Programm für die 11. Linke Literaturmesse

Freitag | 19:30 Uhr | Weißer Saal
Eröffnungsveranstaltung im Weißen Saal: Podiumsgespräch: Die „Heile Welt“ des Peter Hacks
junge Welt und
EulenspiegelVerlag
Was mag einen erklärtermaßen kommunistischen Maler bewegen, einem Band mit Hacks-Gedichten den leicht provokanten Titel „Heile Welt“ zu geben? Warum ist die Liebeslyrik von Peter Hacks im hohen Maße politisch?
Weshalb versucht der bürgerliche Medienbetrieb, einen der bedeutendsten deutschsprachigen Literaten des 20. Jahrhunderts seit Jahrzehnten totzuschweigen? Diese und andere Fragen beantworten in der diesjährigen Eröffnungsveranstaltung
der Linken Literaturmesse der Berliner Maler und Grafiker Thomas Jakob Richter und der Verleger Mathias Oehme. Moderiert wird das Podiumsgespräch von jW-Autor Donna San Floriante.
 
Samstag | 12:00 Uhr | Weißer Saal
Vortrag und Diskussion mit Peter Decker:
Weltmarkt und Weltmacht. So funktioniert Imperialismus heute.
Redaktion der Zeitschrift GegenStandpunkt
Von der globalisierten Zivilgesellschaft und ihrer antiterroristischen Kriegskultur.
 
Samstag | 12:00 Uhr | Seminarraum
Buchvorstellung: Venezuela, ein Land des Aufbruchs.
Roter Oktober
In der vorgestellten Broschüre und im Referat wird die demokratische Revolution,
die Geschichte, der Putsch 2002 und seine Konsequenzen, der Aufbau sozialer
Projekte und die damit verbundene Organisierung der Bevölkerung Venezuelas
dargestellt und mit aktuellen Filmbeispielen untermauert.
 
Samstag | 12:00 Uhr | Café Löffler
Buchvorstellung: Jean Amila: Mitleid mit den Ratten
Conte-Verlag
Neuübersetzung aus dem Französischen eines weiteren Kriminalromans von Jean
Amila (1910-1955). Der Autor Jean Amila (1910-1995) war nach dem bekannten
Leo Malet der zweite französischsprachige Autor der legendären Série Noire.
 
Samstag | 13:00 Uhr | Weißer Saal
Informationsveranstaltung: Solidarität mit Mumia Abu-Jamal
Rote Hilfe e.V.
Die Rote Hilfe informiert über die aktuelle Situation von Mumia Abu-Jamal und
den Stand der Solidaritätskampagne.
 
Samstag | 13:00 Uhr | Seminarraum
Buchvorstellung mit der Autorin Gisela Notz:
Warum flog die Tomate?
AG SPAK Bücher
Das Buch beschreibt die Herausbildung eigenständiger Frauenbewegungen in der
BRD, die ihre agitatorischen Schwerpunkte und ihre größte Breitenwirkung in den
1970er Jahren erreichten. Es geht auch um Organisationsformen, Programme und
Institutionen, um politische Wirksamkeit sowie um Auswirkungen über die Gründerinnengeneration hinaus.
 
Samstag | 13:00 Uhr | Café Löffler
Buchvorstellung mit Bernd Hüttner:
Das Verzeichnis der alternativMedien 2006/ 2007
AG SPAK Bücher
Neben einem redaktionellen Teil über Stand und Perspektiven linker und alternativer
Medien, u.a. mit Beiträgen zu Verlagsgenossenschaften, zu Fanzines und der
Geschichte ihrer Entstehung sind 460 Adressen in Deutschland erscheinender
Printmedien dokumentiert.
 
Samstag | 13:00 Uhr | KOMM-Kino
Buchvorstellung mit dem Autor Edward Viesel: Freiheit statt Freibier – Geschichte und Praxis der freien digitalen Welt – mit einer Einführung in Linux
Unrast-Verlag
Das Praxishandbuch zeichnet die Geschichte der Befürworter von frei verfügbaren
und veränderbaren Produkten der menschlichen Geistestätigkeit
nach und führt praktisch und allgemeinverständlich in die neuen ›freien‹ digitalen
Technologien – unter anderem das Betriebssystem Linux und sämtliche
wichtigen freien Computerprogramme – ein.
 
Samstag | 14:00 Uhr | Weißer Saal
Buchvorstellung mit der Autorin Brigitte Kiechle: Das Kriegsunternehmen Irak. Eine Zwischenbilanz
Schmetterling Verlag
Im Irak überlagern sich heute viele Konflikte, die eine differenzierte Analyse erfordern.
Der breiten Unterstützung des Widerstandes gegen die Besatzung steht
eine ebenso weite Ablehnung des Terrors gegen die Zivilbevölkerung gegenüber.
Die zunehmende Islamisierung der Gesellschaft bedroht den bisherigen säkularen
Konsens und hat dramatische Auswirkungen auf die Rechte und Lebensbedingungen
von Frauen. Die Autorin geht darüberhinaus ausführlich auf den hier wenig
beachteten Widerstand von Gewerkschaften, Arbeitslosen- und Frauenorganisationen sowie Selbstorganisationsstrukturen ein.
 
Samstag | 14:00 Uhr | Seminarraum
Buchvorstellung mit der Mitherausgeberin Monika Becker:
Bridget Anderson: Doing The Dirty Work?

Migrantinnen in der bezahlten Hausarbeit in Europa
Assoziation A
The Dirty Work? Wer macht den Dreck weg und wer betreut die Kinder, Alten
und Kranken zu Hause? Unbezahlte Hausfrauen oder schlecht bezahlte migrantische, aber auch deutsche Hausarbeiterinnen?
Bridget Anderson`s Buch gibt einen umfassenden Einblick in die Lebens- und
Arbeitsverhältnisse von migrantischen Hausarbeiterinnen in Deutschland und anderen europäischen Ländern.
 
Samstag | 14:00 Uhr | Café Löffler

Buchvorstellung: Michael Ragon: Das Gedächtnis der Besiegten. Roman.
Edition AV
„Das Gedächtnis der Besiegen“, im Original 1990 erschienen, ist ein
Historienroman, der vesucht, die politische Geschichte des 20. Jahrhunderts in
ein großes, erzählerisches Panorama zu fassen. Über die Biographie einer fiktiven
Hauptfigur (die gleichwohl eine Synthese verschiedener realer Lebensläufe
darstellt) werden die wichtigsten Etappen und Wendepunkte dieses Zeitalters miteinander verknüpft und aus anarchistischer Sicht geschildert.
 
