssen in allen Bereichen, das heißt politisch, ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell, Selbstbestimmung erlangen. Wir haben noch viel zu tun! Deswegen ist es notwendig, dass wir gemeinsam auf die Straße gehen und organisiert kämpfen.

Schluss mit der Bescheidenheit! Frauen wehrt euch! Schluss mit sexistischer Gewalt, Rassismus, Ausbeutung und Unterdrückung! Gleiche Rechte für Flüchtlinge und MigrantInnen! Gleicher Lohn für gleiche Arbeit! Kapitalismus abschaffen! Gegen Sexismus und Patriarchat!

Das 8. März Bündnis Nürnberg setzt sich zusammen aus: Autonome Jugendantifa (AJA), Föderation der Arbeiter aus der Türkei in Deutschland (ATIF), feliara, Internationales Frauencafé, Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD), organisierte autonomie (OA), SKB, radikale Linke (rL), Revolutionär organisierte Jugendaktion (ROJA)
Den Aufruf unterstützen darüber hinaus: Antifaschistische Linke Fürth (ALF), Banda Sinistra, Freie ArbeiterInnen Union (FAU) – Nürnberg, Deutsche Kommunistische Partei (DKP) – Nürnberg, Medya Volkshaus

drucken | 24. Februar 2013 | redside

Terminkalender

Mittwoch, 28.02.2024

Frauen in der Roten Hilfe Deutschlands

Die roten Helferinnen

Vortrag zu Frauen in der roten Hilfe Deutschlands

Mittwoch, 28.02

19 Uhr

Stadtteilladen Schwarze Katze

Untere Seitenstraße 1

Die 1924 gegründete Rote Hilfe Deutschlands (RHD) war eine KPD-nahe Solidaritätsorganisation, die politische Gefangene und ihre Familien materiell unterstützte und sich mit Kampagnen gegen staatliche Repression einsetzte. Von Anfang an spielten Frauen eine wichtige Rolle in der RHD - trotz der Mehrfachbelastungen durch Lohn- und Reproduktionsarbeit. Durch frauenspezifische Werbekampagnen und die Proteste gegen den §218 gewann die RHD immer mehr weibliche Mitglieder. Wer waren diese Frauen, und was motivierte sie? In welchen Bereichen waren sie engagiert? Wie veränderte sich das Geschlechterbild der RHD im Lauf der Jahre? Ein Vortrag der roten Hilfe Nürnberg - Fürth - Erlangen mit Silke Makowski (Hans-Litten-Archiv) und freundlicher Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung Sharepic in größer und Flyer zum selber Drucken.
Freitag, 01.03.2024

Freitag, 1. März 2024: AAB-Solitresen zur Demo GET ORGANIZED! Gegen Rechtsruck, Ausbeutung und Vereinzelung!

Stadtteilladen Schwarze Katze, Untere Seitenstr. 1, Nürnberg Geöffnet ab 19 Uhr, Vortrag 20 Uhr

Mobilisierungsveranstaltung mit Vortrag zur Demo am 2. März - 14 Uhr - Nelson-Mandela-Platz. Massenweise gehen Menschen gegen die AfD und den gesellschaftlichen Rechtsruck auf die Straße. Parteien und Mainstreammedien behaupten, die DemonstrantInnen würden Demokratie und die herrschenden Verhältnisse verteidigen. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass die AfD vom Staat des Kapitals lediglich in Reserve gehalten wird, um im Falle einer weiteren Zuspitzung der ökonomischen und sozialen Krise von der Leine gelassen zu werden. Bis dahin dürfen die etablierten Parteien die kapitalistische Agenda von gesellschaftlicher Faschisierung (inkl. §129-Verfahren gegen Nürnberger Antifas), Militarisierung, Aufrüstung, Krieg, rassistischer Abschottungspolitik und sozialem Kahlschlag umsetzen. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Solitresens des Antifaschistischen Aktionsbündnisses statt. Alle Getränke kosten deshalb 1 Euro mehr. Der Erlös fließt in die antifaschistische Solidaritätsarbeit.
Samstag, 02.03.2024

GET ORGANZIED: Gegen Rechtsruck, Ausbeutung und Vereinzelung!

