Frauen im Dienste der Nation

Wie sich der auf Volksgemeinschaftlichkeit bauende Nationalismus auch auf patriarchale Strukturen stützt, verdeutlicht sich am ehesten in dem af­fektiven Gekreische deutscher Rassisten, die Ausländer nähmen den Deut­schen die Frauen weg und damit den wichtigsten „Besitzt“, der den Lohnab­hängigen außerhalb des Arbeitsverhältnisses männliche Identität ver­schafft.

Frauen im Dienste der Nation

Die patriarchalen gesellschaftlichen Strukturen, die dem Mann eine Frau quasi zur Verfügung überlassen, treten hier zutage. Die Verfügungsgewalt des Mannes über die Frau besteht aus zwei Komponenten.
Die Frau übernimmt in dem Unterdrückungsverhältnis Lohnarbeiter-Hausfrau die Reproduktion des Arbeitsvermögens ihres Mannes: In stupider, sich endlos wiederholender Arbeit putzt sie die Wohnung / das Haus, wäscht und bügelt, kauft ein oder sorgt dafür dass abends das Essen auf dem Tisch steht. Nebenbei bringt sie den Nachwuchs zur Welt, zieht ihn auf und kon­ditioniert ihn für das spätere Erwerbsleben als Lohnsklave. Durch diese Tätigkeiten ist sie an das Haus gefesselt, während der Mann „draußen“ das öffentliche Leben bestimmt. Wenn er abends nach Hause kommt, betritt er seinen privaten Machtbereich. Die Frau hat ihm zuzuhören, ihn zu trösten, seine Aggressionen einzustecken und ihm sexuell zur Verfügung zu stehen. Diese zweite Verfügungsgewalt – die sich oft in realer Gewalt ausdrückt – kompensiert die Ohnmacht der Männer im kapitalistischen Lohngefüge auf Kosten der Frau. Die Frau ist zum Objekt degradiert. Der Mann verschafft sich mit der Lohntüte in der Hand die Macht, die ihm bestätigt, Subjekt zu sein. Damit fällt ihm auch die Rolle zu, nach außen im gesellschafts­politischen Bereich für sein kleines Reich zu entscheiden und zu kämpfen. Sich dieses zu erhalten, ist für ihn Motivation und Grund genug, es gegen potentielle Feinde zu verteidigen.
Die Frage bleibt, warum viele Frauen sich auch heute noch, die Zeiten der angeblich so weit fortgeschrittenen Emanzipation, in solche Machtverhält­nisse einfügen.
Zum einen besteht für viele ein ökonomischer Druck. Haben sie keine Aus­bildung, bleibt als Sicherheit scheinbar nur die Ehe. Selbst wenn sie einen Berufsabschluss haben, sind es gerade die Zeiten der Instabilität Frauen, denen zuerst gekündigt wird.
Doch nicht nur äußere Gründe spielen eine Rolle. Die traditionelle Sozia­lisation, die auf eine feste Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern abzielt, besteht auch heute noch, wenn auch weniger ausgeprägt in den privilegierten Sichten. Bei der Einbindung von Frauen in den Produktions­prozess wird dies ausgenutzt. Frauen werden oftmals nach ihren, durch die Sozialisation geschlechtsspezifischen, Fähigkeiten eingesetzt, zum Bei­spiel um das Arbeitsklima zu harmonisieren. Dazu kommt, dass nach der Ge­burt von Kindern nur eine Person voll arbeiten kann und der Mann selten bereit ist im Haus zu bleiben. Die Frauen, die arbeiten sind doppelt be­lastet, da sie meistens weiterhin alleine den Haushalt führen (müssen). Ihre Einkünfte sind oft nur „Ergänzung“, statten sie also nicht mit der Anerkennung aus, die dem „Ernährer der Familie“ zuteil wird.

Der Faschismus treibt es auf die Spitze

Während heute die geschlechtlichen Machtverhältnisse mehr durch verinner­lichte Wertungen aufrechterhalten werden, die im engen Besuch zu den öko­nomischen Abhängigkeiten stehen, gab es im totalitären System des Natio­nalsozialismus eine viel offenere staatliche Unterdrückung und Festlegung von Frauen auf ihre Rolle. Die Nutzung des Patriarchats für die Nation wurde hier auf die Spitze getrieben.

„Wenn ich mich auch zu Treitschkes Wort, daß Männer die Geschichte machen, bekenne, so vergesse ich dabei nicht, daß es die Frauen sind, die unsere Jungen zu Männern erziehen. Es wird Ihnen bekannt sein: die nationalsozialistische Bewegung hält als einzige Partei die Frau aus der unmittelbaren Tagespolitik fern. Sie ist deshalb in vielfacher Beziehung bitter befehdet und angefeindet worden; und das sehr zu unrecht. Nicht, weil wir die Frauen nicht achten, son­der weil wir sie hochachten, haben wir sie aus dem parlamentarisch-demokratischen Ränkespiel ferngehalten. Nicht weil wir in der Frau etwas Minderwertiges, sondern weil wir in ihr und ihrer Mission et­was anderswertiges sehen, als die Bestimmung, die der Mann erfüllt. Dinge, die dem Mann gehören, müssen auch dem Mann bleiben. Dazu ge­hört die Politik und die Wehr. Das ist kein absprechendes Urteil über die Frau, sondern nur ein Verweisen ihrer Fähigkeiten und An­lagen in die Gebiete der Arbeit und der Betätigung, die ihrem Wesen am nächsten entsprechen.“ (Aus der Eröffnungsrede von Dr. Joseph Goebbels zur Eröffnung der Ausstellung „Die Frau“ am 18. März 1933 in Berlin)