Samstag | 14:00 Uhr | KOMM-Kino
Buchvorstellung: Spaniens Himmel breitet seine Sterne… oder Ein Lied kehrt zurück. Roman
Pahl-Rugenstein Verlag
SchülerInnen beschließen eine Geschichtsarbeit über den Spanischen Bürgerkrieg
zu schreiben. Sie führen Gespräche mit ehemaligen Interbrigadisten
aus verschiedenen Ländern und einem »Condorflieger« der faschistischen
deutschen Luftwaffe. Neben einer spannenden Rahmenhandlung vermitteln die
AutorInnen, Christina Seidel und Kurt Wünsch die Geschehnisse des Spanischen
Bürgerkrieges aus heutiger Sicht.
 
Samstag | 15:00 Uhr | Weißer Saal
Buchvorstellung mit der Autorin Jutta Ditfurth: Ulrike Meinhof. Die Biografie
Econ Verlag
Wie wurde aus der angesehenen „Konkret“ -Chefredakteurin die Mitbegründerin
der RAF? Warum kehrte sie dem bürgerlichen Leben den Rücken und ließ sich von palästinensischen Guerilla-Kämpfern ausbilden?
Die Publizistin Jutta Ditfurth hat bisher unbekanntes Quellenmaterial zu Ulrike
Meinhof aufgetan und zeigt völlig neue Zusammenhänge in der Lebensgeschichte
dieser hochintelligenten, sehr moralischen und auf ihre Weise sehr konsequenten Frau auf.
 
Samstag | 15:00 Uhr | Seminarraum
Buchvorstellung mit Christian Frings: Auf den Geschmack gekommen … Sechs Monate Streik bei Gate Gourmet | Hrsg.: Flying Pickets
Assoziation A
Das Buch beleuchtet die Hintergründe des Rationalisierungsangriffs, beschreibt
den Verlauf des Streiks am Düsseldorfer Flughafen bei Gate Gourmet, einem
Airlinie Caterer, analysiert die Strategien der Unternehmensberatung McKinsey,
lässt aber vor allem die ArbeiterInnen selbst zu Wort kommen. Es liefert einen
wichtigen Anstoß zur Diskussion über die Zukunft der Arbeiterbewegungen.
 
Samstag | 15:00 Uhr | Café Löffler
Buchvorstellung: Lily Zográfou: Beruf: Pórni (Hure). Kurzgeschichten.
Edition AV
Aus dem Griechischen übersetzt von Ralf Dreis.
„Das Leben dringt in mich ein, durchdringt mich mit seiner Hässlichkeit, erfüllt
mich mit Wut über seine Ungerechtigkeit, sein organisiertes Unrecht, demütigt
mich mit meiner Unfähigkeit, mich zu widersetzen, mich wirksam zu erheben,
mich gegen unsere ständige Erniedrigung zu verteidigen.“ Lily Zográfou.
 
Samstag | 15:00 Uhr | KOMM-Kino
Buchvorstellung mit dem Übersetzer Lou Marin: Von der Kritik der Arbeitswelt zur Revolution in Spanien. Lebenserfahrung und Geistesarbeit. Simone Weil und der Anarchismus. | Hrg. von Charles Jacquier
Graswurzelrevolution Verlag
Mit einer Mischung aus wissenschaftlichen und zeitgenössisch-politischen
Texten erinnert dieses Buch an die anarchistische Lebens- und Schaffensphase
Simone Weils (1909-1943), jener praxisnahen Philosophin, die lange Zeit nur als
Christin rezipiert und gewürdigt wurde.
 
Samstag | 16:00 Uhr | Weißer Saal
Buchvorstellung mit Markus Mohr: Agit 883 Bewegung, Revolte, Underground in Westberlin 1969 – 1972 | rotaprint 25 (Hrsg.)
Assoziation A
Viele haben von ihr gehört, aber die wenigsten haben sie in der Hand gehalten:
Die Berliner Zeitung Agit 883. Als Medium der Gegenöffentlichkeit strahlte sie
in den Jahren 1969 bis 1972 weit in die Bundesrepublik aus. Agit 883 war das
auflagenstärkste Organ des parteiunabhängigen Linksradikalismus jener Tage.
Agit 883 war mit dem durcheinander gewirbelten Layout und in der Sprache in
irritierender Weise anders. Es ist augenfällig: Für diese linke Generation stand die Revolution auf der Tagesordnung.
 
Samstag | 16:00 Uhr | Seminarraum
Lesung mit Hans Plesch: Testcard | The Medium is the Mess
Ventil Verlag
Die jährlich erscheinende »Testcard Beiträge zur Popgeschichte « beschäftigt sich
2006 mit tendenziell sperriger Musik und wie sie in den gängigen Medien eben
kaum mehr vermittelt wird. Aber es gibt noch vereinzelte Lichtblicke: Labels,
Läden und freie Radios, allerdings als Versprengte unter Versprengten. So gesehen
bleibt es beim Predigen für die Bekehrten. Weitere Themen sind ua die disziplinierende
Wirkung von Polizeiserien, die Veränderung der Filmwahrnehmung durch
DVDs oder die mediale Herstellung von Authentizität in der Popkultur und Rezensionen von Tonträgern, Filmen und allerlei Gedrucktem.
 
Samstag | 16:00 Uhr | KOMM-Kino
Buchvorstellung mit dem Autor Uwe-Jens Heuer: Marxismus und Glauben
VSA-Verlag
Eine marxistische Auseinandersetzung um Glaube und Religion im Marxismus
und seiner Geschichte, mit einem Kapitel über Religion und Sozialismus am
Beispiel der DDR.
 
Samstag | 17:00 Uhr | Weißer Saal
Buchvorstellung und Diskussion mit dem Autor Bernhard Schmid: Der Krieg und die Kritiker
Unrast Verlag
Die Realität im Nahen Osten als Projektionsfläche für Antideutsche, Antiimperialisten,
Antisemiten und andere. | Das Buch handelt von dem Krieg im Libanon im
Sommer 2006 und den Reaktionen innerhalb von Teilen des – im weiteren Sinne
– gesellschaftskritischen Spektrums darauf. Es geht dabei um unterschiedliche
Flügel der Linken und der Intellektuellenszene, jedenfalls desjenigen Spektrums,
das selbst den Anspruch erhebt, Kritik an der bestehenden Gesellschaft zu üben.
 
Samstag | 17:00 Uhr | Seminarraum
Buchvorstellung mit dem Autor Gerhard Hanloser: Kritik des Kapitals
Syndikat A Verlag
Im Zentrum des Linksradikalismus stand die Selbstbefreiung des Proletariats. Der
Linksradikalismus umfasst diverse Strömungen wie den italienischen Operaismus,
den holländischen und deutschen Rätekommunismus und den französischen Situationismus. Was bleibt vom Linksradikalismus?
 