Für den 2. März 2024 rufen linke und antifaschistische Gruppen aus dem Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen (darunter auch wir) zu einer Demonstration unter dem Motto: "GET ORGANZIED: Gegen Rechtsruck, Ausbeutung und Vereinzelung!" auf. Sa., 2.3.2024, 14:00 Uhr | Nelson-Mandela-Platz (das ist hinter dem Hauptbahnhof) | Nürnberg Achtet auf Ankündigungen hier, da sich an den Daten oben noch etwas ändern kann. AUFRUF zur Demonstration: Anfang Januar enthüllte die Rechercheplattform Correctiv ein Treffen von Werteunion, Großindustriellen, AfD und Neonazis. Bei diesem Treffen wurden massenhaft Deportationen von Menschen aus Deutschland geplant. Seitdem gehen deutschlandweit Millionen auf die Straße. Endlich gibt es wieder große Proteste gegen Rechts!Und trotzdem können wir es nicht dabei belassen, ab und an gegen Nazis auf die Straße zu gehen. In einer Gesellschaft, in der rassistische und antisemitische Angriffe Alltag sind, reicht es nicht, einmal auf eine Großdemonstration zu gehen: Während wir die Deportationsphantasien der AfD kritisieren, werden Menschen aus Europa abgeschoben oder sterben gar an den Außengrenzen. Auch bei Hetze und Kürzungen gegen Erwerbslose und ärmere Menschen steht die Regierung der AfD kaum nach. Jeden Tag werden Menschen aus ihren Wohnungen geworfen, weil sie sich die Miete nicht leisten können. All das ist für viele von uns bittere Realität. All das macht uns traurig, ohnmächtig und wütend. All das passiert in einer gesellschaftlichen Stimmung, in der Antifaschismus kriminalisiert und linke Proteste angegriffen werden. Die Holocaust-Überlebende Esther Bejerano sagte bereits: „Wer gegen Nazis kämpft, kann sich auf den Staat nicht verlassen“, und sie hatte recht.Während Nazis auf der Straße Brandanschläge begehen und queere Jugendliche verprügeln, setzen Parlament und Regierung extrem rechte Forderungen um. Doch was tun deutsche Behörden? Sie stecken ihre Energie in den Kampf gegen linke Bewegungen. Ein lokales Beispiel sind die Razzien in Nürnberg im vergangenen Oktober: Wegen ein paar angeblicher Graffittis wurden die Wohnungen von sechs jungen Menschen durchsucht und ein Ermittlungsverfahren wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung eröffnet. Vorgeworfen wird ihnen unter anderem die „Verherrlichung der Antifa“. Es bleibt an uns, all dem etwas entgegenzusetzen! Lassen wir der AfD und anderen Rechten keine Ruhe, keinen Sitz im Parlament und keinen Fußbreit auf der Straße! Treten wir der Unterdrückung und Ausbeutung in dieser Gesellschaft gemeinsam entgegen – Auf allen Ebenen und mit allen Mitteln. Gemeinsam als von Rassismus Betroffene, als Queers, als Juden*Jüdinnen, als Antifaschist*innen und viele mehr. Nur gemeinsam können wir einen Umgang mit all der Trauer, der Ohnmacht und der Wut finden.Lasst uns füreinander einstehen und uns gegenseitig unterstützen. Lasst uns nicht zuschauen, wenn unsere Nachbar*innen aus ihren Wohnungen geworfen oder abgeschoben werden. Lasst uns Schluss machen mit der Vereinzelung und uns zusammenschließen. Lasst uns Räume für Solidarität und Freundi*nnenschaft schaffen und die klassenlose Gesellschaft als Antwort auf Rechtsruck, Ausbeutung und Unterdrückung aufbauen. Lasst uns nicht aufhören zu kämpfen: Für eine Welt, in der wir alle ohne Angst leben können!Kommt am 02. März mit uns auf die Straße! Gegen Rechtsruck, Ausbeutung und Vereinzelung! – Für die befreite Gesellschaft!
Samstag, 02.03.2024

