unsere Revolution statt eurer Krise!

Banken und Konzerne enteignen und vergesellschaften.
Kapitalismus abschaffen!

Wir zahlen nicht für ihre Krise!

2009 ist das Jahr der Wirtschaftskrise: Finanzmarktcrash, Verluste bei Banken und Konzernen, Firmenpleiten, Fabrikschließungen, verlorene Betriebsrenten und Massenentlassungen. Aber selbst als die Wirtschaftsnachrichten noch Wachstum meldeten, hatten wir wenig davon: Vom Aufschwung und den Rekordgewinnen haben wir nichts abbekommen. Rettungsschirme für kostenlose Bildung oder gegen zunehmende Kinderarmut wurden nicht aufgespannt. Die städtische N-Ergie erhöhte die Preise für Gas und Strom zum Jahresbeginn um bis zu 20%. Wir bekommen die Aufforderung zur Nachzahlung oder können frieren. Gibt es ein Hilfspaket für die Haushalte, die die höhere Rechnung nicht mehr bezahlen können? Fehlanzeige. Gibt es ein bezahlbares ÖPNV-Monatsticket für Erwerbslose in Nürnberg? Nein. Sie bekommen von der ARGE der Stadt Nürnberg den Hartz4-Regelsatz. Darin sind 11,20 Euro pro Monat für Fahrtgeld enthalten. Allerdings nehmen die Verkehrsbetriebe der Stadt Nürnberg von den Erwerbslosen mindestens 29,90 Euro für eine Monatskarte. So werden selbst die Ärmsten noch ausgenommen oder sollen eben zu Hause bleiben. Immer heißt es: Es ist kein Geld da – Ihr müsst den Gürtel enger schnallen und für eure Bedürfnisse ordentlich bezahlen. Für alle, die auf den Verkauf ihrer Arbeitskraft oder Sozialleistungen angewiesen sind, ist die finanzielle Unsicherheit der Dauerzustand im Kapitalismus.

Jetzt ist aber das Kapital in der Krise und verlangt aufgeregt Hilfe vom Staat. Und plötzlich ist das Geld dann doch da und wird den Banken und Konzernen eilig bereitgestellt. Um das System aufrecht zu erhalten und das gegenseitige Vertrauen der Banken zu gewährleisten, sind 500 Milliarden kein Problem. Oben drauf gibt es noch ein Konjunkturpaket für 50 Milliarden, um die Folgen der Weltwirtschaftskrise in der BRD zu mildern. Zum Vergleich: Der Bundeshaushalt 2008 war ca. 280 Milliarden Euro groß. Für alle Hartz4-EmpfängerInnen zusammen gibt der Staat jährlich 27 Milliarden aus, was nicht einmal 10% des Gesamthaushaltes sind. Die Ansage ist deutlich: Das Kapital bekommt Milliarden schwere Konjunktur- und Rettungspakete und wir raxisgebühren und Strompreiserhöhung.

Kapitalistische Normalität ist, was jetzt als Skandal gilt: Nach der Privatisierung der Gewinne erden die Verluste nun durch staatliche Interventionen sozialisiert. Die Zeche zahlt nicht der taat und schon gar nicht die Konzerne und Banken, sondern die Lohnabhängigen. Mit unserem eld werden die Groß-Aktionäre der Banken und das Vermögen der Reichen gesichert. Denn ie steigende Staatsverschuldung sollen die ArbeiterInnen, Erwerbslosen, StudentInnen und entnerInnen mit höheren Steuern und Kürzungen bei den Sozialleistungen bezahlen. Ist die Krise dann auf unsere Kosten überwunden, wird die private Profitabschöpfung von Neuem beginnen – wenigstens bis zur nächsten Krise, deren Folgen dann erneut die Allgemeinheit zu tragen hätte.

Und die nächste Krise kommt bestimmt. Denn die Ursache für die regelmäßigen Krisen liegt nicht in der Gier oder Unfähigkeit von ManagerInnen, SpekulantInnen oder „Heuschrecken“, die über uns herfallen. Diese von Regierung und Medien gern produzierten Bilder verkürzen nicht nur die Kritik am Kapitalismus, sondern sind gar keine. Der Ursprung der Krise liegt in der kapitalistischen Produktionsweise selbst. Kurz: Diese Krise hat System. Sie ist nicht das Ergebnis eines Fehlers im System, sondern das System selbst ist der Fehler.

Die Erklärung leitet sich aus dem Grundprinzip des kapitalistischen Wirtschaftens ab. Denn der Kapitalismus ist eine Profitwirtschaft, in der KapitalistInnen untergehen, wenn sie keine – oder zu geringe – Rendite machen. Deshalb wird der durch unsere Arbeit produzierte Mehrwert jeden Tag wieder irgendwo investiert. Die KapitalistInnen hatten aber mittlerweile so viel Geld angehäuft, dass es zu wenige profitable Investitionsmöglichkeiten für so viel Kapital im Bereich der Produktion von Gütern oder Dienstleistungen gab. Neoliberale Politik zur Öffnung neuer Märkte (z.B. Privatisierung der Rentenversicherung oder der Einstieg von E.on bei den Nürnberger Stadtwerken) und immer waghalsigere Finanzgeschäfte waren so eine innere Notwendigkeit des kapitalistischen Systems und bereits Ergebnis der letzten Krisenlösung. Jede Rettung bereitet nur den nächsten umso heftigeren Krisenschub vor.

Diesem System auch noch unsere wenigen Ersparnisse hinterher zu werfen, wäre bescheuert. Es ist nicht in unserem Interesse zuerst durch Ausbeutung unserer Arbeitskraft die Grundlage für die Profite der KapitalistInnen zu schaffen, nur um im Falle von Verlusten, auch für deren Ausgleich aufkommen zu müssen.

Wir zahlen nicht für ihre Krise! Unser Krisenmanagement heißt Widerstand. Widerstand gegen ein absurdes System: Es gibt zu viel angehäuftes Kapital und zu viele Güter, die von den KapitalistInnen nicht profitabel abgesetzt werden können (wie in der Automobilbranche) und trotzdem müssen wir uns mit stagnierenden Löhnen, unsicheren Arbeitsverhältnissen, steigenden Preisen und schrumpfenden Sozialleistungen herum ärgern. Denn die aktuelle Krise ist nicht Ausdruck des Mangels, sondern des Überflusses. Krisen aufgrund von Überproduktion oder KapitalÜberanhäufung wären in einer vernünftigen Gesellschaftsordnung undenkbar. Wir haben viel zu gewinnen im Kampf um ein anderes System, in dem nicht der Profit von einigen Wenigen zählt, sondern die optimale Befriedigung der Bedürfnisse Aller.

Klassenkampf globalisieren

Mit unserem Widerstand gegen Kürzungspolitik und steigende soziale Unsicherheit sind wir nicht allein. So gab es zum Beispiel in vielen europäischen Ländern 2008 heftige Kämpfe für bessere Bildungssysteme. SchülerInnen, StudentInnen, Eltern, LehrerInnen und ProfessorInnen beteiligten sich nicht nur an Demonstrationen, sondern auch an Streiks und Besetzungen von Bildungseinrichtungen. Hunderttausende Menschen demonstrierten europaweit gegen die Bildungspolitik der jeweiligen Regierungen. Auch in Deutschland beteiligten sich Zehntausende an den bundesweiten Bildungsstreiks. In Nürnberg rief das SchülerInnenbündnis unter dem Motto „Wenn uns das System keine Zukunft gibt, geben wir dem System keine Zukunft!??? zu einer kämpferischen Demonstration auf, an der sich 3000 SchülerInnen trotz Androhung von epression beteiligten. Für diesen Kampf gegen die herrschende Bildungspolitik vernetzten sich ie SchülerInnen bundesweit und schufen vor Ort eine Form von Selbstorganisierung, um ihren olitischen Anliegen selbstständig Ausdruck zu verleihen. Fortgesetzt wird der Kampf mit einem eiteren bundesweiten Bildungsstreik am 17. Juni 2009!