Samstag | 17:00 Uhr | Café Löffler
Buchvorstellung mit dem Autor Lothar Zieske: Das sechziger Jahr
GNN-Verlag
Widerstand und Anpassung im Wandel der Linken. Eine autobiografisch gefärbte Erzählung eines verspäteten 68er.
Lothar Zieske liest aus seiner Erzählung „Das sechziger Jahr“ und aus bisher unveröffentlichten Texten.
 
Samstag | 17:00 Uhr | KOMM-Kino
Buchprojekt – Vorstellung Projekt Klassenanalyse@BRD – Umbau der Klassengesellschaft.
Neue Impuls – Verlag Edition Marxistische Blätter
Werner Seppmann stellt das Buchprojekt der Marx-Engels-Stiftung „Die Lage
der arbeitenden Klasse in Deutschland“ vor. Die ersten Beiträge sind bereits
in den Veröffentlichungen „Zweifel am Proletariat – Wiederkehr der Proletarität“
und „Umbau der Klassengesellschaft“ vorgestellt worden.
 
Samstag | 18:00 Uhr | Weißer Saal
Buchvorstellung mit dem Autor Ekki Sieker: Rendezvouz mit der Quote
jungeWelt
Wie die ARD Kennedy durch Castro ermorden ließ.
Die Autoren E. Sieker und L. Buchholz stellen die ARD-Theorie, die jetzt nach
über 40 Jahren die eigentliche Wahrheit im Mordfall Kennedy darstellen soll, auf den Prüfstand und widerlegen sie.
 
Samstag | 18:00 Uhr | Seminarraum
Veranstaltung und Diskussion: Revolutionäre Betriebsarbeit heute, nötig und möglich?
Redaktion Trotz Alledem
Es gibt heute stark voneinander abweichende Herangehensweisen bezüglich der
oppositionellen Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit. In der Veranstaltung sollen
diese unterschiedlichen Ansätze untersucht und eine aktuelle kommunistische Betriebs- und Gewerkschaftspolitik entwickelt werden.
 
Samstag | 18:00 Uhr | Café Löffler
Lesung: Erasmus Schöfer: Winterdämmerung
Dittrich Verlag
Erasmus Schöfer stellt den noch unveröffentlichten 4. Teil seines Roman-Epos
„Kinder des Sisyfos“ über die Geschichte der Linken zwischen 1968 und 1989 vor.
 
Samstag | 18:00 Uhr | KOMM-Kino

Buchvorstellung: Gruppe Gegenbilder: Autonomie & Kooperation,
SeitenHieb-Verlag & Projektwerkstatt- Aktionsversand
Ein Buch zu Utopien und herrschaftsfreier Gesellschaft. Eine andere Welt ist
möglich – aber wie? Die Gruppe Gegenbilder setzt auf die zwei Grundsäulen
„Autonomie und Kooperation“.
 
Samstag | 19:00 Uhr | Weißer Saal
Buchvorstellung und Vortrag von Walther L. Bernecker und Sören Brinkmann: Revolution und Krieg in Spanien 1936-2006
Graswurzelrevolution Verlag
Vorgestellt werden die Bücher: „Anarchismus und Bürgerkrieg. Zur Geschichte der Sozialen Revolution in Spanien 1936-1939“ und „Kampf der Erinnerung. Der Spanische Bürgerkrieg in Politik und Gesellschaft 1936-2006“.
 
Samstag | 19:00 Uhr | Seminarraum
Buchvorstellung mit Manfred Dahlmann: Erkenntniskritik u. Heideggerianismus
ca ira-Verlag
Anhand einiger Thesen des gerade im ça ira-Verlages erschienenen Buches von Winfried Meyer über die Form, in der die deutsche Nachkriegsphilosophie Auschwitz mithilfe des Jargons Heideggers ungeschehen machen will, wird erörtert, worin kritische Theorie und Ontologie einander ausschließen.
 
Samstag | 19:00 Uhr | Café Löffler
Buchvorstellung: Aufstand der Sanftmütigen
Dagyeli Verlag
Muchtar Auesow (1897-1961), einer der großen Schriftsteller Kasachstans und einer der wenigen seiner Generation, die die Säuberung der Dreißiger Jahre überlebten, zeichnet in dieser Erzählung die Erhebung der Kasachen während des Ersten Weltkrieges und ihr Scheitern nach.
 
Samstag | 19:00 Uhr | KOMM-Kino
Veranstaltung der Zeitschrift Phase 2
Phase 2
 
Samstag | 20:00 Uhr | Weißer Saal
Buchvorstellung mit dem Autor Christoph Twickel: HUGO CHÁVEZ – Eine Biografie
Edition Nautilus
Das Buch erzählt vom Aufstieg des zur Zeit einflussreichsten Politikers Lateinamerikas und die Geschichte der Bewegungen, die seine Politik tragen.
 
Samstag | 20:00 Uhr | Seminarraum
Lesung und Diskussion: Kolonialismus und Postkolonialismus im Russischen Reich/ Sowjetunion
Dagyeli Verlag
und das schwierige Verhältnis zu ihren nichtrussischen Minderheiten
 
Samstag | 20:00 Uhr | KOMM-Kino
Buchvorstellung mit dem Autor Nelke: Der Terror des Kapitals
Soziale Befreiung
Nelke stellt sein Buch „Der Terror des Kapitals“ eine rätekommunistische Streitschrift vor. Im Mittelpunkt der Diskussion steht die Selbstorganisation im sozialen Widerstand.
 
Sonntag | 12:00 Uhr | Weißer Saal
Buchvorstellung mit der Autorin Sabine Nuss: Copyright & Copyriot
Westfälisches Dampfboot
Aneignungskonflikte um geistiges Eigentum im informationellen Kapitalismus
Mit der Entwicklung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien wurde das unautorisierte Verbreiten von Computerdateien und Freier Software populär. Hitzige Debatten drehen sich seither um den Zugang zum gesellschaftlich produzierten Wissen in Zeiten unendlicher Reproduzierbarkeit …
 
Sonntag | 12:00 Uhr | Seminarraum
Diskussion: Die Bayern-Linke: Perspektiven der jungen Welt im Süden
junge Welt
mit Nick Brauns, jW Journalist.
 