Isa-Kneipe mit dem Film "Lip oder die Macht der Phantasie"

Im Rahmen unserer Isa-Kneipe im Vorfeld des Internationalen Frauenkampftags 2024 sehen wir uns gemeinsam einen Fim an von Chris Marker über den Kampf bei der französischen Uhrenfabrik LIP. Dieser Kampf spielt eine wichtige Rolle im Gedächtnis der französischen Lohnabhängigen. Die Frauen standen hier wie so oft, wenn es ernst wird, in vorderster Reihe. Die dokumentarische Film vermittelt die erregende Atmosphäre, die entstehen kann, wenn Utopien greifbar werden.
Stadtteilladen Schwarze Katze Untere Seitenstr. 1, Nürnberg 19-20 Uhr: Anlaufstelle gegen Arbeitsunrecht ab 20 Uhr: ISA-Kneipe
Die Handlung: "Seit Mitte April 1973 bedrohen Massenentlassungen die Lip-Belegschaft, es kommt zu ersten Demonstrationen. Als am 12. Juni verkündet wird, es gebe keinen Lohn mehr, kommt es zum Bossnapping und zum ersten Einsatz der Sicherheitskräfte - und es kommt zur Beschlagnahme des Uhrenlagers durch die Belegschaft. Auf die riesige Demonstration am 15. Juni folgt am 18. Juni die Besetzung der Fabrik: die Produktion in Eigenregie beginnt. Am 14. August wird die Besetzung von der Polizei gewaltsam beendet, der Kampf ist damit aber noch lange nicht vorbei...
Freitag, 08.03.2024

Frauen kämpfen international gegen Krise, Krieg und Kapital! - Raus zum 8.März!