Die Trennung von Frauen- und Männerwelt war ebenso fester Bestandteil der biologistischen Staatsideologie wie die rassistisch begründete Volksge­meinschaft. Der eigentliche Beruf der Frau sei die Ehe, ließen die Ideo­logen verlauten. Das galt nur für die nach rassistischer Auswahl als „arisch“ befundenen Frauen, die den deutschen Nachwuchs, zukünftige Sol­daten und Siedler, produzieren sollten. Ehen mit „Nichtariern“ dagegen wurden annulliert, die betroffenen Frauen wurden gesellschaftlich geäch­tet und zum Teil zwangssterilisiert. Die Bevölkerungspolitik der Nazis endete in der planmäßigen Vernichtung unerwünschter Menschen, während „deutsche“ Frauen dadurch zahlreiche finanzielle Anreize und Auszeichnun­gen zum Kinderkriegen animiert und dadurch die ideologische Untermauerung dazu genötigt wurden, Mutter zu werden. „Jedes Kind, das sie (die Mutter) zur Welt bringt, ist eine Schlacht, die sie besteht für Sein oder Nicht­sein ihres Volkes“, erklärte Adolf Hitler 1934 auf dem Frauenkongress in Nürnberg die Pflicht der Frauen, während die Männer zu Soldaten für die geplanten Kriege gedrillt wurden.
Die Politik der Nazis bezüglich der arbeitenden Frauen war die Dequalifi­zierung, daher Frauen wurden in die schlecht bezahlten Fließbandjobs und Dienstmädchenstellen abgedrängt, wenn sie nicht in den Bereichen der in­stitutionalisierten Hausarbeit (Krankenpflege, Kinderbetreuung, usw.) tä­tigt waren. Erst als alle Männer an der Front waren und die Wirtschaft zusammenzubrechen drohte, wurde Frauenarbeit propagiert und sie wurden zusätzlich zur Hausarbeit an die „Fron der Produktion“ geholt, um sich dort bei ihrem Dienst für das Vaterland aufzureiben.

Der Realität der Frauen stand das nicht so leicht durchschaubare, vom Staat propagierte Frauenideal gegenüber. Die Unterordnung der Frau unter den (von männlichen Interessen geprägten) Staat als auch unter „ihren“ Mann wurde von einem Wust nationaler Ideologie begleitet, die mehrere Funktionen erfüllte.

Zum einen war sie geeignet, den Frauen in ihrer undankbaren Stellung ein Gefühl von Bedeutung zu geben, da sie sich zur „Herrenrasse“ dazugehörig fühlten, womit gleichzeitig die ungerechte Machtverteilung auf Frauen und Männer verschleiert wurde.

Die Frau als Quelle des Lebens, als Produzentin völkischen Nachwuchses, spielt in der nationalsozialistischen Ideologie eine große Rolle. So wur­de aus der „Mutter Erde“ die „Mutter der Nation“, das weibliche Gegen­stück des „Vater Staat“. Im Gegensatz zu ihm, dem männlichen Herr­schaftskonstrukt, war sie das mythische Kulturobjekt. Als imaginäre Ur­mutter sollte sie das Gefühl von Geborgenheit und Gemeinschaft einerseits und Besitzanspruch andererseits wecken. Die Symbolisierung von Volk und Land als Mutterschoß schuf die Rechtfertigung, das „Heiligste und Reins­te“ beschützen zu müssen.

Hier wurde Männlichkeit zur Kampfmotivation und die Frau zum Kampfgrund. Sie war es, für die die Männer kämpften, vielleicht sogar heroisch ihr Leben opferten, deren „Beschmutzung“ sie rächen mussten. Das Gefühl des gemeinsamen Ziels, dieser allen verständliche Grund für den Kampf, näm­lich sich vor die Frauen – den Besitz des Landes und somit den eigenen – zu stellen, schien Solidarität innerhalb der Truppen zu schaffen. Hierzu schrieb ein verwundeter Soldat im Januar 1941:

„Wofür hielt ich eigent­lich so schweres aus? Für’s Vaterland! (…) Das, wofür ich mich im tiefs­ten Grund einsetze, sind die deutschen Frauen. Ich denke dabei nicht an eine bestimmte, nein, an die deutschen Frauen im allgemeinen. In Frank­reich sah ich Horden von scheußlichen Negern mit schwulstigen Lippen, voll tierischer Kraft. Ehe eine dieser Bestien auf ein deutsches Mäd­chen, sei es auch keines der besten, losgelassen wird, setze ich hun­dertmal mein Leben ein. Dafür hält jeder rechte deutsche Soldat seine Knochen hin.“ (Zitat aus einer NS-Frauenzeitung)

Es bedurfte einer Frauengestalt, die einerseits die den Frauen zuge­schriebenen Charaktereigenschaften vereinte und somit als Idealbild der Deutschen Frauen fungierte und andererseits der Phantasie und Kampfmoti­vation der Männer Ausdruck verlieh: die „Germania“. Diese sinnbildliche Frauengestalt Deutschlands gab es schon zu Zeiten der Germanen und wurde im Nationalsozialismus nur wieder aufgegriffen. Die deutsche Frau als Tochter Germanias wurde aufgefordert, ihrer Urmutter nachzueifern. Diese Kultfigur, in sich kontrovers, ließ Frauen im Glauben, ebenso wichtig zu sein wie die Männer. Ihr wurden zwar „männliche“ Eigenschaften wie Klug­heit und Mut, Stärke und Aktivität zugesprochen, doch nur im übertragenen Sinne.
Ihre „wahren“ Eigenschaften waren Keuschheit und Treue, Sittlichkeit und Häuslichkeit. Mit Hilfe dieses idealisierten Frauenbildes wurde über Jahrhunderte hinweg die Behauptung aufrechterhalten, die deutschen Frauen seien besser und freier als die anderen, „primitiveren“ Völkern. So wurde der Konsens in Bezug auf hier angeblich nicht existierende patriarchale Strukturen zum Mittel, den Gedanken der Frauenemanzipation von Anfang an zurückzudrängen. Wenn Frauen in Deutschland im Gegensatz zu Frauen ande­rer Nationen sowieso am besten dran waren, warum sollten sie sich noch Rechte erkämpfen?

Der nationale Gedanke und die bürgerliche Frauenbewegung

In den Jahren vor der Revolution 1847 begannen Frauen in Berlin aus ihrer typischen Rolle auszubrechen, in dem sie in der Öffentlichkeit Hosen tru­gen, rauchten und an politischen Diskussionen teilnahmen. Sie wurden als „Frauen mit deutschen Namen und französischer Art“ abgetan oder sogar, wie die Schriftstellerin Luise Aston, von der sich die deu6sche Obrigkeit provoziert fühlte, ausgewiesen.