In Italien und Frankreich kam es zu Massendemonstrationen. In Griechenland hatten sich Ende etzten Jahres heftige Proteste ausgebreitet, die sich nach der Ermordung von Alexandros rigoropoulos durch die Polizei zu einem militanten Aufstand steigerten. Schulen, Universitäten nd Gewerkschaftshäuser wurden besetzt. In Irland protestierten über 100.000 Menschen egen die Wirtschaftspolitik der Regierung. In Island und Lettland sind die Regierungen schon urückgetreten. Bei ihren wütenden Massenprotesten trommelten die IsländerInnen mit Töpfen und Pfannen und nahmen dabei Bezug auf die breiten Proteste in Argentinien. Dort kam es bereits 1998/99 zu einem Kollaps des Finanzsystems in Folge einer starken Rezession.

Insbesondere die Menschen im globalen Süden haben schon viel länger und in einem ganz anderen Ausmaß die Kosten des weltweiten Kapitalismus zu tragen. Wirtschaftskrisen trafen als Konsequenz der kapitalistischen Globalisierung während der letzten Jahrzehnte mehrmals und in dramatischer Weise die Menschen in Lateinamerika, Asien und Afrika. Hunderte Millionen Menschen sind bereits Opfer des Krisenmanagements von Internationalem Währungsfond (IWF) und Weltbank geworden. Eine Milliarde Menschen hungert. Da der Kapitalismus ein weltweites System ist, müssen wir den Klassenkampf dagegen globalisieren. Mit dem „eigenen“ Wirtschaftsstandort gegen andere Lohnabhängige in anderen Ländern in Konkurrenz zu treten, macht uns alle erpressbar und spielt nur den Profitinteressen des Kapitals in die Hände. Der Schlusssatz des Kommunistischen Manifests von 1848 „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“, hat nichts von seiner Aktualität verloren. Unsere Solidarität gilt allen Lohnabhängigen, allen Ausgeschlossenen und denen, die in völliger sozialer Unsicherheit leben. Sie gelten in der kapitalistischen Verwertungslogik nur noch als „überflüssige Restbevölkerung“. Ihre Arbeitskraft wird nicht gebraucht und als KonsumentInnen sind sie nicht interessant, da sie arm sind. Ihre Slums sind von den Wohlstandsvierteln durch festungsartige Mauern und Wachpersonal abgetrennt. Sie sind das Objekt des sogenannten „Migrationsmanagements“, das den Zuzug von Flüchtlingen nach den Verwertungsinteressen des Kapitals reglementiert. Sie sollen mit Zäunen und militärischer Absicherung von Europas Grenzen, von den Metropolen fern gehalten werden. Wenn das nicht reich oder sich die Ausgegrenzten gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen zur Wehr setzen, kommt die Kriegsmaschinerie der Herrschenden wie z.B. die Bundeswehr, um die „Stabilität“ der Region wieder herzustellen oder sich die Kontrolle über Ressourcen und Märkte zu sichern. Der „Krieg gegen den Terror“ und die kapitalistische Globalisierung sind nur zwei Seiten der gleichen Medaille. Die kapitalistische Konkurrenz führt in ihrer Konsequenz zu Kriegen und einer Militarisierung der Gesellschaft.

Unsere Antwort auf Repression – Widerstand

Auch bei Protesten gegen die kapitalistische Globalisierung in Deutschland wurde die Bundeswehr (z.B. beim G8-Gipfel in Heiligendamm) im Inneren bereits eingesetzt, ohne dass es hierfür eine Grundlage im sonst so hochgehaltenen Grundgesetz gibt. Doch verlässt sich der Staat bei der Absicherung seiner Macht nicht nur auf die direkte Eindämmung von Protesten, die den kapitalistischen Interessen zuwider laufen könnten. Viel mehr setzt er auf Prävention und den „gläsernen Bürger“. Es reicht noch nicht aus, dass an jeder möglichen Stelle Kameras unseren Alltag begleiten. Der Staat will noch mehr Einsicht in unser Leben. Die Vorratsdatenspeicherung wurde unter dem Vorwand der Terror – Bekämpfung ausgeweitet und E-Mail Verkehr und Telefonate sind noch einfacher und dauerhafter zu überwachen. Die Einführung des neuen Personalausweises, der sämtliche Daten in sich gespeichert hat und auch elektronisch les- und ortbar ist, ist der nächste Schritt zur totalen Überwachung. Der Umgang mit sensiblen Daten verläuft dabei eher freizügig, was zeigt, dass das Gerede über Datenschutz nur dazu dient, KritikerInnen zu beruhigen, der Datenschutz faktisch aber nicht umgesetzt wird. Auch die Privatwirtschaft nutzt die moderne Überwachungstechnik und Datenerfassung für ihre Zwecke. Im vergangenen Jahr häuften sich die Skandale im Umgang mit Daten von MitarbeiterInnen und KundInnen der Deutschen Bahn, der Telekom und bei Lidl. Das Abhören von MitarbeiterInnen, um ihre Loyalität zu überwachen, gehört in vielen Filialen und Konzernen mittlerweile zum Alltagsbetrieb ebenso wie die Unterbindung gewerkschaftlicher Organisierung.

Die Floskel, wer unschuldig ist, habe ja nichts zu befürchten, soll nur von den eigentlichen Verbrechen ablenken. Ist es kriminell Betriebsräte gründen zu wollen, um wenigstens ein Mindestmaß an Stärke gegenüber der Willkür der ArbeitgeberInnen zu haben?! Ist es kriminell ein System zu bekämpfen, das von der Ausbeutung der Masse der Menschen lebt und das millionenfach mordet, um Profit zu erwirtschaften? Nein! Kriminell ist das System, nicht der Widerstand dagegen. Seien wir solidarisch mit den von Repression Betroffenen. Denn, auch wenn es gerade nur Einzelne trifft, sind wir alle gemeint!

Vertrauen zum Staat haben wir nicht – Antifaschismus ist rot und wir delegieren ihn nicht

Besonders die CSU in Bayern ist für ihre repressive Praxis bekannt und so war es wenig verwunderlich, dass sie eine Vorreiterrolle bei der Einschränkung der Demonstrationsfreiheit eingenommen hat. Unter dem Vorwand mit dem neuen Versammlungsgesetz Naziaufmärsche verbieten zu können, wollte die Regierung ihren GegnerInnen und KritikerInnen den Wind aus den Segeln nehmen. Doch schnell wurde klar, was das Gesetz tatsächlich bedeutet: Es geht um die Einschränkung von Bürgerrechten, um Repression gegen die TeilnehmerInnen jeder linken Versammlung, gegen DemonstrationsanmelderInnen und OrdnerInnen. Dies wird am Beispiel Gräfenberg deutlich. Das neue Gesetz ist da und noch immer marschieren die Nazis monatlich in Gräfenberg. Doch die GräfenbergerInnen wollten sich mit Nazis-Raus rufen nicht mehr zufrieden geben und blockierten im Sommer die Aufmarschroute der Nazis. Diese vorbildliche Aktion wurde von der Polizei jedoch natürlich nicht als solche gewertet. Die TeilnehmerInnen an der Blockade wurden eingekesselt. Den Höhepunkt erreichte die Repression gegen die NazigegnerInnen allerdings erst im Nachhinein: Mit Bildmaterial von angeblich „Tat-Beteiligten“ gingen die Beamten von Haus zu Haus und forderten die BewohnerInnen unverhohlen dazu auf, ihre NachbarInnen und FreundInnen zu denunzieren und es wurden zahlreiche Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Doch nicht nur in der Region versuchen die FaschistInnen immer wieder Fuß zu fassen. Auch in Nürnberg werden die Nazis des Versuchs nicht müde sich zu etablieren. Im November 2008 eröffnete in der Dr. Kurt Schumacherstraße der Naziladen Tønsberg, der Kleidung der Marke „Thor Steinar“ mit eindeutig rechtem Hintergrund verbreitet. Der Laden bietet eine attraktive Anlaufstelle für Neonazis aus der Region und tatsächlich hat die Präsenz von Nazis in der Innenstadt seit der Eröffnung deutlich zugenommen.