8.März Demo || Internationaler Frauenkampftag || 17:00 Uhr || Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt || 16:30 Uhr || Jamnitzer Platz, Gostenhof
Auf die eine oder andere Art kennen wir es doch alle: wir kochen, putzen, waschen die Wäsche und gehen einkaufen. Wir gießen die Blumen und räumen die Spülmaschine im Büro aus. Wir erziehen die Kinder, bringen sie zum Sport oder zu Freund*innen und helfen ihnen bei den Hausaufgaben. Wir pflegen die Eltern oder andere Angehörige und helfen dort im Haushalt. Wir denken über die Geschenke von Bekannten und Verwandten nach und planen den nächsten Ausflug für die Familie oder Freund*innen und und und.
Und das alles meist zusätzlich zu einem Job, zu den Sorgen über immer teureren Wohnraum, mehr Lebenshaltungskosten, wieder steigende Strom- und Heizungskosten und mehr.
Wenn wir mal durchatmen können, stellt sich die Frage: Wo bleibt da eigentlich noch Zeit für mehr? Wie sollen Bildung, Engagement und Hobbies neben Care-Arbeit und Mental Load noch Platz haben?
Dies geht eigentlich nur, wenn einem jemand den Rücken freihält. Aus unseren Erfahrungen, aber auch statistisch gesehen, sind die, die diese Arbeiten ausführen zum überwiegenden Teil immer noch Frauen. In mehr als 2/3 der Familien werden sie allein von Frauen übernommen und in nur etwa 5% der Haushalte kümmert sich der Mann zum überwiegenden Teil.
Deshalb stellt sich uns die Frage: Wie können wir unser Zusammenleben, unsere Gesellschaft und die Politik verändern, dass eine gleiche Aufteilung der Erziehungs- und Pflegearbeit möglich wird? Damit wir alle Zeit haben und trotzdem die Kinder nicht verhungern, die Oma versorgt und das Zuhause kein Saustall ist.
Hinzu kommt, dass wir in einer Zeit leben, in der vieles im Umbruch ist.Kriege treten vor unsere Haustür und bringen neben menschlichem Leid auch Tod, eine Energie- und Wirtschaftskrise folgt nach der anderen. Rechte Akteure, wie jüngst mal wieder an der AfD zu sehen ist, versuchen einen Rollback in vergangene vermeintlich „gute alte Zeiten“ und schüren Hass, Rassismus und engstirniges Denken. Gerade haben wir die Corona-Pandemie überstanden, die uns Frauen im wahrsten Sinne des Wortes zurück an den Herd katapultierte und die Gewalt in Familien explodieren ließ und nun heißt es wieder einmal den Gürtel enger schnallen. Für „Sozialklimbim“ sei laut dem FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler kein Platz. Was das für uns in der Konsequenz heißt: ein Sparzwang, der eine der größten Kürzungen im sozialen Bereich seit den 1990er Jahren mitbringt.
Es werden massiv Mittel im Sozialhaushalt gekürzt und die schlechtere Bezahlung und schlechten Arbeitsbedingungen imSozial-, Pflege- und Erziehungsbereich wird weitergehen. Es wird bei denen gespart, die sowieso nicht viel haben und weiter von unten nach oben verteilt. Als Beispiel sei hier die Kindergrundsicherung genannt, die alle Leistungen für armutsgefährdete Kinder in einer Stelle vereinen sollte und nun nur noch mit einem Rest-Budget von 2,4 statt 12 Mrd € eingeführt wird, sowie für Alleinerziehende weniger Unterstützung bedeuten kann. Einen Kindergartenplatz zu erhalten ist trotz gesetzlichem Anspruch immer noch Glücksache und eine gute Schulbildung oder ein Studium können sich nur die leisten, die viel Kohle haben; wird der Bildungsbereich doch seit vielen Jahren ebenfalls kaputtgespart.
Durch Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen sind vor allem Frauen dazu gezwungen, in Teilzeit zu arbeiten und prekäre Arbeitsplätze anzunehmen. Ganz zu schweigen von einer immer noch vorhandenen ungleichen Bezahlung zu den männlichen Kollegen, lag doch der sog. Gender Pay Gap im letzten Jahr im Südwesten immer noch bei 22%. Gerade für Alleinerziehende bedeutet dies eine Spirale, die überproportional oft für Frauen in der Altersarmut endet oder sie dazu drängt in Familienstrukturen zu bleiben und vermehrt Abhängigkeiten fördert. Zudem reicht der Lohn einer Arbeitsstelle für Alleinerziehende oder Alleinstehende oft gerade so zum Überleben, große Sprünge oder unvorhergesehene Ausgaben sind nicht möglich. Viele müssen sich mit einem Nebenjob oder zwei Arbeitsstellen über Wasser halten. Frauen werden durch gesetzliche Regelungen, wie das Ehegattensplitting, in traditionelle Familienmodelle gedrängt oder dort festgehalten. Sie erleben eine Verdichtung der Arbeit durch einen Job und die zusätzlich hauptsächlich durch sie zu verrichtende Haus- und Care-Arbeit. 