Später, Ende es 19. – Anfang des 20. Jahrhunderts, wollten große Teile der etablierten bürgerlichen Frauenbewegung den angeblich weiblichen Ge­schlechtscharakter aufs Neue positiv besetzen, anstatt ihn in Frage zu stellen. Sie identifizierten sich mit dem immer mehr aufkommenden Natio­nalismus und Militarismus. Der BdF („Bund deutscher Frauenvereine“) be­tonte immer wieder seinen nationalen Charakter, für ihn war damit die na­tionale Größe verknüpft. 1899/1900 unterstützte der BdF z.B. das wil­helminische Flottenbauprogramm und präsentierte dieses Bekenntnis zur mi­litärischen Aufrüstung als „Beweis der wachsenden Einsicht der Frauen in die realen Vorbedingungen auch ihrer eigenen Bewegung“. So forcierten sie selbst die schon zum Teil funktionierende Hinhaltetaktik, Frauen in eini­gen Bereichen kriegsvorbereitende Politik scheinbar Einfluss nehmen zu lassen. Es wurde ihnen weisgemacht, dass nach den deutschen Zielen auf ihre Anliegen eingegangen würde. Auch der bekannteste Familienideologe des 19. Jahrhunderts, Wilhelm Heinrich Riehl, verbreitete die Meinung, dass „mit dem Eintreten des deutschen Volkes in die Weltgeschichte Frau­en erst wahrhaftig frei seien“.
Frauenpolitische Interessen wurden großdeutschen untergeordnet, was dazu führte, dass vor allem der konservative Flügel der Frauenbewegung erst einmal von ihrer Forderung nach dem Wahlrecht für Frauen zurücktrat.
Bei Ausbruch des I. Weltkrieges war das „Prinzip der Mütterlichkeit“ dann oberstes Gebot, was zum Beispiel die Zeitung „Frauenkapital“ zeigte.

„Wie der Mann als Staatsangehöriger für Erhaltung, Förderung und Vertei­digung seines Landes eintreten muß, so hat die Frau als Staatsangehörige für Behagen, Ordnung und Ausschmückung im Staate Sorge zu tragen.“ (aus „Die Frauenbewegung in ihren gegenwärtigen Problemen“ S.116 von Hele­ne Lange, eine der führenden Frauenrechtlerinnen des BdF)

Militarismus und Sexismus Hand in Hand

Akzeptanz für die Armee bei der eigenen Bevölkerung zu schaffen, ist ge­rade heute für das Funktionieren der sich demokratisch gebärdenden Staa­ten wie der BRD notwendig, und nichts eignet sich dafür besser als der Appell an die tiefsitzenden, patriarchalen Denkmuster in den männlichen Köpfen.
Auch wenn viele bürgerliche Feministinnen die Ursachen für kriegerische Auseinandersetzungen in der Psyche des Mannes „veranlagt“ sehen, liegt sie in ökonomischen und politischen Interessen begründet, die die Herr­schenden eines Nationalstaates nicht ohne militärische Aggression durch­setzen können.
Doch damit die systematische Propaganda der Kriegstreiber greift, muss sie sowohl auf nationalen Stolz als auch auf Ängste und Vorurteile zu­rückgreifen. Und da damit nicht zuletzt auf das Frauenbild der Männer. Auf der einen Seite ist die angebliche Friedfertigkeit der Frauen noch heute ein wesentliches Mittel, um die Truppenmoral aufrechtzuerhalten. Nach dieser Logik bedarf es der „von Natur aus“ aggressiven Männer, um die eigenen Frauen zu Hause, denen Hilflosigkeit und Abhängigkeit zuge­sprochen wird, zu beschützen. Auf der anderen Seite wird, wenn es um die feindlichen Frauen geht, die Frauenverachtung, gepaart mit rassistischer und nationalistischer Propaganda forciert.
Die Armeen der herrschenden imperialistischen Staaten sind die traditio­nelle Schule der patriarchalische-männlichen Identität, hier wird der Mann zum „richtigen“ Mann gemacht.
Kommt ein Mann zum Männerbund Bundeswehr, wir hier sein Verhältnis zu Frauen stark beeinflusst, ist er doch noch sehr jung und lebt von nun an in einer (fast) reinen Männertruppe. Es wird Härte nach außen gekehrt, Gefühle wie zwangsläufige Einsamkeit werden erfolgreich verdrängt. Nicht zuletzt wird das herrschende Rollenbild forciert, indem den Soldaten er­folgreich vorgeworfen wird, sie seine feige, „unmännlich“, „weibisch“ etc., wenn sie sich nicht einfügen. Es werden gemeinsam Pornos geguckt und Sprüche geklopft. Nach dem 1978 erschienen Lexikon „Das Bundeswehr­soldatendeutsch“ werden in keiner Gemeinschaft so abwertende und verach­tende Bezeichnungen für Frauen gebraucht wie in der Bundeswehr. Doch geht der Sexismus auch weit über die Sprüche hinaus.
So verwundert es auch nicht weiter, dass sich gleich neben dem größten Ausbildungslager der BRD-Luftwaffe im Ausland, El Paso, Texas, USA das lange Zeit größte Bordell der USA befindet. Da gehört es zum guten Ton, in der freien Zeit Frauen zu konsumieren.
Im Vietnamkrieg wurden die Verbindungen zwischen Sexismus und Militaris­mus besonders deutlich. Um die Kampfmoral zu stärken, wurden die US-Sol­daten animiert, die Viet-Kong-Frauen zu vergewaltigen, indem zum Beispiel T-Shirts verteilt wurden, auf denen nackte Viet-Kong-Frauen mit gespreiz­ten Beiden abgebildet waren. Dazu kam, dass es für Frauen in Thailand und Vietnam nur eine Möglichkeit gab zu überleben: zu Prostituierten für die Besatzer zu werden.
Die US-Armee hinterließ am Ende des Krieges unzählbar viele Bordelle und Prostituierte und schuf damit die Infrastruktur für Sextouristen aus al­ler Welt.
Durch die Identifizierung mit der Ideologie und Struktur des Militärappa­rates, mit Vorgesetzten und Mitsoldaten, verschwinden bei vielen Männern die sonst vorhandenen Skrupel vor sexueller Gewalt.