Seit dem gab es in Nürnberg einen breit gefächerten Widerstand, der seinen bisherigen Höhepunkt in einer Demonstration – initiiert durch das Antifaschistische Aktionsbündnis Nürnberg – mit über 2.000 TeilnehmerInnen fand. Von Gewerkschaften über AnwohnerInnen und der autonomen Antifa war auf der Demo ein buntes Spektrum vertreten und dem Naziladen wurde so eine klare Absage erteilt. Dem Inhaber des Naziladens ist mittlerweile gekündigt worden. Dieser hat jedoch Klage eingereicht und so kann sich das juristische Prozedere noch lange hinziehen. Das Warten auf ein Urteil kann keine politische Lösung sein und es ist nicht hinzunehmen, dass die Stadt Nürnberg einen solchen Laden duldet.

Dass Nürnberg für Nazis nicht gerade unattraktiv ist, liegt wohl nur zu einem geringen Teil an der historischen Bedeutung der Stadt als „Stadt der Reichsparteitage“. Die Unterstützung der Neonazi-Aufmärsche durch die Bereitstellung von Sonder-U-Bahnen seitens der Stadt und dem Freiknüppeln der Aufmarschrouten durch die Polizei hat den Nazis sehr wohl immer wieder einen Anreiz geschaffen, in Nürnberg den Versuch zu unternehmen ihre Hetze zu verbreiten.

So auch am 1. Mai des vergangenen Jahres. Rund 4.000 Menschen schlossen sich der revolutionären 1. Mai Demo in Nürnberg an, um gegen Kapitalismus auf die Straße zu gehen, aber auch um sich an den direkten Aktionen gegen die Nazis zu beteiligen. Denn während die Stadtspitze zum Protest weit ab von der Naziroute aufrief, wollten viele Menschen lieber auf direktem Wege versuchen die Nazis zu blockieren. Doch wie so oft verhinderten die massiven und brutalen Polizeieinsätze den gewünschten Erfolg. Die Polizei stürmte sogar den Lautsprecherwagen der Demo unter dem Vorwand, dass von diesem herab kriminelle Aussagen getätigt worden seien. Da stellt sich die Frage, was tatsächlich kriminell ist: Das Einknüppeln auf AntifaschistInnen, die sich gegen einen Naziaufmarsch stellen, oder der Versuch sich gegen dieses Vorgehen in irgendeiner Form zu wehren. Die Justiz sah das eindeutig. Trotz der Medienberichte, die das Vorgehen der Polizei kritisch betrachteten, trotz der eindeutig begangenen Körperverletzungen, wurden die Ermittlungen gegen die Beamten eingestellt, während die Person, der die Parolen am Lautsprecherwagen zugeordnet wurden, hohe Geldstrafen zu zahlen hatte.


Hinter dem Faschismus steht das Kapital

Während Naziübergriffe meist gar nicht aufgeklärt werden, werden AntifaschistInnen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verfolgt. Dieses Vorgehen ist leider keine Ausnahme. Es zeigt den Umgang des kapitalistischen Staates mit FaschistInnen. Die Geschichte hat gezeigt, dass der Faschismus gerade in Krisenzeiten immer eine Option darstellt, ein Rettungsanker für die Klasse der KapitalistInnen ist, wenn es darum geht die herrschenden Verhältnisse mit Gewalt aufrecht zu erhalten. So wurde in Deutschland 1933 einer Partei zur Macht verholfen, die nicht an den ökonomischen Grundfesten des Systems rütteln wollte. Die NSDAP war finanziert von den Industriekonzernen und genau denen ermöglichte der totale Staat der Nazis ein nahezu grenzenloses Wirtschaften auf grausamstem Wege. Konzerne wie Neckermann würde es ohne den Antisemitismus des „Dritten Reiches“ und der damit einhergehenden „Enteignungen“ von Juden und Jüdinnen nicht geben. Konzerne wie Quelle haben ZwangsarbeiterInnen beschäftigt und mit ihnen hohe Profite erwirtschaften können. Klar ist, dass die Nazis damals wie heute nie gegen den Kapitalismus standen. Sie haben die Ausbeutung, Konstrukte der Ungleichheit, die Definition des Menschen nach seiner ökonomischen Verwertbarkeit auf grausamste und menschenverachtendste Weise umgesetzt.

Jenseits ihrer demagogischen, pseudo – kapitalismuskritischen Propaganda zeigen die Nazis in der aktuellen Krise dann auch wieder einmal ihr wahres Gesicht. Ausschließlich deutsche Waren sollen wir kaufen, um deutsche UnternehmerInnen vor der Krise zu retten, meint die NPD und legt sich damit für den Erhalt des kapitalistischen Systems ins Zeug. Das System, das Krisen immer wieder hervorruft, als Ganzes in Frage zu stellen ist für die Nazis ebenso unvorstellbar wie für den Vorsitzenden der Deutschen Bank, Josef Ackermann. Ihr Versuch sich als die wahren VertreterInnnen der Interessen der ArbeiterInnen darzustellen ist und bleibt bewusste und geplante Irreführung.

Doch trotz aller Schikanen, die das System für uns bereit hält, trotz Krise und den zunehmend schwierigen Bedingungen unseren Alltag zu meistern, dürfen wir nicht aufgeben. Es gab eine Zeit vor dem Kapitalismus und es wird auch eine nach ihm geben. Jeder Kampf und mag er noch so unbedeutend erscheinen, bringt uns dem Ziel einer befreiten Gesellschaft näher. Den Kampf gegen die Kommerzialisierung eines jeden Winkels unseres Lebensbereiches führt zur Zeit der subkulturelle Veranstaltungsort Kunstverein (KV). Seit mittlerweile über 30 Jahren ist der KV ein nicht mehr weg zu denkendes Kulturhighlight in Nürnberg. Doch wenn es nach dem Willen der Z-Bau GmbH geht, muss der KV raus, da die GmbH an dem selbstverwalteten Projekt kein Geld verdient. Doch nicht mit uns! Für den Erhalt des Kunstvereins demonstrierten rund 2.000 Menschen und forderten darüber hinaus ein selbstverwaltetes Zentrum in Nürnberg.

Wir müssen uns gegen jede Form der Privatisierung, Ausbeutung, staatlicher Willkür, Nazis und Kriege wehren. Organisieren wir uns – an jeder Schule, in jeder Uni, in jedem Stadtteil und in jeder Fabrik. Nur gemeinsam können wir der Klasse der UnterdrückerInnen etwas entgegensetzen: Unsere Solidarität gilt über alle Grenzen hinaus all denjenigen, die das selbe Ziel verfolgen wie wir.

Nämlich eine Gesellschaft, in der die Befriedigung der Bedürfnisse der Menschen im Vordergrund steht. Doch in einem Ausbeutungsverhältnis, in dem eine Minderheit den Reichtum besitzt, den die Masse produziert, wird es das nicht geben. Kämpfen wir deshalb gemeinsam für eine Welt ohne Ausbeutung, in der allen Alles gehört und die Ziele der Produktion kollektiv bestimmt werden. Eignen wir uns das an, was uns sowieso schon zusteht!