Wie kommen wir heraus aus solchen Teufelskreisen? Von Ratgebern oder in klugen Sprüchen hören wir dann oft, du musst nur an dir arbeiten und dich verändern, noch flexibler werden, mehr Yoga als Ausgleich machen oder dir einen reiche(re)n Partner suchen. Doch alles „Selfcare“ dieser Welt kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in einer Gesellschaft und in einem Staat leben, der die ökonomischen Interessen über die der Menschen stellt. Uns wird immer wieder gesagt, dass wir in einem Sozialstaat leben und es uns doch gut geht. Doch da wo Menschen in Zahlen berechnet werden und der Aufwand, den „es lohnt“ in einen Menschen zu stecken, ebenfalls kalkuliert wird, da ist von Sozial im Staat nicht viel übrig, sondern die wirtschaftlichen Interessen und Ausbeutung durch Arbeit dominieren. Ist das das gute Leben nach dem wir alle streben? Muss unsere Gesellschaft nicht eigentlich genau anders herum funktionieren, indem der Mensch und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt gestellt wird? Doch das wird es im Kapitalismus nicht geben. 
Wir wollen eine Gesellschaft, in der nicht 100 Mrd€ in die Rüstung und das Militär gesteckt und damit Kriege gefördert werden, die uns und unseren Planeten zerstören.Wir müssen selbst kämpfen, z.B. für ein gut funktionierendes Bildungssystem mit einer geschlechtergerechten Erziehung oder für kostenlose Kinderbetreuung, die kollektiv organisiert wird und nicht als profitorientiertes Unternehmen. Oder auch für Wohnungen, die wir uns noch leisten können und für ein Stadtviertel, das an den Bedürfnissen der sie Bewohnenden orientiert ist und nicht nur öffentlichen Raum kennt, der kommerziell genutzt wird. Einen öffentlichen Raum, der für alle zugänglich ist und nicht von Frauen mit einem Pfefferspray zur Verteidigung in der Tasche durchquert wird.
Diese Aufzählung ließe sich noch lange weiterführen und kann doch noch nicht abschließend beendet werden. Denn wir sind es, die diese Gesellschaft gemeinsam verändern können, es wird kein Retter kommen, der für uns die patriarchalen Strukturen abschafft. Deshalb lasst uns zusammenkommen, diskutieren, die Vereinzelung unserer Gesellschaft durchbrechen, uns als Frauen solidarisch zusammenschließen und Ideen für die dringend notwendige Veränderung unserer Gesellschaft, des kapitalistischen Wirtschaftssystems und unseres Miteinanders zusammen ausgestalten. Gemeinsam als Frauen unserer Klasse wollen wir die Vorstellung eines guten Lebens für uns alle entwerfen, an vorhandenen Ideen anknüpfen und diese weiterentwickeln. Z.B. wie (un)bezahlte Care-Arbeit verkollektiviert werden kann, also wie Kindererziehung außerhalb der Kleinfamilie im Haus, in der Straße oder im Viertel organisiert werden kann oder wir mit gemeinsamen Versorgungseinrichtungen, wie einer Stadtteilmensa,die Haus-Arbeit gleichberechtigt auf mehrere Schultern verteilen. Wie wir Kämpfe um unsere Zeit lostreten und weiterentwickeln können, damit neben Arbeit und Haushalt noch Luft für Bildung, Kultur und soziales/politisches Engagement bleibt. Oder wie wir z.B. durch Streiks oder öffentliche Lohnlisten dem Gender Pay Gap und niedriger Bezahlung in sog. weiblich konnotierten Berufssparten entgegenwirken können und vieles mehr. Lasst uns das zusammen angehen!
Lasst uns die Unzumutbarkeiten nicht länger schweigend und unwidersprochen hinnehmen. Kommt zur Kundgebung am 8. März am Plärrer und lasst uns gemeinsam bei Veranstaltungen Ideen entwickeln wie wir vorankommen. Denn wir wollen ein Leben, in dem wir nicht bestimmte Rollen aufgrund unseres Geschlechtes erfüllen müssen, in dem wir nicht nach unserem Aussehen oder unserer Herkunft beurteilt werden, in dem es keine soziale Ungleichheit gibt, wir den gleichen Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen teilen und ein solidarisches Miteinander leben. 
Lasst uns am 8. März und darüber hinaus ein starkes und kämpferisches Zeichen setzen für eine Welt jenseits von kapitalistischer Ausbeutung und patriarchaler Unterdrückung!
Demonstration am 8.März um 17 Uhr Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt um 16.30 am Jamnitzer Platz
Freitag, 08.03.2024