Vergewaltigung für das System

Ganz bestimmt trifft dies bei der massenhaften und gezielten Vergewalti­gung von Frauen der feindlichen Nation oder Gruppe zu, die seit jeher ein Mittel zum Sieg ist. Der Soldat, strotzend vor Männlichkeit und bereit, diese im Kampf für seine Nation zu beweisen, kann Frauen jetzt ungehemmt unterdrücken. Diese Unterdrückung wird in unserer Gesellschaft einerseits geschürt, was sich sowohl an fehlenden Gesetzen zur Vergewaltigung in der Ehe als auch an der Darstellung von Frauen in der Werbung zeigt. Anderer­seits aber ist Vergewaltigung außerhalb der Ehe gesellschaftlich verpönt, wenn auch nur, weil ein Mann dem anderen seine Frau „wegnimmt“. Doch im Krieg fällt dieser Aspekt weg, denn Vergewaltigung ist das Recht des Sie­gers, das besiegte Volk zu demütigen und die „andere Mutter Nation“ aus­zulöschen. Nicht zufällig wurden daher Vergewaltigungen im Krieg von of­fizieller Seit im Zuge der Netzpropaganda gegen die Serben thematisiert. Vergewaltigungen sind immer dann ein willkommenes Thema, wenn damit Stim­mung gemacht werden kann gegen die feindliche Seite innerhalb eines Krie­ges. Ein Aufschrei ging durch das ganze Land, weil wohlweislich ver­schwiegen wird, dass der sexuelle Kampf gegen Frauen schon immer zur Tak­tik der imperialistischen Macht gehörte. Ob im zweiten Weltkrieg, als die deutschen Soldaten eine blutige Spur vergewaltigter oder zur Prostitution gezwungener Frauen hinterließen, ob bei der Besetzung Deutschlands durch die vier Siegermächte 1945, ob in Vietnam, während der Golfkriege oder in Jugoslawien, die Beispiele ließen sich endlos fortführen. Bis heute lässt sich dies Praxis verfolgen, denn es steht dieselbe Ideologie dahinter, wenn das Asylgesetz alles Deutsche über den Rest der Welt stellt und Ver­gewaltigung als Asylgrund nicht anerkennt. So können Romafrauen aus dem ehemaligen Jugoslawien von organisierten Übergriffen auf sich berichten, ohne dass das einen deutschen Richter beeindrucken könnte, denn Vergewal­tigung ist immer noch das Recht des Siegers.

drucken | 8. März 2013 | redside

Terminkalender

Freitag, 08.03.2024

Frauen kämpfen international gegen Krise, Krieg und Kapital! - Raus zum 8.März!