Wichtig ist, sich in diesem Kampf nicht spalten zu lassen. Die Konstrukte von Nationen, Rassen und Geschlechterrollen, die Spaltung in Erwerbslose und Arbeitende, dienen nur dem Interesse der Herrschenden. Sie profitieren von der Frau, die gleichzeitig Lohn- und Reproduktionsarbeit leistet. Sie profitieren von der Einteilung der Welt in Nationen. Sie profitieren von der Spaltung in MigrantInnen und Deutsche, weil nur sie einen Nutzen daraus ziehen, wenn wieder einmal MigrantInnen für die Folgen kapitalistischer Logik verantwortlich gemacht werden und nicht das System. Wir – die Lohnabhängigen und Erwerbslosen dieser Welt – müssen uns endlich bewusst werden, dass es für uns keinen Grund gibt, ein System beizubehalten, das für das Kapital über unsere Leichen geht. Es gibt keine Alternative zur sozialen Revolution!

Genau dafür steht der 1. Mai. In der Tradition aller Revolutionäre und Revolutionärinnen tragen wir an diesem Tag unsere Wut, aber auch zugleich unsere Perspektive einer anderen Welt auf die Straße! Der Kapitalismus ist eine überkommene Wirtschaftsform, der es sich zu entledigen gilt. Vielleicht gewinnen wir diesen Kampf nicht heute oder morgen, aber der Tag wird kommen, an dem sich die Menschen nicht mehr mit den Resten zufrieden geben, die ihnen das Kapital zugesteht!


Für ein Ende von Ausbeutung und Unterdrückung!
Für ein Ende der Klassenherrschaft!
Für die soziale Revolution!

Eine Initiative der organisierte autonomie (OA)
Es rufen auf: AK „Das Ohm gegen Rechts“, Antifaschistische Linke Fürth (ALF), „Armer Teufel“ Freier Kunstverein und Galerie, Autonome Jugend Antifa (AJA), banda sinistra Erlangen, DKP Nbg., Feministische Gruppe, Initiative FAU-Nbg., Karawane für die Rechte von Flüchtlingen und MigrantInnen Nbg.,Kurzer Prozess, Libertad! Nbg., Motorradclub Kuhle Wampe Nbg., Pension Ost, Radikale Linke (RL), SDAJ-Franken, [’solid] Nbg., Solidarität International (SI) Nbg., Ultras Gostenhof, VAPCA.org
Die Durchführung unterstützen: SchülerInnenbündnis Nbg., Sozialforum Nbg.

drucken | 5. April 2009 | organisierte autonomie (OA) Nürnberg

Terminkalender

Freitag, 01.03.2024

Freitag, 1. März 2024: AAB-Solitresen zur Demo GET ORGANIZED! Gegen Rechtsruck, Ausbeutung und Vereinzelung!

Stadtteilladen Schwarze Katze, Untere Seitenstr. 1, Nürnberg Geöffnet ab 19 Uhr, Vortrag 20 Uhr

Mobilisierungsveranstaltung mit Vortrag zur Demo am 2. März - 14 Uhr - Nelson-Mandela-Platz. Massenweise gehen Menschen gegen die AfD und den gesellschaftlichen Rechtsruck auf die Straße. Parteien und Mainstreammedien behaupten, die DemonstrantInnen würden Demokratie und die herrschenden Verhältnisse verteidigen. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass die AfD vom Staat des Kapitals lediglich in Reserve gehalten wird, um im Falle einer weiteren Zuspitzung der ökonomischen und sozialen Krise von der Leine gelassen zu werden. Bis dahin dürfen die etablierten Parteien die kapitalistische Agenda von gesellschaftlicher Faschisierung (inkl. §129-Verfahren gegen Nürnberger Antifas), Militarisierung, Aufrüstung, Krieg, rassistischer Abschottungspolitik und sozialem Kahlschlag umsetzen. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Solitresens des Antifaschistischen Aktionsbündnisses statt. Alle Getränke kosten deshalb 1 Euro mehr. Der Erlös fließt in die antifaschistische Solidaritätsarbeit.
Samstag, 02.03.2024

GET ORGANZIED: Gegen Rechtsruck, Ausbeutung und Vereinzelung!

Für den 2. März 2024 rufen linke und antifaschistische Gruppen aus dem Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen (darunter auch wir) zu einer Demonstration unter dem Motto: "GET ORGANZIED: Gegen Rechtsruck, Ausbeutung und Vereinzelung!" auf. Sa., 2.3.2024, 14:00 Uhr | Nelson-Mandela-Platz (das ist hinter dem Hauptbahnhof) | Nürnberg Achtet auf Ankündigungen hier, da sich an den Daten oben noch etwas ändern kann. AUFRUF zur Demonstration: Anfang Januar enthüllte die Rechercheplattform Correctiv ein Treffen von Werteunion, Großindustriellen, AfD und Neonazis. Bei diesem Treffen wurden massenhaft Deportationen von Menschen aus Deutschland geplant. Seitdem gehen deutschlandweit Millionen auf die Straße. Endlich gibt es wieder große Proteste gegen Rechts!Und trotzdem können wir es nicht dabei belassen, ab und an gegen Nazis auf die Straße zu gehen. In einer Gesellschaft, in der rassistische und antisemitische Angriffe Alltag sind, reicht es nicht, einmal auf eine Großdemonstration zu gehen: Während wir die Deportationsphantasien der AfD kritisieren, werden Menschen aus Europa abgeschoben oder sterben gar an den Außengrenzen. Auch bei Hetze und Kürzungen gegen Erwerbslose und ärmere Menschen steht die Regierung der AfD kaum nach. Jeden Tag werden Menschen aus ihren Wohnungen geworfen, weil sie sich die Miete nicht leisten können. All das ist für viele von uns bittere Realität. All das macht uns traurig, ohnmächtig und wütend. All das passiert in einer gesellschaftlichen Stimmung, in der Antifaschismus kriminalisiert und linke Proteste angegriffen werden. Die Holocaust-Überlebende Esther Bejerano sagte bereits: „Wer gegen Nazis kämpft, kann sich auf den Staat nicht verlassen“, und sie hatte recht.Während Nazis auf der Straße Brandanschläge begehen und queere Jugendliche verprügeln, setzen Parlament und Regierung extrem rechte Forderungen um. Doch was tun deutsche Behörden? Sie stecken ihre Energie in den Kampf gegen linke Bewegungen. Ein lokales Beispiel sind die Razzien in Nürnberg im vergangenen Oktober: Wegen ein paar angeblicher Graffittis wurden die Wohnungen von sechs jungen Menschen durchsucht und ein Ermittlungsverfahren wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung eröffnet. Vorgeworfen wird ihnen unter anderem die „Verherrlichung der Antifa“. Es bleibt an uns, all dem etwas entgegenzusetzen! Lassen wir der AfD und anderen Rechten keine Ruhe, keinen Sitz im Parlament und keinen Fußbreit auf der Straße! Treten wir der Unterdrückung und Ausbeutung in dieser Gesellschaft gemeinsam entgegen – Auf allen Ebenen und mit allen Mitteln. Gemeinsam als von Rassismus Betroffene, als Queers, als Juden*Jüdinnen, als Antifaschist*innen und viele mehr. Nur gemeinsam können wir einen Umgang mit all der Trauer, der Ohnmacht und der Wut finden.Lasst uns füreinander einstehen und uns gegenseitig unterstützen. Lasst uns nicht zuschauen, wenn unsere Nachbar*innen aus ihren Wohnungen geworfen oder abgeschoben werden. Lasst uns Schluss machen mit der Vereinzelung und uns zusammenschließen. Lasst uns Räume für Solidarität und Freundi*nnenschaft schaffen und die klassenlose Gesellschaft als Antwort auf Rechtsruck, Ausbeutung und Unterdrückung aufbauen. Lasst uns nicht aufhören zu kämpfen: Für eine Welt, in der wir alle ohne Angst leben können!Kommt am 02. März mit uns auf die Straße! Gegen Rechtsruck, Ausbeutung und Vereinzelung! – Für die befreite Gesellschaft!
Samstag, 02.03.2024