Sonntag | 12:00 Uhr | Café Löffler
Buchvorstellung mit dem Autor: Lederhosen, Dutt und Giftgas | Die Hintergründe der Colonia Dignidad
Schmetterling Verlag
Paul Heller bringt in seinem dritten Buch über die chilenische Colonia Dignidad neue Fakten über die illegalen Machenschaften Paul Schäfers, der inzwischen verhaftet wurde, und seiner Anhänger. Sogar Giftgas soll auf dem Gut produziert worden sein. Erst nach seiner Verhaftung beginnen die BewohnerInnen der Colonie zu reden.
 
Sonntag | 12:00 Uhr | KOMM-Kino
Buchvorstellung mit dem Autor Gerhard Feldbauer: Mussolinis Überfall auf Äthiopien.
Pahl-Rugenstein
Der Überfall bildete ein Vorspiel des drei Jahre später beginnenden Zweiten Weltkrieges. Die Ereignisse, die den Jahren 1935/36 vorangingen, haben in der Gegenwart erstaunlich wenig Aufmerksamkeit gefunden. Dabei gibt es aktuelle Parallelen, die dazu auffordern müssten.
 
Sonntag | 13:00 Uhr | Weißer Saal
Veranstaltung mit Roberto Frankenthal Odessa. Die wahre Geschichte
Argentinien Nachrichten
Frankenthal knüpft an das aktuelle Buch zum Thema „Nazis in Argentinien“ von Uki Go?f0 i an. Der in Argentinien aufgewachsene Sohn deutsch-jüdischer Emigranten berichtet u.a. über das schwierige neben einander leben von Emigranten und den geflohenen Nazis, vom Verhältniss der bundesrepublikanischen Behörden zu diesen unterschiedlichen Gruppen und von ihrem Einfluss auf die argentinische Gesellschaft.
 
Sonntag | 13:00 Uhr | Seminarraum
Buchvorstellung mit dem Autor Peter Neuhof: Als die Braunen kamen. Eine Berliner jüdische Familie im Widerstand
Pahl-Rugenstein Verlag
Der Berliner Journalist Peter Neuhof schildert aus eigenem Erleben, gestützt auf seine Tagebuchaufzeichnungen und die seines Vaters, Briefe seiner Eltern, Dokumente der Gestapo und Gerichtsakten die Zeit von 1930 bis 1945.
 
Sonntag | 13:00 Uhr | Café Löffler
Buchvorstellung mit dem Autor Manfred Schwab: Poetisches Tam, Tam. Ein Lesebuch mit Reportagen, Geschichten aus 40 Jahren“
Gest-Verlag
 
Sonntag | 13:00 Uhr | KOMM-Kino
Buchvorstellung mit Ingo Stützle Poulantzas lesen Zur Aktualität marxistischer Staatstheorie
VSA-Verlag
Hrsg.: Lars Bretthauer / Alexander Gallas / John
Kannankulam / Ingo Stützle Beiträge zu einem der bedeutendsten marxistischen Theoretiker der Nachkriegszeit, die zu vertiefter Originallektüre einladen (siehe auch www.poulantzas-lesen.de)
 
Sonntag |14:00 Uhr |Weißer Saal
Buchvorstellung: Demokratie. Die Herrschaft des Volkes. Eine Abrechnung.
SeitenHieb-Verlag & Projektwerkstatt- Aktionsversand
Mehr Demokratie bis zum Demokratie-Imperialismus?
Eine Abrechnung mit den Grundlagen aktueller Gesellschaftsformation.
 
Sonntag |14:00 Uhr |Seminarraum
Buchvorstellung mit dem Autor Lion Wagner: Sozialismus gab es nie!
Eigenverlag
Gegen den gnoseologischen Revisionismus der These von der historischen Existenz des Sozialismus/ Kommunismus.
Der Autor stellt seine neuen Studien zum Opportunismus, Reformismus und Revisionismus vor.
 
Sonntag | 14:00 Uhr |KOMM-Kino
Buchvorstellung: Martin Birkner & Robert Foltin: (Post)Operaismus | Von der Arbeiterautonomie zur Multitude
Schmetterling Verlag
Die vorliegende Einführung zeichnet die theoriegeschichtliche Entwicklung des Operaismus in seiner Wechselwirkung mit den sozialen Bewegungen nach.

 

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drucken | 3. November 2006 | redside

Terminkalender

Freitag, 08.03.2024

Frauen kämpfen international gegen Krise, Krieg und Kapital! - Raus zum 8.März!