8.März Demo || Internationaler Frauenkampftag || 17:00 Uhr || Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt || 16:30 Uhr || Jamnitzer Platz, Gostenhof
Auf die eine oder andere Art kennen wir es doch alle: wir kochen, putzen, waschen die Wäsche und gehen einkaufen. Wir gießen die Blumen und räumen die Spülmaschine im Büro aus. Wir erziehen die Kinder, bringen sie zum Sport oder zu Freund*innen und helfen ihnen bei den Hausaufgaben. Wir pflegen die Eltern oder andere Angehörige und helfen dort im Haushalt. Wir denken über die Geschenke von Bekannten und Verwandten nach und planen den nächsten Ausflug für die Familie oder Freund*innen und und und.
Und das alles meist zusätzlich zu einem Job, zu den Sorgen über immer teureren Wohnraum, mehr Lebenshaltungskosten, wieder steigende Strom- und Heizungskosten und mehr.
Wenn wir mal durchatmen können, stellt sich die Frage: Wo bleibt da eigentlich noch Zeit für mehr? Wie sollen Bildung, Engagement und Hobbies neben Care-Arbeit und Mental Load noch Platz haben?
Dies geht eigentlich nur, wenn einem jemand den Rücken freihält. Aus unseren Erfahrungen, aber auch statistisch gesehen, sind die, die diese Arbeiten ausführen zum überwiegenden Teil immer noch Frauen. In mehr als 2/3 der Familien werden sie allein von Frauen übernommen und in nur etwa 5% der Haushalte kümmert sich der Mann zum überwiegenden Teil.
Deshalb stellt sich uns die Frage: Wie können wir unser Zusammenleben, unsere Gesellschaft und die Politik verändern, dass eine gleiche Aufteilung der Erziehungs- und Pflegearbeit möglich wird? Damit wir alle Zeit haben und trotzdem die Kinder nicht verhungern, die Oma versorgt und das Zuhause kein Saustall ist.
Hinzu kommt, dass wir in einer Zeit leben, in der vieles im Umbruch ist.Kriege treten vor unsere Haustür und bringen neben menschlichem Leid auch Tod, eine Energie- und Wirtschaftskrise folgt nach der anderen. Rechte Akteure, wie jüngst mal wieder an der AfD zu sehen ist, versuchen einen Rollback in vergangene vermeintlich „gute alte Zeiten“ und schüren Hass, Rassismus und engstirniges Denken. Gerade haben wir die Corona-Pandemie überstanden, die uns Frauen im wahrsten Sinne des Wortes zurück an den Herd katapultierte und die Gewalt in Familien explodieren ließ und nun heißt es wieder einmal den Gürtel enger schnallen. Für „Sozialklimbim“ sei laut dem FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler kein Platz. Was das für uns in der Konsequenz heißt: ein Sparzwang, der eine der größten Kürzungen im sozialen Bereich seit den 1990er Jahren mitbringt.
Es werden massiv Mittel im Sozialhaushalt gekürzt und die schlechtere Bezahlung und schlechten Arbeitsbedingungen imSozial-, Pflege- und Erziehungsbereich wird weitergehen. Es wird bei denen gespart, die sowieso nicht viel haben und weiter von unten nach oben verteilt. Als Beispiel sei hier die Kindergrundsicherung genannt, die alle Leistungen für armutsgefährdete Kinder in einer Stelle vereinen sollte und nun nur noch mit einem Rest-Budget von 2,4 statt 12 Mrd € eingeführt wird, sowie für Alleinerziehende weniger Unterstützung bedeuten kann. Einen Kindergartenplatz zu erhalten ist trotz gesetzlichem Anspruch immer noch Glücksache und eine gute Schulbildung oder ein Studium können sich nur die leisten, die viel Kohle haben; wird der Bildungsbereich doch seit vielen Jahren ebenfalls kaputtgespart.
Durch Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen sind vor allem Frauen dazu gezwungen, in Teilzeit zu arbeiten und prekäre Arbeitsplätze anzunehmen. Ganz zu schweigen von einer immer noch vorhandenen ungleichen Bezahlung zu den männlichen Kollegen, lag doch der sog. Gender Pay Gap im letzten Jahr im Südwesten immer noch bei 22%. Gerade für Alleinerziehende bedeutet dies eine Spirale, die überproportional oft für Frauen in der Altersarmut endet oder sie dazu drängt in Familienstrukturen zu bleiben und vermehrt Abhängigkeiten fördert. Zudem reicht der Lohn einer Arbeitsstelle für Alleinerziehende oder Alleinstehende oft gerade so zum Überleben, große Sprünge oder unvorhergesehene Ausgaben sind nicht möglich. Viele müssen sich mit einem Nebenjob oder zwei Arbeitsstellen über Wasser halten. Frauen werden durch gesetzliche Regelungen, wie das Ehegattensplitting, in traditionelle Familienmodelle gedrängt oder dort festgehalten. Sie erleben eine Verdichtung der Arbeit durch einen Job und die zusätzlich hauptsächlich durch sie zu verrichtende Haus- und Care-Arbeit. 
Wie kommen wir heraus aus solchen Teufelskreisen? Von Ratgebern oder in klugen Sprüchen hören wir dann oft, du musst nur an dir arbeiten und dich verändern, noch flexibler werden, mehr Yoga als Ausgleich machen oder dir einen reiche(re)n Partner suchen. Doch alles „Selfcare“ dieser Welt kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in einer Gesellschaft und in einem Staat leben, der die ökonomischen Interessen über die der Menschen stellt. Uns wird immer wieder gesagt, dass wir in einem Sozialstaat leben und es uns doch gut geht. Doch da wo Menschen in Zahlen berechnet werden und der Aufwand, den „es lohnt“ in einen Menschen zu stecken, ebenfalls kalkuliert wird, da ist von Sozial im Staat nicht viel übrig, sondern die wirtschaftlichen Interessen und Ausbeutung durch Arbeit dominieren. Ist das das gute Leben nach dem wir alle streben? Muss unsere Gesellschaft nicht eigentlich genau anders herum funktionieren, indem der Mensch und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt gestellt wird? Doch das wird es im Kapitalismus nicht geben. 
Wir wollen eine Gesellschaft, in der nicht 100 Mrd€ in die Rüstung und das Militär gesteckt und damit Kriege gefördert werden, die uns und unseren Planeten zerstören.Wir müssen selbst kämpfen, z.B. für ein gut funktionierendes Bildungssystem mit einer geschlechtergerechten Erziehung oder für kostenlose Kinderbetreuung, die kollektiv organisiert wird und nicht als profitorientiertes Unternehmen. Oder auch für Wohnungen, die wir uns noch leisten können und für ein Stadtviertel, das an den Bedürfnissen der sie Bewohnenden orientiert ist und nicht nur öffentlichen Raum kennt, der kommerziell genutzt wird. Einen öffentlichen Raum, der für alle zugänglich ist und nicht von Frauen mit einem Pfefferspray zur Verteidigung in der Tasche durchquert wird.
Diese Aufzählung ließe sich noch lange weiterführen und kann doch noch nicht abschließend beendet werden. Denn wir sind es, die diese Gesellschaft gemeinsam verändern können, es wird kein Retter kommen, der für uns die patriarchalen Strukturen abschafft. Deshalb lasst uns zusammenkommen, diskutieren, die Vereinzelung unserer Gesellschaft durchbrechen, uns als Frauen solidarisch zusammenschließen und Ideen für die dringend notwendige Veränderung unserer Gesellschaft, des kapitalistischen Wirtschaftssystems und unseres Miteinanders zusammen ausgestalten. Gemeinsam als Frauen unserer Klasse wollen wir die Vorstellung eines guten Lebens für uns alle entwerfen, an vorhandenen Ideen anknüpfen und diese weiterentwickeln. Z.B. wie (un)bezahlte Care-Arbeit verkollektiviert werden kann, also wie Kindererziehung außerhalb der Kleinfamilie im Haus, in der Straße oder im Viertel organisiert werden kann oder wir mit gemeinsamen Versorgungseinrichtungen, wie einer Stadtteilmensa,die Haus-Arbeit gleichberechtigt auf mehrere Schultern verteilen. Wie wir Kämpfe um unsere Zeit lostreten und weiterentwickeln können, damit neben Arbeit und Haushalt noch Luft für Bildung, Kultur und soziales/politisches Engagement bleibt. Oder wie wir z.B. durch Streiks oder öffentliche Lohnlisten dem Gender Pay Gap und niedriger Bezahlung in sog. weiblich konnotierten Berufssparten entgegenwirken können und vieles mehr. Lasst uns das zusammen angehen!
Lasst uns die Unzumutbarkeiten nicht länger schweigend und unwidersprochen hinnehmen. Kommt zur Kundgebung am 8. März am Plärrer und lasst uns gemeinsam bei Veranstaltungen Ideen entwickeln wie wir vorankommen. Denn wir wollen ein Leben, in dem wir nicht bestimmte Rollen aufgrund unseres Geschlechtes erfüllen müssen, in dem wir nicht nach unserem Aussehen oder unserer Herkunft beurteilt werden, in dem es keine soziale Ungleichheit gibt, wir den gleichen Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen teilen und ein solidarisches Miteinander leben. 
Lasst uns am 8. März und darüber hinaus ein starkes und kämpferisches Zeichen setzen für eine Welt jenseits von kapitalistischer Ausbeutung und patriarchaler Unterdrückung!
Demonstration am 8.März um 17 Uhr Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt um 16.30 am Jamnitzer Platz
Freitag, 08.03.2024

Frauen kämpfen international gegen Krise, Krieg und Kapital! - Raus zum 8.März!