Isa-Kneipe mit dem Film "Lip oder die Macht der Phantasie"

Im Rahmen unserer Isa-Kneipe im Vorfeld des Internationalen Frauenkampftags 2024 sehen wir uns gemeinsam einen Fim an von Chris Marker über den Kampf bei der französischen Uhrenfabrik LIP. Dieser Kampf spielt eine wichtige Rolle im Gedächtnis der französischen Lohnabhängigen. Die Frauen standen hier wie so oft, wenn es ernst wird, in vorderster Reihe. Die dokumentarische Film vermittelt die erregende Atmosphäre, die entstehen kann, wenn Utopien greifbar werden.
Stadtteilladen Schwarze Katze Untere Seitenstr. 1, Nürnberg 19-20 Uhr: Anlaufstelle gegen Arbeitsunrecht ab 20 Uhr: ISA-Kneipe
Die Handlung: "Seit Mitte April 1973 bedrohen Massenentlassungen die Lip-Belegschaft, es kommt zu ersten Demonstrationen. Als am 12. Juni verkündet wird, es gebe keinen Lohn mehr, kommt es zum Bossnapping und zum ersten Einsatz der Sicherheitskräfte - und es kommt zur Beschlagnahme des Uhrenlagers durch die Belegschaft. Auf die riesige Demonstration am 15. Juni folgt am 18. Juni die Besetzung der Fabrik: die Produktion in Eigenregie beginnt. Am 14. August wird die Besetzung von der Polizei gewaltsam beendet, der Kampf ist damit aber noch lange nicht vorbei...
Freitag, 08.03.2024

Frauen kämpfen international gegen Krise, Krieg und Kapital! - Raus zum 8.März!

8.März Demo || Internationaler Frauenkampftag || 17:00 Uhr || Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt || 16:30 Uhr || Jamnitzer Platz, Gostenhof
Auf die eine oder andere Art kennen wir es doch alle: wir kochen, putzen, waschen die Wäsche und gehen einkaufen. Wir gießen die Blumen und räumen die Spülmaschine im Büro aus. Wir erziehen die Kinder, bringen sie zum Sport oder zu Freund*innen und helfen ihnen bei den Hausaufgaben. Wir pflegen die Eltern oder andere Angehörige und helfen dort im Haushalt. Wir denken über die Geschenke von Bekannten und Verwandten nach und planen den nächsten Ausflug für die Familie oder Freund*innen und und und.
Und das alles meist zusätzlich zu einem Job, zu den Sorgen über immer teureren Wohnraum, mehr Lebenshaltungskosten, wieder steigende Strom- und Heizungskosten und mehr.
Wenn wir mal durchatmen können, stellt sich die Frage: Wo bleibt da eigentlich noch Zeit für mehr? Wie sollen Bildung, Engagement und Hobbies neben Care-Arbeit und Mental Load noch Platz haben?
Dies geht eigentlich nur, wenn einem jemand den Rücken freihält. Aus unseren Erfahrungen, aber auch statistisch gesehen, sind die, die diese Arbeiten ausführen zum überwiegenden Teil immer noch Frauen. In mehr als 2/3 der Familien werden sie allein von Frauen übernommen und in nur etwa 5% der Haushalte kümmert sich der Mann zum überwiegenden Teil.
Deshalb stellt sich uns die Frage: Wie können wir unser Zusammenleben, unsere Gesellschaft und die Politik verändern, dass eine gleiche Aufteilung der Erziehungs- und Pflegearbeit möglich wird? Damit wir alle Zeit haben und trotzdem die Kinder nicht verhungern, die Oma versorgt und das Zuhause kein Saustall ist.
Hinzu kommt, dass wir in einer Zeit leben, in der vieles im Umbruch ist.Kriege treten vor unsere Haustür und bringen neben menschlichem Leid auch Tod, eine Energie- und Wirtschaftskrise folgt nach der anderen. Rechte Akteure, wie jüngst mal wieder an der AfD zu sehen ist, versuchen einen Rollback in vergangene vermeintlich „gute alte Zeiten“ und schüren Hass, Rassismus und engstirniges Denken. Gerade haben wir die Corona-Pandemie überstanden, die uns Frauen im wahrsten Sinne des Wortes zurück an den Herd katapultierte und die Gewalt in Familien explodieren ließ und nun heißt es wieder einmal den Gürtel enger schnallen. Für „Sozialklimbim“ sei laut dem FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler kein Platz. Was das für uns in der Konsequenz heißt: ein Sparzwang, der eine der größten Kürzungen im sozialen Bereich seit den 1990er Jahren mitbringt.
Es werden massiv Mittel im Sozialhaushalt gekürzt und die schlechtere Bezahlung und schlechten Arbeitsbedingungen imSozial-, Pflege- und Erziehungsbereich wird weitergehen. Es wird bei denen gespart, die sowieso nicht viel haben und weiter von unten nach oben verteilt. Als Beispiel sei hier die Kindergrundsicherung genannt, die alle Leistungen für armutsgefährdete Kinder in einer Stelle vereinen sollte und nun nur noch mit einem Rest-Budget von 2,4 statt 12 Mrd € eingeführt wird, sowie für Alleinerziehende weniger Unterstützung bedeuten kann. Einen Kindergartenplatz zu erhalten ist trotz gesetzlichem Anspruch immer noch Glücksache und eine gute Schulbildung oder ein Studium können sich nur die leisten, die viel Kohle haben; wird der Bildungsbereich doch seit vielen Jahren ebenfalls kaputtgespart.