8.März Demo || Internationaler Frauenkampftag || 17:00 Uhr || Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt || 16:30 Uhr || Jamnitzer Platz, Gostenhof
Auf die eine oder andere Art kennen wir es doch alle: wir kochen, putzen, waschen die Wäsche und gehen einkaufen. Wir gießen die Blumen und räumen die Spülmaschine im Büro aus. Wir erziehen die Kinder, bringen sie zum Sport oder zu Freund*innen und helfen ihnen bei den Hausaufgaben. Wir pflegen die Eltern oder andere Angehörige und helfen dort im Haushalt. Wir denken über die Geschenke von Bekannten und Verwandten nach und planen den nächsten Ausflug für die Familie oder Freund*innen und und und.
Und das alles meist zusätzlich zu einem Job, zu den Sorgen über immer teureren Wohnraum, mehr Lebenshaltungskosten, wieder steigende Strom- und Heizungskosten und mehr.
Wenn wir mal durchatmen können, stellt sich die Frage: Wo bleibt da eigentlich noch Zeit für mehr? Wie sollen Bildung, Engagement und Hobbies neben Care-Arbeit und Mental Load noch Platz haben?
Dies geht eigentlich nur, wenn einem jemand den Rücken freihält. Aus unseren Erfahrungen, aber auch statistisch gesehen, sind die, die diese Arbeiten ausführen zum überwiegenden Teil immer noch Frauen. In mehr als 2/3 der Familien werden sie allein von Frauen übernommen und in nur etwa 5% der Haushalte kümmert sich der Mann zum überwiegenden Teil.
Deshalb stellt sich uns die Frage: Wie können wir unser Zusammenleben, unsere Gesellschaft und die Politik verändern, dass eine gleiche Aufteilung der Erziehungs- und Pflegearbeit möglich wird? Damit wir alle Zeit haben und trotzdem die Kinder nicht verhungern, die Oma versorgt und das Zuhause kein Saustall ist.
Hinzu kommt, dass wir in einer Zeit leben, in der vieles im Umbruch ist.Kriege treten vor unsere Haustür und bringen neben menschlichem Leid auch Tod, eine Energie- und Wirtschaftskrise folgt nach der anderen. Rechte Akteure, wie jüngst mal wieder an der AfD zu sehen ist, versuchen einen Rollback in vergangene vermeintlich „gute alte Zeiten“ und schüren Hass, Rassismus und engstirniges Denken. Gerade haben wir die Corona-Pandemie überstanden, die uns Frauen im wahrsten Sinne des Wortes zurück an den Herd katapultierte und die Gewalt in Familien explodieren ließ und nun heißt es wieder einmal den Gürtel enger schnallen. Für „Sozialklimbim“ sei laut dem FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler kein Platz. Was das für uns in der Konsequenz heißt: ein Sparzwang, der eine der größten Kürzungen im sozialen Bereich seit den 1990er Jahren mitbringt.
Es werden massiv Mittel im Sozialhaushalt gekürzt und die schlechtere Bezahlung und schlechten Arbeitsbedingungen imSozial-, Pflege- und Erziehungsbereich wird weitergehen. Es wird bei denen gespart, die sowieso nicht viel haben und weiter von unten nach oben verteilt. Als Beispiel sei hier die Kindergrundsicherung genannt, die alle Leistungen für armutsgefährdete Kinder in einer Stelle vereinen sollte und nun nur noch mit einem Rest-Budget von 2,4 statt 12 Mrd € eingeführt wird, sowie für Alleinerziehende weniger Unterstützung bedeuten kann. Einen Kindergartenplatz zu erhalten ist trotz gesetzlichem Anspruch immer noch Glücksache und eine gute Schulbildung oder ein Studium können sich nur die leisten, die viel Kohle haben; wird der Bildungsbereich doch seit vielen Jahren ebenfalls kaputtgespart.
Durch Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen sind vor allem Frauen dazu gezwungen, in Teilzeit zu arbeiten und prekäre Arbeitsplätze anzunehmen. Ganz zu schweigen von einer immer noch vorhandenen ungleichen Bezahlung zu den männlichen Kollegen, lag doch der sog. Gender Pay Gap im letzten Jahr im Südwesten immer noch bei 22%. Gerade für Alleinerziehende bedeutet dies eine Spirale, die überproportional oft für Frauen in der Altersarmut endet oder sie dazu drängt in Familienstrukturen zu bleiben und vermehrt Abhängigkeiten fördert. Zudem reicht der Lohn einer Arbeitsstelle für Alleinerziehende oder Alleinstehende oft gerade so zum Überleben, große Sprünge oder unvorhergesehene Ausgaben sind nicht möglich. Viele müssen sich mit einem Nebenjob oder zwei Arbeitsstellen über Wasser halten. Frauen werden durch gesetzliche Regelungen, wie das Ehegattensplitting, in traditionelle Familienmodelle gedrängt oder dort festgehalten. Sie erleben eine Verdichtung der Arbeit durch einen Job und die zusätzlich hauptsächlich durch sie zu verrichtende Haus- und Care-Arbeit. 
Wie kommen wir heraus aus solchen Teufelskreisen? Von Ratgebern oder in klugen Sprüchen hören wir dann oft, du musst nur an dir arbeiten und dich verändern, noch flexibler werden, mehr Yoga als Ausgleich machen oder dir einen reiche(re)n Partner suchen. Doch alles „Selfcare“ dieser Welt kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in einer Gesellschaft und in einem Staat leben, der die ökonomischen Interessen über die der Menschen stellt. Uns wird immer wieder gesagt, dass wir in einem Sozialstaat leben und es uns doch gut geht. Doch da wo Menschen in Zahlen berechnet werden und der Aufwand, den „es lohnt“ in einen Menschen zu stecken, ebenfalls kalkuliert wird, da ist von Sozial im Staat nicht viel übrig, sondern die wirtschaftlichen Interessen und Ausbeutung durch Arbeit dominieren. Ist das das gute Leben nach dem wir alle streben? Muss unsere Gesellschaft nicht eigentlich genau anders herum funktionieren, indem der Mensch und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt gestellt wird? Doch das wird es im Kapitalismus nicht geben. 
Wir wollen eine Gesellschaft, in der nicht 100 Mrd€ in die Rüstung und das Militär gesteckt und damit Kriege gefördert werden, die uns und unseren Planeten zerstören.Wir müssen selbst kämpfen, z.B. für ein gut funktionierendes Bildungssystem mit einer geschlechtergerechten Erziehung oder für kostenlose Kinderbetreuung, die kollektiv organisiert wird und nicht als profitorientiertes Unternehmen. Oder auch für Wohnungen, die wir uns noch leisten können und für ein Stadtviertel, das an den Bedürfnissen der sie Bewohnenden orientiert ist und nicht nur öffentlichen Raum kennt, der kommerziell genutzt wird. Einen öffentlichen Raum, der für alle zugänglich ist und nicht von Frauen mit einem Pfefferspray zur Verteidigung in der Tasche durchquert wird.
Diese Aufzählung ließe sich noch lange weiterführen und kann doch noch nicht abschließend beendet werden. Denn wir sind es, die diese Gesellschaft gemeinsam verändern können, es wird kein Retter kommen, der für uns die patriarchalen Strukturen abschafft. Deshalb lasst uns zusammenkommen, diskutieren, die Vereinzelung unserer Gesellschaft durchbrechen, uns als Frauen solidarisch zusammenschließen und Ideen für die dringend notwendige Veränderung unserer Gesellschaft, des kapitalistischen Wirtschaftssystems und unseres Miteinanders zusammen ausgestalten. Gemeinsam als Frauen unserer Klasse wollen wir die Vorstellung eines guten Lebens für uns alle entwerfen, an vorhandenen Ideen anknüpfen und diese weiterentwickeln. Z.B. wie (un)bezahlte Care-Arbeit verkollektiviert werden kann, also wie Kindererziehung außerhalb der Kleinfamilie im Haus, in der Straße oder im Viertel organisiert werden kann oder wir mit gemeinsamen Versorgungseinrichtungen, wie einer Stadtteilmensa,die Haus-Arbeit gleichberechtigt auf mehrere Schultern verteilen. Wie wir Kämpfe um unsere Zeit lostreten und weiterentwickeln können, damit neben Arbeit und Haushalt noch Luft für Bildung, Kultur und soziales/politisches Engagement bleibt. Oder wie wir z.B. durch Streiks oder öffentliche Lohnlisten dem Gender Pay Gap und niedriger Bezahlung in sog. weiblich konnotierten Berufssparten entgegenwirken können und vieles mehr. Lasst uns das zusammen angehen!
Lasst uns die Unzumutbarkeiten nicht länger schweigend und unwidersprochen hinnehmen. Kommt zur Kundgebung am 8. März am Plärrer und lasst uns gemeinsam bei Veranstaltungen Ideen entwickeln wie wir vorankommen. Denn wir wollen ein Leben, in dem wir nicht bestimmte Rollen aufgrund unseres Geschlechtes erfüllen müssen, in dem wir nicht nach unserem Aussehen oder unserer Herkunft beurteilt werden, in dem es keine soziale Ungleichheit gibt, wir den gleichen Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen teilen und ein solidarisches Miteinander leben. 
Lasst uns am 8. März und darüber hinaus ein starkes und kämpferisches Zeichen setzen für eine Welt jenseits von kapitalistischer Ausbeutung und patriarchaler Unterdrückung!
Demonstration am 8.März um 17 Uhr Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt um 16.30 am Jamnitzer Platz
Freitag, 08.03.2024

Frauen kämpfen international gegen Krise, Krieg und Kapital! - Raus zum 8.März!