8.März Demo || Internationaler Frauenkampftag || 17:00 Uhr || Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt || 16:30 Uhr || Jamnitzer Platz, Gostenhof
Auf die eine oder andere Art kennen wir es doch alle: wir kochen, putzen, waschen die Wäsche und gehen einkaufen. Wir gießen die Blumen und räumen die Spülmaschine im Büro aus. Wir erziehen die Kinder, bringen sie zum Sport oder zu Freund*innen und helfen ihnen bei den Hausaufgaben. Wir pflegen die Eltern oder andere Angehörige und helfen dort im Haushalt. Wir denken über die Geschenke von Bekannten und Verwandten nach und planen den nächsten Ausflug für die Familie oder Freund*innen und und und.
Und das alles meist zusätzlich zu einem Job, zu den Sorgen über immer teureren Wohnraum, mehr Lebenshaltungskosten, wieder steigende Strom- und Heizungskosten und mehr.
Wenn wir mal durchatmen können, stellt sich die Frage: Wo bleibt da eigentlich noch Zeit für mehr? Wie sollen Bildung, Engagement und Hobbies neben Care-Arbeit und Mental Load noch Platz haben?
Dies geht eigentlich nur, wenn einem jemand den Rücken freihält. Aus unseren Erfahrungen, aber auch statistisch gesehen, sind die, die diese Arbeiten ausführen zum überwiegenden Teil immer noch Frauen. In mehr als 2/3 der Familien werden sie allein von Frauen übernommen und in nur etwa 5% der Haushalte kümmert sich der Mann zum überwiegenden Teil.
Deshalb stellt sich uns die Frage: Wie können wir unser Zusammenleben, unsere Gesellschaft und die Politik verändern, dass eine gleiche Aufteilung der Erziehungs- und Pflegearbeit möglich wird? Damit wir alle Zeit haben und trotzdem die Kinder nicht verhungern, die Oma versorgt und das Zuhause kein Saustall ist.
Hinzu kommt, dass wir in einer Zeit leben, in der vieles im Umbruch ist.Kriege treten vor unsere Haustür und bringen neben menschlichem Leid auch Tod, eine Energie- und Wirtschaftskrise folgt nach der anderen. Rechte Akteure, wie jüngst mal wieder an der AfD zu sehen ist, versuchen einen Rollback in vergangene vermeintlich „gute alte Zeiten“ und schüren Hass, Rassismus und engstirniges Denken. Gerade haben wir die Corona-Pandemie überstanden, die uns Frauen im wahrsten Sinne des Wortes zurück an den Herd katapultierte und die Gewalt in Familien explodieren ließ und nun heißt es wieder einmal den Gürtel enger schnallen. Für „Sozialklimbim“ sei laut dem FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler kein Platz. Was das für uns in der Konsequenz heißt: ein Sparzwang, der eine der größten Kürzungen im sozialen Bereich seit den 1990er Jahren mitbringt.
Es werden massiv Mittel im Sozialhaushalt gekürzt und die schlechtere Bezahlung und schlechten Arbeitsbedingungen imSozial-, Pflege- und Erziehungsbereich wird weitergehen. Es wird bei denen gespart, die sowieso nicht viel haben und weiter von unten nach oben verteilt. Als Beispiel sei hier die Kindergrundsicherung genannt, die alle Leistungen für armutsgefährdete Kinder in einer Stelle vereinen sollte und nun nur noch mit einem Rest-Budget von 2,4 statt 12 Mrd € eingeführt wird, sowie für Alleinerziehende weniger Unterstützung bedeuten kann. Einen Kindergartenplatz zu erhalten ist trotz gesetzlichem Anspruch immer noch Glücksache und eine gute Schulbildung oder ein Studium können sich nur die leisten, die viel Kohle haben; wird der Bildungsbereich doch seit vielen Jahren ebenfalls kaputtgespart.
Durch Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen sind vor allem Frauen dazu gezwungen, in Teilzeit zu arbeiten und prekäre Arbeitsplätze anzunehmen. Ganz zu schweigen von einer immer noch vorhandenen ungleichen Bezahlung zu den männlichen Kollegen, lag doch der sog. Gender Pay Gap im letzten Jahr im Südwesten immer noch bei 22%. Gerade für Alleinerziehende bedeutet dies eine Spirale, die überproportional oft für Frauen in der Altersarmut endet oder sie dazu drängt in Familienstrukturen zu bleiben und vermehrt Abhängigkeiten fördert. Zudem reicht der Lohn einer Arbeitsstelle für Alleinerziehende oder Alleinstehende oft gerade so zum Überleben, große Sprünge oder unvorhergesehene Ausgaben sind nicht möglich. Viele müssen sich mit einem Nebenjob oder zwei Arbeitsstellen über Wasser halten. Frauen werden durch gesetzliche Regelungen, wie das Ehegattensplitting, in traditionelle Familienmodelle gedrängt oder dort festgehalten. Sie erleben eine Verdichtung der Arbeit durch einen Job und die zusätzlich hauptsächlich durch sie zu verrichtende Haus- und Care-Arbeit. 
Wie kommen wir heraus aus solchen Teufelskreisen? Von Ratgebern oder in klugen Sprüchen hören wir dann oft, du musst nur an dir arbeiten und dich verändern, noch flexibler werden, mehr Yoga als Ausgleich machen oder dir einen reiche(re)n Partner suchen. Doch alles „Selfcare“ dieser Welt kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in einer Gesellschaft und in einem Staat leben, der die ökonomischen Interessen über die der Menschen stellt. Uns wird immer wieder gesagt, dass wir in einem Sozialstaat leben und es uns doch gut geht. Doch da wo Menschen in Zahlen berechnet werden und der Aufwand, den „es lohnt“ in einen Menschen zu stecken, ebenfalls kalkuliert wird, da ist von Sozial im Staat nicht viel übrig, sondern die wirtschaftlichen Interessen und Ausbeutung durch Arbeit dominieren. Ist das das gute Leben nach dem wir alle streben? Muss unsere Gesellschaft nicht eigentlich genau anders herum funktionieren, indem der Mensch und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt gestellt wird? Doch das wird es im Kapitalismus nicht geben. 
Wir wollen eine Gesellschaft, in der nicht 100 Mrd€ in die Rüstung und das Militär gesteckt und damit Kriege gefördert werden, die uns und unseren Planeten zerstören.Wir müssen selbst kämpfen, z.B. für ein gut funktionierendes Bildungssystem mit einer geschlechtergerechten Erziehung oder für kostenlose Kinderbetreuung, die kollektiv organisiert wird und nicht als profitorientiertes Unternehmen. Oder auch für Wohnungen, die wir uns noch leisten können und für ein Stadtviertel, das an den Bedürfnissen der sie Bewohnenden orientiert ist und nicht nur öffentlichen Raum kennt, der kommerziell genutzt wird. Einen öffentlichen Raum, der für alle zugänglich ist und nicht von Frauen mit einem Pfefferspray zur Verteidigung in der Tasche durchquert wird.
Diese Aufzählung ließe sich noch lange weiterführen und kann doch noch nicht abschließend beendet werden. Denn wir sind es, die diese Gesellschaft gemeinsam verändern können, es wird kein Retter kommen, der für uns die patriarchalen Strukturen abschafft. Deshalb lasst uns zusammenkommen, diskutieren, die Vereinzelung unserer Gesellschaft durchbrechen, uns als Frauen solidarisch zusammenschließen und Ideen für die dringend notwendige Veränderung unserer Gesellschaft, des kapitalistischen Wirtschaftssystems und unseres Miteinanders zusammen ausgestalten. Gemeinsam als Frauen unserer Klasse wollen wir die Vorstellung eines guten Lebens für uns alle entwerfen, an vorhandenen Ideen anknüpfen und diese weiterentwickeln. Z.B. wie (un)bezahlte Care-Arbeit verkollektiviert werden kann, also wie Kindererziehung außerhalb der Kleinfamilie im Haus, in der Straße oder im Viertel organisiert werden kann oder wir mit gemeinsamen Versorgungseinrichtungen, wie einer Stadtteilmensa,die Haus-Arbeit gleichberechtigt auf mehrere Schultern verteilen. Wie wir Kämpfe um unsere Zeit lostreten und weiterentwickeln können, damit neben Arbeit und Haushalt noch Luft für Bildung, Kultur und soziales/politisches Engagement bleibt. Oder wie wir z.B. durch Streiks oder öffentliche Lohnlisten dem Gender Pay Gap und niedriger Bezahlung in sog. weiblich konnotierten Berufssparten entgegenwirken können und vieles mehr. Lasst uns das zusammen angehen!
Lasst uns die Unzumutbarkeiten nicht länger schweigend und unwidersprochen hinnehmen. Kommt zur Kundgebung am 8. März am Plärrer und lasst uns gemeinsam bei Veranstaltungen Ideen entwickeln wie wir vorankommen. Denn wir wollen ein Leben, in dem wir nicht bestimmte Rollen aufgrund unseres Geschlechtes erfüllen müssen, in dem wir nicht nach unserem Aussehen oder unserer Herkunft beurteilt werden, in dem es keine soziale Ungleichheit gibt, wir den gleichen Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen teilen und ein solidarisches Miteinander leben. 
Lasst uns am 8. März und darüber hinaus ein starkes und kämpferisches Zeichen setzen für eine Welt jenseits von kapitalistischer Ausbeutung und patriarchaler Unterdrückung!
Demonstration am 8.März um 17 Uhr Plärrer Ecke Gostenhofer Hauptstraße
Stadtteiltreffpunkt um 16.30 am Jamnitzer Platz
Samstag, 09.03.2024