Durch Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen sind vor allem Frauen dazu gezwungen, in Teilzeit zu arbeiten und prekäre Arbeitsplätze anzunehmen. Ganz zu schweigen von einer immer noch vorhandenen ungleichen Bezahlung zu den männlichen Kollegen, lag doch der sog. Gender Pay Gap im letzten Jahr im Südwesten immer noch bei 22%. Gerade für Alleinerziehende bedeutet dies eine Spirale, die überproportional oft für Frauen in der Altersarmut endet oder sie dazu drängt in Familienstrukturen zu bleiben und vermehrt Abhängigkeiten fördert. Zudem reicht der Lohn einer Arbeitsstelle für Alleinerziehende oder Alleinstehende oft gerade so zum Überleben, große Sprünge oder unvorhergesehene Ausgaben sind nicht möglich. Viele müssen sich mit einem Nebenjob oder zwei Arbeitsstellen über Wasser halten. Frauen werden durch gesetzliche Regelungen, wie das Ehegattensplitting, in traditionelle Familienmodelle gedrängt oder dort festgehalten. Sie erleben eine Verdichtung der Arbeit durch einen Job und die zusätzlich hauptsächlich durch sie zu verrichtende Haus- und Care-Arbeit. 
Wie kommen wir heraus aus solchen Teufelskreisen? Von Ratgebern oder in klugen Sprüchen hören wir dann oft, du musst nur an dir arbeiten und dich verändern, noch flexibler werden, mehr Yoga als Ausgleich machen oder dir einen reiche(re)n Partner suchen. Doch alles „Selfcare“ dieser Welt kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in einer Gesellschaft und in einem Staat leben, der die ökonomischen Interessen über die der Menschen stellt. Uns wird immer wieder gesagt, dass wir in einem Sozialstaat leben und es uns doch gut geht. Doch da wo Menschen in Zahlen berechnet werden und der Aufwand, den „es lohnt“ in einen Menschen zu stecken, ebenfalls kalkuliert wird, da ist von Sozial im Staat nicht viel übrig, sondern die wirtschaftlichen Interessen und Ausbeutung durch Arbeit dominieren. Ist das das gute Leben nach dem wir alle streben? Muss unsere Gesellschaft nicht eigentlich genau anders herum funktionieren, indem der Mensch und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt gestellt wird? Doch das wird es im Kapitalismus nicht geben. 
Wir wollen eine Gesellschaft, in der nicht 100 Mrd€ in die Rüstung und das Militär gesteckt und damit Kriege gefördert werden, die uns und unseren Planeten zerstören.Wir müssen selbst kämpfen, z.B. für ein gut funktionierendes Bildungssystem mit einer geschlechtergerechten Erziehung oder für kostenlose Kinderbetreuung, die kollektiv organisiert wird und nicht als profitorientiertes Unternehmen. Oder auch für Wohnungen, die wir uns noch leisten können und für ein Stadtviertel, das an den Bedürfnissen der sie Bewohnenden orientiert ist und nicht nur öffentlichen Raum kennt, der kommerziell genutzt wird. Einen öffentlichen Raum, der für alle zugänglich ist und nicht von Frauen mit einem Pfefferspray zur Verteidigung in der Tasche durchquert wird.
Diese Aufzählung ließe sich noch lange weiterführen und kann doch noch nicht abschließend beendet werden. Denn wir sind es, die diese Gesellschaft gemeinsam verändern können, es wird kein Retter kommen, der für uns die patriarchalen Strukturen abschafft. Deshalb lasst uns zusammenkommen, diskutieren, die Vereinzelung unserer Gesellschaft durchbrechen, uns als Frauen solidarisch zusammenschließen und Ideen für die dringend notwendige Veränderung unserer Gesellschaft, des kapitalistischen Wirtschaftssystems und unseres Miteinanders zusammen ausgestalten. Gemeinsam als Frauen unserer Klasse wollen wir die Vorstellung eines guten Lebens für uns alle entwerfen, an vorhandenen Ideen anknüpfen und diese weiterentwickeln. Z.B. wie (un)bezahlte Care-Arbeit verkollektiviert werden kann, also wie Kindererziehung außerhalb der Kleinfamilie im Haus, in der Straße oder im Viertel organisiert werden kann oder wir mit gemeinsamen Versorgungseinrichtungen, wie einer Stadtteilmensa,die Haus-Arbeit gleichberechtigt auf mehrere Schultern verteilen. Wie wir Kämpfe um unsere Zeit lostreten und weiterentwickeln können, damit neben Arbeit und Haushalt noch Luft für Bildung, Kultur und soziales/politisches Engagement bleibt. Oder wie wir z.B. durch Streiks oder öffentliche Lohnlisten dem Gender Pay Gap und niedriger Bezahlung in sog. weiblich konnotierten Berufssparten entgegenwirken können und vieles mehr. Lasst uns das zusammen angehen!
Lasst uns die Unzumutbarkeiten nicht länger schweigend und unwidersprochen hinnehmen. Kommt zur Kundgebung am 8. März am Plärrer und lasst uns gemeinsam bei Veranstaltungen Ideen entwickeln wie wir vorankommen. Denn wir wollen ein Leben, in dem wir nicht bestimmte Rollen aufgrund unseres Geschlechtes erfüllen müssen, in dem wir nicht nach unserem Aussehen oder unserer Herkunft beurteilt werden, in dem es keine soziale Ungleichheit gibt, wir den gleichen Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen teilen und ein solidarisches Miteinander leben. 
Lasst uns am 8. März und darüber hinaus ein starkes und kämpferisches Zeichen setzen für eine Welt jenseits von kapitalistischer Ausbeutung und patriarchaler Unterdrückung!
Demonstration am 8.März um 17 Uhr Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt um 16.30 am Jamnitzer Platz
Freitag, 08.03.2024