Frauen kämpfen international gegen Krise, Krieg und Kapital! - Raus zum 8.März!

8.März Demo || Internationaler Frauenkampftag || 17:00 Uhr || Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt || 16:30 Uhr || Jamnitzer Platz, Gostenhof
Auf die eine oder andere Art kennen wir es doch alle: wir kochen, putzen, waschen die Wäsche und gehen einkaufen. Wir gießen die Blumen und räumen die Spülmaschine im Büro aus. Wir erziehen die Kinder, bringen sie zum Sport oder zu Freund*innen und helfen ihnen bei den Hausaufgaben. Wir pflegen die Eltern oder andere Angehörige und helfen dort im Haushalt. Wir denken über die Geschenke von Bekannten und Verwandten nach und planen den nächsten Ausflug für die Familie oder Freund*innen und und und.
Und das alles meist zusätzlich zu einem Job, zu den Sorgen über immer teureren Wohnraum, mehr Lebenshaltungskosten, wieder steigende Strom- und Heizungskosten und mehr.
Wenn wir mal durchatmen können, stellt sich die Frage: Wo bleibt da eigentlich noch Zeit für mehr? Wie sollen Bildung, Engagement und Hobbies neben Care-Arbeit und Mental Load noch Platz haben?
Dies geht eigentlich nur, wenn einem jemand den Rücken freihält. Aus unseren Erfahrungen, aber auch statistisch gesehen, sind die, die diese Arbeiten ausführen zum überwiegenden Teil immer noch Frauen. In mehr als 2/3 der Familien werden sie allein von Frauen übernommen und in nur etwa 5% der Haushalte kümmert sich der Mann zum überwiegenden Teil.
Deshalb stellt sich uns die Frage: Wie können wir unser Zusammenleben, unsere Gesellschaft und die Politik verändern, dass eine gleiche Aufteilung der Erziehungs- und Pflegearbeit möglich wird? Damit wir alle Zeit haben und trotzdem die Kinder nicht verhungern, die Oma versorgt und das Zuhause kein Saustall ist.
Hinzu kommt, dass wir in einer Zeit leben, in der vieles im Umbruch ist.Kriege treten vor unsere Haustür und bringen neben menschlichem Leid auch Tod, eine Energie- und Wirtschaftskrise folgt nach der anderen. Rechte Akteure, wie jüngst mal wieder an der AfD zu sehen ist, versuchen einen Rollback in vergangene vermeintlich „gute alte Zeiten“ und schüren Hass, Rassismus und engstirniges Denken. Gerade haben wir die Corona-Pandemie überstanden, die uns Frauen im wahrsten Sinne des Wortes zurück an den Herd katapultierte und die Gewalt in Familien explodieren ließ und nun heißt es wieder einmal den Gürtel enger schnallen. Für „Sozialklimbim“ sei laut dem FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler kein Platz. Was das für uns in der Konsequenz heißt: ein Sparzwang, der eine der größten Kürzungen im sozialen Bereich seit den 1990er Jahren mitbringt.
Es werden massiv Mittel im Sozialhaushalt gekürzt und die schlechtere Bezahlung und schlechten Arbeitsbedingungen imSozial-, Pflege- und Erziehungsbereich wird weitergehen. Es wird bei denen gespart, die sowieso nicht viel haben und weiter von unten nach oben verteilt. Als Beispiel sei hier die Kindergrundsicherung genannt, die alle Leistungen für armutsgefährdete Kinder in einer Stelle vereinen sollte und nun nur noch mit einem Rest-Budget von 2,4 statt 12 Mrd € eingeführt wird, sowie für Alleinerziehende weniger Unterstützung bedeuten kann. Einen Kindergartenplatz zu erhalten ist trotz gesetzlichem Anspruch immer noch Glücksache und eine gute Schulbildung oder ein Studium können sich nur die leisten, die viel Kohle haben; wird der Bildungsbereich doch seit vielen Jahren ebenfalls kaputtgespart.
Durch Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen sind vor allem Frauen dazu gezwungen, in Teilzeit zu arbeiten und prekäre Arbeitsplätze anzunehmen. Ganz zu schweigen von einer immer noch vorhandenen ungleichen Bezahlung zu den männlichen Kollegen, lag doch der sog. Gender Pay Gap im letzten Jahr im Südwesten immer noch bei 22%. Gerade für Alleinerziehende bedeutet dies eine Spirale, die überproportional oft für Frauen in der Altersarmut endet oder sie dazu drängt in Familienstrukturen zu bleiben und vermehrt Abhängigkeiten fördert. Zudem reicht der Lohn einer Arbeitsstelle für Alleinerziehende oder Alleinstehende oft gerade so zum Überleben, große Sprünge oder unvorhergesehene Ausgaben sind nicht möglich. Viele müssen sich mit einem Nebenjob oder zwei Arbeitsstellen über Wasser halten. Frauen werden durch gesetzliche Regelungen, wie das Ehegattensplitting, in traditionelle Familienmodelle gedrängt oder dort festgehalten. Sie erleben eine Verdichtung der Arbeit durch einen Job und die zusätzlich hauptsächlich durch sie zu verrichtende Haus- und Care-Arbeit. 