8.März Demo || Internationaler Frauenkampftag || 17:00 Uhr || Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt || 16:30 Uhr || Jamnitzer Platz, Gostenhof
Auf die eine oder andere Art kennen wir es doch alle: wir kochen, putzen, waschen die Wäsche und gehen einkaufen. Wir gießen die Blumen und räumen die Spülmaschine im Büro aus. Wir erziehen die Kinder, bringen sie zum Sport oder zu Freund*innen und helfen ihnen bei den Hausaufgaben. Wir pflegen die Eltern oder andere Angehörige und helfen dort im Haushalt. Wir denken über die Geschenke von Bekannten und Verwandten nach und planen den nächsten Ausflug für die Familie oder Freund*innen und und und.
Und das alles meist zusätzlich zu einem Job, zu den Sorgen über immer teureren Wohnraum, mehr Lebenshaltungskosten, wieder steigende Strom- und Heizungskosten und mehr.
Wenn wir mal durchatmen können, stellt sich die Frage: Wo bleibt da eigentlich noch Zeit für mehr? Wie sollen Bildung, Engagement und Hobbies neben Care-Arbeit und Mental Load noch Platz haben?
Dies geht eigentlich nur, wenn einem jemand den Rücken freihält. Aus unseren Erfahrungen, aber auch statistisch gesehen, sind die, die diese Arbeiten ausführen zum überwiegenden Teil immer noch Frauen. In mehr als 2/3 der Familien werden sie allein von Frauen übernommen und in nur etwa 5% der Haushalte kümmert sich der Mann zum überwiegenden Teil.
Deshalb stellt sich uns die Frage: Wie können wir unser Zusammenleben, unsere Gesellschaft und die Politik verändern, dass eine gleiche Aufteilung der Erziehungs- und Pflegearbeit möglich wird? Damit wir alle Zeit haben und trotzdem die Kinder nicht verhungern, die Oma versorgt und das Zuhause kein Saustall ist.
Hinzu kommt, dass wir in einer Zeit leben, in der vieles im Umbruch ist.Kriege treten vor unsere Haustür und bringen neben menschlichem Leid auch Tod, eine Energie- und Wirtschaftskrise folgt nach der anderen. Rechte Akteure, wie jüngst mal wieder an der AfD zu sehen ist, versuchen einen Rollback in vergangene vermeintlich „gute alte Zeiten“ und schüren Hass, Rassismus und engstirniges Denken. Gerade haben wir die Corona-Pandemie überstanden, die uns Frauen im wahrsten Sinne des Wortes zurück an den Herd katapultierte und die Gewalt in Familien explodieren ließ und nun heißt es wieder einmal den Gürtel enger schnallen. Für „Sozialklimbim“ sei laut dem FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler kein Platz. Was das für uns in der Konsequenz heißt: ein Sparzwang, der eine der größten Kürzungen im sozialen Bereich seit den 1990er Jahren mitbringt.
Es werden massiv Mittel im Sozialhaushalt gekürzt und die schlechtere Bezahlung und schlechten Arbeitsbedingungen imSozial-, Pflege- und Erziehungsbereich wird weitergehen. Es wird bei denen gespart, die sowieso nicht viel haben und weiter von unten nach oben verteilt. Als Beispiel sei hier die Kindergrundsicherung genannt, die alle Leistungen für armutsgefährdete Kinder in einer Stelle vereinen sollte und nun nur noch mit einem Rest-Budget von 2,4 statt 12 Mrd € eingeführt wird, sowie für Alleinerziehende weniger Unterstützung bedeuten kann. Einen Kindergartenplatz zu erhalten ist trotz gesetzlichem Anspruch immer noch Glücksache und eine gute Schulbildung oder ein Studium können sich nur die leisten, die viel Kohle haben; wird der Bildungsbereich doch seit vielen Jahren ebenfalls kaputtgespart.
Durch Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen sind vor allem Frauen dazu gezwungen, in Teilzeit zu arbeiten und prekäre Arbeitsplätze anzunehmen. Ganz zu schweigen von einer immer noch vorhandenen ungleichen Bezahlung zu den männlichen Kollegen, lag doch der sog. Gender Pay Gap im letzten Jahr im Südwesten immer noch bei 22%. Gerade für Alleinerziehende bedeutet dies eine Spirale, die überproportional oft für Frauen in der Altersarmut endet oder sie dazu drängt in Familienstrukturen zu bleiben und vermehrt Abhängigkeiten fördert. Zudem reicht der Lohn einer Arbeitsstelle für Alleinerziehende oder Alleinstehende oft gerade so zum Überleben, große Sprünge oder unvorhergesehene Ausgaben sind nicht möglich. Viele müssen sich mit einem Nebenjob oder zwei Arbeitsstellen über Wasser halten. Frauen werden durch gesetzliche Regelungen, wie das Ehegattensplitting, in traditionelle Familienmodelle gedrängt oder dort festgehalten. Sie erleben eine Verdichtung der Arbeit durch einen Job und die zusätzlich hauptsächlich durch sie zu verrichtende Haus- und Care-Arbeit. 
Wie kommen wir heraus aus solchen Teufelskreisen? Von Ratgebern oder in klugen Sprüchen hören wir dann oft, du musst nur an dir arbeiten und dich verändern, noch flexibler werden, mehr Yoga als Ausgleich machen oder dir einen reiche(re)n Partner suchen. Doch alles „Selfcare“ dieser Welt kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in einer Gesellschaft und in einem Staat leben, der die ökonomischen Interessen über die der Menschen stellt. Uns wird immer wieder gesagt, dass wir in einem Sozialstaat leben und es uns doch gut geht. Doch da wo Menschen in Zahlen berechnet werden und der Aufwand, den „es lohnt“ in einen Menschen zu stecken, ebenfalls kalkuliert wird, da ist von Sozial im Staat nicht viel übrig, sondern die wirtschaftlichen Interessen und Ausbeutung durch Arbeit dominieren. Ist das das gute Leben nach dem wir alle streben? Muss unsere Gesellschaft nicht eigentlich genau anders herum funktionieren, indem der Mensch und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt gestellt wird? Doch das wird es im Kapitalismus nicht geben. 
Wir wollen eine Gesellschaft, in der nicht 100 Mrd€ in die Rüstung und das Militär gesteckt und damit Kriege gefördert werden, die uns und unseren Planeten zerstören.Wir müssen selbst kämpfen, z.B. für ein gut funktionierendes Bildungssystem mit einer geschlechtergerechten Erziehung oder für kostenlose Kinderbetreuung, die kollektiv organisiert wird und nicht als profitorientiertes Unternehmen. Oder auch für Wohnungen, die wir uns noch leisten können und für ein Stadtviertel, das an den Bedürfnissen der sie Bewohnenden orientiert ist und nicht nur öffentlichen Raum kennt, der kommerziell genutzt wird. Einen öffentlichen Raum, der für alle zugänglich ist und nicht von Frauen mit einem Pfefferspray zur Verteidigung in der Tasche durchquert wird.
Diese Aufzählung ließe sich noch lange weiterführen und kann doch noch nicht abschließend beendet werden. Denn wir sind es, die diese Gesellschaft gemeinsam verändern können, es wird kein Retter kommen, der für uns die patriarchalen Strukturen abschafft. Deshalb lasst uns zusammenkommen, diskutieren, die Vereinzelung unserer Gesellschaft durchbrechen, uns als Frauen solidarisch zusammenschließen und Ideen für die dringend notwendige Veränderung unserer Gesellschaft, des kapitalistischen Wirtschaftssystems und unseres Miteinanders zusammen ausgestalten. Gemeinsam als Frauen unserer Klasse wollen wir die Vorstellung eines guten Lebens für uns alle entwerfen, an vorhandenen Ideen anknüpfen und diese weiterentwickeln. Z.B. wie (un)bezahlte Care-Arbeit verkollektiviert werden kann, also wie Kindererziehung außerhalb der Kleinfamilie im Haus, in der Straße oder im Viertel organisiert werden kann oder wir mit gemeinsamen Versorgungseinrichtungen, wie einer Stadtteilmensa,die Haus-Arbeit gleichberechtigt auf mehrere Schultern verteilen. Wie wir Kämpfe um unsere Zeit lostreten und weiterentwickeln können, damit neben Arbeit und Haushalt noch Luft für Bildung, Kultur und soziales/politisches Engagement bleibt. Oder wie wir z.B. durch Streiks oder öffentliche Lohnlisten dem Gender Pay Gap und niedriger Bezahlung in sog. weiblich konnotierten Berufssparten entgegenwirken können und vieles mehr. Lasst uns das zusammen angehen!
Lasst uns die Unzumutbarkeiten nicht länger schweigend und unwidersprochen hinnehmen. Kommt zur Kundgebung am 8. März am Plärrer und lasst uns gemeinsam bei Veranstaltungen Ideen entwickeln wie wir vorankommen. Denn wir wollen ein Leben, in dem wir nicht bestimmte Rollen aufgrund unseres Geschlechtes erfüllen müssen, in dem wir nicht nach unserem Aussehen oder unserer Herkunft beurteilt werden, in dem es keine soziale Ungleichheit gibt, wir den gleichen Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen teilen und ein solidarisches Miteinander leben. 
Lasst uns am 8. März und darüber hinaus ein starkes und kämpferisches Zeichen setzen für eine Welt jenseits von kapitalistischer Ausbeutung und patriarchaler Unterdrückung!
Demonstration am 8.März um 17 Uhr Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt um 16.30 am Jamnitzer Platz
Samstag, 09.03.2024