Frauen kämpfen international gegen Krise, Krieg und Kapital! - Raus zum 8.März!

8.März Demo || Internationaler Frauenkampftag || 17:00 Uhr || Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt || 16:30 Uhr || Jamnitzer Platz, Gostenhof
Auf die eine oder andere Art kennen wir es doch alle: wir kochen, putzen, waschen die Wäsche und gehen einkaufen. Wir gießen die Blumen und räumen die Spülmaschine im Büro aus. Wir erziehen die Kinder, bringen sie zum Sport oder zu Freund*innen und helfen ihnen bei den Hausaufgaben. Wir pflegen die Eltern oder andere Angehörige und helfen dort im Haushalt. Wir denken über die Geschenke von Bekannten und Verwandten nach und planen den nächsten Ausflug für die Familie oder Freund*innen und und und.
Und das alles meist zusätzlich zu einem Job, zu den Sorgen über immer teureren Wohnraum, mehr Lebenshaltungskosten, wieder steigende Strom- und Heizungskosten und mehr.
Wenn wir mal durchatmen können, stellt sich die Frage: Wo bleibt da eigentlich noch Zeit für mehr? Wie sollen Bildung, Engagement und Hobbies neben Care-Arbeit und Mental Load noch Platz haben?
Dies geht eigentlich nur, wenn einem jemand den Rücken freihält. Aus unseren Erfahrungen, aber auch statistisch gesehen, sind die, die diese Arbeiten ausführen zum überwiegenden Teil immer noch Frauen. In mehr als 2/3 der Familien werden sie allein von Frauen übernommen und in nur etwa 5% der Haushalte kümmert sich der Mann zum überwiegenden Teil.
Deshalb stellt sich uns die Frage: Wie können wir unser Zusammenleben, unsere Gesellschaft und die Politik verändern, dass eine gleiche Aufteilung der Erziehungs- und Pflegearbeit möglich wird? Damit wir alle Zeit haben und trotzdem die Kinder nicht verhungern, die Oma versorgt und das Zuhause kein Saustall ist.
Hinzu kommt, dass wir in einer Zeit leben, in der vieles im Umbruch ist.Kriege treten vor unsere Haustür und bringen neben menschlichem Leid auch Tod, eine Energie- und Wirtschaftskrise folgt nach der anderen. Rechte Akteure, wie jüngst mal wieder an der AfD zu sehen ist, versuchen einen Rollback in vergangene vermeintlich „gute alte Zeiten“ und schüren Hass, Rassismus und engstirniges Denken. Gerade haben wir die Corona-Pandemie überstanden, die uns Frauen im wahrsten Sinne des Wortes zurück an den Herd katapultierte und die Gewalt in Familien explodieren ließ und nun heißt es wieder einmal den Gürtel enger schnallen. Für „Sozialklimbim“ sei laut dem FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler kein Platz. Was das für uns in der Konsequenz heißt: ein Sparzwang, der eine der größten Kürzungen im sozialen Bereich seit den 1990er Jahren mitbringt.
Es werden massiv Mittel im Sozialhaushalt gekürzt und die schlechtere Bezahlung und schlechten Arbeitsbedingungen imSozial-, Pflege- und Erziehungsbereich wird weitergehen. Es wird bei denen gespart, die sowieso nicht viel haben und weiter von unten nach oben verteilt. Als Beispiel sei hier die Kindergrundsicherung genannt, die alle Leistungen für armutsgefährdete Kinder in einer Stelle vereinen sollte und nun nur noch mit einem Rest-Budget von 2,4 statt 12 Mrd € eingeführt wird, sowie für Alleinerziehende weniger Unterstützung bedeuten kann. Einen Kindergartenplatz zu erhalten ist trotz gesetzlichem Anspruch immer noch Glücksache und eine gute Schulbildung oder ein Studium können sich nur die leisten, die viel Kohle haben; wird der Bildungsbereich doch seit vielen Jahren ebenfalls kaputtgespart.
Durch Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen sind vor allem Frauen dazu gezwungen, in Teilzeit zu arbeiten und prekäre Arbeitsplätze anzunehmen. Ganz zu schweigen von einer immer noch vorhandenen ungleichen Bezahlung zu den männlichen Kollegen, lag doch der sog. Gender Pay Gap im letzten Jahr im Südwesten immer noch bei 22%. Gerade für Alleinerziehende bedeutet dies eine Spirale, die überproportional oft für Frauen in der Altersarmut endet oder sie dazu drängt in Familienstrukturen zu bleiben und vermehrt Abhängigkeiten fördert. Zudem reicht der Lohn einer Arbeitsstelle für Alleinerziehende oder Alleinstehende oft gerade so zum Überleben, große Sprünge oder unvorhergesehene Ausgaben sind nicht möglich. Viele müssen sich mit einem Nebenjob oder zwei Arbeitsstellen über Wasser halten. Frauen werden durch gesetzliche Regelungen, wie das Ehegattensplitting, in traditionelle Familienmodelle gedrängt oder dort festgehalten. Sie erleben eine Verdichtung der Arbeit durch einen Job und die zusätzlich hauptsächlich durch sie zu verrichtende Haus- und Care-Arbeit. 
Wie kommen wir heraus aus solchen Teufelskreisen? Von Ratgebern oder in klugen Sprüchen hören wir dann oft, du musst nur an dir arbeiten und dich verändern, noch flexibler werden, mehr Yoga als Ausgleich machen oder dir einen reiche(re)n Partner suchen. Doch alles „Selfcare“ dieser Welt kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in einer Gesellschaft und in einem Staat leben, der die ökonomischen Interessen über die der Menschen stellt. Uns wird immer wieder gesagt, dass wir in einem Sozialstaat leben und es uns doch gut geht. Doch da wo Menschen in Zahlen berechnet werden und der Aufwand, den „es lohnt“ in einen Menschen zu stecken, ebenfalls kalkuliert wird, da ist von Sozial im Staat nicht viel übrig, sondern die wirtschaftlichen Interessen und Ausbeutung durch Arbeit dominieren. Ist das das gute Leben nach dem wir alle streben? Muss unsere Gesellschaft nicht eigentlich genau anders herum funktionieren, indem der Mensch und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt gestellt wird? Doch das wird es im Kapitalismus nicht geben. 
Wir wollen eine Gesellschaft, in der nicht 100 Mrd€ in die Rüstung und das Militär gesteckt und damit Kriege gefördert werden, die uns und unseren Planeten zerstören.Wir müssen selbst kämpfen, z.B. für ein gut funktionierendes Bildungssystem mit einer geschlechtergerechten Erziehung oder für kostenlose Kinderbetreuung, die kollektiv organisiert wird und nicht als profitorientiertes Unternehmen. Oder auch für Wohnungen, die wir uns noch leisten können und für ein Stadtviertel, das an den Bedürfnissen der sie Bewohnenden orientiert ist und nicht nur öffentlichen Raum kennt, der kommerziell genutzt wird. Einen öffentlichen Raum, der für alle zugänglich ist und nicht von Frauen mit einem Pfefferspray zur Verteidigung in der Tasche durchquert wird.
Diese Aufzählung ließe sich noch lange weiterführen und kann doch noch nicht abschließend beendet werden. Denn wir sind es, die diese Gesellschaft gemeinsam verändern können, es wird kein Retter kommen, der für uns die patriarchalen Strukturen abschafft. Deshalb lasst uns zusammenkommen, diskutieren, die Vereinzelung unserer Gesellschaft durchbrechen, uns als Frauen solidarisch zusammenschließen und Ideen für die dringend notwendige Veränderung unserer Gesellschaft, des kapitalistischen Wirtschaftssystems und unseres Miteinanders zusammen ausgestalten. Gemeinsam als Frauen unserer Klasse wollen wir die Vorstellung eines guten Lebens für uns alle entwerfen, an vorhandenen Ideen anknüpfen und diese weiterentwickeln. Z.B. wie (un)bezahlte Care-Arbeit verkollektiviert werden kann, also wie Kindererziehung außerhalb der Kleinfamilie im Haus, in der Straße oder im Viertel organisiert werden kann oder wir mit gemeinsamen Versorgungseinrichtungen, wie einer Stadtteilmensa,die Haus-Arbeit gleichberechtigt auf mehrere Schultern verteilen. Wie wir Kämpfe um unsere Zeit lostreten und weiterentwickeln können, damit neben Arbeit und Haushalt noch Luft für Bildung, Kultur und soziales/politisches Engagement bleibt. Oder wie wir z.B. durch Streiks oder öffentliche Lohnlisten dem Gender Pay Gap und niedriger Bezahlung in sog. weiblich konnotierten Berufssparten entgegenwirken können und vieles mehr. Lasst uns das zusammen angehen!
Lasst uns die Unzumutbarkeiten nicht länger schweigend und unwidersprochen hinnehmen. Kommt zur Kundgebung am 8. März am Plärrer und lasst uns gemeinsam bei Veranstaltungen Ideen entwickeln wie wir vorankommen. Denn wir wollen ein Leben, in dem wir nicht bestimmte Rollen aufgrund unseres Geschlechtes erfüllen müssen, in dem wir nicht nach unserem Aussehen oder unserer Herkunft beurteilt werden, in dem es keine soziale Ungleichheit gibt, wir den gleichen Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen teilen und ein solidarisches Miteinander leben. 
Lasst uns am 8. März und darüber hinaus ein starkes und kämpferisches Zeichen setzen für eine Welt jenseits von kapitalistischer Ausbeutung und patriarchaler Unterdrückung!
Demonstration am 8.März um 17 Uhr Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt um 16.30 am Jamnitzer Platz
Samstag, 09.03.2024

Grundlagenvortrag Kritik am liberalen Feminismus am 9.03.24 um 18:00 Uhr Youth Connect Öffnung der RZN

  Wir laden euch herzlich zu unserer Youth Connect Öffnung in die Schwarze Katze ein. Anlässlich des internationalen Frauenkampftags hören wir gemeinsam einen Vortrag zur Kritik des liberalen Feminismus und wieso wir die lohnabhängige Klasse für zentral im Kampf gegen das Patriarchat betrachten. Im Anschluss ist Raum für Diskussion. Kommt gerne vorbei und lernt uns kennen. Für Essen uns Getränke ist gesorgt.   Geöffnet ab 18:00 Uhr im Stadtteilladen Schwarze Katze, untere Seitenstraße 1, 90429 Nürnberg
Freitag, 15.03.2024

Antifa-Aktionskneipe im März

Freitag, 15.3. | Stadtteilladen Schwarze Katze (untere Seitenstrasse 1, NBG) | Workshop 20:00 Uhr | Offenes Antifatreffen 19:00 Uhr