Grundlagenvortrag Kritik am liberalen Feminismus am 9.03.24 um 18:00 Uhr Youth Connect Öffnung der RZN

  Wir laden euch herzlich zu unserer Youth Connect Öffnung in die Schwarze Katze ein. Anlässlich des internationalen Frauenkampftags hören wir gemeinsam einen Vortrag zur Kritik des liberalen Feminismus und wieso wir die lohnabhängige Klasse für zentral im Kampf gegen das Patriarchat betrachten. Im Anschluss ist Raum für Diskussion. Kommt gerne vorbei und lernt uns kennen. Für Essen uns Getränke ist gesorgt.   Geöffnet ab 18:00 Uhr im Stadtteilladen Schwarze Katze, untere Seitenstraße 1, 90429 Nürnberg
Freitag, 15.03.2024

Antifa-Aktionskneipe im März

Freitag, 15.3. | Stadtteilladen Schwarze Katze (untere Seitenstrasse 1, NBG) | Workshop 20:00 Uhr | Offenes Antifatreffen 19:00 Uhr

Diskussionsworkshop zu Feminismus aus materialistischer Perspektive
Der inhaltliche Part des Abends beginnt um 20:00 Uhr mit dem kurzen Versuch von einer materialistische Perspektive auf das Thema Feminismus zu blicken. Darauf aufbauend wollen wir uns während einer Workshopphase in Kleingruppen z.B. mit den Themen Reproduktionsarbeit, Hass auf queere Menschen, oder Rollenzuschreibungen die die Zweigeschlechtlichkeit mit sich bringt, auseinandersetzen.
Schon um 19:00 Uhr beginnt der Abend mit dem offenen Antifatreffen. Wenn ihr antifaschistisch aktiv werden wollt, könnt ihr hier einen ersten Eindruck von unserer Arbeit bekommen und mitmachen.
Für Essen und Trinken gegen eine Spende ist wie immer gesorgt!
+++ AM 8.MÄRZ AUF DIE STRASSE! +++
Infos über die Antifa-Aktionskneipe Youtube | Instagram | antifaak161 (äääät) riseup.net
Was macht die Antifa Aktionskneipe?
Beispiele: Mobivideo zum 8.März ’23 / Jahresrückblick 2021 / Satire zur Bundestagswahl / Podcast zum Tag gegen Gewalt an Frauen / Antifa-Stadtrundgang / Aktion gegen AfD Landtagswahlstand / Demo „Keine rechte Hetze in unserem Viertel!“ / Gemeinsamer Treffpunkt für revolutionäre 1.Mai-Demo / Aktion zum TagX NSU-Prozess / Aktion gegen CSU Parteitag / Aktion gegen AfD-Infostand / Fahrt zur Demo: Memmingen sieht rot / Alle Aktionen chronologisch auf der Redside Was ist die Antifa Aktionskneipe: Der rechte Vormarsch in der BRD geht weiter voran. Am offensten zeigt sich diese Entwicklung an den Wahlerfolgen der AfD und Gesetzesverschärfungen, wie die neuen Polizeiaufgabengesetze. Die Bundesregierung schaffte das Asylrecht quasi ab, sperrt Geflüchtete in Lager und schiebt in Kriegsgebiete ab. Parallel dazu werden täglich Menschen von Nazis und RassistInnen angegriffen. Überall formieren sich rechte Bürgerwehren und rechter Terror wird zu einer immer größeren Bedrohung. Deswegen gewinnt antifaschistischer Widerstand gegen diese Zustände an enormer Bedeutung. Wir wollen deutlich zeigen und klar machen, dass wir diese reaktionäre Offensive nicht unbeantwortet lassen. Wir lassen uns nicht durch Rassismus und Sexismus spalten, sondern müssen gemeinsam als unterdrückte Klasse für eine befreite Welt kämpfen. Wir müssen uns entscheiden, ob wir in einer Welt des Faschismus und Unterdrückung leben wollen oder in einer Welt der Solidarität und Gerechtigkeit. Wenn auch du die Schnauze voll hast und aktiv gegen Nazis und FaschistInnen werden willst, dann komm zur Antifa-Aktionskneipe! Jeden dritten Freitag im Monat ab 19:00 Uhr veranstalten wir ein offenes Treffen, mit dem Ziel, uns gemeinsam zu informieren, auszutauschen und aktiv zu werden. Lernen wir uns kennen, schließen wir uns zusammen und machen wir uns gemeinsam stark gegen Rassismus, Faschismus, Patriarchat und Kapitalismus.
Montag, 18.03.2024