Grundlagenvortrag Kritik am liberalen Feminismus am 9.03.24 um 18:00 Uhr Youth Connect Öffnung der RZN

  Wir laden euch herzlich zu unserer Youth Connect Öffnung in die Schwarze Katze ein. Anlässlich des internationalen Frauenkampftags hören wir gemeinsam einen Vortrag zur Kritik des liberalen Feminismus und wieso wir die lohnabhängige Klasse für zentral im Kampf gegen das Patriarchat betrachten. Im Anschluss ist Raum für Diskussion. Kommt gerne vorbei und lernt uns kennen. Für Essen uns Getränke ist gesorgt.   Geöffnet ab 18:00 Uhr im Stadtteilladen Schwarze Katze, untere Seitenstraße 1, 90429 Nürnberg
Freitag, 15.03.2024

Antifa-Aktionskneipe im März

Freitag, 15.3. | Stadtteilladen Schwarze Katze (untere Seitenstrasse 1, NBG) | Workshop 20:00 Uhr | Offenes Antifatreffen 19:00 Uhr

Diskussionsworkshop zu Feminismus aus materialistischer Perspektive
Der inhaltliche Part des Abends beginnt um 20:00 Uhr mit dem kurzen Versuch von einer materialistische Perspektive auf das Thema Feminismus zu blicken. Darauf aufbauend wollen wir uns während einer Workshopphase in Kleingruppen z.B. mit den Themen Reproduktionsarbeit, Hass auf queere Menschen, oder Rollenzuschreibungen die die Zweigeschlechtlichkeit mit sich bringt, auseinandersetzen.
Schon um 19:00 Uhr beginnt der Abend mit dem offenen Antifatreffen. Wenn ihr antifaschistisch aktiv werden wollt, könnt ihr hier einen ersten Eindruck von unserer Arbeit bekommen und mitmachen.
Für Essen und Trinken gegen eine Spende ist wie immer gesorgt!
+++ AM 8.MÄRZ AUF DIE STRASSE! +++
Infos über die Antifa-Aktionskneipe Youtube | Instagram | antifaak161 (äääät) riseup.net
Was macht die Antifa Aktionskneipe?
Beispiele: Mobivideo zum 8.März ’23 / Jahresrückblick 2021 / Satire zur Bundestagswahl / Podcast zum Tag gegen Gewalt an Frauen / Antifa-Stadtrundgang / Aktion gegen AfD Landtagswahlstand / Demo „Keine rechte Hetze in unserem Viertel!“ / Gemeinsamer Treffpunkt für revolutionäre 1.Mai-Demo / Aktion zum TagX NSU-Prozess / Aktion gegen CSU Parteitag / Aktion gegen AfD-Infostand / Fahrt zur Demo: Memmingen sieht rot / Alle Aktionen chronologisch auf der Redside Was ist die Antifa Aktionskneipe: Der rechte Vormarsch in der BRD geht weiter voran. Am offensten zeigt sich diese Entwicklung an den Wahlerfolgen der AfD und Gesetzesverschärfungen, wie die neuen Polizeiaufgabengesetze. Die Bundesregierung schaffte das Asylrecht quasi ab, sperrt Geflüchtete in Lager und schiebt in Kriegsgebiete ab. Parallel dazu werden täglich Menschen von Nazis und RassistInnen angegriffen. Überall formieren sich rechte Bürgerwehren und rechter Terror wird zu einer immer größeren Bedrohung. Deswegen gewinnt antifaschistischer Widerstand gegen diese Zustände an enormer Bedeutung. Wir wollen deutlich zeigen und klar machen, dass wir diese reaktionäre Offensive nicht unbeantwortet lassen. Wir lassen uns nicht durch Rassismus und Sexismus spalten, sondern müssen gemeinsam als unterdrückte Klasse für eine befreite Welt kämpfen. Wir müssen uns entscheiden, ob wir in einer Welt des Faschismus und Unterdrückung leben wollen oder in einer Welt der Solidarität und Gerechtigkeit. Wenn auch du die Schnauze voll hast und aktiv gegen Nazis und FaschistInnen werden willst, dann komm zur Antifa-Aktionskneipe! Jeden dritten Freitag im Monat ab 19:00 Uhr veranstalten wir ein offenes Treffen, mit dem Ziel, uns gemeinsam zu informieren, auszutauschen und aktiv zu werden. Lernen wir uns kennen, schließen wir uns zusammen und machen wir uns gemeinsam stark gegen Rassismus, Faschismus, Patriarchat und Kapitalismus.
Montag, 18.03.2024