Diskussionsworkshop zu Feminismus aus materialistischer Perspektive
Der inhaltliche Part des Abends beginnt um 20:00 Uhr mit dem kurzen Versuch von einer materialistische Perspektive auf das Thema Feminismus zu blicken. Darauf aufbauend wollen wir uns während einer Workshopphase in Kleingruppen z.B. mit den Themen Reproduktionsarbeit, Hass auf queere Menschen, oder Rollenzuschreibungen die die Zweigeschlechtlichkeit mit sich bringt, auseinandersetzen.
Schon um 19:00 Uhr beginnt der Abend mit dem offenen Antifatreffen. Wenn ihr antifaschistisch aktiv werden wollt, könnt ihr hier einen ersten Eindruck von unserer Arbeit bekommen und mitmachen.
Für Essen und Trinken gegen eine Spende ist wie immer gesorgt!
+++ AM 8.MÄRZ AUF DIE STRASSE! +++
Infos über die Antifa-Aktionskneipe Youtube | Instagram | antifaak161 (äääät) riseup.net
Was macht die Antifa Aktionskneipe?
Beispiele: Mobivideo zum 8.März ’23 / Jahresrückblick 2021 / Satire zur Bundestagswahl / Podcast zum Tag gegen Gewalt an Frauen / Antifa-Stadtrundgang / Aktion gegen AfD Landtagswahlstand / Demo „Keine rechte Hetze in unserem Viertel!“ / Gemeinsamer Treffpunkt für revolutionäre 1.Mai-Demo / Aktion zum TagX NSU-Prozess / Aktion gegen CSU Parteitag / Aktion gegen AfD-Infostand / Fahrt zur Demo: Memmingen sieht rot / Alle Aktionen chronologisch auf der Redside Was ist die Antifa Aktionskneipe: Der rechte Vormarsch in der BRD geht weiter voran. Am offensten zeigt sich diese Entwicklung an den Wahlerfolgen der AfD und Gesetzesverschärfungen, wie die neuen Polizeiaufgabengesetze. Die Bundesregierung schaffte das Asylrecht quasi ab, sperrt Geflüchtete in Lager und schiebt in Kriegsgebiete ab. Parallel dazu werden täglich Menschen von Nazis und RassistInnen angegriffen. Überall formieren sich rechte Bürgerwehren und rechter Terror wird zu einer immer größeren Bedrohung. Deswegen gewinnt antifaschistischer Widerstand gegen diese Zustände an enormer Bedeutung. Wir wollen deutlich zeigen und klar machen, dass wir diese reaktionäre Offensive nicht unbeantwortet lassen. Wir lassen uns nicht durch Rassismus und Sexismus spalten, sondern müssen gemeinsam als unterdrückte Klasse für eine befreite Welt kämpfen. Wir müssen uns entscheiden, ob wir in einer Welt des Faschismus und Unterdrückung leben wollen oder in einer Welt der Solidarität und Gerechtigkeit. Wenn auch du die Schnauze voll hast und aktiv gegen Nazis und FaschistInnen werden willst, dann komm zur Antifa-Aktionskneipe! Jeden dritten Freitag im Monat ab 19:00 Uhr veranstalten wir ein offenes Treffen, mit dem Ziel, uns gemeinsam zu informieren, auszutauschen und aktiv zu werden. Lernen wir uns kennen, schließen wir uns zusammen und machen wir uns gemeinsam stark gegen Rassismus, Faschismus, Patriarchat und Kapitalismus.
Montag, 18.03.2024

Raus zum Tag der politischen Gefangenen!

Der weltweite Kampf der kapitalistischen Staaten um Absatzmärkte, Einflusszonen und Investitionsmöglichkeiten wird schärfer und es entstehen im Zuge dessen schon länger immer offenere Konflikte, die immer mehr Eskalationspotential bieten. Unzweifelhaft dämmert die Neuaufteilung der Welt. Der von der NATO angeheizte und von der Russischen Föderation zum militärischen Gefecht eskalierte Konflikt um die Ukraine ist dabei nur ein Beispiel. Weitere sind das Ringen der USA und China um Taiwan, wie auch Versuche verschiedener Akteure, mehr Einfluss auf dem afrikanischen Kontinent zu gewinnen.

Hinzu kommt, dass im vergangenen Oktober Israel durch militante palästinensische Gruppen, unter Führung der Hamas, militärisch angegriffen wurde. Das israelische Militär begann daraufhin den Gazastreifen zu bombardieren. Dieser vorläufige Höhepunkt des seit Jahrzehnten bestehenden Konflikts hält seitdem an.

In dieser brandgefährlichen Gemengelage vertritt auch die BRD ihre Interessen bzw. die des deutschen Kapitals. Und damit das möglichst ungestört von statten geht, sollen wir Werktätige möglichst wenig sagen und tun, was dem im Weg steht. Deshalb findet in allen Fragen, die diese Interessen betreffen, ein besonders krasser Kampf um die Meinungen der Menschen statt. Deshalb tritt der Staat zunehmend repressiver auf – generell, aber auch im Besonderen:

Gegen Menschen, die sich Versuchen, die Gesellschaft immer weiter nach rechts zu drängen, entgegenstellen oder gegen Menschen, die Kriegsrhetorik etwas entgegensetzen. Gegen Menschen, die soziale Proteste organisieren oder solche, die den Kapitalismus ankreiden. Hier sollen nur ein paar Beispiele genannt sein.

So kommt es, dass die kurdische Freiheitsbewegung kriminalisiert wird - im Januar startete der Prozess gegen Tahir Köcer, der im vergangenen Jahr in Nürnberg festgenommen wurde. Ihm wird nach §129b StGB die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland vorgeworfen. So kommt es, dass die, die zum Nahostkonflikt eine Meinung vertreten, die nicht der deutschen Staatsräson entspricht, eingeschüchtert werden. Das passiert bspw. über Verbote palästinasolidarischer Demonstrationen, Razzien gegen die migrantische Selbstorganisation ZORA und medial erhobene Forderungen nach Einschränkungen der Demonstrationsfreiheit für Nicht-staatsbürger und schnellerer Abschiebungen von vermeintlichen Antisemiten. So erklären sich ebenfalls die Angriffe der Polizei auf die Luxemburg und Liebknecht Demonstration in Berlin oder, dass mehrere Dutzend KlimaaktivistInnen bereits vor Beginn der Internationalen Automobil Ausstellung 2023 in München in Präventivhaft genommen worden sind. Nicht zuletzt ist das wohl der Grund, wegen dem in Nürnberg gegen mehrere AntifaschistInnen nach §129 ermittelt wird, weil sie Graffiti gesprüht haben sollen.

Umso wichtiger ist es in diesen Zeiten, dass wir uns bemühen, es der Repression nicht unnötig einfach zu machen. Dass wir uns umeinander kümmern und für alle von Repression Betroffenen da sind. Dass wir den vielen Gefangenen Briefe schreiben und sie nicht vergessen. Dass wir solidarisch zusammenstehen.

In diesem Sinne wollen wir den Tag der politischen Gefangenen, den 18.03.2024 mit einer Kundgebung begehen.

18 Uhr Kundgebung am Jamnitzerplatz. Anschließend wird es Gefangenen schreiben in der Vokü ab 19 Uhr geben.

Verbreitet unseren Aufruf gerne weiter und nutzt unsere Sharepics (1414x2000, 500x707).

Mittwoch, 27.03.2024

Gesiebte Luft - 27 Jahre Freiheitsentzug

Gesiebte Luft – 27 Jahre Freiheitsentzug

Ein Gespräch mit Thomas Meyer-Falk

Mittwoch, 27.03

19 Uhr

Stadtteilladen Schwarze Katze

Untere Seitenstraße 1 Gostenhof

 

Für viele ist die Vorstellung für ihr politisches Handeln ein paar Jahre im Knast verbringen zu müssen schwer vorstellbar. Thomas verbrachte fast drei Jahrzehnte seines Lebens in verschiedenen Gefängnissen. Seit Ende August 2023 ist er wieder auf freien Fuß und muss sich nun in einer völlig anderen Welt zurechtfinden. Gemeinsam wollen wir mit ihm über seine Zeit im Knast und danach sprechen.

 

Wie steht man so etwas durch, ohne Mitgefühl und Verstand zu verlieren? Was bedeutet Freiheitsentzug eigentlich? Und welchen Wert haben Solidarität und Zusammenhalt in einer scheinbar aussichtslosen Situation?

Eine Veranstaltungsreihe der Roten Hilfe e.V. und Thomas Meyer-Falk