Wie kommen wir heraus aus solchen Teufelskreisen? Von Ratgebern oder in klugen Sprüchen hören wir dann oft, du musst nur an dir arbeiten und dich verändern, noch flexibler werden, mehr Yoga als Ausgleich machen oder dir einen reiche(re)n Partner suchen. Doch alles „Selfcare“ dieser Welt kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in einer Gesellschaft und in einem Staat leben, der die ökonomischen Interessen über die der Menschen stellt. Uns wird immer wieder gesagt, dass wir in einem Sozialstaat leben und es uns doch gut geht. Doch da wo Menschen in Zahlen berechnet werden und der Aufwand, den „es lohnt“ in einen Menschen zu stecken, ebenfalls kalkuliert wird, da ist von Sozial im Staat nicht viel übrig, sondern die wirtschaftlichen Interessen und Ausbeutung durch Arbeit dominieren. Ist das das gute Leben nach dem wir alle streben? Muss unsere Gesellschaft nicht eigentlich genau anders herum funktionieren, indem der Mensch und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt gestellt wird? Doch das wird es im Kapitalismus nicht geben. 
Wir wollen eine Gesellschaft, in der nicht 100 Mrd€ in die Rüstung und das Militär gesteckt und damit Kriege gefördert werden, die uns und unseren Planeten zerstören.Wir müssen selbst kämpfen, z.B. für ein gut funktionierendes Bildungssystem mit einer geschlechtergerechten Erziehung oder für kostenlose Kinderbetreuung, die kollektiv organisiert wird und nicht als profitorientiertes Unternehmen. Oder auch für Wohnungen, die wir uns noch leisten können und für ein Stadtviertel, das an den Bedürfnissen der sie Bewohnenden orientiert ist und nicht nur öffentlichen Raum kennt, der kommerziell genutzt wird. Einen öffentlichen Raum, der für alle zugänglich ist und nicht von Frauen mit einem Pfefferspray zur Verteidigung in der Tasche durchquert wird.
Diese Aufzählung ließe sich noch lange weiterführen und kann doch noch nicht abschließend beendet werden. Denn wir sind es, die diese Gesellschaft gemeinsam verändern können, es wird kein Retter kommen, der für uns die patriarchalen Strukturen abschafft. Deshalb lasst uns zusammenkommen, diskutieren, die Vereinzelung unserer Gesellschaft durchbrechen, uns als Frauen solidarisch zusammenschließen und Ideen für die dringend notwendige Veränderung unserer Gesellschaft, des kapitalistischen Wirtschaftssystems und unseres Miteinanders zusammen ausgestalten. Gemeinsam als Frauen unserer Klasse wollen wir die Vorstellung eines guten Lebens für uns alle entwerfen, an vorhandenen Ideen anknüpfen und diese weiterentwickeln. Z.B. wie (un)bezahlte Care-Arbeit verkollektiviert werden kann, also wie Kindererziehung außerhalb der Kleinfamilie im Haus, in der Straße oder im Viertel organisiert werden kann oder wir mit gemeinsamen Versorgungseinrichtungen, wie einer Stadtteilmensa,die Haus-Arbeit gleichberechtigt auf mehrere Schultern verteilen. Wie wir Kämpfe um unsere Zeit lostreten und weiterentwickeln können, damit neben Arbeit und Haushalt noch Luft für Bildung, Kultur und soziales/politisches Engagement bleibt. Oder wie wir z.B. durch Streiks oder öffentliche Lohnlisten dem Gender Pay Gap und niedriger Bezahlung in sog. weiblich konnotierten Berufssparten entgegenwirken können und vieles mehr. Lasst uns das zusammen angehen!
Lasst uns die Unzumutbarkeiten nicht länger schweigend und unwidersprochen hinnehmen. Kommt zur Kundgebung am 8. März am Plärrer und lasst uns gemeinsam bei Veranstaltungen Ideen entwickeln wie wir vorankommen. Denn wir wollen ein Leben, in dem wir nicht bestimmte Rollen aufgrund unseres Geschlechtes erfüllen müssen, in dem wir nicht nach unserem Aussehen oder unserer Herkunft beurteilt werden, in dem es keine soziale Ungleichheit gibt, wir den gleichen Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen teilen und ein solidarisches Miteinander leben. 
Lasst uns am 8. März und darüber hinaus ein starkes und kämpferisches Zeichen setzen für eine Welt jenseits von kapitalistischer Ausbeutung und patriarchaler Unterdrückung!
Demonstration am 8.März um 17 Uhr Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt um 16.30 am Jamnitzer Platz
Samstag, 09.03.2024