Raus zum Tag der politischen Gefangenen!

Der weltweite Kampf der kapitalistischen Staaten um Absatzmärkte, Einflusszonen und Investitionsmöglichkeiten wird schärfer und es entstehen im Zuge dessen schon länger immer offenere Konflikte, die immer mehr Eskalationspotential bieten. Unzweifelhaft dämmert die Neuaufteilung der Welt. Der von der NATO angeheizte und von der Russischen Föderation zum militärischen Gefecht eskalierte Konflikt um die Ukraine ist dabei nur ein Beispiel. Weitere sind das Ringen der USA und China um Taiwan, wie auch Versuche verschiedener Akteure, mehr Einfluss auf dem afrikanischen Kontinent zu gewinnen.

Hinzu kommt, dass im vergangenen Oktober Israel durch militante palästinensische Gruppen, unter Führung der Hamas, militärisch angegriffen wurde. Das israelische Militär begann daraufhin den Gazastreifen zu bombardieren. Dieser vorläufige Höhepunkt des seit Jahrzehnten bestehenden Konflikts hält seitdem an.

In dieser brandgefährlichen Gemengelage vertritt auch die BRD ihre Interessen bzw. die des deutschen Kapitals. Und damit das möglichst ungestört von statten geht, sollen wir Werktätige möglichst wenig sagen und tun, was dem im Weg steht. Deshalb findet in allen Fragen, die diese Interessen betreffen, ein besonders krasser Kampf um die Meinungen der Menschen statt. Deshalb tritt der Staat zunehmend repressiver auf – generell, aber auch im Besonderen:

Gegen Menschen, die sich Versuchen, die Gesellschaft immer weiter nach rechts zu drängen, entgegenstellen oder gegen Menschen, die Kriegsrhetorik etwas entgegensetzen. Gegen Menschen, die soziale Proteste organisieren oder solche, die den Kapitalismus ankreiden. Hier sollen nur ein paar Beispiele genannt sein.

So kommt es, dass die kurdische Freiheitsbewegung kriminalisiert wird - im Januar startete der Prozess gegen Tahir Köcer, der im vergangenen Jahr in Nürnberg festgenommen wurde. Ihm wird nach §129b StGB die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland vorgeworfen. So kommt es, dass die, die zum Nahostkonflikt eine Meinung vertreten, die nicht der deutschen Staatsräson entspricht, eingeschüchtert werden. Das passiert bspw. über Verbote palästinasolidarischer Demonstrationen, Razzien gegen die migrantische Selbstorganisation ZORA und medial erhobene Forderungen nach Einschränkungen der Demonstrationsfreiheit für Nicht-staatsbürger und schnellerer Abschiebungen von vermeintlichen Antisemiten. So erklären sich ebenfalls die Angriffe der Polizei auf die Luxemburg und Liebknecht Demonstration in Berlin oder, dass mehrere Dutzend KlimaaktivistInnen bereits vor Beginn der Internationalen Automobil Ausstellung 2023 in München in Präventivhaft genommen worden sind. Nicht zuletzt ist das wohl der Grund, wegen dem in Nürnberg gegen mehrere AntifaschistInnen nach §129 ermittelt wird, weil sie Graffiti gesprüht haben sollen.

Umso wichtiger ist es in diesen Zeiten, dass wir uns bemühen, es der Repression nicht unnötig einfach zu machen. Dass wir uns umeinander kümmern und für alle von Repression Betroffenen da sind. Dass wir den vielen Gefangenen Briefe schreiben und sie nicht vergessen. Dass wir solidarisch zusammenstehen.

In diesem Sinne wollen wir den Tag der politischen Gefangenen, den 18.03.2024 mit einer Kundgebung begehen.

18 Uhr Kundgebung am Jamnitzerplatz. Anschließend wird es Gefangenen schreiben in der Vokü ab 19 Uhr geben.

Verbreitet unseren Aufruf gerne weiter und nutzt unsere Sharepics (1414x2000, 500x707).

Mittwoch, 27.03.2024

Gesiebte Luft - 27 Jahre Freiheitsentzug

Gesiebte Luft – 27 Jahre Freiheitsentzug

Ein Gespräch mit Thomas Meyer-Falk

Mittwoch, 27.03

19 Uhr

Stadtteilladen Schwarze Katze

Untere Seitenstraße 1 Gostenhof

 

Für viele ist die Vorstellung für ihr politisches Handeln ein paar Jahre im Knast verbringen zu müssen schwer vorstellbar. Thomas verbrachte fast drei Jahrzehnte seines Lebens in verschiedenen Gefängnissen. Seit Ende August 2023 ist er wieder auf freien Fuß und muss sich nun in einer völlig anderen Welt zurechtfinden. Gemeinsam wollen wir mit ihm über seine Zeit im Knast und danach sprechen.

 

Wie steht man so etwas durch, ohne Mitgefühl und Verstand zu verlieren? Was bedeutet Freiheitsentzug eigentlich? Und welchen Wert haben Solidarität und Zusammenhalt in einer scheinbar aussichtslosen Situation?

Eine Veranstaltungsreihe der Roten Hilfe e.V. und Thomas Meyer-Falk