Raus zum Tag der politischen Gefangenen!

Der weltweite Kampf der kapitalistischen Staaten um Absatzmärkte, Einflusszonen und Investitionsmöglichkeiten wird schärfer und es entstehen im Zuge dessen schon länger immer offenere Konflikte, die immer mehr Eskalationspotential bieten. Unzweifelhaft dämmert die Neuaufteilung der Welt. Der von der NATO angeheizte und von der Russischen Föderation zum militärischen Gefecht eskalierte Konflikt um die Ukraine ist dabei nur ein Beispiel. Weitere sind das Ringen der USA und China um Taiwan, wie auch Versuche verschiedener Akteure, mehr Einfluss auf dem afrikanischen Kontinent zu gewinnen.

Hinzu kommt, dass im vergangenen Oktober Israel durch militante palästinensische Gruppen, unter Führung der Hamas, militärisch angegriffen wurde. Das israelische Militär begann daraufhin den Gazastreifen zu bombardieren. Dieser vorläufige Höhepunkt des seit Jahrzehnten bestehenden Konflikts hält seitdem an.

In dieser brandgefährlichen Gemengelage vertritt auch die BRD ihre Interessen bzw. die des deutschen Kapitals. Und damit das möglichst ungestört von statten geht, sollen wir Werktätige möglichst wenig sagen und tun, was dem im Weg steht. Deshalb findet in allen Fragen, die diese Interessen betreffen, ein besonders krasser Kampf um die Meinungen der Menschen statt. Deshalb tritt der Staat zunehmend repressiver auf – generell, aber auch im Besonderen:

Gegen Menschen, die sich Versuchen, die Gesellschaft immer weiter nach rechts zu drängen, entgegenstellen oder gegen Menschen, die Kriegsrhetorik etwas entgegensetzen. Gegen Menschen, die soziale Proteste organisieren oder solche, die den Kapitalismus ankreiden. Hier sollen nur ein paar Beispiele genannt sein.

So kommt es, dass die kurdische Freiheitsbewegung kriminalisiert wird - im Januar startete der Prozess gegen Tahir Köcer, der im vergangenen Jahr in Nürnberg festgenommen wurde. Ihm wird nach §129b StGB die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland vorgeworfen. So kommt es, dass die, die zum Nahostkonflikt eine Meinung vertreten, die nicht der deutschen Staatsräson entspricht, eingeschüchtert werden. Das passiert bspw. über Verbote palästinasolidarischer Demonstrationen, Razzien gegen die migrantische Selbstorganisation ZORA und medial erhobene Forderungen nach Einschränkungen der Demonstrationsfreiheit für Nicht-staatsbürger und schnellerer Abschiebungen von vermeintlichen Antisemiten. So erklären sich ebenfalls die Angriffe der Polizei auf die Luxemburg und Liebknecht Demonstration in Berlin oder, dass mehrere Dutzend KlimaaktivistInnen bereits vor Beginn der Internationalen Automobil Ausstellung 2023 in München in Präventivhaft genommen worden sind. Nicht zuletzt ist das wohl der Grund, wegen dem in Nürnberg gegen mehrere AntifaschistInnen nach §129 ermittelt wird, weil sie Graffiti gesprüht haben sollen.

Umso wichtiger ist es in diesen Zeiten, dass wir uns bemühen, es der Repression nicht unnötig einfach zu machen. Dass wir uns umeinander kümmern und für alle von Repression Betroffenen da sind. Dass wir den vielen Gefangenen Briefe schreiben und sie nicht vergessen. Dass wir solidarisch zusammenstehen.

In diesem Sinne wollen wir den Tag der politischen Gefangenen, den 18.03.2024 mit einer Kundgebung begehen.

18 Uhr Kundgebung am Jamnitzerplatz. Anschließend wird es Gefangenen schreiben in der Vokü ab 19 Uhr geben.

Verbreitet unseren Aufruf gerne weiter und nutzt unsere Sharepics (1414x2000, 500x707).

Mittwoch, 27.03.2024

Gesiebte Luft - 27 Jahre Freiheitsentzug

Gesiebte Luft – 27 Jahre Freiheitsentzug

Ein Gespräch mit Thomas Meyer-Falk

Mittwoch, 27.03

19 Uhr

Stadtteilladen Schwarze Katze

Untere Seitenstraße 1 Gostenhof

 

Für viele ist die Vorstellung für ihr politisches Handeln ein paar Jahre im Knast verbringen zu müssen schwer vorstellbar. Thomas verbrachte fast drei Jahrzehnte seines Lebens in verschiedenen Gefängnissen. Seit Ende August 2023 ist er wieder auf freien Fuß und muss sich nun in einer völlig anderen Welt zurechtfinden. Gemeinsam wollen wir mit ihm über seine Zeit im Knast und danach sprechen.

 

Wie steht man so etwas durch, ohne Mitgefühl und Verstand zu verlieren? Was bedeutet Freiheitsentzug eigentlich? Und welchen Wert haben Solidarität und Zusammenhalt in einer scheinbar aussichtslosen Situation?

Eine Veranstaltungsreihe der Roten Hilfe e.V. und Thomas Meyer-Falk