Grundlagenvortrag Kritik am liberalen Feminismus am 9.03.24 um 18:00 Uhr Youth Connect Öffnung der RZN

  Wir laden euch herzlich zu unserer Youth Connect Öffnung in die Schwarze Katze ein. Anlässlich des internationalen Frauenkampftags hören wir gemeinsam einen Vortrag zur Kritik des liberalen Feminismus und wieso wir die lohnabhängige Klasse für zentral im Kampf gegen das Patriarchat betrachten. Im Anschluss ist Raum für Diskussion. Kommt gerne vorbei und lernt uns kennen. Für Essen uns Getränke ist gesorgt.   Geöffnet ab 18:00 Uhr im Stadtteilladen Schwarze Katze, untere Seitenstraße 1, 90429 Nürnberg
Mittwoch, 27.03.2024

Gesiebte Luft - 27 Jahre Freiheitsentzug

Gesiebte Luft – 27 Jahre Freiheitsentzug

Ein Gespräch mit Thomas Meyer-Falk

Mittwoch, 27.03

19 Uhr

Stadtteilladen Schwarze Katze

Untere Seitenstraße 1 Gostenhof

 

Für viele ist die Vorstellung für ihr politisches Handeln ein paar Jahre im Knast verbringen zu müssen schwer vorstellbar. Thomas verbrachte fast drei Jahrzehnte seines Lebens in verschiedenen Gefängnissen. Seit Ende August 2023 ist er wieder auf freien Fuß und muss sich nun in einer völlig anderen Welt zurechtfinden. Gemeinsam wollen wir mit ihm über seine Zeit im Knast und danach sprechen.

 

Wie steht man so etwas durch, ohne Mitgefühl und Verstand zu verlieren? Was bedeutet Freiheitsentzug eigentlich? Und welchen Wert haben Solidarität und Zusammenhalt in einer scheinbar aussichtslosen Situation?

Eine Veranstaltungsreihe der Roten Hilfe e.V. und Thomas Meyer-Falk